Betriebsrente

von
Schubbi

Guten Tag, ich hätte mal eine Frage zur Rentenvorsorge. Bin für jede Antwort dankbar.
Ich bin 23, verdiene bald 1800-2000€ Brutto, habe vor in den nächsten 5-6 Jahren zu heiraten und noch vor 30 Jahren 2 Kinder zu bekommen.
Mir wurde vom Berater vorgeschlagen, eine betriebliche Rentenversicherung abzuschließen, bei welcher mein Chef 40€ und ich 30€ bezahle. Mit 67 würde ich dann 49000€ ausgezahlt bekommen. Aber ich frage mich, ob nicht eine Riesterrente die bessere Alternative wäre. Sollte ich noch warten, bis ich meine Kinder und meinen Mann habe, um Steuervorteile zu bekommen? Gibt es vielleicht noch Alternativen, die der Berater außer Acht gelassen hat, die aber gut für mich wären? Bei einer neuen Vorsorge würde mir mein Chef auch die 15€ monatlich für meinen Bausparvertrag streichen.

Hat jemand einen Vorschlag, ob die Entscheidung gut wäre, oder es was besseres gäbe?

von
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Für eine zusätliche Altersvorsorge stehen Ihnen eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung.

Durch den Staat können Sie sich dabei grundsätzlich fördern lassen.

Zwei Möglichkeiten haben Sie schon genannt. Bruttoentgeltumwandlung bei betrieblicher Altersvorsorge oder private Riesterrente. Daneben wäre auch eine Rürup-Rente/Basisrente möglich.

Alle Möglichkeiten aufzuzeigen würde sicherlich den Rahmen dieses Forums sprengen.

Bei einer betrieblichen Altersvorsorge ist unter anderem folgendes zu beachten

- durch die steuerlichen Förderung und dadurch geringere Belastung bei der Einzahlung folgt im Auszahlungsfall die volle Besteuerung
- die Renten aus der bAV sind nach der derzeitigen Rechtslage voll KV-pflichtig.
Das bedeutet, dass Sie den vollen KV-Beitrag von 15,5 % aus eigener Tasche bezahlen. Dies schmälert weiter die "Rendite".
- Zu prüfen wäre auch das Angebot, dass Ihnen von Ihrem Arbeitgeber gemacht wird. Meist bedienen sich die Arbeitgeber diverser Versicherungsunternehmen. Diese schließen mit dem Arbeitgeber eine Direktversicherungen für Sie ab oder bieten ihre Dienste als Pensionskasse oder Pensionsfonds an. Durch günstige Gruppenverträge können dadurch für Sie Vorteile entstehen, Bitte beachten Sie, dass trotzdessen Abschlußgebühren fällig werden können, die auf Sie umgelegt werden dürften. Bitte lassen Sie sich hierzu informieren.
- Grundsätzlich soll die Mitnahme neuer Verträge zu einem neuen Arbeitgeber ermöglicht werden. Bedenken Sie wie lange Sie bei dem heutigen Arbeitgeber beschäftigt sein werden. Will ein neuer Arbeitgeber bzw. dessen Versicherung Ihre bisherige bAV nicht weiterführen, können Sie den Vertrag nur ruhen lassen oder privat weiterführen
- durch die Minderung des Bruttolohn entstehen Ihnen einbußen bei einem künftigen Arbeitslosengeld und bei der Steigerung Ihrer Rentenansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung

Bei der privaten Riesterrente ist folgendes zu beachten

- auch hier erfolgt eine volle Besteuerung im Auszahlungsfall
- neben der Förderung durch die direkte Zuzahlungszahlung von derzeit 154,00 Euro erfolgt auch noch eine Steuerliche Förderung durch einen Sonderausgabenabzug. Dies bedeutet, dass Sie am Jahresende bei der Einkommenssteuererklärung zusätzlich zu Ihrer Zulage nochmals Einsparungen haben können
- Derzeit besteht keine KV-Pflicht auf Renten aus einer privaten Riesterrente
- 30 % des eingezahlten Kapitals kann bei Beginn der Rente ausgezahlt werden, schmälern dann allerdings die zu erwartende Rente
- Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine Riesterrente abzuschließen. Sehr intensiv werden durch Banken und Versicherung eine private Riesterrentenversicherung oder ein Riesterfondssparplan beworben. Ein Riesterbanksparplan muss man gezielt suchen.
Gerade bei private Riesterrentenversicherung und Riesterfondssparplänen sollten Sie die Nebenkosten beachten.
Hilfestellung dabei können Sie aus der Finanztest beziehen (www.test/riester)

Hilfestellung könnte Ihnen auch das Projekt Altersvorsorge macht Schule geben:
www.altersvorsorge-macht-schule.de
Weitere Hilfestellung können auch Verbraucherschützer geben http://www.vzbv.de/go/.

