Darf eine Tagesklinik die Arbeitsfähigkeit nach Entlassung von einer geplanten Reha abhänging machen unabhängig vom tatsächlichen Zustand? Abschlussbericht fürs MDK

von
Charlotte

Ich bin zum MDK geladen worden und bekam von meiner Tagesklinik den ausführlichen Bericht zugesandt.

Im Kurzentlassungsbericht wurde ich als arbeitsunfähig entlassen. Dies entspricht auch der Beurteilung der weiterbehandelnden Ärzte und meiner Einschätzung.

Im ausführlichen Bericht steht als ARBEITSFÄHIG entlassen. Die Erklärung der Tagesklinik lautet dahingehend, dass man nicht arbeitsunfähig entlassen werden DARF (also sie das nicht können), wenn kein Rehabilitationsantrag gestellt wurde. Es geht also nicht um die objektive Arbeitsfähigkeit, sondern ausschließlich um die bürokratische Hürde, dass sie ohne diesen Antrag die Unfähigkeit nicht bescheinigen DÜRFTEN.

Ist dies so?
Wie lauten die Rechtsvorschriften?

In meinem Fall ist eine Rehabilitation deshalb nicht beantragt worden, weil eine Arbeitsfähigkeit auch nach 6 Wochen Rehabilitation nicht erwartet werden können, die Prognose nach Heilungsfortschritt noch nicht so weit ist, und ich zudem BEREITS EINE REHA wegen Psychosomatik in 2019 hatte, da eben schon der Rehaerfolg nicht zu einer Arbeitswiederaufnahe ausreichte.

Was mache ich nun an meinem MDK-Begutachtungstermin mit einem Bericht, der mich als arbeitsfähig angeblich entlässt und der dem Kurzbericht widerspricht?

von
Charlotte

Noch einmal zur erklärenden Ergänzung:

Ich war zuerst in Reha, dort wurde ich nach der Mindestzeit entlassen und von dort aus wurde die Weiterbehandlung in einer tagesklinischen Einrichtung empfohlen/verordnet. Die Tagesklinik erfolgte danach, auch hier wurde eine ambulante und engmaschige Weiterbehandlung angeordnet, aber es kam eben die Aussage, dass trotz eindeutiger tatsächlicher Arbeitsunfähigkeit wegen des fehlenden Reha-Antrages im ausführlichen Abschlussbericht "der Patient wird als arbeitsfähig entlassen" stehen müsse.

Ich habe jetzt starke bedenken, was dieser Bericht beim MDK bewirken wird.

von
KoK

Und was soll ein Forum jetzt für Sie tun?

von
Charlotte

Da bei dem MDK eine evtl. Rentenantragstellung im Raume steht, wüsste ich gerne, ob

a) die Einschätzung der Tagesklinik relevant ist, mir also irgend etwas echt verbauen kann und
b) ob es wirklich eine Rechtsvorschrift gibt, dass die Bescheinigung nicht der reellen Einschätzung ensprechen darf, wenn der Antrag auf Rehabilitation nicht gestellt werden konnte und auf welche Rechtsvorschrift das beruht.

Ich hab halt Angst, dass ein Rentenantrag daraufhin abgelehnt werden könnte.

von
Ohje

Zitiert von: Charlotte

Ich hab halt Angst, dass ein Rentenantrag daraufhin abgelehnt werden könnte.

Und das kann hier niemand beantworten!

von
Berater

Zitiert von: Charlotte
Da bei dem MDK eine evtl. Rentenantragstellung im Raume steht, wüsste ich gerne, ob

a) die Einschätzung der Tagesklinik relevant ist, mir also irgend etwas echt verbauen kann und
b) ob es wirklich eine Rechtsvorschrift gibt, dass die Bescheinigung nicht der reellen Einschätzung ensprechen darf, wenn der Antrag auf Rehabilitation nicht gestellt werden konnte und auf welche Rechtsvorschrift das beruht.

Ich hab halt Angst, dass ein Rentenantrag daraufhin abgelehnt werden könnte.

Zu a) das kann nur der sozialmedizinische Dienst Ihres zuständigen Rententrägers beantworten, der hier im Forum aber nicht vertreten ist.

Zu b) dass eine medizinische Einschätzung nicht der Wahrheit entsprechen darf (gleichgültig aus welchen Gründen), dafür gibt es sicher keine Rechtsvorschrift.

Warten Sie einfach auf die Antwort des Experten.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser eine andere Einschätzung des Sachverhalts hat.

von
H.

Guten Abend,
wer war der Kostenträger der tagesklinischen Behandlung?
LG

Experten-Antwort

Hallo Charlotte,

was letztlich der Medizinische Dienst der Krankenkasse mit dem Bericht macht, kann dieses Forum nicht beantworten.

Ob die Tagesklinik sie arbeitsfähig oder arbeitsunfähig entlässt, ist eine ärztliche Entscheidung und kann nicht davon abhängig sein, ob sie einen Reha-Antrag gestellt haben. Die Entscheidung, ob sie nach der Entlassung aus der Tagesklinik weiterhin arbeitsunfähig sind, trifft aber letztlich der anschließend weiterbehandelnde Arzt (und der hat sie ja weiterhin arbeitsunfähig eingeschätzt) und nicht die Tagesklinik.

von
Charlotte.

Herzlichen Dank für die Antwort. Sie haben mir sehr weitergeholfen.

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