Darf man mehrere 450 Euro Job nehmen?

von
Saline

Zitiert von: W*lfgang
Das ganze linke Volk, welches immer nur Geld haben möchte, ohne dafür zu arbeiten, das kann ich nicht ab!
Vom Geld des Beitragszahlers so lange wie möglich leben und damit dafür sorgen, das die Rentenkasse nie voll bleibt.
Das ist typisch linke Punkerpolitik.
Und die dümmlichen Sprüche, das man die Rente nicht gefährden dürfte. Anstatt mit Arbeit für seinen Lebensunterhalt selber
zu sorgen! Faule Gesellschaft!
Härte Worte, aber nicht ganz falsch. Beim Gutachter wird gebarmt, dass man sooo krank sei, dann auf einmal geht arbeiten doch noch. Das ganze Konstrukt EMR ist falsch. Wer kann denn eine Stundenzahl EINSCHÄTZEN und warum ist das nebenher arbeiten, auch wenn ein Rahmen gesteckt wurde, überhaupt erlaubt? Entweder man ist erwerbsunfähig oder nicht. Ein bißchen schwanger gibt es auch nicht.

von
W*lfgang

Zitiert von: Saline
Entweder man ist erwerbsunfähig oder nicht. Ein bißchen schwanger gibt es auch nicht.

Glücklicherweise wurde das "Erwerbsunfähig" abgeschafft und durch "Erwerbsgemindert" ersetzt. Nur bis Sie das kapieren wird es wohl noch dauern.

Ja, ein bisschen Unverständnis gibt es auch nicht..... ;-)

Gruß
w.

von
Schorsch

Zitiert von: Nicky

Es wäre hilfreich, wenn diese einmal klipp und klar benennen könnten, was nun mit den 3 Std. gemeint ist bei voller Erwerbsminderungsrente. 3.0 oder 2.59 oder doch was anderes? Wie ist hier die Gesetzeslage - auf was beruft sich die DRV?

Die Gesetzeslage finden Sie dort:
https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbvi/43.html

Zitat: "Voll erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein." (Zitat ende!)

Es gibt keine klaren Zeitvorgaben in Stunden und Minuten, weil kein Gutachter die Erwerbsfähigkeit minutengenau einschätzen kann.
Und wer ernsthaft behauptet, er könne zwar 2 Stunden und 59 Minuten arbeiten aber keine 3 Stunden, der macht sich höchstens lächerlich und kann sich schon mal auf eine erneute Überprüfung seines tatsächlichen Leistungsvermögens vorbereiten.

Sollte jemand tatsächlich auf Kosten seiner Restgesundheit länger als beispielsweise 2,75 Stunden täglich arbeiten, wäre das zwar rentenunschädlich, müsste aber vom sozialmedizinischen Dienst der DRV bestätigt werden, weil ein Attest des Hausarztes als Nachweis nicht ausreicht.

Ich finde die gesetzlichen Formulierungen ziemlich eindeutig.
So schwer ist die korrekte Interpretation eigentlich nicht, selbst wenn man kein ausgebildeter Rentenexperte ist.

MfG

von
Saline

Zitiert von: W*lfgang
Zitiert von: Saline
Entweder man ist erwerbsunfähig oder nicht. Ein bißchen schwanger gibt es auch nicht.

Glücklicherweise wurde das "Erwerbsunfähig" abgeschafft und durch "Erwerbsgemindert" ersetzt. Nur bis Sie das kapieren wird es wohl noch dauern.

Ja, ein bisschen Unverständnis gibt es auch nicht..... ;-)

Gruß
w.

. Ob es nun unfähig oder gemindert oder Invalidität heißt ist doch völlig Boogie. Es gibt aber nur arbeiten können oder nicht. Zumindest beim Gutachter wird so argumentiert. Auch wenn es 10mal erlaubt ist unter 3 Stunden zu arbeiten, es ist falsch falsch falsch!

von
Anna

Ich hatte vor zwei Tagen noch in diesem Thread auf W.‘s Antwort hin eine Frage.
Ich greife meine Frage noch mal auf:

„Konkret fragt jeder EM-Rentner zunächst verpflichtend bei seiner DRV nach - was er plant, welche Tätigkeit, welche Std.-Zahl an welchen Tagen der Woche, welcher Hinzuverdienst erwartet wird.“

Wird diese Anfrage dem medizinischen Dienst vorgelegt oder kann der Sachbearbeiter selbständig über die Anfrage entscheiden?

