Die Wette auf ein langes Leben

von
Mitleser

In den "Nachrichten" von heute ist ein entsprechender Aufsatz.

U.A. wird auf die Steuer eingegangen.

Mir scheint, dass da noch ein Denkfehler ist: Wenn man Rentner ist, zahlt man je nach Einkommen weniger als 25% Steuern.

Die Abschlagsteuer ist 25% plus Soli, plus evtl Kirchensteuer. Macht rund 30%.

Der Rentner kann bei der Einkommensteuererklärung die abgezogene Abschlagsteuer melden. Stellt sich heraus, dass der dann errechnete Steuersatz ca. 15% nur ist, gibts die Differenz zurück.

Die Zinseinkünfte zählen m.E. nicht zur Steuerprogression.

?Sehe ich das richtig?

P.S. Ich weiss, hier ist ein Forum der DRV, aber wenn dort in den Nachrichten so was steht, muss es einer Klärung zugeführt werden.

Dank und Gruß

Experten-Antwort

Hallo Mitleser,

die Regeln rund um die Abgeltungssteuer sind kompliziert. Hinsichtlich der Steuerlast bitte ich sie unter

http://www.ihre-vorsorge.de/Themen-2007-Steuern-und-Rente-Nachgelagerte-Besteuerung-das-neue-Prinzip.html

nachzuschauen (Grafik). Dass zu den Steuern auch der Soli und - wenn nicht befreit - auch die Kirchensteuer hinzukommt, ist richtig (ges. ca. 28%; der Artikel betrachtete nur die steuerl. Seite).

Nach unserem Wissen unterliegen Kapitalerträge, die der kommenden Abgeltunsgsteuer unterliegen, nicht mehr der Steuerprogression. Verbindliche Auskünfte erhalten Sie vom Finanzamt.

Lese-Tipp: Leider online nur als E-Paper erhältlich ist ein "Spezial" der "Welt am Sonntag" zur Abgeltungssteuer, die am 14. Okt. 2007 erschien (7 Seiten). Link: http://epaper.welt.de/archiv.php?action=select&zone=WSBE-VP1&etag=2007-10-14&section=Finanzen#pages

Gruß
Redaktion

von
Schiko.,

Lieber mitleser, sehe doch das ganze etwas anders.

Ganz entscheidend bei einführung der abgeltungs-
steuer ist ja die vermeintliche aussage" abge-
golten" Dies kann bedeuten, das bisherige formular
KAP ist hinfällig.

Entscheidend aber dabei, nicht nur wie bisher zins,
dividenden, auch kursgewinne bei aktien, zertifikate
und fondsanteilen werden steuerpflichtig.
Die steuerfreiheit von kursgewinnen nach 12 monaten
haltefrist wird abgeschafft.
Die beträge werden auch auf die freistellungsbeträge
801 / 1602 ld. vh. angerechnet.

Hat schon bisher jemand höhere zinsen als 801 /1602
muß die bank vom übersteigenden betrag 30 % plus soli
als steuer ans finanzamt abführen.
Lag der persönliche steuersatz über 30% kam es zu nach-
foderung, damit ist es vorbei.
Liegt der grenzsteuersatz und 25% wird dies durch eine
steuererklärung ausgeglichen.Bin sicher, auch für rentner
wird es mehr als jetzt zu höheren zins/kurzgewinnen kommen.
Will dies an einem extrem beispiel darlegen.
Rentnerehepaar mit 65 jahren und nach 40 jahren renten-
beginn in 2007. Überhaupt rechnerisch mögliche gesetzli-
che höchstrente von 1878 x 12 = 22.536 und 54 %
steuerpflichtig.
Und 1.000 mtl.privatrente x 12 12.000 mit nur 18% steuer-
pflichtig.

12.169 54% von 22536, also 46% festschreibung steuerfrei.
02.160 18% steuerpflichtig aus 12.000
07.0 jahreszins und kursgewinn
21.329 zunächst steuer pflichtig ./. folgender beträge.
02.220 9,85% kranken / pflegeversicherung
02.160 18 % gesamtbeitrag aus 12.000 dto.
01.602 zinsfreistellung für ein ehepaar
00.072 pauschbetrag sonderausgaben
15.275 tatsächlich zu versteuerndes einkommen.Keine steuer,
da bei 7.665 / 15.329 led.vh erst die steuerpflicht beginnt.

Andere abzugsbeträge wie haftpflichtversicherung ,etc.
gar nicht aufgeführt , auch den altersentlastungsbetrag für
euro 5398 zins( 7.000 . /. 1602) nicht berücksichtigt.

Durch eine steuererklärung bekommt der steuerpflich-
tige die von der bank abgeführte steuer aus 5398 wieder
zurück. Gleichzeitig wird grundsätzlich bei einem grenz-
steuersatz unter 25% die steuer ausgeglichen.
Die meldung dieser beträge allein genügt nicht, das ori-
ginal der steuerbescheinigung der bank ist einzureichen.

Auch ich weiß natürlich, dass solche renten eher selten sind,
es sollte nur der rahmen einmal in zahlen abgesteckt werden.

M fG.