In Baden-Württemberg gibt es Servicezentren für Altersvorsorge: http://www.deutsche-rentenversicherung-bw.de/DRVBW/de/Navigation/Deutsche-Rentenversicherung/Prosa_node.html

von
Maria L.

Hallo,

die staatlich geförderte Altersvorsorge dient nach meiner Überzeugung vor allem dazu, die Menschen von vermeintlichen staatlichen Wohltaten abhängig zu machen, ihnen die Verfügungsgewalt über ihre Altersvorsorge zu entziehen, um sie so später umso leichter ausnehmen zu können.. Geförderte Verträge sind quasi unkündbar, man bekommt das Geld vor der Rente nicht mehr oder nur unter starken Verlusten heraus.

Merke: die Weihnachtsgans wird erst gemästet, um später geschlachtet zu werden!

Speziell bei Betriebsrenten ist das in der Vergangenheit beispielsweise dadurch geschehen, daß plötzlich im nachhinein für schon jahrzehntelang laufende Verträge die doppelte KV-Pflicht eingeführt wurde, d.h. daß Betriebsrentner nicht wie üblich den halben KV-Satz bezahlen müssen, sondern den vollen. Und das meines Wissens selbst dann, wenn die Beiträge zu ihrer Betriebsrente bereits der KV-Pflicht unterlegen haben (hier bin ich aber nicht ganz sicher). Diese KV-Beitragspflicht dürfte angesichts explodierender Gesundheitskosten, der demographischen Entwicklung und den Finanzproblemen der Krankenkassen immer teurer werden. Wollen Sie für Ihre Krankenkasse sparen oder für sich selber?

Unser Sozial-Staat ist restlos pleite! Das wird uns nur noch nicht gesagt, damit wir noch ein bißchen weiter ausgeplündert werden können zugunsten von maroden Banken und unterdessen sogar ganzen Staaten. Deutschland ist die Melkkuh Europas.

Vergessen Sie sämtliche „Finanzberater“. Das sind KEINE BERATER, das sind VERKÄUFER! So wie jeder andere Verkäufer in erster Linie Sie zum Kauf überreden will, so will auch jeder FinanzVERKÄUFER Sie dazu überreden, solche Finanzprodukte zu kaufen, die für IHN die höchste Provision abwerfen. Das sind meist die allerschlechtesten Produkte, die IHNEN überhaupt nichts nützen!

Fangen Sie an, Ihre Finanzplanung selber in die Hand zu nehmen. Ist gar nicht so schwer und macht sogar Spaß. Ich habe mir das auch selber beigebracht

Freundliche Grüße,
Maria L.

von
Maria L.

Wenn Sie sich mit Ihrem nicht allzu üppigen Gehalt dem Gemolkenwerden entziehen wollen, rate ich Ihnen zunächst zu einer finanziellen Rücklage, die keine Behörde kennt, und die Ihnen somit auch niemand wegnehmen kann.

Kaufen Sie Gold- und Silber-Anlagemünzen im seriösen Edelmetallhandel, möglichst anonym. Die Wertsteigerung ist nach einem Jahr Haltefrist legal steuerfrei. Die paar Münzen verstecken Sie am besten zu Hause. Es wird schon kein Einbrecher auf die Idee kommen, daß ausgerechnet bei Ihnen etwas derartiges zu holen ist.

Eine finanzielle Rücklage in Höhe von einigen Netto-Monatsgehältern ist sowieso die Basis jeder Finanzplanung. Erst wenn Sie diese angespart haben (z.B. jeden Monat 10% des Einkommens sparen, dann dauert es einige Jahre, bis Sie Ihre Rücklage angespart haben!), sollten Sie überhaupt eine Vorsorge für später betreiben.

Denn was nützt Ihnen ein Riester-Vertrag, den Sie teuer kündigen müssen, weil Sie die laufenden Beiträge nicht mehr aufbringen können bei einer Änderung Ihrer persönlichen Situation? Was passiert, wenn Sie eine größere Reparatur ausführen lassen müssen, eine teure Gesundheitsdienstleistung in Anspruch nehmen müssen oder ein Umzug ansteht? Sie brauchen dafür Rücklagen, um nicht teure Konsumentenkredite aufnehmen zu müssen.

