Bundesfreiwilligendiensts wie Wehr -und Zivildienst

von
Bufdi

Hallo,

Wird der neue Bundesfreiwilligendiensts wie Wehr -und Zivildienst Rentenrechtlich beachtet?

Der Bufdi

PS: Wehrdienst oder Zivildienst ist ja Geschichte, Bufdi sein ist Zukunft

von
W. Buschfeld

Nur ganz allgemein gesagt: Wehr- und Zivildienst genauso wie Bundesfreiwilligendienst werden von der Rente her nur sehr stiefmütterlich behandelt.

Man steigert dadurch seine zukünftige Rente nur minimal. Das sollte man genau prüfen, was da hinzukommt.

Kinder kriegen wird von der Rente her weitaus besser belohnt. Dafür hat die Frauen-Lobby schon gesorgt. Sein Vaterland verteidigen ist dagegen heute im Zeitalter der Asylantenzuströme fast nichts mehr wert.

Experten-Antwort

Hallo Bufdi,

der Bundesfreiwilligendienst wird im Rahmen eines abhängigen Beschäftigungsverhältnisses ausgeübt. Damit sind Teilnehmer während ihrer freiwilligen Dienstzeit in allen Sozialversicherungszweigen, also auch in der Rentenversicherung pflichtversichert.
Die Beiträge zahlt der Arbeitgeber. Die Beiträge zur Rentenversicherung werden für die Zeit des Dienstes nach der Höhe des Taschengeldes und dem Wert der Sachbezüge bzw. der hierfür gezahlten Ersatzleistungen berechnet.

von
Marco

Hallo Bufdi,

nein Bufdi und Zivi werden rentenrechtlich nur auf den ersten Blick gleich behandelt.

Gemein haben beide, dass die Zeiten zu den 60 Monaten Wartezeit angerechnet werden, da Deine Dienststelle in beiden Fällen Sozialabgaben z.B. an die RV zahlt.

Anders sieht es jedoch hinsichtlich der Rentenansprüche nach dem jeweiligen Dienst aus.

Als Zivi wurde einem pauschal 0,6 Rentenpunkte gutgeschrieben. Da der Dienst nur 9 Monate ging, wurden die 0,6 Rentenpunkte * 0,75 (9/12) Monate genommen und so hat jeder Zivildienstleistende für seinen Dienst pauschal 0,45 Rentenpunkte erhalten. Ergibt multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert
0,45 * 31,03€ (Rentenwert West) = 13,96 €/Monat Rente

Anders sieht es beim BFD aus. Hier ergibt sich die Höhe des Anspruchs auf Rente auf die tatsächlich abgeführten Beiträge die Dein Dienstherr zahlt.
Erhälst Du als Bufdi z.B. 300€ Taschengeld und 80€ Sachbezüge (z.B. kostenloses Essen) pro Monat, dann hast Du ein Jahresverdienst von 4.560€.
Zur Berechnung der Rentenpunkte für Dein Bufdi wird dieses Jahresgehalt durch das durchschnittliche Jahresbruttoeinkommen (West) von 37.103€ geteilt.
4.560€ / 37.103€ = 0,1229 Rentenpunkte
0,1229 * 31,03€ (Rentenwert West) = 3,81 €/Monat Rente

Wie Du siehst, erhält ein Zivi für seinen 9 monatigen Dienst deutlich mehr Rente, als ein Bufdi der 12 Monate seinen freiwilligen Dienst durchführt.

Ich hoffe die Beispiele sind nachvollziebar.

Wenn Du noch selber etwas nachlesen möchtest, anbei die Quellen, da ich mir diese Frage nach meinem Zivi vor 7 Jahren auch gestellt habe.

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232672/publicationFile/53415/freiwilliger_wehrdienst_und_rente.pdf
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232664/publicationFile/58258/freiwilligendienst_und_rente.pdf
https://de.wikipedia.org/wiki/Durchschnittsentgelt#Werte
https://de.wikipedia.org/wiki/Aktueller_Rentenwert

von
chi

Zitiert von: Marco

Als Zivi wurde einem pauschal 0,6 Rentenpunkte gutgeschrieben. Da der Dienst nur 9 Monate ging, wurden die 0,6 Rentenpunkte * 0,75 (9/12) Monate genommen und so hat jeder Zivildienstleistende für seinen Dienst pauschal 0,45 Rentenpunkte erhalten.

Nicht ganz richtig: Es wurden Beiträge für ein fiktives Einkommen von 60% der Bezugsgröße gezahlt (im vergangenen Jahrhundert sogar 80%). Da die Bezugsgröße aus dem Vorvorjahr stammt, führt das dazu, daß sich im allgemeinen etwas weniger als 0,6 Entgeltpunkte (auf das Jahr hochgerechnet) ergeben.