Ich habe einen Bekannten, der hat vor circa 5 Wochen schriftlich angefragt und noch immer keine Antwort.

Bei voller EMR mit den eigenen Leistungseinschränkungen und dem vorhandenen Restleistungsvermögen einen geeigneten Minijob zu finden , ist ja oft nicht leicht und eigentlich wäre es gut wenn man dann schnell Bescheid weiß und dem potentiellen Arbeitgeber zeitnah Bescheid geben kann.

Vielleicht mag jemand auf meine Frage antworten.

von
Nicky

@ Wersonst:
Zitat §55:
"Voll erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein."

Nein, es ist eben NICHT eindeutig bzw. sagt es das leider nicht klipp und klar aus. Ist wohl auch schier unmöglich. Erstens steht hier nicht, wie viel man nun arbeiten darf, zweitens scheiden sich die Geister hier in den allermeisten Beiträgen dazu, drittens sind Gesetzgebung und -auslegung des öfteren mal indifferent. Deshalb noch einmal meine Bitte an die Experten, sich hierzu zu äußern.

@ Schorsch:
Wenn Ihrer Ansicht nach die Gesetzeslage so eindeutig ist, dürfte es ja auch kein Problem für Sie sein, wenn die Betroffenen exakt 2,599999999999999 Std./tägl. arbeiten gehen, solange das ihre Gesundheit und der Arbeitsmarkt hoffentlich auch hergibt. Damit gibt sich niemand in Ihren Augen der Lächerlichkeit preis - denn jeder Mensch hat genau das Recht dazu, nämlich seine 3 Std. (oder knapp 6 bei teilw. EM) arbeiten zu dürfen (und leider auch in vielen Fällen zu müssen), sofern er/sie das gesundheitlich schafft.

von
Schorsch

Zitiert von: Nicky

Wenn Ihrer Ansicht nach die Gesetzeslage so eindeutig ist, dürfte es ja auch kein Problem für Sie sein, wenn die Betroffenen exakt 2,599999999999999 Std./tägl. arbeiten gehen, solange das ihre Gesundheit und der Arbeitsmarkt hoffentlich auch hergibt. Damit gibt sich niemand in Ihren Augen der Lächerlichkeit preis - denn jeder Mensch hat genau das Recht dazu, nämlich seine 3 Std. (oder knapp 6 bei teilw. EM) arbeiten zu dürfen (und leider auch in vielen Fällen zu müssen), sofern er/sie das gesundheitlich schafft.

Der Unterschied zwischen 2,599999999999999 Stunden und 3,0 Stunden ist welcher?

Weder die sozialmedizinischen Gutachter noch die verantwortlichen DRV-Sachbearbeiter lassen sich gerne veralbern und wissen im Gegensatz zu Ihnen, dass jemand, der 2 Stunden und 59 Minuten arbeiten kann garantiert auch 3,0 Stunden arbeiten könnte.

Lassen Sie es doch mal auf einen Versuch ankommen.
Dann können Sie ganz einfach feststellen, ob die verantwortlichen DRV-Mitarbeiter Sie ernst nehmen oder auslachen und eine erneute Begutachtung veranlassen.
Nur zu...

MfG

von
Nicky

Tja, Schorsch - so ernst nehmen Sie die Aussage des auch von Ihnen zitierten Gesetzes dann wohl doch nicht. Und Ihrer Ansicht nach dann auch die gesamte Institution der DRV nebst Gutachtern nicht. Ist ja lustig. Hieße auch, dass diejenigen, die eine kl. EM bekommen, Ihrer Meinung nach ebenfalls nicht knapp unter 6 Std. arbeiten sollten, weil dann die DRV und bestellten Ärzte alle empört aufschreien würden. Steht aber nun mal so da im betreffenden Paragrafen.

Meine Frage geht lediglich an die Experten, wie es möglich sein kann, dass hier jede und jeder etwas anderes in §43 SGB VI hineininterpretiert - und wie es denn eigentlich gemeint ist?

von
wersonst

Zitiert von: Nicky

Meine Frage geht lediglich an die Experten, wie es möglich sein kann, dass hier jede und jeder etwas anderes in §43 SGB VI hineininterpretiert - und wie es denn eigentlich gemeint ist?