Früher konnte man für die Finanzrücklage einfach „Geld“ sparen. Davon ist heutzutage dringendst abzuraten. Wußten Sie, daß unser Geld nicht mit echten Werten gedeckt ist, sondern daß es sich nur um Schuldscheine handelt? Es existieren weltweit viel mehr Schuldscheine, als reale Güter vorhanden sind und es werden durch die Finanz-„Rettungsaktionen“ auch laufend mehr Schuldscheine (=Geld) hergestellt. Die absehbare Folge davon ist: das vorhandene Geld verliert rapide an Wert. Wir bekommen bald eine stark anziehende Inflation (stark steigende Preise sind Ursache der Revolutionen im arabischen Raum, das kommt demnächst auch zu uns bzw. ist schon längst da, wie jeder im Supermarkt feststellen kann, der genau hinsieht: kleinere Verpackungen, schlechtere Qualität usw.).

Jeder Euro auf der Bank ist dem in den nächsten Jahren rapide steigenden Wertverlust preisgegeben. Noch schlimmer: das Geld, das Sie auf Ihrem Kontoauszug sehen, ist gar nicht vorhanden. Das hat die Bank 10fach (oder sogar 50fach) an marode Schuldner wie z.B. südeuropäische Staaten ausgeliehen, die ihre Schulden aber niemals werden zurückzahlen können. Auch Deutschland übrigens wird niemals seine Schulden zurückzahlen.

Merke: Banken dürfen Geld verleihen, das sie gar nicht haben! Banken schöpfen Geld aus dem Nichts (sogenanntes Fiatgeld)! (ich wollte das anfangs auch nicht glauben, es ist aber tatsächlich so)

Irgendwann in den nächsten Jahren werden vermutlich alle Staaten der westlichen Welt ihren Bankrott erklären müssen. Die Sparguthaben sind dann weg, und alle in Euro-Papiergeld angesparten Rentenanwartschaften sind auch weg. Bevor Sie das Geld in dieser Art zum Fenster rauswerfen, verbrauchen Sie es lieber. Kaufen Sie langlebige Güter, solange Sie sich das noch leisten können (wir verarmen alle, wenn die Inflation uns überrollt).

Ich mache es so: einige Netto-Monatsgehälter in Euro-Papier-Spielgeld auf verschiedenen Tagesgeldkonten, ein Teil auch zu Hause für den Fall einer mehrtägigen Bankenschließung (wir waren schon mehrfach kurz davor, zuletzt im Mai 2010, als Europa kurz vor dem Kollaps stand). Noch brauchen wir das Papiergeld ja, weil es gesetzliches Zahlungsmittel ist. Es ist aber kein geeignetes Wertaufbewahrungsmittel für längere Zeit!

Etliche Monatsgehälter in Gold- und Silbermünzen, sicher im persönlichen Zugriff aufbewahrt (geht zur Not auch im Bankfach, obwohl der Staat es da konfiszieren könnte). Damit kann man während der Krise auf dem Schwarzmarkt einkaufen gehen, wenn niemand mehr Papierzettel annehmen will, oder man kann damit (falls es nicht ganz so schlimm kommt) den Grundstock für ein kleines Vermögen legen. Edelmetalle haben tausende Jahre lang ihren Wert immer erhalten (von temporären Wertschwankungen abgesehen). Alle Papierwährungen, die es jemals gab, sind bisher immer im Crash geendet. Der innere Wert eines Geldscheins ist genau NULL. Das wird uns verschwiegen, ist aber die reine Wahrheit.

Und ich spare monatlich in weltweit gestreute Aktienfonds. Das ist meine Altersvorsorge im engeren Sinne. Beim weltweiten Crash (den ich erwarte) wird der Wert dieser Fondsanteile zwar stark sinken, aber nicht auf Null wie die ganzen Papiergeldanlagen. Aktien sind immerhin Anteile an echten, produktiv wirtschaftenden Unternehmen. Langfristig die beste Altersvorsorge, die es gibt. Und durch das regelmäßige Sparen nutze ich den Cost Average Effekt, das reduziert das Risiko eines zu teuren Einkaufs und zu billigen Verkaufs meiner Anteile. Hier werden bei Auszahlung nach derzeitiger Gesetzeslage 25% Abgeltungssteuer (plus Soli plus Kirchensteuer) fällig, aber wer weiß, welche Gesetze in 20 Jahren gelten.

