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Blüm gegen Vorsorge "auf dem Buckel der Rentenversicherung"

von gs07.02.2008 | 17:21
1149 Ansichten
6 Antworten

Fragen beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung.

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Hat Blüm Recht oder nicht Recht ? 4% Bruttolohn für Riester anlegen schmälert die Rente um 4 % ??? 45 Jahre x 1 EGP (26,27 Euro) = 1182,15 Euro abzüglich 4 % (47,27 Euro) Grobe Rechnung oder Grundsätzlich Falsch ? Gruß gs

Antworten der Moderation

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2
Moderation · 1Ihre Vorsorge

Ihr Gedankengang ist grundsätzlich richtig. Siehe:

www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=2542

Von mir sonst ohne Kommentar.

Moderation · 2Ihre Vorsorge

Liebe "Maria L." Sie haben natürlich recht. ich habe mich vom Abzug der 4% nach 45 Jahren irritieren lassen. Danke für den guten Beitrag!

4 Antworten

Maria L.am 08.02.2008 | 11:24
Hallo, Der vom Experten zitierte Text bezieht sich auf ein anderes Problem: bei der Altersvorsorge über Entgeltumwandlung wird automatisch der eigene Rentenbeitrag geringer und damit sinken auch die eigenen Ansprüche an Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung (es ist ja gerade der Witz der Entgeltumwandlung, daß diese aus sozialversicherungsfreiem - und steuerfreiem - Einkommen stammt). Damit betrifft dieses Problem hauptsächliche diejenigen, die die Entgeltumwandlung in Anspruch nehmen (indirekt senkt es über die geringeren Einnahmen der Rentenversicherung allerdings die Renten aller). Beim Riester-Faktor ist es noch schlimmer, der mindert die Renten für alle, auch für die, die selber nicht riestern. In der Formel zur jährlichen Anpassung des Rentenwertes gibt es seit Jahren diverse Faktoren, die den Rentenanstieg bremsen, u.a. auch den Riester-Faktor. Dieser Faktor dämpft die Rentenerhöhung für alle, auch für die, die nicht riestern! "Diesbezüglich haben Sie das leider richtig gedeutet. Bei der Berechnung des jeweiligen neuen aktuellen Rentenwertes ist dieser Altersvorsorgeanteil ein Minusfaktor für alle Rentner. Also auch für die, die nicht "riestern"." (Experte) Upps, der hier ursprünglich verlinkte Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung! Bitte nutzen Sie unsere Forensuche. "Die Höhe der gesetzlichen Renten wurde und wird durch verschiedene Reformen (Riester-Faktor, Nachhaltigkeitsfaktor, Nachholfaktor) von der Entwicklung der Löhne abgekoppelt." (Bernhard) Upps, der hier ursprünglich verlinkte Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung! Bitte nutzen Sie unsere Forensuche. Hier noch zwei Links mit Beschreibungen dieser Anpassungsformel. "Der aktuelle Rentenwert wiederum ergibt sich aus der so genannten Rentenanpassungsformel - und die hat es wahrlich in sich. Die Formel: Aktueller Rentenwert = Rentenwert im Vorjahr mal (durchschnittlicher Bruttolohn im Vorjahr dividiert durch durchschnittlicher Bruttolohn im Vorvorjahr) mal (100 minus förderfähiger Anteil am Bruttolohn für private Altersvorsorge im Vorjahr minus Beitragssatz zur Rentenversicherung im Vorjahr dividiert durch 100 minus förderfähiger Anteil am Bruttolohn für private Altersvorsorge im Vorvorjahr minus Beitragssatz zur Rentenversicherung im Vorvorjahr) mal (1 minus Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern im Vorjahr dividiert durch Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern im Vorvorjahr mal 0,25 plus 1)." http://www.die-tagespost.de/archiv/titel_anzeige.asp?ID=23118 "In diese Anpassungsformel, die den aktuellen Rentenwert bestimmt, sind inzwischen drei Korrekturfaktoren eingebaut: der Riester-Faktor (seit 2002), der Dämpfungsfaktor und der Nachhaltigkeitsfaktor (seit Mitte 2005). Der Riester-Faktor berücksichtigt einen Abschlag für die staatliche Förderung der (zusätzlichen) privaten