Ehrenamt

von
Mark

Ich habe viel hier im Forum gelesen aber nie die richtige Antwort gefunden:

Ich erhalte die volle EM- Rente.
Diese muss ich zwar immer verlängern, werde aber lt. Ärzte und Gutachter nicht mehr Vollzeit bzw. Halbtags erwerbstätig sein können.
Ich tätige nun eine leichte selbstst. Nebentätigkeit aus wo ich ab zu etwas machen kann um überhaupt am Berufsleben mal teilen nehmen zu können. Regelmäßig kann ich das nicht ausüben und erreiche auch gar nicht eine 15h/Woche. Oft mache ich auch wochenlang nichts.Das ist der DRV gemeldet und Hinzuverdienstgrenzen werden regelmäßig geprüft. Und es ist auch so alles genehmigt und läuft gut die Zusammenarbeit mit der DRV.

Nun ist mir ein Gedanke gekommen, ob ich vielleicht, wenn es mein Gesundheitszustand erlaubt ! , zusätzlich in einem Ehrenamt stundenweise noch was machen kann, wenn ich mal nichts in meiner selbstst. Nebentätigkeit zu tun habe, was oft vorkommt.
Irgendwie will ich mir ja was dazu verdienen und ich versuche trotz meiner erheblichen Gesundheitsprobleme jeden Strohhalm zu greifen und versuche irgendwas leichtes zu machen um sich überhaupt noch als Mensch zu fühlen.

Muss ich der DRV ein unregelmäßiges!! Ehrenamt wofür man eine Aufwandspauschale, die nicht monatl. gezahlt wird, überhaupt melden?
Die Hinzuverdienstgrenzen werden nicht
( auch nicht im Zusammenhang mit der selbstst. Tätigkeit ) überschritten.
Es ist kein ! Beschäftigungsverhältnis.
Es sind leichte Auswertungsarbeiten oder einfache " Aufpass" Tätigkeiten.
Auch eine Wochenzeit von 15 h werden nicht überschritten.
Es kann aber mal 1 -2 Tage in der Woche 7,5 h sein.
Es kann also vorkommen 2 x 7,5 h ( 15 h ) die Woche zu erreichen. Ganz wichtig ist zu wissen das es NICHT regelmäßig ist!
Beispiel: Es könnte sein 2 Wochen im Monat in Folge pro Woche je 2 x 7,5 h was zu machen. Dann ist Wochenlang mal nichts, und 2 Monate später sind dann pro Woche je 1 x 8 h/ Woche für 3 Wochen in Folge und dann wieder wochenlang nichts.
Ist das soweit verstanden??
15h/Woche wird nie überschritten.
Mit andern Worten ist es kein regelmäßiges Ehrenamt. Wenn das gesundheitliche Befinden es einem ermöglicht kann man im diesem Ehrenamt stundenweise tätig sein.

Wenn so was erlaubt wäre, würde ich es mal versuchen, ob ich das schaffe.
Ich habe selber festgestellt, das mir persönlich eine regelmäßige tägliche 3 h Stundenzeit schwerer fällt als ab und zu nur mal 6-8 h an 1 - 2 Tage/Woche was zu machen.
Ich weiß das es immer heißt 3 h am Tag unter blabla... darf nicht überschritten werden, aber das ist ja keine tägliche Tätigkeit unter den üblichen Arbeitsmarktbedingungen etc. Wie man sich die 15 h in der Woche aufteilt ist rentenunschädlich, weil das gar nicht praxisgerecht wäre. Ferner wäre ICH froh wenn ich gesundheitlich überhaupt r e g e l m ä ß i g eine 15 h/Woche hinbekommen würde!
Ich könnte das Ehrenamt in Verbindung mit meiner selbstst. Nebentätigkeit, was beides völlig unregelmäßig und dadurch flexibel ist, als gute Lösung für mein bleibenden schlechten Gesundheitszustand vorstellen?
Ich habe sonst keine andere Wahl überhaupt noch am Berufsleben teilzunehmen, was ich in psychologischer Hinsicht aber brauche.
Danke für eure Meinungen.

von
Mark

Hoppla! Habe das Thema/ meine Frage 2 x gesendet.War ein Versehen.....

von
wulff

hi,
ich wollte mal ehrenamtlich bei der tafel arbeiten, auch um mal wieder unter menschen zu sein.

tja, so einfach ist das gar nicht : Schulung machen, versichert werden usw.
hab es nicht gemacht

von
Mark

Zitiert von: wulff

hi,
ich wollte mal ehrenamtlich bei der tafel arbeiten, auch um mal wieder unter menschen zu sein.

