doppelqualifizierender Bildungsgang

von
Tom

Ich habe meine Berufsausbildung (Lehre) mit einem doppelqualifizierendem Bildungsgang abgeschlossen. Es handelt sich hierbei um einen geschlossenen dreijährigen Bildungsgang, der aus einer zweijährigen dualen Ausbildung im Betrieb und Schule und einem anschließenden Vollzeitschuljahr bestand.
Vor Beendigung der ersten beiden Ausbildungsjahre wurde der praktische Teil der Facharbeiterprüfung abgelegt. Gegen Ende des dritten Jahres, in dem die Fachoberschule als Vollzeitschule besucht wurde, fand der theoretische Teil der Facharbeiterprüfung (Kenntnisprüfung) statt. Ca. 4 Wochen danach folgte die Fachhochschulreifeprüfung.
Bei der Berechnung der "Altersrente für besonders langjährige Versicherte" (45 Jahre) wurden von der Ausbildung nur 2 Jahre angerechnet.
Müssten hier nicht die vollen 3 Jahre angerechnet werden?

Experten-Antwort

Hallo Tom,
bei dem dritten Jahr Ihrer Ausbildung handelte es sich nach Ihren Angaben um ein Vollzeitschuljahr. In dieser Zeit waren Sie nicht versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung. Diese Zeit des Schulbesuchs kann bei Vorlage entsprechender Nachweise im Rahmen einer Kontenklärung als sogenannte Anrechnungszeit gemäß § 58 Abs. 1 Nr. 4 SGB VI anerkannt werden.
Anrechnungszeiten wegen Schulbesuch zählen allerdings nicht zu den anrechenbaren Monaten für die 45-jährige Wartezeit. Gemäß § 51 Abs. 3a SGB VI zählen hier nur
Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit, Berücksichtigungszeiten, Zeiten des Bezugs von Entgeltersatzleistungen der Arbeitsförderung, Leistungen bei Krankheit und Übergangsgeld, soweit sie Pflichtbeitragszeiten oder Anrechnungszeiten sind.

Somit kann das dritte Jahr Ihrer Ausbildung nicht für die Erfüllung der 45-jährigen Wartezeit herangezogen werden.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.05.2021, 14:31 Uhr]