Hallo Petra,
daß Sie unsicher geworden sind, ist schonmal eine gute Voraussetzung für eigenständiges Nachdenken (das meine ich ernst).
Leider ist es bei der Altersvorsorge so, daß sich Ihr Ziel, eine möglichst sichere und möglichst hohe Rente zu erhalten, nicht verträgt mit dem Ziel des Staates (der möchte nur verhindern, daß viele Menschen von Sozialleistungen abhängig sind - dem Staat ist es dagegen ziemlich egal, ob Sie gerade so über die Runden kommen oder wirklich gut leben können im Alter) und dem Ziel der Produktanbieter (die möchten an Ihnen so viel wie möglich verdienen).
Entsprechend werden Sie von beiden Seiten auch nicht wirklich unabhängig und frei von Eigeninteressen beraten. Und freie Finanzberater, die unabhängig von Produktanbietern beraten, werden Sie so leicht auch nicht finden. Da bleibt leider nur, sich selber zu informieren. Das ist mühsam, aber lohnt sich.
Der Staat setzt viel auf die sogenannte Beitragserhaltungsgarantie. Die ist aber wenig wert, da sie nicht einmal die Kaufkraft ihrer heute gesparten Beiträge erhält, geschweige denn eine Vermehrung Ihrer Beiträge. Und die Produktanbieter garantieren Ihnen feste Zinsen, weil sie sicher sind, mit Ihrem Geld selber weit höhere Renditen zu erwirtschaften, von denen sie dann gute Gewinne abziehen können.
Probieren Sie die beiden Links aus, die ich hier genannt habe:
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Sie finden dort die Methode eines unabhängigen Finanzexperten zur eigenständigen Vermögensbildung mit Aktienfonds. Dieser Methode zu vertrauen erfordert derzeit allerdings noch etwas Mut, da sie noch nicht allgemein anerkannt ist - das wird sich nach meiner festen Überzeugung aber ändern.
Eine Pensionskasse bietet meines Wissens eine Art festverzinsliche Sparform an - richtig? Dann sollten Sie das schnell vergessen, denn das kann sich gar nicht lohnen. Bei allen festverzinslichen Sparformen erwerben Sie eine nur nominale Geldforderung gegen den Produktanbieter.
In Deutschland herrscht der Irrglaube vor, bestimmte Vorsorgeformen seien besonders sicher und andere besonders unsicher. Andere Nationen sind da weiter als wir. Auf lange Sicht gesehen, sind Beteiligungspapiere (Aktien/Fonds) weitaus sicherer als Forderungspapiere (Versicherungen, Sparverträge etc.) - u.a. wegen des Geldwertstabilitätsrisikos. Bei Inflation sind nominale Zusicherungen von Zinsen nutzlos, da die Kaufkraft der zugesicherten Zahlungen dann sinkt, wogegen Beteiligungen ihren Wert behalten, also inflationssicher sind.
Zum Thema Sicherheit beim Aktienfondssparen habe ich gerade eben einen Beitrag weiter hinten im Forum geschrieben, hier:
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Entscheidend für die Altersvorsorge ist die effektive Durchschnittsrendite der eingezahlten regelmäßigen Sparbeträge. Die Höhe dieser Rendite wirkt sich überproportional auf das Ergebnis aus. Da wir Deutschen in Mathe im Durchschnitt leider ziemlich "doof" sind (wie die PISA-Studien gezeigt haben), wissen das die meisten nicht. Selbst Finanzberater können angeblich oft die effektive Durchschnittsrendite einer Anlage bzw. das Anlageergebnis bei Ratensparen nicht selber berechnen. Hier auf ihre-vorsorge.de gibt es einen Sparplanrechner, der das kann:
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Damit können Sie selber mal ausprobieren, wie groß der Vermögensunterschied wird bei unterschiedlich hohen Renditen - gerechnet erstmal ohne Inflation.
Beispiel: 100 Euro monatlicher Sparbetrag
Ansparzeit: 20 Jahre
Rendite/Ergebnis:
2,25% / 30.258,16 Euro
5% / 40.753,79 Euro
10% / 72.452,87 Euro
15% / 132.920,55 Euro
(bei längerer Ansparzeit sähe es noch wesentlich besser aus)
Die langjährige effektive Durchschnittsrendite internationaler Aktienfonds beträgt 13,3%. Man kann zwar aus historischen Renditen nicht sicher auf die Zukunft schließen, aber die Chancen, eine weitaus bessere Vermögensbildung über Aktienfonds zu erreichen, sind so groß, daß man das minimale Restrisiko einfach eingehen muß. Das ist jedenfalls meine Erkenntnis.
Gruß,
Maria L.
P.S. Hatte den Beitrag schon geschrieben: wenn Sie 50 sind, ist es noch nicht zu spät. Sie haben doch sicher schon ein Finanzpolster (6-11 Nettomonatsgehälter) und für die Beruhigung des unsicheren Gewissens haben Sie sicher auch schon irgendwelche Vorsorge - z.B. gesetzliche Rente. Fangen Sie an mit Fondssparen, auch mit 70 freuen Sie sich darüber (mind. 20 Jahre Ansparzeit sind einzuhalten).
Leider habe ich Amadé anscheinend noch nicht überzeugen können, kann ja noch kommen...