Die Anstalt - stimmt der Tipp?

von
Hillbilly

Gerade "Die Anstalt" gesehen: Max Uthoff gab am Ende der Sendung den Tipp, wie man das Maximum aus der Rentenversicherung holt. Der Trick funktioniere garantiert - und ohnehin sei die gesetzliche Rente die lohnendste Form der Altersvorsorge.

Den "Uthoff-Tipp" können wir morgen checken, wenn die Sendung in der Mediathek steht. Bis dahin die Frage an den Experten: Welche Durchschnittsrendite erreicht die gesetzliche Rente für verschiedene Alterskohorten? Gibts da Studien?

Link zur Sendung:
https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt

Nicht löschen: Hier geht es nicht um eine politische Diskussion, sondern um Alternativen für die privaten Altersvorsorge.

von
W*lfgang

Zitiert von: Hillbilly
Welche Durchschnittsrendite erreicht die gesetzliche Rente
Hillbilly,

wie sehen Sie Ihren Kapitalrückfluss selbst bei einer fantastischen Rendite - sagen wir mal 5 % - mit den zusätzlichen Rentenbeträgen, gemessen am Alter der Wiederkehr Ihrer zuvor getätigten Einzahlungen?!

Nicht das wir uns missverstehen - die Amortisierungsphase privater Kapitalanlagen sollten Sie da auch vergleichen - sowohl Kapitalauszahlungen ./. lfd./lebenslange Zahlungen /(Rest)Leistungen an Hinterbliebene ...berücksichtigt ggf. auch in der Einzahlungsphase profitable Steuererstattungen ...kompliziert das Ganze :-)

Und nein, im hohem Alter ist selbst die Ausgleichszahlung für Rentenabschläge bei durchaus potenten Arbeitnehmern kein wirkliches Thema 'bin doch nicht bescheuert, auch wenn ich das summa summarum schon in 10 Jahren Rentenbezug wieder raushaben sollte ...'

Muss jeder selbst wissen, wie nahe ihm sein Kapital gemessen an der erreichten Endauszahlung+ ist. Lohnend - verglichen mit privaten 'Rentenzahlungen' ...wohl keine Frage (verglichen mit aktuellen Zusagen privater Anlagen – schamhaft könnte man sagen, wir garantieren keinen Verlust des Einzahlungsbetrages ;-)) da muss man Zahlungen/Kapital und lfd. Leistung schlicht mal nebeneinander legen UND ggf. Abgaben in beiden Leistungsvarianten runterrechnen, um auf vergleichbare 'Netto-Zahlungen' zu kommen.

Ausgangsfrage auf den Punkt:
Männer: 3 %
Frauen: 3,4 %
...aus aktueller/weitläufiger Sicht.

Gruß
w.

von
Werner67

Hallo Hillibilly,

was die Berechnung einer Durchschnittsrendite angeht, ist zu bedenken, dass da viele Leistungen der Rentenversicherung eingerechnet werden:

- Altersrenten
- Renten wegen Erwerbsminderung
- Witwenrenten
- Waisenrenten
- Leistungen zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation
- Beitragszuschuss zur Krankenversicherung

Dementsprechend ist die persönliche Renditeerwartung abhängig vom Alter, vom Familienstand und von der Gesundheit.
Wenn jemand kurz vor der Altersrente steht, alleinstehend ist und gesund genug, dass vermutlich weder Reha noch EM-Rente eine Rolle spielen, wird die Rendite geringer sein als bei einem jungen Versicherten mit 5 kleinen Kindern und angeschlagener Gesundheit.
Trotzdem ist die Rendite im Moment immer noch besser als bei den meisten Privaten ...

von
Fritzel Ries

Eine relativ überschaubare Rechenaufgabe.
Die Aussage stimmt jedoch doch nur, wenn der fleißige Beitragszahler auf weit über 20 Jahre an Rentenzahlungen zurückblicken kann.
Glücklich, wer das frohen Gemüts gesund mit (67+20) erleben kann.
Abgerechnet wird bekanntlich immer erst zum Schluss.
Und jede Versicherungsanstalt muss Unwägbarkeiten einkalkulieren, ist nicht an Verlustgeschäften interessiert.
Der heiße Tipp war m.E. Bestandteil der kabarettistischen Einlage.

von
Rentensputnik

@ W*lfgang:
Wie kommen Sie bei Ausgleichzahlungen auf eine Amortisierungszeit von 10 Jahren. Meine Erkenntnisse liegen da eher bei 15 Jahren und auch nur bei steuerlich günstigster Ausnutzung als Altersvorsorge?

Experten-Antwort

Guten Tag Hillbilly,

aktuell geht die Deutsche Rentenversicherung in einem "Modellfall" (vgl. Link) von einer Rendite von ca. 3% aus, langfristig ist mit einer Rendite von ca. 2-3 % zu rechnen.

Link: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/rententipp/2016_07_19_rendite_in_rentenversicherung_deutlich_positiv.html

Sie sollten sich jedoch im Rahmen eines Beratungstermins bei Ihrem Rentenversicherungsträger die für Sie persönlich in Betracht kommenden Möglichkeiten aufzeigen lassen, die Rentenhöhe zu steigern. Hier können auch Berechnungen erstellt werden, wie sich evtl. Einzahlungen auf Ihren persönlichen Rentenanspruch auswirken.

von
A. Konz

In diesem Sinne kann man dem Arbeitnehmer nur empfehlen, keine Betriebsrente in Form der sog. Bruttoentgeltumwandlung anzusparen.

Denn in diesem Fall reduziert man seine gesetzliche Altersrente und muß im Rentenfall auf die Betriebsrente sogar doppelte Krankenversicherungsbeiträge (incl. Pflegeversicherungsbeiträgen) bezahlen, also Arbeitgeberanteil und Arbeitnehmeranteil.