Altersvorsorge. Der Dämpfungsfaktor mindert den Rentenanstieg, wenn den Berufstätigen höhere Beitragssätze abverlangt werden." http://www.jf-archiv.de/archiv06/200618042830.htm "Um wenigstens einen Inflationsausgleich für die Renten zu erreichen, müssten die Löhne wesentlich stärker steigen als die Inflation, damit die zusätzlichen Rentenkürzungen durch Beitragssatzsteigerung, Nachhaltigkeitsfaktor, Riester-Faktor (haben Sie übersehen) und Nachholfaktor (noch nicht in dieser Formel) alle ausgeglichen werden können. Vereinfacht könnte man z.B. sagen: Nur wenn die Arbeitnehmer zukünftig soviel mehr verdienen, dass nicht nur die Inflation ausgeglichen wird, sondern auch noch mit den gleichen Beiträgen die stark ansteigende Zahl der Rentenbezieher (Rentnerquotient) mitfinanziert werden kann, dann, ja dann wird es wenigstens einen Inflationsausgleich geben." (Bernhard) Upps, der hier ursprünglich verlinkte Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung! Bitte nutzen Sie unsere Forensuche. Die Kaufkraft der gesetzlichen Renten wird in den nächsten Jahren/Jahrzehnten immer weiter absinken, mit der Riester-Rente kann die Lücke nichtmal ansatzweise aufgefüllt werden. Es gibt nur eine Lösung: Altersvorsorge über hochrentable Anlageformen, und das sind nunmal nur Beteiligungspapiere. Vergessen Sie die staatlich geförderten Produkte einfach und informieren Sie sich über richtige Vermögensbildung. Gruß, Maria L.
Maria L.am 08.02.2008 | 15:03
Lieber Experte, danke für die Anerkennung :-) Ich habe hier in den letzten Jahren so viel lernen dürfen, von Artikeln der Redaktion, von Experten-Beiträgen und von den Beiträgen kompetenter User, nun freue ich mich, wenn ich von meinem Wissen auch mal etwas weitergeben kann. Und ich habe eine Mission: ich möchte zu einem in meinen Augen dringend notwendigen Bewußtseinswandel ein klein wenig beitragen. Wir brauchen in Deutschland mehr Vermögensbildung und weniger Sparen (die Gewichtung muß verschoben werden) - da gibt es nämlich einen Unterschied, wie ich auch erst ziemlich mühsam lernen mußte. Und hierzu auch noch einmal ein Beitrag von Bernhard: "Die Rendite der gesetzlichen Rentenversicherung ist positiv, auch für jüngere männliche Versicherte, nur nützt das rein gar nichts. Denn den meisten Versicherten ist nicht klar, dass Altersvorsorge überhaupt nur möglich ist, wenn eine reale interne Rendite (Rechnungszins einer lebenslangen aufgeschobenen Leibrente, keine Inflation) von etwas über 2 % erreicht wird, d.h. also derzeit mindestens 4 % nominal, was die gesetzliche Rentenversicherung schon jetzt nicht mehr stemmen kann. Darunter wird die Lage prekär, d.h. es ist nicht mehr möglich, mit bezahlbaren Vorsorgeaufwendungen (etwa bis zu 1/4 des Einkommens) wenigstens die Hälfte dieses Einkommens als Leibrente gerechnet mit einer realistischen (Perioden-) Sterbetafel (destatis) zu erreichen, ohne Berücksichtigung eventuell steigender Lebenserwartung. Das heißt aber auch, dass die demnächst 2,25 % Garantiezins auf den Sparanteil privater aufgeschobener Leibrentenversicherungen (also ca. 1 % bis 1,5 % auf die Beitragssumme) ebenfalls völlig unzureichend sind. Wenn Politiker bei der privaten zusätzlichen Vorsorge also auf solche Instrumente setzen, dann sind sie entweder von der Assekuranz-Lobby gekauft oder Idioten. Der Verdacht liegt nahe, vor allem wenn man bedenkt, dass die gewaltigen zu erwartenden Sterblichkeitsgewinne nicht wie bei Gewinnen aus Kapitalerträgen zu 90 % den Versicherten gutgeschrieben werden müssen. In 20 Jahren wird man verstanden haben, dass die ausschliessliche (angebliche) Förderung bzw. Propagierung von Leibrenten ein schwerer Fehler war, und dass nur hochrentable und folglich auch nicht risikolose Kapitalanlagen ermöglicht hätten, die Katastrophe zu vermeiden, wenigstens für einen Teil der Versicherten." Upps, der