Einkommensermittlung Riester ALG 1

von
Hansdampf

Alle bisherigen Recherchen zum Thema waren leider erfolglos:
Bei der Einkommensermittlung für den zu leistenden Riesterbeitrag werden außer dem sozialversicherungspflichtigen Einkommen (SV-Brutto) auch z. B. anteiliges Einkommen aus Arbeitslosengeld 1 des Jahres hinzugezogen.
Welcher Betrag des ALG ist hier zu verwenden:
- der tatsächlich ausgezahlte Leistungsbetrag,
- der vom Amt an den Rentenversicherer gemeldete Betrag der geleisteten Rentenversicherungsbeiträge?

Im konkreten Fall erfolgte eine Kürzung der Zulage, die evtl. mit falscher Anwendung des ALG 1 - Betrages zusammenhängt.
Vielen Dank für die Aufklärung!

Experten-Antwort

Maßgebend für den individuell zu ermittelnden Mindest-Eigenbeitrag ist die Summe der in dem Beitragsjahr vorangegangenen Kalenderjahr erzielten beitragspflichtigen Einnahmen im Sinne des SGB VI.

Sonderregelungen sind z.B. für Bezieher von Arbeitslosengeld I zu beachten. Hier werden beitragspflichtige Einnahmen zugrunde gelegt, die regelmäßig höher sind als der Zahlbetrag der Entgeltersatzleistung. In diesem Fall ist der Betrag der Entgeltersatzleistung (hier: Arbeitslosengeld I) für die Berechnung des Mindest-Eigenbeitrages zu berücksichtigen, wenn die beitragspflichtigen Einnahmen höher sind.

Es gilt aber mindestens ein Mindest-Eigenbeitrag in Höhe des sogenannten Sockelbetrages von 60,- € im Jahr.

von
Hansdampf

Vielen Dank für die ausführliche Auskunft. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist nur der tatsächlich ausgezahlte Leistungsbetrag des ALG 1 für die Einkommensermittlung relevant.
Sobald ich die Bescheinigung nach § 92 EStG in der Hand habe, werde ich über meinen Riester-Anbieter bei der Zentralen Zulagenstelle nach § 90 Abs. 4 EStG die Festsetzung der Zulage für das betreffende Beitragsjahr beantragen.
Da ich nach wie vor in der Lage bin, zwei Zahlen zu addieren und von der Summe 3 % zu berechnen, wird es wohl dann eine Korrektur geben.

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