durch Krankengeld Hinzuverdienstgrenze überschritten- keine Rente

von
Angelika

Ein verzweifeltes Hallo an alle, die mir vielleicht helfen könnten.
Ich erhalte seit 2010 eine teilweise Erwerbsminderungsrente.(gelte auch durch 30% Schwerbeschädigung als gleichgestellt) 2011 war ich durch eine Operation über 6 Wochen Au geschrieben und bekam Krankengeld 40,00 Euro täglich. Ist ja weniger, als was ich durch meine Arbeitskraft in dieser Zeit hätte verdient. Nun bekam ich Ende 2012 einen neuen Bescheid, wo mir "mitgeteilt" bzw. ich nur lesen konnte, dass ich in dem Monat des Krankengeldbezuges über die Hinzuverdienstgrenze gekommen bin. War für mich nicht nachvollziehbar, so dass ich anfing zu recherchieren. Eine nervenaufreibende Sache. Letztendlich kam ich aber dahinter, dass die Krankenkasse der Rentenversicherung ein sogenanntes Bemessungsentgelt von 75,00 Euro mitgeteilt hat (durch Einmalzahlungen rückwirkend der letzten 12 Monate - Weihnachtsgeld und Leistungsentgelt /die ja im vorigen Jahr schon als Hinzuverdienstgrenze bei der Rente angerechnet wurden). Mitarbeiter der Krankenkasse und der Rentenversicherung bestätigten mir die Richtigkeit dieser Verfahrensweise. Nun fing ich an, mich im Internet zu belesen und kam auf verschiedene Gesichtspunkte, die ich auch dem MA der Rentenversicherung mitteilte, nämlich, dass in meinem Fall die Einmalzahlungen nicht mit angerechnet werden dürften, da lediglich als Bemessungsgrundlage ein ERZIELTER Hinzuverdienst berücksichtigt werden darf und ich nicht schlechter gestellt werden kann, als wenn ich in diesem Monat gearbeitet hätte. (durch das tarifliche Weihnachtsgeld und Leistungsentgelt ist ja bei mir diese zweimalige Übrschreitung jedes Jahr ausgeschöpft) So ist nun der Fall eingetreten, dass ich für meine Krankheit drei mal bestraft werde. Erstens durch die Krankheit an sich - habe auch in dieser Zeit der Krankschreibung eine stufenweise Wiedereingliederung gehabt -. Zweitens durch den Wegfall der Rente und drittens auch noch durch den Wegfall der Rente der Zusatzversicherung, die sich an die Bescheide der Rentenversicherung anlehnt. Jetzt bin ich arg verzweifelt, nur noch ein Nervenbündel, habe auch deshalb wieder mehr gesundheitliche Probleme und bekomme von nirgendwo mal eine ordentliche Aussage dazu. Für einen Rechtsanwalt fehlt mir einfach das Geld und zum Sozialgericht wollte ich eigentlich auch nicht, da ich durch persönliche Schicksalsschläge auch gar nicht mehr an das Rechtssystem glaube und ich Angst vor einer neuerlichen Ungerechtigkeit habe. Wenn es jemanden ähnlich gegangen ist (denn ich werde doch kein Einzelfall sein) - bitte ich ganz herzlich um eine Antwort, vielleicht auch durch einen "Experten" auf diesem Gebiet. Ich bedanke mich schon mal vorab dafür und freue mich über jede Zuschrift.
A.R.

von
elfriede

Bitte diese rage direkt nach Berlin über Internet stellen. ich hatte ein ähnliches Problem, durch Einrechnung von Weihn.-u. Url.-geld war das Arbeislosengeld zu hoch und die Rente wurde gestrichen. Mir wurde von Berlin mitgeteilt, dass es eine Arbeitsanweisung gibt, dass in diesen Fällen anders gerechnet werden muss. Und siehe da, was unzählige Telefonate mit Sachbearbeitern, Teamleitung usw. nicht fertiggebracht hatten funktionierte nach Einsendung der Antwort-Mail aus Berlin mit
entsprechendem Widerspruch reibungslos.
Die Rente wurde in voller Höhe weitergezahlt.

von
Barbara Seelenbinder

Deine Frage oder Problem in Ehren, aber mach bitte Absätze zwischen den Zeilen.

Ich krieg nämlich schlichtweg Angst, wenn ich so ein "Schreibklumpen" sehe, durch den ich Hindurchsteigen soll.

von
Angelika

Danke, danke für die schnelle Antwort. Darf ich fragen wo ich denn da nach Berlin hinschreiben muss? Ist der Sitz der DRV nicht eh in Berlin? Habe gedacht ich bin auf einer Seite von der Rentenversicherung, denn als ich geschrieben habe, stand oben diese Logo von ihr.

Ist es nicht schade, dass die Mitarbeiter von ihren Arbeitsanweisungen nichts wissen? Auch ich musste einen MA erst auf die Berechnung, die ich gefunden hatte, hinweisen. Bis jetzt hat er sich jedenfalls nicht gemeldet und ich bezweifle auch, dass er es tut.
Jedenfalls habe ich durch die Antwort wieder ein wenig Hoffnung bekommen und dafür bin ich wirklich sehr dankbar.