tja, so einfach ist das gar nicht : Schulung machen, versichert werden usw.
hab es nicht gemacht

Gut, aber meine Frage ist nun damit nicht beantwortet...
Wie ich schon sagte, es ist kein sozialversichertes regelmäßiges Ehrenamt.
Eine Schulung oder ähl. muss ich nicht machen. Ich habe dieses Ehrenamt ja seit Jahren schon inne, habe durch meinen Krankheitsverlauf und Schwerbehinderung diese seit 2 Jahren nicht mehr ausgeübt und würde es halt wieder vielleicht versuchen das Stundenweise wieder auszuüben.
Wohl gemerkt erst versuchen! Weil ich noch nicht weiß wie mir das bekommt.
Aber weil halt dieses Amt so schön unregelmäßig ist und man muss dort auch nicht bis zum Ende sitzen , man kann lange Pausen machen usw. das ist ideal für mich.

Die EM - Rente erhalte ich erst seit 1,5 Jahren.
Meine Schwebehinderung und mein Gesundheitszustand werden aber dauerhaft sein und sind auf Anhieb vom Gutachter/ Gesundheitsamt inkl. Schwerbehindertenausweis gleich bis zur Regelaltersgrenze genehmigt worden.
Ich habe auch ohne Probleme die volle EM- Rente durchbekommen. Diese wird ja fast immer nur auf Zeit gewährt. Ich bin aber dabei diese bei der DRV auf unbefristet umzuwandeln um mir die Verlängerungsanträge zu ersparen. ( weiß nicht ob ich die DRV überzeugen kann )
Prüfen kann und soll die DRV sowieso regelmäßig, da ich nichts zu verbergen habe.
Dennoch danke für deine Antwort

von Experte/in Experten-Antwort

Viele ehrenamtlich Tätige erhalten für ihre Arbeit kein Entgelt oder lediglich eine (gegebenenfalls pauschale) Entschädigung des ihnen tatsächlich entstandenen Aufwandes. Eine solche Aufwandsentschädigung ist steuerfrei und stellt weder Arbeitsentgelt noch Arbeitseinkommen oder vergleichbares Einkommen dar, sodass ein Hinzuverdienst nicht vorliegt. Häufig werden für ehrenamtliche Tätigkeiten aber auch Aufwandsentschädigungen gezahlt, die neben dem tatsächlich entstandenen Aufwand auch die aufgewendete Zeit und Mühe abgelten sollen. Der in der Aufwandsentschädigung enthaltene Anteil für Zeit und Mühe ist grundsätzlich steuerpflichtig. Der steuerpflichtige Teil einer Aufwandsentschädigung kann Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen sein. In Höhe des Arbeitsentgelts oder Arbeitseinkommens liegt Hinzuverdienst vor. Für die Hinzuverdienstprüfung ist daher von dem vom Arbeitgeber bescheinigten Arbeitsentgelt beziehungsweise den im Einkommensteuerbescheid festgestellten Gewinneinkünften auszugehen. Klären Sie mit der Stelle, für die Sie das Ehrenamt ausüben wollen, welche der geschilderten Varianten vorliegt. Liegen Sie mit Einkünften aus Selbstständigkeit und ggf. anrechenbaren Einkünften aus dem Ehrenamt innerhalb der 450 Euro-Grenze, wird man generell eine Tätigkeit mit weniger als 15 Wochenstunden unterstellen. Zu Ihrer Absicherung empfehle ich Ihnen, eine schriftliche Anfrage beim Rentenversicherungsträger zu machen.

von
Mark

Zitiert von: wulff

Viele ehrenamtlich Tätige erhalten für ihre Arbeit kein Entgelt oder lediglich eine (gegebenenfalls pauschale) Entschädigung des ihnen tatsächlich entstandenen Aufwandes. Eine solche Aufwandsentschädigung ist steuerfrei und stellt weder Arbeitsentgelt noch Arbeitseinkommen oder vergleichbares Einkommen dar, sodass ein Hinzuverdienst nicht vorliegt. Häufig werden für ehrenamtliche Tätigkeiten aber auch Aufwandsentschädigungen gezahlt, die neben dem tatsächlich entstandenen Aufwand auch die aufgewendete Zeit und Mühe abgelten sollen. Der in der Aufwandsentschädigung enthaltene Anteil für Zeit und Mühe ist grundsätzlich steuerpflichtig. Der steuerpflichtige Teil einer Aufwandsentschädigung kann Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen sein. In Höhe des Arbeitsentgelts oder Arbeitseinkommens liegt Hinzuverdienst vor. Für die Hinzuverdienstprüfung ist daher von dem vom Arbeitgeber bescheinigten Arbeitsentgelt beziehungsweise den im Einkommensteuerbescheid festgestellten Gewinneinkünften auszugehen. Klären Sie mit der Stelle, für die Sie das Ehrenamt ausüben wollen, welche der geschilderten Varianten vorliegt. Liegen Sie mit Einkünften aus Selbstständigkeit und ggf. anrechenbaren Einkünften aus dem Ehrenamt innerhalb der 450 Euro-Grenze, wird man generell eine Tätigkeit mit weniger als 15 Wochenstunden unterstellen. Zu Ihrer Absicherung empfehle ich Ihnen, eine schriftliche Anfrage beim Rentenversicherungsträger zu machen.

