Dauerrente ab wann?

von
Sieglinde

Sehr geehrtes Forum,

seit nunmehr 8 1/2 Jahren erhalte ich eine EU Rente die bis zum März 2012 befristet ist. Ich habe heute einen Brief der RV erhalten, Inhalt ein Antrag auf Weitergewährung der Rente. Ich dachte immer die Rente würde nach 9 Jahren in eine Dauerrente übergehen. Ist es ratsam diesen Verlängerungsantrag mit der Bitte auf Gewährung einer Dauerrente zu stellen? Soll ich ihn besser beim Rentenamt stellen lassen? Oder reicht es, wenn ich ihn alleine ausfülle?

Grüsse an das Forum

Sieglinde

von
Olm

Meine 2003 bewilligte BU-Rente war von Anfang an unbefristet.

Offensichtlich hält man in Ihrem Fall eine Besserung des Gesundheitszustandes für wahrscheinlich. In diesen Fällen kann eine BU-Rente auch dauerhaft nur auf Zeit bewilligt werden.

von
-/-

Eine Dauerrente kann nicht beantragt werden. Ob eine EM-Rente auf Dauer oder befristet gezahlt wird, ist eine medizinische Entscheidung.

Antragstellung nach Terminvereinbarung über zuständige Gemeinde- oder Stadtverwaltung.

von
-_-

Eine "Dauerrente" können Sie in der Tat nicht explizit beantragen. Sie können nur Rente wegen Erwerbsminderung beantragen bzw. deren Weiterzahlung über den Wegfallzeitpunkt hinaus. Das Ergebnis ist von der Beurteilung Ihres Leistungsvermögens und der Einschätzung der Perspektive abhängig.

Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit werden auf Zeit geleistet. Die Befristung erfolgt für längstens drei Jahre nach Rentenbeginn. Sie kann verlängert werden; dabei verbleibt es bei dem ursprünglichen Rentenbeginn. Verlängerungen erfolgen für längstens drei Jahre nach dem Ablauf der vorherigen Frist. Renten, auf die ein Anspruch unabhängig von der jeweiligen Arbeitsmarktlage besteht, werden unbefristet geleistet, wenn unwahrscheinlich ist, dass die Minderung der Erwerbsfähigkeit behoben werden kann; hiervon ist nach einer Gesamtdauer der Befristung von neun Jahren auszugehen.

von
der kämpfer

Frage haben Sie eine Arbeitsmarktrente? Diese wird generell nur befristet erteilt bis der Arbeitsmarkt sich gebessert hat oder bis zur Altersrente aber immer befristet.

Haben Sie eine Erwerbsminderungsrente aus rein medizinschen gründen dann den verlängerungsantrag ausfüllen und auf Bescheid warten, sollte dieser nicht die Dauerrente bescheinigen dann Widerspruch da medizinische Rente nach 9 Jahren befristung auf Dauer zu gewähren sind, sollte Widersptuch abgelehnt werden dann sofort Klage beim SG.

von
Sieglinde

Nein, ich habe keine Arbeitsmarktrente. Ich habe eine Erwerbsunfähigskeitsrente da ich nicht mehr arbeiten kann. Also stelle ich jetzt ganz normal den Antrag. Es ist auch schon ein Formular für den Arzt dabei. Das gebe ich dann bei meinem Hausarzt ab?

Experten-Antwort

Hallo Sieglinde,
bei befristeten Renten wegen Erwerbsminderung wird unterstellt, dass nach einer Gesamtdauer der Befristung von neun Jahren die Behebung der Erwerbsminderung unwahrscheinlich ist, so dass nach Ablauf dieses Zeitraumes die Rente unbefristet zu leisten ist. Die Befristung ist daher auf eine maximale Gesamtdauer von neun Jahren ab Zeitrentenbeginn beschränkt. Die Höchstdauer der Befristung von insgesamt neun Jahren gilt nicht, wenn es sich um eine Arbeitsmarktrente handelt.

von
Krämers

Wenn ihre EM-Rente jetzt " erst " seit 8 1/2 Jahren läuft kann doch zum JETZIEGN Zeitpunkt, weil die 9 Jahren der gesamt möglichen Befristung noch nicht - ganz - ausgeschöpft wurden - noch keine Dauerrente zuerkannt worden sein.

Da offentsichtlich ihre Erkrankugen in der Vergangeheit bei den letzten Verlängerungsanträgen als nicht so schwerwiegend bzw.
eine Verbesserung ihrer Erkrankungen und damit ihrer EDrwerrbsfähigkeit von der RV angenommen, hat man ihnen eben bisher noch keine Dauerrente zuerkannt.

Erst jetzt bei dem anstehenden Verlänegrungsantrag geht es dann um die Wurst wie so schön heisst und hier wird letzmalig und für imemr entscheiden ob Sie eine Dauerrente bekommen oder gar keine EM-Rente mehr.