Zur Aufklärung empfehle ich folgende webseiten (es gibt noch etliche weitere):

www.radio-reschke.de
http://finanzuni.org

Gruß,
Maria L.

von
Zombie

Am besten Sie pachten einen Bauernhof und werden Selbstversorger!

von
Bär

Das Handbuch unter http://finanzuni.org ist auf dem aktuellen Stand --> Jahrgang 2004

Ist jedem Anleger zu empfehlen der 2008 beim Börsencrash sein Geld verloren hat :-)

von
Maria L.

@Zombie
@Bär

Die Grundlagen der Vermögensbildung sind zeitlos, deshalb ist es völlig wurscht, von wann die Artikel der Finanzuni stammen. Allerdings bin ich zu dem Ergebnis gekommen, daß ein Finanzpolster in Papierschuldgeld nicht reicht, sondern zumindest anteilig durch „echtes Geld“ (Gold, Silber) zu ersetzen ist. Abgesehen davon befürworte ich die Methode der Finanzuni weiterhin.

Ein sogenannter Börsencrash ist für Vermögensbildung nicht nachteilig, sondern im Gegenteil äußerst hilfreich! Vorausgesetzt, man macht keine Einmalanlagen, sondern spart regelmäßig, dann profitiert man nämlich von den geringen Kursen zum Zeitpunkt der Krise (andere Dinge kaufe ich doch auch lieber dann, wenn sie preisgünstig sind, nicht während einer Hochpreisphase). Vorausgesetzt auch, es geht nach dem Crash wieder aufwärts. Das war in der Geschichte häufig so, allerdings nicht immer. Meine Fondsanlagen haben durch den Crash von 2008 und nachfolgenden Börsenaufschwung sehr stark gewonnen.

Wer glaubt, daß die gesamte Weltwirtschaft nach dem zwangsläufig erfolgenden Staatsschuldencrash auf Jahrzehnte gar nicht mehr ins Laufen kommt, der sollte in der Tat lieber Selbstversorger werden und sich möglichst unabhängig machen. Ich persönlich glaube das nicht, sondern gehe davon aus, daß wir die Krise überleben werden und daß es auch danach noch einigermaßen freie Märkte geben wird.

Wer Geld in größeren Mengen auf Bankkonten liegenläßt, ist indirekt und zumeist wohl völlig unbewußt ein Förderer des Finanzmonopolys, das auf unser aller Kosten gespielt wird. Gewinnen können dabei nur supranationale Konzerne und die sogenannte Hochfinanz. Derzeit beträgt die tatsächliche Inflation nach unterschiedlichen Quellen etwa 8-12%. Nur wer jährlich sein Einkommen und sein Vermögen in mindestens dieser Höhe steigert, gewinnt überhaupt etwas hinzu, alle anderen werden immer ärmer. Sie sparen sich arm und sie arbeiten sich arm!

Das Geld, was die armen Riestersparer in Rentenverträge einzahlen, landet in den Löchern der Staatshaushalte, denn wer kauft wohl die ganzen Staatsanleihen dieser vor dem Bankrott stehenden Länder? Hauptabnehmer sind Pensionsfonds, Lebensversicherungen etc. Wer in deutsche Staatsanleihen „investiert“, gibt sein Geld für Sozialleistungen und politische Prestigeobjekte aus. Daraus resultiert leider keine Rendite, wenn es um die spätere Rentenzahlung geht.

Eine Rendite entsteht nur aus produktiven erfolgreichen Investitionen. Leider sind diese einfachen Grundlagen über eine funktionierende Wirtschaft in weiten Kreisen der deutschen Bevölkerung unbekannt. Kein Wunder, werden wir doch seit Jahrzehnten falsch beraten (besser: verraten). Somit haben wir es wohl nicht besser verdient, heute schon als die Deppen Europas dazustehen. Wir dürfen für alle zahlen, zum Dank dafür werden wir dann noch beschimpft. Und unsere eigene Zukunft haben wir schon verfrühstückt. Wir haben in der Vergangenheit schon das Geld ausgegeben, von dem wir als Rentner später leben wollten. Grundsicherung für alle wird wohl das Motto in wenigen Jahren heißen. Den Riester-Rentnern wird es kaum besser gehen.

Nur wer selber vorsorgt, möglichst rentabel, möglichst unabhängig von staatlicher Bürokratie, Einmischung und Kontrolle und womöglich auch noch anonym (um zukünftigen Diktaturen auf deutschem Boden wenig Zugriffsmöglichkeit zu geben), hat eine gewisse Chance auf einen finanziell abgesicherten Ruhestand.