Danke für die Antwort.
Da ich wie gesagt das Ehrenamt schon länger inne habe wurde früher ( als ich noch nicht krank war ) diese Aufwandsentschädigung generell von meinen Steuerberater ordnungsgemäß verbucht. In der Aufwandsentschädigung sind in der Tat zweierlei Dinge enthalten: Km- Geld oder das Busticket und " Zeitgeld" für die Tätigkeit.
Es wurde aber nicht monatl. ausgezahlt, manchmal wurden die Zeiten gesammelt und dann sogar erst ein halbes Jahr später zusammen ausgezahlt. Das Ehrenamt ist nicht Pflicht, man schreibt sich da ein, wie man Zeit hat und kann. Daher ist es gut für mich mit Handicap stundenweise dort was zu machen.
Ich habe damit kein Problem die Höhe der Aufwandentschädigung der DRV zu melden. Ich überschreite zusammen die Hinzuverdienstgrenzen mit dem Ehrenamt und der selbst. Nebentätigkeit nicht.

Aus ihrer Antwort erkenne ich aber das ein Ehrenamt inkl. einer selbstst. Nebentätigkeit bei Erhalt einer EM - Rente rentenunschädlich ist, sofern die Hinzuverdienstgrenzen und 15 h/ Woche nicht überschritten werden.
Man sollte es der DRV aber mitteilen wenn man es vorhat und bestätigen lassen das es OK ist.
Richtig?

von
mark

Habe an die DRV schriftlich angefragt, sobald ich eine Antwort habe teile ich es gern mit.

von
Mark

Ich habe nun das Ergebnis und es ist sicher auch ein Beispiel für viele andere Erwerbsgeminderte die sich irgendwie noch beschäftigen wollen, damit man sich nicht von der Gesellschaft ins abseits gedrängt fühlt.
Mann sollte sich aber unbedingt vorher informieren.
Ehrenämter werden steuerlich unterschiedlich bewertet!
Alles kann man darüber auch im Internet finden.
Ich bin voll Erwerbsgemindert und führe soweit es mir gesundheitsbedingt möglich ist eine selbstständige Nebentätigkeit aus, da mir durch diese Flexibilität die einzige Möglichkeit gegeben ist, überhaupt noch am Berufsleben teilzunehmen. Da gilt auch für mich die 450,00 € Grenze p.M. + 2 x extra.
Da aber nicht in die Knappschaft aus meiner selbstst. geringfügigen Beschäftigung eingezahlt wird, ist man der KV gegenüber meldepflichtig und muss schon bei einem ziemlich geringen positiven Jahreseinkommen anteilig Sozialversicherungsbeiträge abführen.
Das gilt aber nur bei einer selbstst. Nebenbeschäftigung.
Ist aber nachvollziehbar und richtig.
Gegen die Tätigkeit im Ehrenamt, was ich je nach mein gesundheitlichen Befinden zusätzlich ab und zu unregelmäßig ausführen möchte, hat weder die KV noch die DRV was dagegen und geht in Ordnung.

Die steuerfreien Aufwandsentschädigungen im Ehrenamt stellen nach ausdrücklicher gesetzlicher Bestimmung bis zu den genannten Höchstbeträgen kein Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung dar. Beiträge zur Kranken-, Renten-,Pflege- und Arbeitslosenversicherung fallen nicht an.

Es ist kein Arbeitseinkommen im Sinne des § 96 a SGB VI.
Ist die Aufwandsentschädigung von mtl. 200,-EUR steuerfrei, zählt sie nicht zum Einkommen von 450,- EUR dazu!

Das gilt aber nur bei bestimmten Ehrenämtern,( wie bei meinen ) bei andern Ehrenämtern kann eine niedrigere Pauschale gelten!

Ich habe damit meinen Weg gefunden, trotz meiner dauerhaften Schwerbehinderung und Dauerberentung überhaupt etwas , auch wenn es unregelmäßig ist, zu machen.