Das sind zur Zeit etwa 19 %.

Warum also Verdienst von der gesetzl. Altersrente n die Betriebsrente umlenken, wenn ich dann doppelte Sozialversicherungsbeiträge bezahlen muß?

von
Dr. Weiss

Ein Hinweis am Rande.

Die Tatsache, daß die DRV eine nicht unerheblich höhere Verzinsung bietet als die Geld- und Kapitalmärkte ist keinesfalls etwas Positives.

Sie ist ein Hinweis darauf, daß die Geld- und Kapitalmärkte kaputt sind. Die Verursacher sind bestens bekannt: Die Banken, welche die Finanzkrise verursacht haben, und die hohe Staatsverschuldung.

Vorbei sind die Zeiten, wo man noch in der Spitze 8 % p.a. für sein angelegtes Geld bekam.
Jetzt muß man praktisch dafür zahlen, daß man Geld anlegen darf.

von
Fastrentner

Danke Dr. Weiß für Ihren unnützen Kommentar. Fühlen Sie sich jetzt besser?

von
abc

Zitiert von: Fastrentner
Fühlen Sie sich jetzt besser?

Das gleiche möchte ich (fast) hinter jeden ihrer Kommentare schreiben. Fühlen Sie sich mit ihren selbstgerechten, rechtschaffenden, Oberlehrergetue dann auch immer besser?

Wenn selbst eine ein öffentlich-rechtlicher (sic!) Fernsehensehsender eine dermaßen kritischen Beitrag zur Situation des Rentensystems bringt, dann steht es sehr schlecht um dieses...

von
W*lfgang

Zitiert von: Fastrentner
@ W*lfgang:
Wie kommen Sie bei Ausgleichzahlungen auf eine Amortisierungszeit von 10 Jahren. Meine Erkenntnisse liegen da eher bei 15 Jahren und auch nur bei steuerlich günstigster Ausnutzung als Altersvorsorge?
Rentensputnik,

das ist auch keine wirkliche 'Rendite'-Annahme von mir. Das Beispiel sollte nur zeigen, das selbst bei einer angenommenen Fabel-Rendite - und die Hälfte meiner Kundschaft könnte sich Ausgleichszahlungen leisten - abgewinkt wird. Das wird eher in Zeitwertguthaben investiert, damit Papi noch schneller bei Muttern ist und/oder für die letzte noch geistig wache Lebensabschnittsphase für andere Dinge zurückgehalten. Bei Altersversorgungen im Bereich 2500 - 3500 EUR (incl. BAV) ist denen die durchaus sehenswerte Amortisation völlig wumpe.

Bei dagegen realistisch möglichen Laufzeiten von 15 - 20 Jahren liegen wir völlig auf Linie, keine Frage. Ehrlich, würden wir 'Mehrwissende' uns zu diesen Bedingungen von unserem Kapital erst mal komplett trennen (sofern wir es denn hätten ;-)) ? Eins ist sicher, in priv. Produkte würden wir es eher weniger einlagern - wobei, meine Frau versenkt es gerade in eine neue Küche - bei unfassbaren 0 % Rendite ...haben Sie frauenüberzeugende Gegenargumente, warum sich das Schnitzel auf dem neuen Herd genauso schnell amortisiert/durchbrät, wie auf dem alten? ;-)

Gruß
w.

von
Fastrentner

Hallo abc!
Ich kann Ihnen nur raten, sich insbesondere bei Themen zu gesetzlicher Rente nicht auf die Medien zu verlassen! Schlechte Recherchen und Unvollständigkeit der Berichte, lassen häufig jeden Rentenexperten mit dem Kopf schütteln.
Im Übrigen sollte auch Ihnen der Sinn dieses Forums bekannt sein und der ist sicher nicht, dass man hier seine Meinung zur Gestaltung des Rentenrechts kund zu tun.
Hier im Forum geht es um die Beantwortung individueller Fragen zum Rentenrecht.
Mich persönlich stören diese immer häufiger auftauchenden politischen Beiträge und ich werde diese auch in Zukunft kritisieren, ob Ihnen dass nun in den Kram passt oder nicht!

von
Sharrok

Mit direktem Bezug auf die Ausgangsfrage kann ich den Tipp geben den "Faktencheck" der Anstalt zu durchforsten (https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/fakten-im-check-der-anstalt-118.html). Dort findet man zu jeder ausgestrahlten Sendung eine umfangreiche Angabe von Quellen. Zum Fragepunkt der gesetzlichen Rente habe ich dort diesen relativ kurzen aber informativen Beitrag von "plusminus" gefunden: http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/videos/gute-rendite-das-comeback-der-gesetzlichen-rente-100.html

MfG

von
Rote Socke

Zitiert von: Fastrentner

Hallo abc!
Ich kann Ihnen nur raten, sich insbesondere bei Themen zu gesetzlicher Rente nicht auf die Medien zu verlassen! Schlechte Recherchen und Unvollständigkeit der Berichte, lassen häufig jeden Rentenexperten mit dem Kopf schütteln.
Im Übrigen sollte auch Ihnen der Sinn dieses Forums bekannt sein und der ist sicher nicht, dass man hier seine Meinung zur Gestaltung des Rentenrechts kund zu tun.
Hier im Forum geht es um die Beantwortung individueller Fragen zum Rentenrecht.
Mich persönlich stören diese immer häufiger auftauchenden politischen Beiträge und ich werde diese auch in Zukunft kritisieren, ob Ihnen dass nun in den Kram passt oder nicht!

Bild-Schlagzeile vom 07.04.2017

"Fastrentner" nippelt kurz vor der Rente ab!