Aber jeder kann ja selber nachdenken und zu einer selbstverantworteten Entscheidung kommen. Wer weiter dem Staat und der Finanzindustrie vertrauen möchte (aller schlechten Erfahrung zum Trotz, die vorige Generationen gemacht haben und wir jetzt vermutlich wiederholen müssen), kann dies ja tun, trägt dann aber für diese Entscheidung die Verantwortung. Genauso trage ich die Verantwortung für meine Entscheidung.

Gruß,
Maria L.

von
Schubbi

Danke für die sehr gute Beratung. Ich habe schon überlegt mir doch eine Lebensversicherung zu holen, weil die flexibler ist, aber nachdem ich jetzt weiß, wo die alle ihr Geld anlegen, werde ich wohl doch auf Deinen Rat hören.

So einen guten Ratschlag hätte ich jetzt gar nicht erwartet. Ich bin total baff. Aber ich bin Dir auch sehr dankbar !

Ich weiß nicht, ob ich es wirklich in Edelmetalle anlegen werde. Vielleicht kaufe ich mir auch Immobilien in der Nähe von Ballungsräumen. Also dort, wo es immer alle Menschen hinzieht und wo immer Wohnraum gesucht wird. Bei Immobilien habe ich zumindest Mieteinnahmen und nach einem Totalausfall keinen so großen Verlust, da die Menschen deshalb nicht aufeinmal wegziehen werden.

von
Maria L.

Hallo Schubbi,

Lebensversicherungen werden sogar von der Finanzaufsicht gezwungen, das Geld ihrer Kunden dort anzulegen, wo es als „besonders sicher“ gilt. Und was gilt als besonders sicher? Natürlich vor allem Staatsanleihen (und andere Anleihen mit guten Ratings). Dabei pfeifen es schon alle Spatzen von den Dächern, daß es heute kaum etwas gibt, das noch unsicherer ist. Aber der Staat hat natürlich ein Interesse daran, daß das Geld der Bürger weiter schön zu ihm hinfließt und daß die gesetzte Ordnung möglichst lange erhalten bleibt (auch wenn unterdessen klar ist, daß sie unhaltbar ist, das System fährt gegen die Wand). Staat und Finanzbranche sind sozusagen fest verheiratet, u.a. schreiben ja auch Lobbyisten an den Gesetzestexten mit.

Der Staat traut dem Bürger eine eigenverantwortliche Altersvorsorge nicht zu, deshalb wird alles so überreglementiert, daß die Renditen unter den Kosten völlig versinken. Es gibt ja auch viele Menschen, die mit Geld nicht gut umgehen können und ihr gesamtes Einkommen ausgeben, die nicht sparen können. Aber wer es kann, kann auch selber für sein Alter vorsorgen.

Vermietete Immobilien sind in einer Weltwirtschaftskrise, auf die wir vermutlich zusteuern (wenn wir nicht schon mittendrin sind), nicht sehr zu empfehlen. Die Mieten werden nicht mit der Inflation Schritt halten, weil auch die Gehälter nicht Schritt halten. Und der Staat hat kein Interesse daran, daß die halbe Bevölkerung obdachlos wird. Also werden die Mieten gedeckelt, ob der Vermieter noch über die Runden kommt, interessiert dann weniger.

Eine eigengenutzte Immobilie hat gewisse Vorteile (ich habe auch eine). Ich bereue aber sehr, daß ich meine Immobilie auf Kredit gekauft habe, damit verbrennt man viel Geld. Wenn ich es nochmal zu entscheiden hätte, würde ich erst dann kaufen, wenn ich das Geld zusammengespart habe, und zwar mit hochrentierlichen Investitionen (in Aktienfonds) oder zumindest mit sehr hoher Eigenkapitalquote. Wer noch jung ist, hat eine lange Ansparzeit für das Ratensparen in Aktienfonds. Das relativiert stark die Schwankungsrisiken. Wie gesagt: ein Aktiencrash ist sogar gut für Ratensparen – wenn es danach wieder aufwärts geht. Und darauf vertraue ich. Deutschland ist ein starkes Land. Wenn wir uns der Fesseln entledigt haben, wird es wieder aufwärts gehen.

Falls Du Interesse an mehr Austausch hast, würde ich Dir vorschlagen, Dich bei der Finanzuni zu registrieren und im Forum eine Frage zu stellen. Ich schreibe da zwar kaum noch, bin aber noch registriert.

