DRINGEND! Witwenrente

von
Chaosqueen

Mein Fall ist kompliziert: Ich lebte von meinem Ehemann getrennt, wir wurden aber nie geschieden. Ich bin nun von meinem Freund schwanger und vor einem Monat ist mein Ehemann gestorben.
Habe ich nun einen Anspruch auf die sogenannte grosse Witwenrente, auch wenn das Kind gar nicht von meinem Ehemann ist? Dazu muss ich sagen, dass ich im Ausland lebe und mein Freund in der (ausländischen) Geburtsurkunde stehen wird. Ich werde also bei Antragstellung eine Geburtsurkunde einreichen, wo vermerkt ist, dass mein Ehemann nicht der Vater ist. WER KANN MIR HELFEN???
Vielen Dank, Chaosqueen

von
B2

Wie es um Ihre Ehe stand interessiert die Rentenversicherung nicht. Solange sie nicht geschieden waren sind Sie Witwe und haben somit grundsätzlich einen Anspruch auf Witwenrente.

Siehe §46 SGB VI (Auszug):

(1) 1Witwen oder Witwer, die nicht wieder geheiratet haben, haben nach dem Tod des versicherten Ehegatten Anspruch auf kleine Witwenrente oder kleine Witwerrente, wenn der versicherte Ehegatte die allgemeine Wartezeit erfüllt hat. 2Der Anspruch besteht längstens für 24 Kalendermonate nach Ablauf des Monats, in dem der Versicherte verstorben ist.
(2) 1Witwen oder Witwer, die nicht wieder geheiratet haben, haben nach dem Tod des versicherten Ehegatten, der die allgemeine Wartezeit erfüllt hat, Anspruch auf große Witwenrente oder große Witwerrente, wenn sie

1.
ein eigenes Kind oder ein Kind des versicherten Ehegatten, das das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, erziehen,
2.
das 47. Lebensjahr vollendet haben oder
3.
erwerbsgemindert sind.

...

Gruss
B2

von
Chaosqueen

Hallo B2,

vielen Dank für die schnelle Antwort!
Verstehe ich den Abschnitt "ein eigenes Kind oder ein Kind des versicherten Ehegatten, das das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, erziehen," richtig, wenn ich davon ausgehe, dass es egal ist, ob das Kind von meinem Freund ist? Es ist lediglich nicht waisenrentenberechtigt?
Danke nochmals, Chaosqueen

von
Paula

Hallo Chaosqueen,

Sie sehen es richtig. Es ist egal wer der Kindesvater ist. Es ist Ihr Kind.

Das mit dem 47. Lebensjahr gilt übrigens noch nicht. Zur Zeit gibt es die große Witwenrente ab dem 45. Lebensjahr. Dies ist aber für Sie unbedeutend, da Sie ja ein Kind erziehen.

mfg
Paula

von
Hinweis

Sie können auch behaupten, das Kind sei von Ihrem Mann, und das Verhältnis verschweigen.
Somit erhalten sie für Ihr Kind noch eine Halbwaisenrente dazu, da die Rentenversicherung davon ausgeht, dass der leibliche Vater verstorben ist.

von
KARL

Sie sollten sich Schämen. Bei mir würden Sie nicht einen Taler bekommen!

von
Bundeskanzler a. D.

Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder kreierte den Begriff "Mitnahmementalität".
Ich glaube, das trifft hier 100 % zu!!!

von
Rosanna

... außerdem steht in der Geburtsurkunde der Freund als Vater.

Sind ja tolle Tipps, die Sie hier abgeben!

von
Hinweis

Also bei mir hat das geklappt.

von
KARL

Der Krug geht so lange zum Brunnen - bis er bricht.

von
User

Und der "arme" Sozialleistungsbetrüger sich dann bei der "unmenschlichen" DRV beschwert, weil diese die Rente zurückfordern ;-)

von
Rechtsverdreher

"Bei Geburten nach dem 30.06.1998 bestimmt sich die Abstammung des Kindes nach den §§ 1591 bis 1600e BGB in der Fassung des KindRG. Danach gelten folgende Regelungen:
· Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat (§ 1591 BGB).
· Vater eines Kindes ist der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist, der die Vaterschaft anerkannt hat oder dessen Vaterschaft gerichtlich festgestellt worden ist (§ 1592 BGB).

An die Stelle der Ehelichkeitsvermutung des bisherigen Rechts ist eine Vaterschaftsvermutung getreten. Kraft Gesetzes wird davon ausgegangen, dass der Ehemann der Mutter auch der Vater des Kindes ist.
Diese Vaterschaftsvermutung gilt auch dann, wenn die Ehe durch den Tod des Mannes aufgelöst worden ist und das Kind innerhalb von 300 Tagen nach Auflösung der Ehe geboren wird (§ 1593 S. 1 BGB). Wurde das Kind jedoch nachweisbar mehr als 300 Tage vor seiner Geburt empfangen, so ist gemäß § 1593 S. 2 BGB dieser Zeitraum maßgebend. Damit gilt die Vaterschaftsvermutung also auch für den bei Geburt des Kindes bereits verstorbenen Ehemann, vorausgesetzt, der festgestellte Todeszeitpunkt liegt innerhalb von 300 Tagen vor der Geburt des Kindes oder - falls das Kind mehr als 300 Tage vor der Geburt empfangen wurde - innerhalb des Zeitraumes nach § 1593 S. 2 BGB."

