Definition Hinzuverdienst

von
joason

Wenn bei einer vorgezogenen Altersrente aus selbständiger Tätigkeit hinzuverdient wird, wie errechnet sich dann der anzugebende Betrag (steuerpflichtiges Einkommen?) Wie verhält es sich mit Tätigkeiten, für die eine Übungsleiterpauschale steuerlich berücksichtigt wird?

von
bekiss

Arbeitseinkommen ist der nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelte Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit. Einkommen ist als Arbeitseinkommen zu werten, wenn es als solches nach dem Einkommensteuerrecht zu bewerten ist (§ 15 Abs. 1 SGB IV). Für das Rentenrecht (Monatsprinzip) ist 1/12 des Betrages zu berücksichtigen.

Experten-Antwort

Bei Bezug einer Altersrente vor der maßgebenden Regelaltersgrenze sind bestimmte Hinzuverdienstgrenzen einzuhalten. Ab Erreichen der Regelaltersgrenze kann unbegrenzt hinzuverdient werden. Wenn Sie Ihre Rente in voller Höhe erhalten wollen, gilt die einheitliche Hinzuverdienstgrenze von derzeit 350 €.

Dieses gilt für das Arbeitsentgelt aus einer Beschäftigung, das Arbeitseinkommen aus einer selbständigen Tätigkeit oder vergleichbares Einkommen.
Nach § 15 Abs. 1 SGB IV ist Arbeitseinkommen der nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Steuerrechts ermittelte Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit. Bei selbständig Tätigen, die nicht aufgrund gesetzlicher Vorschriften zur Buchführung verpflichtet sind und auch nicht freiwillig Bücher führen, ist als Gewinn der Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben anzusetzen (§ 4 Abs. 3 EStG).

Wird eine Tätigkeit ausgeübt, die als ehrenamtliche Tätigkeit bezeichnet wird (zum Beispiel weil sich dies aus einer Satzung oder einem Vertrag ergibt), ist zu prüfen, ob die aus dieser ehrenamtlichen Tätigkeit erzielten Einkünfte Arbeitsentgelt aus einer Beschäftigung oder Arbeitseinkommen aus einer selbständigen Tätigkeit darstellen und somit als Hinzuverdienst zu berücksichtigen sind.

Im Rahmen der Prüfung der Hinzuverdienstgrenzen spielt hier u.a. die Bewertung nach dem Steuerrecht eine Rolle.
Zukünftig können alle, die sich nebenberuflich im mildtätigen, im gemeinnützigen oder im kirchlichen Bereich engagieren, einen Steuerfreibetrag von 500 Euro im Jahr geltend machen, sofern sie nicht bereits von anderen Regelungen profitieren. Damit ist zum Beispiel der Freibetrag für Übungsleiter gemeint, der ebenfalls erhöht wird: von heute 1.848 auf 2.100 Euro jährlich.
Dazu hat der Deutsche Bundestag am 6. Juli 2007 das "Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements" verabschiedet. Mit dem Gesetz sollen das Gemeinnützigkeits- und Spendenrecht großzügiger geregelt und Spender, Stiftungen, Vereine, Übungsleiter und die Spendenbereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern unterstützt werden. Im September wird das Gesetz im Bundesrat abschließend beraten. Stimmt er zu, wird es rückwirkend zum 1. Januar 2007 in Kraft treten.

Das weitere Gesetzgebungsverfahren sowie die Auswirkungen auf die gesetzliche Rentenversicherung bleiben also abzuwarten.