Hier noch ein paar Link-Empfehlungen:

www.das-bewegt-die-welt.de (die Must Read-Artikel erklären gut unser Geldsystem und dessen Folgen)
www.hartgeld.com (der Klassiker unter den geldsystemkritischen Seiten, allerdings sehr polemisch und politisch unkorrekt, und man darf nicht alle Aussagen und vor allem die Prognosen ganz wörtlich nehmen)

http://klarblick.blogspot.com

www.krisenvorsorge.com (hier gibt es einen kostenlosen Ratgeber zum Thema Finanzkrise und Krisenvorsorge)

Diese Links sind in diesem Umfeld hier etwas gewagt, und ich hoffe, sie schrecken Dich mit ihren knallharten deutlichen Aussagen nicht ab. Aber vielleicht probierst Du es mal und läßt die Artikel dort langsam auf Dich wirken. Es braucht Zeit, die einseitige Beeinflussung, der wir alle seit Kindheit unterliegen, rückgängig zu machen.

„Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen“ – das sagte schon Kant. Für die finanzielle Vorsorge gilt das unbedingt.

Ich freue mich sehr, daß ich Dir helfen konnte. Früher habe ich hier öfter geschrieben und überwiegend Unverständnis und viel Spott geerntet. Damals wollte niemand hören, daß Staatsschulden zukünftig ein Problem darstellen könnten. Nun, die Zukunft ist sehr schnell gekommen. WIR sind die Generation, die ausbaden muß, was Generationen von Politikern an unbezahlbaren Wohltaten über dem Wahlvolk ausgeschüttet haben. Wir bezahlen entweder mit einer Währungsreform mit Währungsschnitt (also Abwertung von Sparguthaben) oder über Inflation.

Wenn man Schulden macht, nur Zinsen zahlt, aber keine Tilgung, und bei Fälligkeit der Schuld einfach eine neue noch viel größere Schuld aufnimmt, für die man auch wieder nur Zinsen zahlt, aber nie Tilgung – wie nennt man das? Beim Bürger nennt man sowas betrügerischen Bankrott oder bei Unternehmen Konkursverschleppung. Der Staat macht genau das seit Jahrzehnten! Da gilt es als normal.

Unser Staat hat offiziell 1,8 Billionen Euro Schulden. Die kann niemals jemand zurückzahlen. Man wird auf alle greifbaren Vermögen der Bürger zugreifen, um einen Teil der Schulden zu bezahlen, danach sind dann die Bürger bankrott und der Staat beginnt mit einem neuen Papierschuldgeld das Spiel von vorne – bis es in ca. 50-70 Jahren erneut crasht.

Überlege Dir das nochmal mit den Edelmetallen. Am Anfang fühlt es sich „komisch“ an, weil wir alle darauf konditioniert sind, es abzulehnen. Kein Wunder! Gold ist der größte Feind der Finanzbranche und der Wohlfahrtsstaaten, aber der beste Freund der Freiheit. :-) Gold und Silber setzen dem Kettenbriefsystem des Papierschuldgelds ein Ende.

Der frühere FED-Chef Alan Greenspan hat 1966 genau diese Funktion von Gold beschrieben (leider hat er sich später nicht dementsprechend verhalten):

http://www.goldseiten.de/content/kolumnen/artikel.php?storyid=96

Zitat daraus:

„Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates macht es erforderlich, daß es für Vermögensbesitzer keine Möglichkeit gibt, sich zu schützen. Dies ist das schäbige Geheimnis, daß hinter der Verteufelung des Goldes durch die Vertreter des Wohlfahrtsstaates steht. Staatsverschuldung ist einfach ein Mechanismus für die "versteckte" Enteignung von Vermögen. Gold verhindert diesen heimtückischen Prozess. Es beschützt Eigentumsrechte. Wenn man das einmal verstanden hat, ist es nicht mehr schwer zu verstehen, warum die Befürworter des Wohlfahrtsstaates gegen den Goldstandard sind.“

Wir sind in der „Matrix“ des Papierschuldgeldsystems gefangen. Draußen in der Wirklichkeit scheint es zunächst rauher zu sein, aber es ist das echte Leben.

Viele Grüße,
Maria L.

P.S. Ich kenne übrigens sehr nette Versicherungsverkäufer. Leider ist den meisten von ihnen selber nicht bewußt, was sie ihren Kunden verkaufen.