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auch als hochqualifizierte Arbeitskraft wird man/frau an eine Verweisungstätigkeit verwiesen, insofern ist der sog. Bestandsschutz aufgehoben.
Aber kein Arzt kann eigentlich in der kurzen Zeit beurteilen, was der Patient noch leisten kann. Aber ich habe das oben schon ausführlich geschildert. Die Verweisungstätigkeit wäre gewesen: ich könnte noch 6 Std. arbeiten im Wechsel zwischen sitzen, stehen, laufen und möglichst freier Pauseneinteilung. "Sag mir wo diese Jobs geblieben sind". Das Arbeitsamt (ich war zu dieser Zeit wg. Insolvenz freigestellt) hat mir gleich gesagt, ich solle Widerspruch und nochmals Widerspruch einlegen. Der MDK schickt uns alles her. Tatsächlich sagte der Arzt: "Wir wollen Sie nicht, wir schicken Sie zum Arbeitsamt", hätte mir das sofort notieren und von ihm abzeichnen lassen sollen. Fairer Weise hat er die KK aufgefordert juristisch zu prüfen, ob eine Verweisungstätigkeit überhaupt möglich ist. Dann wollte mich die KK b e t r ü g e n . Zum Glück hatte ich einen Rechtsbeistand. Ich war zu diesem Zeitpunkt auch nervlich nicht in der Lage mich zu wehren.
Genau 10 Tag nach Begutachtung lag ich wegen eines kardiogenen Schocks auf der Intensivstation.
Nun zu Medicus
Jetzt hatte ich natürlich einen wesentlich leichteren Zugang zur Rente (oder vorherigem Tod). Dabei wollte ich doch nur die Schmerzen gegen einen klitzekleinen Infarkt "austauschen". Dann kam 3 Tage KH ohne Eingriff, zu gefährlich. Danach Blaulichttransport zur Uniklinik. Untersuchung bei OP-Bereitschaft. Fast alle Adern zu, Bypass-Op fraglich, ein Stent gesetzt. 6 Tage später PET-Untersuchung, ob OP noch Sinn hat. OK wahrscheinlich, Entscheidung: Chirurgenteam, bekäme nächste Woche Nachricht, könne aber erst nach Hause. Nachricht kam nicht, hatte es nicht eilig mir den Brustkorb aufflexen zu lassen. Habe auf Rat meines Hausarztes doch mal angerufen. OH..Akte verschwunden. Oberarzt konnte sich aber noch an mich erinnern. Ging sofort Akte suchen und ich hatte 3 Tage später einen OP-Termin (ca. 4 Wochen später - Freitag, 13. Mai).
Krankenkasse rief Hausarzt an, ich müsste doch schon von der Reha (Anschlussheilbehandlung) zurück sein. Hausarzt: "Der brauch vielleicht noch ein Spenderherz oder auch erst mal OP". Seit dem hatte ich meine Ruhe vor der Krankenkasse. Dann kam 72 Wochen insgesamt Krankengeld, kurz vor Ablauf Rentenantrag. Ab zum Arbeitsamt: ALG als Rentenantragssteller.
Dazwischen war natürlich 14 Tage nach Entlassung aus KK Reha. Kurz vor Reha-Entlassung: Sozialberatung. Ich solle doch vor 31. Januar 2006 mich arbeitslos melden, dann bekäme ich 2 Jahre ALG (der Termin war mir bekannt). Ich sagte: "Liebe Frau xxx. Ich weiß was ich habe und wie es aussieht, werde ich nie mehr arbeiten können. Ich beantrage Rente". Da riet sie mir, ich solle mir einen neutralen Rentenberater suchen. Ich weiß bis heute nicht, von wem diese hübsche Frau bezahlt wurde.
Noch eine tolle Frage kam von der Ärztin. Ob ich wieder arbeiten wolle. Natürlich, aber da müsste meine Herzleistung sich wesentlich bessern. Ja, wenn Sie die und die Leistung erreichen können sie ja wieder arbeiten. Ich wusste von der Uniklinik, dass das nie mehr wahr werden würde, sagte ihr das aber nicht, habe gespürt, dass die REHA-Klinik ihr Erfolgserlebnis brauch und ich wurde zunächst arbeitsunfähig entlassen.
Soviel zu dem Thema: "Das muss der Arzt wissen und entscheiden".
Nach Rentenantragsstellung wurde ich zu zwei Gutachtern geschickt. Das sind Ärzte, die von der DRV für Arbeitsmedizinische Gutachten zugelassen sind. Der erste war für meine "Eingeweide" zuständig. Er redete so gut wie nichts, machte US vom Herz, fragte mich nur wegen Herzsportgruppe. Ich sagte ihm, dass jeweils eine halbe Stunde Hin- und Rückfahrt mir zu viel sind und nach einer Std. Herzsport, sei ich so fertig, dass es sogar gefährlich ist Auto zu fahren. Soweit ok.
Zweiter Arzt: Püschjater
Termin fest, Termin verschoben. Fragebogen geschickt zum Ausfüllen. Hatte erst wieder Termin 4 Wochen später bei seinem Kollegen. Fast jeden Tag ein bißchen was geschrieben, lange Konzentration Fehlanzeige. Gab so 3 DIN A 4 Seiten.
Beim 2. Kollegen:
Warum sind sie hier, was haben Sie gemacht? Na ja, die Firma war insolvent....Und da haben Sie wohl gedacht, ich gehe mal in Rente, was?
Wie bitte? ich hatte einen schweren Herzinfarkt. Ach so, und wie geht es Ihnen psychisch. Ich sagte, dass ich das doch aufgeschrieben habe. Was? Das ganze jetzt im Wartezimmer? Nein, ich hatte 4 Wochen Zeit, täglich etwa 10 Minuten. Fragebogen ist von Ihrem Kollegen gekommen.
Nun erzählen Sie mal, wie es Ihnen geht. ???
...steht doch alles da, ich bin jetzt nicht in der Lage, das alles nochmal zu schildern. Ich glaube ich gab ihm noch den Bericht, wie schwer mein Herz geschädigt war und dass dies nicht so einfach zu verkraften sei.
Na gut, würde sich das mal anschauen und er werde den Bericht zur DRV schicken.
Soweit zur "Kompetenz" von Ärzten die von der MDK oder der RV bezahlt werden. Und von den "Verschiebebahnhöfen".
Nach Rentenantragstellung noch ein paar kleine Zwischenfragen, das war es dann.
Rentenantrag 10.05.06, Bescheid Ende November. Telefonisch durch Berater verständigt. Ergebnis: Volle EM-Rente auf 3 Jahre (bis 30.04.09)
Versorgungsamt: Grad der Behinderung 70, (Einzelwerte über 110, wird global gesehen).
Bei Verlängerung nur noch restliche Atteste geschickt, keine Begutachtung mehr.
Atteste gesamt (medizinisch): 70 oder 80
Fazit: "Der Antragsteller ist immer derjenige der die Ärzte hinters Licht führen will". Einschränkung: Der Internist erschien mir fair.
Das war so das wichtigste.
Herz1952