hier ursprünglich verlinkte Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung! Bitte nutzen Sie unsere Forensuche. Es wäre schön, wenn es nicht 20 Jahre dauert. Der Trugschluß besteht unter anderem darin, daß alle glauben, nominalwertgesicherte Anlagen seien sicher. Das sind sie auf lange Sicht aber keineswegs (u.a. wegen des Geldwertstabilitätsrisikos). Nur auf kurze Sicht sind sie relativ sicher. Und das, was immer als unsicher angesehen wird, nämlich Aktien und Aktienfonds, ist auf lange Sicht sehr sicher (und nur auf kurze Sicht unsicher)! Warum wohl stecken die Vermögenden dieser Welt ihr Geld in Unternehmen? Damit es eben sicher ist! 100% Sicherheit gibt es dagegen in Wahrheit nirgends - das Leben ist nunmal riskant, das müssen wir als erwachsene Menschen akzeptieren (und das mußte ich selber auch erst lernen). Gruß, Maria L.
Amadéam 08.02.2008 | 17:15
Hallo Maria L. auch von mir einen herzlichen Dank für Ihren hervorragenden Beitrag. Das Modell "Gesetzliche Rentenversicherung" wird L E I D E R gegen die Wand gefahren. weil die Politik vor der Banken- und Finanzwirtschafts-Lobby eingeknickt ist. Hier muss man dem Bundesarbeitsminister a.D ausdrücklich zustimmen. Nicht nur die Riester-Rente, sondern auch die Betriebliche Altersvorsorge wurde und wird eindeutig zu Lasten der Sozialversicherung gefördert und sorgt des weiteren für ein weiteres Absinken des Rentenniveaus und zwar auch derjenigen, die diesen Wahnsinn nicht mitmachen. Noch setzt man sich hier allerdings weiterhin unbeirrt auf die Äste - also mehr oder weniger auch die Vertreter der Gesetzlichen Rentenversicherung selbst - die man mit dem Hochjubeln der angeblichen Förderung dann schlussendlich selber absägt. Immerhin ist man schon unter dem Druck einiger unbeirrter User - aber auch einiger Medien, die die Problematik langsam begreifen - schon etwas kritischer geworden. Noch vor gar nicht so langer Zeit wurde hier unbeirrt an offensichtlichen Fehlinformationen festgehalten, nur um die heilige Kuh mit dem Namen "Staatliche Förderung" ja nicht zu entzaubern. Siehe: Upps, der hier ursprünglich verlinkte Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung! Bitte nutzen Sie unsere Forensuche. In Sachen Aktienkultur besteht am Standort D allerdings noch ein sehr sehr sehr hoher Lernbedarf. So wird die derzeitige Talfahrt der Aktienkurs - wohlgemerkt für LANGFRISTIG investierende Anleger - nicht als Chance verstanden. Nur die wenigsten begreifen, dass es besser gewesen wäre, vor 30 Jahren in eigener Regie Allianz-Aktien zu kaufen statt die Altersvorsorge einfach in Form des Abschlusses einer Allianz-Lebensversicherung vorzunehmen. Selbst wer in der aktuellen Krise nach z. B. 30 Jahren des Haltens dieser Aktien diese nunmehr versilbert hat, steht bei weitem besser da als derjenige, der beim selben Konzern für das gleiche Geld in eine Lebensversicherung investiert hat. Ich bin nun fast 52 Jahre alt, habe das aber leider auch viel zu spät begriffen. Bei Ihrer Strategie der Aufklärung müssen Sie immer mit erheblichem Gegenwind rechnen. Banken- Versicherungskonzerne und leider auch Abgeordnete (Aufsichtsratsposten) verdienen eben sehr prächtig daran, die Kunden und Bürger weiter für Dumm zu verkaufen. Ich wünsche Ihnen das notwendige Stehvermögen für Ihre Aufklärungsarbeit.
Maria L.am 08.02.2008 | 18:18
Hallo Amadé, freundlichen Dank für Ihre Unterstützung. Sie nennen einige entscheidende Punkte, davon greife ich hier einen auf: das, was die meisten gewohnt sind, als Risiko zu bezeichnen, nämlich die schwankenden Kurse, sind in Wahrheit Chancen. Für den langfristig und regelmäßig investierenden Fondssparer bedeuten schwankende Kurse eine Senkung der Durchschnittskosten und damit höhere Renditechancen bei gleichzeitig sinkendem Risiko! Viele Grüße, Maria L.
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