Ich hoffe das Ihnen irgendwann jemand auf die "Schliche" kommt! Früher oder später kriegen wir euch!!!

von
jam-rolf

Ich bin58 Jahre alt und verheiratet.Ich beziehe kein Einkommen.Wir leben von der
Erwerbsminderungsrente meiner Frau.Meine
Frau ist schwer Krebskrank, und wird vielleicht sterben.Steht mir nach Ihrem Tod eine Witwerrente zu?

von
Jonas

Ja. die steht Ihnen zu.

MfG

Jonas

von
Vorsicht

Über die IP-Adresse sollte es möglich sein, die Identität von User(in) Hinweis herauszubekommen. Das müßte dann auch ohne "Online-Durchsuchung" möglich sein.

Ich hoffe, die Redaktion läßt sowas nicht ungeachtet!!! Im Namen aller Leser und gerechtigkeitsbewußten Kommentatoren.

Experten-Antwort

Dass Sie von Ihrem Ehemann getrennt lebten, ist rechtlich ohne Bedeutung, da die Ehe nicht geschieden wurde. Somit haben Sie als Witwe Anspruch auf Witwenrente, soweit die sonstigen Voraussetzungen erfüllt sind.
Wenn Sie ein Kind erziehen, besteht Anspruch auf die große Witwenrente. Dafür reicht es, wenn es sich um Ihr eigenes Kind handelt, egal, wer der Vater des Kindes ist.

Anspruch auf Halbwaisenrente besteht für Ihr Kind allerdings nur, wenn es auch ein Kind des verstorbenen Versicherten ist. Im rechtlichen Sinn es das, wenn es innerhalb von 300 Tagen nach dem Tod Ihres Ehemannes geboren wird und die Vaterschaft nicht von einem anderen Mann anerkannt oder gerichtlich festgestellt wird.

von
Realist

Ich kann User @Vorsicht nur zustimmen! Sozialleistungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt und sollte auf jeden Fall zur Anzeige gebracht werden!

von
Rosanna

Ich stimme dem vollkommen zu.

Nur kann ich jetzt schon sagen, dass - selbst wenn der User/die Userin @Hinweis identifiziert werden KÖNNTE, was sicherlich nicht einfach sein dürfte - die ganze Sache ausgehen würde wie das "Hornberger Schießen"!

Wir bekommen z.B. zwar relativ selten, aber immerhin ab und zu anonyme Schreiben von Nachbarn, die ihre Rentner-Nachbarn wegen Schwarzarbeit, wegen Mißbrauch von EM-Renten ("...die beziehen Rente, arbeiten aber trotzdem") und Sonstigem anschwärzen. WAS kann die DRV in diesen Fällen tun?

Anfrage beim Rentner, ob er eine Beschäftigung ausübt, wieviel er verdient, etc. Beantwortet der Rentner die Frage mit "Nein" und es liegen keine anderen Anhaltspunkte (Meldung durch KK, Minijob-Zentrale) vor, müssen wir es dabei belassen.

Wenn selbst freimütige Äußerungen von Beteiligten/ Sozialschmarotzern in Talkshows nicht geahndet werden, wozu sollte dann eine Identifizierung von @Hinweis führen? Aussichtslos, sage ich nur!

Aber IRGENDWANN erwischt es vielleicht jeden, gerade dann, wenn er/sie es nicht mehr erwartet... und seltsamerweise sind es dann diejenigen, die am lautesten schreien, wenn die DRV zu Unrecht gezahlte Renten zurückfordert.

Andere Leistungsträger (Sozialamt, Jobcenter etc.) können mit Sicherheit auch ein Lied davon singen. Aber in manchen Städten/Kommunen sind bei Antragstellung von Geld- oder Sachleistungen ja schon so eine Art "Leistungskontrolleure/-Detektive" unterwegs. Bei der DRV gibt´s sowas halt LEIDER nicht.

von
Paula

Ich verstehe die ganze Aufregung und die Kommentare nicht.
Chaosqueen hat doch nur höflich angefragt, wie die Voraussetzungen für die große Witwenrente sind: Kind des Verstorbenen oder nur eigenes Kind.
Von Halbwaisenrente oder wie man sie erschleichen kann war doch gar keine Rede.

Paula

von
Happy

mit meinem Beitrag als@Rechtsverdreher habe ich natürlich nicht die @Chaosqueen gemeint, sondern den User @Hinweis!
Ich habe lediglich auf die Voraussetzungen für eine mögliche Halbwaisenrente hinweisen wollen. Da User @Hinweis aber anscheinend eine Halbwaisenrente zu Unrecht erhält, schien mir der Beitrag hier angebracht.

Die Antworten der anderen stimmen natürlich. Es gibt eine große Witwenrente ab Geburt des Kindes. Und die Anfrage war vollkommen berechtigt und legal. Denn der Trennungsgrund ist hier nicht wichtig, sondern ob die Ehe bis zum Tot bestand! Es hat uns auch überhaupt nicht zu interessieren, warum die Eheleute getrennt gelebt haben, basta!

MfG
Happy