eingeschränkte Wegefähigkeit

von
benny

Guten Tag
im Gerichtsgutachten wurde eine eingeschränkte Wegefähigkeit festgestellt auch selber auto fahren geht nicht mehr.
(500 m mit pausen und gehhilfen in 30 min)
öffentliche Verkehrsmittel können genutzt werden.
Außerdem habe ich keinen Arbeitsplatz.
Welche Anweisungen haben in so einem Fall die Rentenversicherer.
mfg benny

von
Achill

Auf welche Themen bezogen?

von
benny

Habe einen Antrag auf EU-Rente gestellt.
mfg

von
Cassandra

Mmmh, Ihre Angaben sind sehr spärlich für eine hilfreiche Antwort.
Haben Sie vor Gericht wegen der Ablehnung der Rente gestritten ?
Die eingeschränkte Wegefähigkeit kann natürlich ein Argument sein, welches berücksichtigt werden soll.
Aber wenn ich z.B. an eine querschnittsgelähmte Person ohne Führerschein denke, spricht trotzdem nichts dagegen, dass eben diese Person Vollzeit einen Bürojob ausüben kann.

von
benny

ja ich klage vor gericht, wegen EU-Rente. ja es stimmt es gibt sicherlich Querschnittsgelähmte die arbeiten, ich wollte auch nur wissen ob es dazu Arbeitsanweisungen der Rentenverischerer gibt.
Vielen Dank

von
Achill

Nein gibt es nicht, jeder Fall eines Versicherten wird als Einzelfall betrachtet. Zum "Glück" ist noch nicht jeder Mensch gleich.

von
benny

das stimmt.
vielen Dank

von Experte/in Experten-Antwort

Jeder Fall wird individuell geprüft.

von
PXY

Eingeschränkte Wegefähigkeit führt zur Rente wegen voller Erwerbsminderung

In § 43 Absatz 2 Nr. 1 SGB VI ist geregelt, dass Versicherte, die voll erwerbsgemindert sind, einen Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung haben und dies bis zum Erreichen der Regelaltersrente!

Voll erwerbsgemindert ist derjenige, der unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes nicht mehr mindestens 3 Stunden täglich arbeiten kann.
... Gründe hierfür müssen Krankheiten oder Behinderungen sein, die für nicht absehbare Zeit, also nicht nur vorübergehend, vorhanden sind.
Selbstverständlich muss der Arbeitsplatz überhaupt erreicht werden können. Dies ist dann nicht mehr der Fall, wenn der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, täglich mindestens vier mal die Wegstrecke von 500m innerhalb von 20 Minuten zu bewältigen.
Kann dies nicht mehr geleistet werden, dann liegen nach BSG-Rechtsprechung trotz eines vollschichtigen Leistungsvermögens grundsätzlich die Voraussetzungen für eine volle Erwerbsminderung vor.
Allerdings kann der Leistungsträger, also etwa die Deutsche Rentenversicherung, diese Wegeunfähigkeit auch wieder beseitigen.
Dies geschieht durch Gewährung geeigneter Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.
Der Leistungsträger kann z. Bsp. zeitlich befristet Beförderungskosten übernehmen, auch die Nutzung eines PKWs, bei dem nicht der Versicherte der Halter sein muss, über den er aber jederzeit verfügen kann, stellt die Wegefähigkeit wieder her.

Der 13. Senat des Bundessozialgerichtes (BSG) hat im wesentlichen die bisherige Rechtsprechung mit seinem Urteil vom 12.12.2011 bestätigt. Allerdings wurde hier auch klar aufgezeigt, wodurch die Wegefähigkeit wieder hergestellt werden kann.

von
benny

Ich bedanke mich für die zahlreichen Antworten.
LG