Die Zeiten ändern sich

von
Flotte Biene

Ich bin im ältesten Gewerbe der Welt tätig und würde gerne mich gerne bei der DRV rentenversichern.

Steuern zahle ich keine. Ich müßte also von mir aus direkt an die DRV überweisen.Welche Möglichkeiten gibt es hier für mich?

von
-/-

Beratungstermin bei nächstgelegener Beratungsstelle vereinbaren. Personalausweis nicht vergessen.

von
hegehosa

Sie sollten sich tatsächlich baldmöglichst beraten lassen. Denn unter Umständen sind Sie längst sozialversicherungspflichtig.

siehe hierzu auch folgenden Link sowie insb. die dort abrufbare Verlautbarung der Spitzenorganisationen der Sozialversicherung zum ProstG vom 18. November 2002

http://www.vdek.com/arbeitgeber/Informationen/prostitutionsgesetz/index.htm

von
ein Gast

Zitiert von: Flotte Biene

Welche Möglichkeiten gibt es hier für mich?

Du könntest in Deinem Bekanntenkreis eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit ab 401.-€ in der sog. Gleitzone aufnehmen, dafür fallen dann Sozialabgaben von insges. ca. 150.-€ mtl. an.

Experten-Antwort

Hallo Flotte Biene,

hier bestehen tatsächlich mehrere Möglichkeiten der Beitragszahlung. Als selbständig tätige Prostituierte können Sie einerseits die Versicherungspflicht beantragen und würden dann entsprechende Pflichtbeiträge an die Rentenversicherung zahlen, andererseits wäre auch die Möglichkeit der freiwilligen Versicherung (mit Zahlung von freiwilligen Beiträgen an die Rentenversicherung) gegeben. Welche der Beiden Versicherungen für Sie mehr Sinn macht, sollten Sie in einem persönlichen Beratungsgespräch in einer Auskunfts- und Beratungsstelle eines Rentenversicherungsträgers erörtern.

Soweit Sie nicht selbständig tätig sind, sondern die Prostitution im Rahmen einer abhängigen Beschäftigung ausüben, könnte auch eine Versicherungspflicht als Arbeitnehmer bestehen. Hier wären die Beiträge zur Hälfte auch von Ihrem Arbeitgeber zu tragen.

Bei Zweifeln am sozialversicherungsrechtlichen Status (Arbeitnehmer oder selbständig Tätiger) besteht die Möglichkeit, eine sogenannte Stausfeststellung bei der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund durchführen zu lassen. Hierfür stehen auch entsprechende Antragsvordrucke zur Verfügung:

http://www.deutsche-rentenversicherung-bund.de/DRVB/de/Inhalt/Formulare_Publikationen/Formulare/Versicherung/_DRVB_Paket_Versicherung_Statusfeststellung.html?nn=38546

Unabhängig davon, welcher sozialversicherungsrechtlicher Status bei Ihnen letztlich vorliegt, kann ich Ihnen nur eine individuelle Beratung in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Rentenversicherung empfehlen. Hier unterstütz man Sie ggf., auch gern beim Ausfüllen der notwendigen Vordrucke.

von
Amüsierter

Zitiert von: ein Gast

Zitiert von: Flotte Biene

Welche Möglichkeiten gibt es hier für mich?

Du könntest in Deinem Bekanntenkreis eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit ab 401.-€ in der sog. Gleitzone aufnehmen, dafür fallen dann Sozialabgaben von insges. ca. 150.-€ mtl. an.


In der Gleitzone, wie passend ;o)

von
§7a SGB IV

Gab es schon einmal ein Statusfeststellungsverfahren für diesen Personenkreis??? Rein Interesse halber.

von
Amüsierter

Ja, mit folgendem Ergebnis :

Status : Fest bis sehr Fest
Stellungsverfahren : Abwechslungsreich

Aber zurück zum Thema...

Frage an den Experten :
Sofern eine Selbstständigkeit vorliegt,
welche Berechnungsgrundlage wird für die Zahlung der einkommensgerchten Beiträge herangezogen ?
Ich persönlich kenne jetzt keine Prostituierte, die selbst eine entsprechende Buchhaltung macht noch eine, die sich eines Steuerberaters bedient...

von
ein Gast

Zitiert von: §7a SGB IV

Gab es schon einmal ein Statusfeststellungsverfahren für diesen Personenkreis??? Rein Interesse halber.

Es hat `mal Bestrebungen der Sozialdemokraten hierzu gegeben, dann hätten aber richtige Zahlen auf den Tisch gemusst, dagegen sprachen auch rechtliche Bedenken, weil sich dann "Vermieter solcher Häuser" u. U. hätten wegen einer Prostitutionsförderung verantworten dürfen. Dieser gesamte Personenkreis galt viele Jahre als "ganz unten" - aber sollte dann plötzlich nach Gutmenschenart zur Auffüllung der maroden Sozialkassen eingeladen werden.
Von den möglichen Problemen bei Arbeitslosigkeit, Krankengeld etc. noch garnicht gesprochen.

Experten-Antwort

Hallo „§ 7a SGB IV“, hallo „Amüsierter“,

zum Thema Statusfeststellungsverfahren:

Leider habe ich keinen konkreten Einblick in die bei der Clearingstelle durchgeführten oder anhängigen Statusfeststellungsverfahren. Mir ist es daher auch nicht möglich eine Aussage dahingehend zu treffen, ob und wie viele Statusfeststellungsverfahren die Tätigkeit von Prostituierten betrafen.

Zum Thema einkommensgerechte Beitragszahlung:

Soweit eine Prostituierte (oder auch ein Prostituierter) als versicherungspflichtig selbständig Tätige(r) einkommensgerechte Beiträge zahlen möchte, gelten hier beitragsrechtlich die gleichen Regelungen und Grundsätze wie bei allen anderen selbständig Tätigen auch: Maßgebendes Einkommen im Sinne der Sozialversicherung wäre damit der im Einkommensteuerbescheid des Finanzamts ausgewiesene steuerpflichtige Gewinn aus der selbständigen Tätigkeit.

Ob sich die/der Prostituierte bei den notwendigen Formalitäten der Hilfe eines Steuerberaters bedient oder selbst behilft, ist hierbei grundsätzlich erst einmal ohne Belang.

von
Amüsierter

"Flotte Biene" zahlt nach eigenen Angaben keine Steuern, macht offenbar auch )(zumindest für die Selbst. Tätigkeit) keine Steuererklärung und hat somit auch keinen für die beitragsberechnung maßgebenden Einkommensteuerbescheid...

von
Ein Gast

Zitiert von: Amüsierter

"Flotte Biene" zahlt nach eigenen Angaben keine Steuern, macht offenbar auch )(zumindest für die Selbst. Tätigkeit) keine Steuererklärung und hat somit auch keinen für die beitragsberechnung maßgebenden Einkommensteuerbescheid...


Wer sich noch erinnert, weiß - oder könnte wissen, dass der "Tagessteuersatz" noch in den 80ern 5.- DM betrug... und gerne über die Vermieter eingefordert wurde...Scheinheilig!!