Eingliederungszuschüsse

von
ichbins

Hallo!

ich Interessiere mich wie das mit der Eingliederungszuschüsse an Arbeitgeber zu verstehen ist. ich habe jetzt auf der Homepage DRV-N gesucht, aber nichts Passendes gefunden.

Könnte mir jemand sagen, unter welchen Voraussetzungen man dies beantragen kann?
Was kann man wie lange bekommen, besser der Betrieb?

von
Nix

Wurde Ihnen vom RV-Träger ein Bescheid "Vermittlung leidensgerechter Arbeitsplatz" erteilt, dann sagt Ihnen der RV-Träger zu:

Wir erklären uns bereit, Lohnzuschüsse an den Arbeitgeber zu leisten, wenn Sie einen solchen finden(Einstellungsbereiter Arbeitger), der bereit ist, SIE IN EIN DAUERARBEITSVERHÄLTNIS zu übernehmen.

Haben Sie also einen Arbeitgeber gefunden, der Sie DAUERHAFT IN EIN ARBEITSVERHÄLTNIS übernehmen möchte, dann gewährt der RV-Träger auf Anfrage des Arbeitgebers einen Eingliederungszuschuss.

Der sieht in der Regel wie folgt aus:

Zuschuss in Höhe von 50% des Bruttogehaltes zzgl. SV-Beiträge für die Dauer von 6 Monaten

oder

100% des Gehaltes für 3 Monate...

Das ist Verhandlungssache. Der Fachberater für Rehabilitation der Rentenversicherung setzt sich mit dem Arbeitgeber telefonisch in Verbindung, nachdem der Arbeitgeber sich beim RV-Träger schriftlich gemeldet hat und eine Arbeitsplatzbeschreibung mit Angaben zur Gehaltshöhe abgeliefert hat.

Aber: ES MUSS ein DAUERARBEITSVERHÄLTNIS sein.

Zeitlich befristete Arbeitsverträge werden nicht bezuschusst ebensowenig wie Teilzeitjobs etc.

Und die von Ihnen zu verrichtende Tätigkeit muss aus medizinischer Sicht leidensgerecht sein. Das heisst: Sie müssen die Tätigkeit aufgrund Ihrer Leiden ohne Probleme bewältigen können.

Das Problem:
Kündigt Ihnen der Arbeitgeber kurze Zeit später, dann liegt der Verdacht nahe, dass er nur die Lohnzuschüsse kassieren wollte.

Ein Rechtsanspruch, sich diesen bezuschussten Dauerarbeitsplatz einzuklagen besteht nicht.
Eine Kündigung kann immer mit der Begründung "schlechte Auftragslage" ausgesprochen werden und die Firma hat eine billige Arbeitskraft gehabt.

Ich wünsche Ihnen dennoch viel Erfolg!

Viele Grüsse
Nix

Experten-Antwort

Hallo ichbins,

im Rahmen der Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Rehabilitation) können zur beruflichen Wiedereingliederung Zuschüsse zur Einarbeitung in einem neuen Berufsfeld an den Arbeitgeber gezahlt werden, wenn der Antragsteller aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist seine bisher überwiegend ausgeübte Tätigkeit auszuüben. Die Dauer und die Höhe des Zuschusses an den Arbeitgeber wird durch den Rehabiliationsberater nach den Erfordernissen des Einzelfalles festgelegt.

Entsprechende Förderungen können über den Rentenversicherungsträger (der Antragsteller/ Versicherte muss i.d.R. eine Versicherungszeit von 15 Beitragsjahren erfüllt haben) und die Agentur für Arbeit erfolgen. Beratungen hierzu führt jede Reha-Service-Stelle durch. Ihre örtliche Beratungstelle finden Sie über das Internet unter http://www.deutsche-rentenversicherung.de. Im Service-Menü Beratung, unter Beratungstellensuche, wählen Sie die Reha-Servicestellensuche unter Angabe Ihres Wohnortes bzw. der Postleitzahl aus. Bitte lassen Sie sich hierzu gezielt beraten.

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