Eigener Fehler bei Heilstättenänderungsantrag, was nun?

von
Selbst schuld

Hallo zusammen,

Danke für eure Hilfe vorab.

Gemeinsam mit meinem Suchtberater habe ich medizinischen Reha-Antrag gestellt.

Wurde aber nicht auf das Recht auf Wunschklinik hingewiesen. (ging also ohne Wunschklinik raus).

Zunächst wurde mir eine Klinik in der Nähe meines alten Bundeslandes vorgeschlagen, welches ich bewusst verlassen habe (wegen meiner Vergangenheit).

Dann habe ich Heilstätten Änderungs Antrag mit falschen Vorschlägen gestellt.

Heute kam die ernüchternd Antwort.

Meine Wunschklinik wurde wegen der falschen Indikation der abgegebenen Wunschkliniken abgelehnt.
(das war meine Schuld, ich dachte mit Suchtklinik und einer der Indikationen klappt das).

Ich habe nur noch zwei Bezugspersonen die von der jetzt bewilligte Klinik 3.5std und 7 Std entfernt leben.

Regelmäßige Besuche sind so aber nicht möglich da in der Klinik keine Übernachtungsmöglichkeit vorhanden ist und beide auf die ÖPNV angewiesen sind (Bushaltestelle ist 2km weit).

Sie haben aber nicht die Mittel um zu kommen.

Daher hoffe ich irgendwas machen zu können. Ist nun nur noch Widerspruch möglich? (also via. Soz. Gericht?)

Kann ich erneut Heilstättenänderung beantragen (diesmal richtig).

Ich bin als Abhängiger ziemlich unsicher und mittlerweile merke ich wie meine depressive Phase wieder schlimmer wird.

Ich sehe so keinen Fortschritt, ich will was ändern. Aber unter den Voraussetzungen sehe ich das als nicht machbar.

Ich würde schon lieber in die Klinik in meiner alten Umgebung gehen als in diese.

Was kann ich noch tun?

Vielen Dank

von
Siehe hier

Zitiert von: Selbst schuld
...
Ich habe nur noch zwei Bezugspersonen die von der jetzt bewilligte Klinik 3.5std und 7 Std entfernt leben.

Regelmäßige Besuche sind so aber nicht möglich da in der Klinik keine Übernachtungsmöglichkeit vorhanden ist und beide auf die ÖPNV angewiesen sind (Bushaltestelle ist 2km weit).

...
Ich sehe so keinen Fortschritt, ich will was ändern. Aber unter den Voraussetzungen sehe ich das als nicht machbar.

Ich würde schon lieber in die Klinik in meiner alten Umgebung gehen als in diese.

Was kann ich noch tun?

Vielen Dank

Hallo Selbst Schuld,
Sie sollten nun in erster Linie an sich denken und nicht an Ihre Bezugspersonen. Die werden Sie vermutlich ohnehin aufgrund der diversen Einschränkungen wegen 'Corona' gar nicht regelmäßig besuchen können. Aus der Welt sind die deshalb trotzdem nicht, gibt ja Telefon und Internetkontaktmöglichkeiten.
In die Nähe des alten Bundeslandes wollten Sie zunächst ganz bewusst nicht.
Dann bleiben Sie doch dabei!
Und sehen es als neue Chance für sich selbst.
Mal ganz weg von den 'alten Gewohnheiten' und unter fachkundiger Anleitung (Therapeuten) neue Perspektiven entdecken.
Es gibt zwar sicherlich die Möglichkeit (auch ohne Gericht), das noch mal zu ändern... mithilfe Ihres Suchtberaters... aber das verzögert die Sache nur noch weiter und ist sicher nicht hilfreich, wenn Sie diese Situation ohnehin schon deprimiert.

Machen Sie einfach, packen Sie Ihre Sachen und fahren dorthin - also in die nun bewilligte Klinik.
'Ich bin dann mal weg'.
Und nehmen Sie alles offen und neugierig an, was Ihnen dort geboten wird.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Erfolg!

Experten-Antwort

Hallo Selbst Schuld,

einem Antrag auf eine Wunschklinik wird prinzipiell stattgegeben, wenn er berechtigt ist. Die Entscheidung hierüber trifft aber letztendlich immer der zuständige Kostenträger. Entscheidend ist u. a. dabei, ob die gewünschte Einrichtung indikationsgerecht ist, d.h. ob die Einrichtung die Erkrankung behandeln kann, an welcher man leidet.

Gegen die Entscheidung Ihres Kostenträgers können Sie Widerspruch erheben. Dafür sind gewisse Fristen einzuhalten (Siehe Bescheid des Kostenträgers). Sind diese Fristen abgelaufen, können Sie aber trotzdem jederzeit auch noch einen Überprüfungsantrag stellen. Hierbei hilft Ihnen sicherlich auch Ihr Suchtberater.

Weiterhin sollten Sie beachten, dass nach einer Bewilligung einer Leistung zur medizinischen Rehabilitation durch die Rentenversicherung diese zeitnah angetreten werden soll. Jeder weiterer Antrag verzögert die Aufnahme und damit die notwendige Rehabilitation.

Während der Leistung stehen Ihnen unter bestimmten Voraussetzungen sogenannte Familienheimfahrten zu, wenn Sie eine Kostenzusagen von einem Rentenversicherungsträger erhalten haben. An Stelle dieser können auch Besuchsfahrten übernommen werden. Hier trägt dann der Rentenversicherungsträger die Reisekosten. Nähere Ausführungen dazu enthält in der Regel der Bewilligungsbescheid. Auch die Rehabilitationseinrichtungen halten entsprechende Informationen bereit. Inwieweit dies jedoch unter den aktuellen Corona-Bedingungen realisiert werden kann, ist wiederum abhängig vom aktuellen Pandemiegeschehen. Hierzu erhalten Sie dann ebenfalls Informationen von der Rehabilitationseinrichtung.

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