Hallo zusammen,
ich bin seit Ende April aus der Arbeitslosigkeit heraus krankgeschrieben wegen "depressivem Erschöpfungssyndrom". Im Oktober hatte mich die Krankenkasse aufgefordert, einen Rehaantrag bei der DRV zu stellen. Eigentlich war geplant, im November zusammen mit meiner behandelnden Ärztin einen Rentenantrag auf volle Erwerbsminderung zu stellen. Ich bin bereits seit 1985 in Behandlung, seit 1997 wegen Depressionen, Angstzuständen usw.
Aus Krankheitsgründen bin ich auf Anraten meines Arbeitgebers 2000 in Teilzeit gegangen, die ich im Laufe der Zeit weiter reduzieren musste.
Ich habe also die Unterlagen ausgefüllt zur "med. Reha", meine Ärztin hat mir allerdings Rehaunfähigkeit bescheinigt. Die DRV hat mir erst mal erneut die Vordrucke geschickt, ich habe dann dort nachgefragt, warum, und auf diesen Vermerk hingewiesen. "Ja, okay, dann hören Sie von uns."
Heute kam nun die Ablehnung der Reha. Nach erneuter Rücksprache sieht es so aus, dass die DRV keine Aussicht auf Verbesserung sieht und meint, es sei eine " Intensivierung der Behandlung, ggf. auch tagesklinisch oder stationär zur Therapieoptimierung (Medikation, Psychoedukation und Psychotherapie erforderlich".
Der Grund, warum ich rehaunfähig geschrieben wurde, ist, dass ich das Programm in einer Tagesklinik mit ca. 7 Stunden + An- und Abfahrt kräftemäßig nicht schaffe. Ein stationärer Aufenthalt bedeutet für mich weg von zu Hause, was meine Angst hochkochen lässt. In der letzten Reha 2005 habe ich jeden Abend gezittert wie ein kleines Kind und Angst gehabt, ich hab mich in dem Zimmer nicht sicher gefühlt (ich weiß, das hört sich blöd an, aber es war so extrem, dass ich immer wieder schreiend aufgewacht bin, weil jemand neben meinem Bett stand, was natürlich nicht der Fall war).
Zur Medikation habe ich eine DIN- A 4 -Seite beigefügt, seit 2006 bis Sommer 2013 habe ich alle Präparate durchprobiert, ich vertrage wegen starker Nebenwirkungen nichts. Das hat meine Ärztin auch so geschrieben.
Darüber hinaus habe ich eine ganze Seite Anamnese verfasst, aus der u.a. hervorgeht, dass ich u.a. bereits Ende der 90er eine langjährige Therapie sowie 2 Rehas gemacht habe, ohne durchgreifenden Erfolg.
Meine Ärztin hat außerdem geschrieben, dass "nach langjährigem Verlauf von einem chronifizierten Krankheitsbild auszugehen ist, aufgrund dessen die Patientin auf dem allg. Arbeitsmarkt nicht mehr eingesetzt werden kann".
Die DRV ist der Ansicht, dass die automatische Umwandlung in einen Rentenantrag bei mir nicht in Frage kommt, sondern dass ich "am Wohnort alle Möglichkeiten voll ausschöpfen soll". Ich solle quasi fit gemacht werden für eine anschließende Reha.
Die Krankenkasse wiederum meinte heute, sie versteht es nicht, ich soll mit meiner behandelnden Ärztin sprechen. Das werde ich natürlich Anfang des Jahres, vorher bekomme ich keinen Termin mehr.
Ich weiß nicht, was ich noch tun soll, ich habe doch in den vergangenen 16 Jahren jede nur erdenkliche Maßnahme ergriffen! Wie gehe ich jetzt am besten mit meiner Ärztin vor? Was ist, wenn sie schreibt, dass eben vor Ort alle therapeutischen Maßnahmen ausgeschöpft wurden? Wird dann automatisch auf einen Rentenantrag umgestellt? Oder stelle ich nun selbst einen Rentenantrag auf voll Erwerbsminderung und richte mich auf einen langen Kampf ein?
Hat jemand Rat für mich? Natürlich kommt so ein Brief an einem Freitag...
Gruß
Nanni