Wie schon geschrieben, Gesetzeslage ist eindeutig! Bei voller Erwerbsminderung 2h59Min/täglich ist gemäß Gesetzeslage OK, 3h00Min/täglich eben nicht.

Somit gibt es über die Gesetzeslage nichts zu diskutieren und interpretieren.

Alles weitere ist dem Rentenbescheid und der sozialmedizinische Beurteilung zu entnehmen. Danach können - im Gesamtbild - selbst 2h/täglich Rentenschädlich sein.

von
Saline

Deswegen isses eben nicht richtig. Sinn dieser Rente ist, nicht mehr arbeiten zu können. Irgendwelcher Stundenpopanz erlaubt es ja doch und steht damit im Widerspruch des ganzen Konstruktes. Dann müsste auch die Grundsicherung bei Erwerbsminderung gekürzt werden und das Amt Verweisst den Begehrenden darauf, dass er ja noch in der Lage ist seinen Bedarf zu senken und trotz Erwerbsminderung 2:50 arbeiten und 6300 Euro im Jahr dazuverdienen kann.

von
wersonst

Zitiert von: Saline
Deswegen isses eben nicht richtig. Sinn dieser Rente ist, nicht mehr arbeiten zu können. Irgendwelcher Stundenpopanz erlaubt es ja doch und steht damit im Widerspruch des ganzen Konstruktes. Dann müsste auch die Grundsicherung bei Erwerbsminderung gekürzt werden und das Amt Verweisst den Begehrenden darauf, dass er ja noch in der Lage ist seinen Bedarf zu senken und trotz Erwerbsminderung 2:50 arbeiten und 6300 Euro im Jahr dazuverdienen kann.

Totaler Quatsch, Sie sollten das Gesetz lesen und verstehen. Alles immer über einen Kamm scheren geht eben nicht. Der eine kann es eben aufgrund seiner Erkrankung noch kleine leichte Tätigkeiten auszuüben, ein anderer eben nicht. Und manche müssen sogar in diesem Land - wegen der geringen Rente - noch etwas dazu verdienen.

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen das Sie in solch eine Lage geraten!

von
Nicky

Zitiert von: wersonst
Zitiert von: Nicky

Meine Frage geht lediglich an die Experten, wie es möglich sein kann, dass hier jede und jeder etwas anderes in §43 SGB VI hineininterpretiert - und wie es denn eigentlich gemeint ist?

Wie schon geschrieben, Gesetzeslage ist eindeutig! Bei voller Erwerbsminderung 2h59Min/täglich ist gemäß Gesetzeslage OK, 3h00Min/täglich eben nicht.

Somit gibt es über die Gesetzeslage nichts zu diskutieren und interpretieren.

Alles weitere ist dem Rentenbescheid und der sozialmedizinische Beurteilung zu entnehmen. Danach können - im Gesamtbild - selbst 2h/täglich Rentenschädlich sein.

Ja, so sehe ich das ja auch inkl. individueller Gesamtbeurteilung - aber es gibt hier immer wieder Diskussionen dahingehend, die einen so, die anderen so; deshalb wollte ich eben nachfragen.

von
W*lfgang

Zitiert von: Nicky
Ja, so sehe ich das ja auch inkl. individueller Gesamtbeurteilung - aber es gibt hier immer wieder Diskussionen dahingehend, die einen so, die anderen so; deshalb wollte ich eben nachfragen.

Hallo Nicky,

Gesetzestext ist das eine, Auslegungen dazu das andere. Hier finden Sie mehr als den bloßen Gesetzestext:

http://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_43R0&id=%A7%2043%20Rente%20wegen%20Erwerbsminderung%20%205%20235

Unter R.2, R.3, R.10 finden Sie etwas mehr Inhalt/Informationen zur Frage 'EM ./. Beschäftigung', als hier in den 'Gefühlswelten' einiger Teilnehmer ;-)

Gruß
w.

von
Nicky

Zitiert von: W*lfgang

Hallo Nicky,

Gesetzestext ist das eine, Auslegungen dazu das andere. Hier finden Sie mehr als den bloßen Gesetzestext:

http://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_43R0&id=%A7%2043%20Rente%20wegen%20Erwerbsminderung%20%205%20235

Unter R.2, R.3, R.10 finden Sie etwas mehr Inhalt/Informationen zur Frage 'EM ./. Beschäftigung', als hier in den 'Gefühlswelten' einiger Teilnehmer ;-)

Gruß
w.

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