Bei Barbara muss ich mich entschuldigen, ich bin nicht so bewandert mit dem Computer und hatte mich schon so gefreut, dass es mit dem Schreiben in diesem Forum geklappt hat und deshalb auch nicht böse sein, wenn ich im nachhinein keine Absätze hinbekomme, wenn es denn überhaupt möglich wäre.

von
DarkKnight RV

Hallo Angelika,

ist denn die DRV Bund ihr zuständiger Rentenversicherungsträger??

Es müsste doch ein Ansprechpartner in den Bescheiden stehen, die Sie erhalten haben.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Angelika,

bitte stellen Sie einen Antrag auf Überprüfung in Ihrem Einzelfall bei Ihrem Rentenversicherungsträger. Dieser wird prüfen, ob ggf. eine Neuberechnung Ihres Hinzuverdienstes erfolgen kann.

von
Beamter

Welche Zuverdienstgrenzen ?
Bei mir zahlt alles mein Dienstherr, äh der Steuerzahler.
Alles aus einer Hand, erspart Laufen im deutschen Land !

von
Angelika

Danke für die Antworten, auch wenn so manches wenig hilfreich ist -schade, dass Beamten auf die Angestellten im öffentlichen Dienst herabblicken.

Ja natürlich habe ich mich zuerst an meine Bearbeiterin der Deutschen Rentenversicherung Bund gewandt, die mir erklärte, es sei alles so richtig, diese Daten kämen von der Krankenkasse und die müssten übernommen werden. Die Krankenkasse wiederum erkläte mir, dass sie die Daten des Arbeitgebers übernommen hat.

Hatte auch einen Widerspruch geschrieben. Als ich nach langer Zeit immer noch keine Antwort hatte, meldete ich mich telefonisch dort. Man gab personelle Unterbesetzung an und versprach sich zu kümmern. Das sah so aus, dass man die Krankenkasse anrief um die Daten zu hinterfragen. Die sind so o. K. und damit bleibt es dabei.

Es geht mir auch nicht um eine Neuberechnung der Hinzuverdienstgrenze, es geht mir darum, ob Einmalzahlungen in meinem Fall in die Berechnungen mit einbezogen werden dürfen, denn ohne diese würde ich nicht über die Hinzuverdienstgrenze kommen und somit meinen Rentenanspruch nicht verlieren.

Aber durch Elfriede habe ich die Hoffnung, da es in ihrem Falll ähnlich war, vielleicht doch noch an einen kompetenten MA zu gelangen, der den Einzelfall mal überprüft und nicht nach Schema F arbeitet.

A.R.

von
sandra

...Die Berücksichtigung von Einmalzahlungen im Bemessungsentgelt darf beim Bezug einer Sozialleistung im Anschluss an eine Beschäftigung jedoch nicht zu einer Rentenminderung führen. Wird also mit dem Bemessungsentgelt für eine Sozialleistung die mit dem Hinzuverdienst aus der vorhergehenden Beschäftigung eingehaltene Hinzuverdienstgrenze überschritten, ist bei dem Sozialleistungsträger die Höhe des Bemessungsentgelts ohne Berücksichtigung von Einmalzahlungen zu erfragen. Hält der Versicherte mit dem "bereinigten" Bemessungsentgelt die bisher maßgebende Hinzuverdienstgrenze weiterhin ein, verbleibt es bei der Zahlung der Rente in der bisherigen Höhe....

(http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_96AR2.5.3)

von
Angelika

Ein großes Danke an Sandra ....

...Die Berücksichtigung von Einmalzahlungen im Bemessungsentgelt darf beim Bezug einer Sozialleistung im Anschluss an eine Beschäftigung jedoch nicht zu einer Rentenminderung führen. Wird also mit dem Bemessungsentgelt für eine Sozialleistung die mit dem Hinzuverdienst aus der vorhergehenden Beschäftigung eingehaltene Hinzuverdienstgrenze überschritten, ist bei dem Sozialleistungsträger die Höhe des Bemessungsentgelts ohne Berücksichtigung von Einmalzahlungen zu erfragen. Hält der Versicherte mit dem "bereinigten" Bemessungsentgelt die bisher maßgebende Hinzuverdienstgrenze weiterhin ein, verbleibt es bei der Zahlung der Rente in der bisherigen Höhe....

....genau das war es , was ich auch gefunden hatte und dem Bearbeiter mitteilte. Er tat sich sehr schwer, es überhaupt im Internet auf der "eigenen" Seite zu finden, obwohl ich ihm auch die Nr. dazu genannt hatte. Die Argumentation seinerseits war dann, es träfe nicht auf mich zu, es hätte etwas mit Arbeitslosigkeit zu tun (bezogen auf vorhergehende Beschäftigung). Ich bat aber trotzdem um Prüfung und seitdem hörte ich nichts mehr.......

Danke für die Bemühungen, vielleicht liegt er ja doch falsch und ich kann noch einmal so argumentieren.