Und das Formular ( wohl den Befundbericht ) müssen Sie natürlich bei dem Arzt abegeben und ausfüllen lassen, den die Rentenversicherung auf dem Anschreiben angegeben hat.
" Aussuchen " können Sie sich nun nicht welcher Arzt das Formular ( wohl den Befundbericht ) ausfüllen soll. Das gibt nun schon die Rentenversicherung vor und muss eindeutig aus dem Schreiben welches Sie bekommen haben zu erkennen sein.

von
-_-

Zitiert von: Sieglinde

Es ist auch schon ein Formular für den Arzt dabei. Das gebe ich dann bei meinem Hausarzt ab?

Ja, der koordiniert alle ärztlichen Fachgebiete.

Rein theoretisch könnte Ihr Leistungsvermögen auf 3 - 6 Stunden festgestellt werden und eine "Arbeitsmarktrente" gewährt werden, die dann wieder befristet würde. Das ist aber sehr, sehr unwahrscheinlich und würde einen Widerspruch geradezu herausfordern. Gehen Sie eher davon aus, dass es jetzt auf eine Dauerrente hinauslaufen wird.

Die wiederholte Gewährung von befristeten Renten hat ihre Ursache in der Gesetzeslage. Danach werden Renten wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung grundsätzlich als Zeitrenten geleistet.

Eine unbefristete Zahlung kommt nur dann in Frage, wenn u n w a h r s c h e i n l i c h ist, dass die Erwerbsminderung behoben werden kann.

von
Krämers

Naja, das der Hausarzt alle fachärztlichen Berichte und dann noch auf dem aktuellen Stand vorliegen hat, halte ich aber für eine sehr gewagte These .

Das sollte zwar in der Therorie so sein, aber in der Praxis ist dies doch nicht oder nicht immer auch der Fall !

Meine Erfahrung sieht da völlig anders aus. Obwohl ich ALLE fachärztlichen Besuche via Überweisung meines Hausarztes absolviere und die Fachärzte eigentlich ja lt. den Vorgaben der gesetzlichen Krankenkasse dann gegenüber dem überweisenden Arzt ( in dem Fall dem Hausarzt ) zumindest Quartalsweise Berichtspflichtig sind, wird dies nicht immer so auch gehandhabt. Mein Hausarzt ist da nicht mal ansatzweise bei mir auf dem neuesten Stand, weil eben viele Facharztkollegen keine oder nicht regelmäiise Berichte abgeben. Er fragt mich oft, ob ich noch beim Kollegen XY in Behandlung bin und wie es dann so aussieht....

Also Vorsicht sich darauf zu verlassen, das der Haussarzt alle über ihre Erkrankungen , Behandlungen etc. weiß. Ein Befundbericht eines Facharztes auf dem jeweiligen med. Fachgebiet ist sicher aussagekräftiger und " besser ".

von
Sieglinde

Mein Hausarzt bescheinigt mir dass ich arbeitsunfähig bin, aber er schreibt auch, dass sich mein Befinden deutlich verbessert hat. Kann in diesem Fall die Zeitrente auf länger wie neun Jahre verlängert werden? Oder gar wegfallen? Und kann ein Dipl. Psych. bei dem ich an einer Therapie teilnehme, die noch über 60 Stunden geht, auch ein Gutachten abgeben? Mein Hausarzt hat auch angekreuzt, dass er nicht beurteilen kann, ob ich irgendwann wieder erwerbsfähig bin, was so richtig ist, da ich ja wegen psychischer Probleme bei o.g. in Behandlung bin. Ich bin doch jetzt ziemlich verunsichert. Und bitte hier nochmal um Rat.

Experten-Antwort

Wenn die Befristung der Rente Arbeitsmarktbedingt erfolgte, ist eine weitere Befristung der Rente zulässig. Denken Sie daran, auch der Anspruch auf eine unbefristete Rente kann überprüft werden. Überlegen Sie, ob Sie sich mit einer unbefristeten Rente tatsächlich besser stehen. Einige Arbeits- und Tarifverträge bewahren Sie während der befristeten Rente vor dem Verlust eines ruhenden Arbeitsverhältnisses.

von
Sieglinde

Die Rente ist nicht arbeitsmarktabhängig. Ich würde sie gerne auf Dauer erhalten. Auch wenn eine Besserung da ist, bin ich nicht arbeitsfähig, was mein HA ja auch so angekreuzt hat. Wie also soll ich hier verfahren? Das immerwährende Beantragen macht mich psychisch noch mehr fertig.

Experten-Antwort

Warten Sie das Ergebnis des Rentenantrages erst einmal ab. Vermutlich wird der nächste Bescheid eine unbefristete Rente ausweisen. Nach Ihren eigenen Angaben erhalten Sie die befristete Rente ja auch noch keine neun Jahre. Ansonsten steht Ihnen, der im Regelfall kostenlose, Rechtsweg offen.

von
Sieglinde

Danke!!! Ich bin sehr erleichtert und finde es unglaublich wie schnell man hier eine fundierte Antwort erhält. Vielen Dank