Einkommenssteuererklärung

von
Monika

Kann mich jemand informieren was ich tun muss, um von der Veranlagung zur Einkommenssteuer befreit zu werden. Habe seit 5 Jahren ein Negativeinkommen.

von
Tanja

Muss ein Rentner (80 Jahre, verwitwet, mit 65 Jahren in Rente gegangen) eine Steuererklärung abgeben oder ist das neue Gesetz nur für welche die jetzt in Rente gehen bzw. im letzten Jahr in Rente gegangen sind?

von
Chris

Dazu sollten Sie ihr Finanzamt oder ggf. Steuerberater fragen.

von
Schiko.

Freue mich, Stellung nehmen zu können, nütze natürlich auch die Gelegen-
heit zu anderen Dingen Stellung zu nehmen.

Vermutlich machen Sie jährlich die Steuererklärung ohne das es zur Er-
stattung oder Nachzahlung von Steuern kommt.
Hier und anderswo wird immer wieder behauptet, das Finanzamt wird von
sich aus tätig und teilt mit, dass die Erklärung nicht mehr notwendig.

Dem ist leider nicht so, will dies aber nicht zum Vorwurf machen. Solche
Vorgänge sind auch der Grund warum ich mich leidenschaftlich in Steuer-
sachen engagiere, hier und anderswo.
Die Beamten beim Finanzamt sind wirklich überlastet. Mein Rat,
schreiben Sie an das zuständige Finanzamt und bitten Sie
um Löschung Ihrer Steuernummer, da ja laut Einkommensteuerbescheid
das zu versteuernde Einkommen unter 7.664 liegt der Betrag erhöht sich
sogar auf 8004 ab 1.1.2010, verlangen Sie auch eine entsprechende Be-
stätigung dieser Löschung.

Habe soeben an das Finanzamt einen Widerspruch gessandt, da der Sach-
bearbeiter die Ausstellung einer NV-Bescheinigung für die Mutter meines
Schwiegersohnes ablehnte.
Tatbestand, das zu versteuernde Einkommen liegt bei 5.119 Euro. Dies
schreibe ich doch nicht um mich ins Licht zurücken, vielleicht ist dies
brauchbar für andere Menschen.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Monika

Hallo Schiko,
habe die Antwort nicht ganz verstanden. Soll ich einen formlosen Antrag beim Finanzamt stellen oder das Formular: "Antrag auf Aufstellung einer Nichtveranlagungsbescheinigung"ausfüllen und einreichen?
mfg

von
Schade

rufen Sie doch morgen früh um 8 beim Finanzamt an - dann sollte doch innerhalb 5 Minuten alles klar sein.

Was soll diese Frage im Rentenforum?

von
Monika

Hallo Schade,
warum so unfreundlich. Ich habe eine Rente wegen Erwerbsunfähigkeit und bin seit 5 Jahren verwitwet.
Bin für jede Unterstützung dankbar und wußte mir im Moment keinen anderen Rat.
Schönen Abend
mfG

von
Schiko.

Natürlich nur den formlosen Antrag, wenn Sie bisher eine Steuererklärung
abgegeben haben.

Der Schlenker Nichtveranlagungsbescheinigung hat mit Ihnen überhaupt
nichts zu tun, es sei, Sie hätten im Jahr höhere Zinsen als 801 Euro.

Dieser Vermerk sollte bloß eine Hinweis sein für Personen die Antrag auf
NV-Bescheinigung gestellt haben, diese aber abgelehnt wurde, nachrechnen
( Widerspruch) lohnt sich oft.

Mit freundlichen Grüßen

von
Paula

Hallo Monika,
ich würde den Antrag nicht formlos stellen. Dies gibt sicher Rückfragen.
Holen Sie sich den Antrag einfach aus dem Internet:
https://www.formulare-bfinv.de/ffw/form/display.do?%24context=0

Paula

von
Schiko.

Es ist ein großer- auch oft verbreiteter Irrtum hier und anders wo - das alle
Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen.

Für die gesetzliche Rente gilt ab 2005 Rentenbeginn und für Bestands-
rentner eine lebenslanger Freibetrag mit 50%.
Dieser ermäßigt sich bei Rentenbeginn ab 2006 auf 48%, 2007 a/46 %
usw.

Im Unterschied dazu gibt es noch für Privatrenten die Ertragsanteil -
berechnung, maßgebend das Alter bei Rentenbeginn. Diese Berechnung galt bis 2004 auch für die gesetzliche Rente.
Sogar verbessert, mit 65 Jahren in Rente 18%, früher waren es 27% , mit
64 Jahren 19% usw.

Hat Ihr Vater eine Bruttorente von 18.000 im Jahr sieht dies so aus:

9.000 aus 18.000 steuerpflichtig minus
1.827 10,15 % absetzbar für Kranken/Rentenversicherung aus 18.000
102 Werbungskosten Rente
36 Pauschbetrag Sonderausgaben, somit

7.035 steuerpflichtig. Kein Steueranfall, da 7.664 Freibetrag gilt, Erhöhung
ab 1.1.2010 sogar auf 8.004 / 16.008 led./vh.

Wäre das zu versteuernde Einkommen höher als 7.664 müsste er-
unabhängig vom Alter- eine Steuererklärung einreichen.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Schiko.

Vielen Dank Frau Paula für Ihren interessanten Hinweis.

Leider habe ich aber keinen Vordruck gefunden für die Löschung
einer Steuernummer. Verstehe auch nicht warum es zu Rückfragen kom-
men sollte.
Das Finanzamt kann doch im Akt jederzeit das zu versteuernde Einkommen
feststellen.
Vermute deshalb wir sprechen von zweierlei Dingen, ich meinte es so:
An das Finanzamt.... . Steuernummer........

Seit Jahren reiche ich eine Steuererklärung ein und es stellt sich heraus,
dass mein zu versteuerndes Jahreseinkommen den Grundfreibetrag von
derzeit 7.664 wesentlich unterschreitet.

Ich bitte Sie deshalb meine Steuernummer zu löschen, somit bleibt Ihnen
und mir künftig unnötige Arbeit erspart.
Bestätigen Sie mir bitte die Löschung der Steuernummer.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Steuererkärer

Lieber Herr Schiko.

"Der Schlenker Nichtveranlagungsbescheinigung hat mit Ihnen überhaupt
nichts zu tun, es sei, Sie hätten im Jahr höhere Zinsen als 801 Euro.". Das bedard eines Nachtrags:

Zinseinnahmen zählen zum zu versteuernden Einkommen. Es gibt Rentner mit Mini-Rente aber Zinseinnahmen die den Freibetrag (801/1602) um ein Vielfaches übersteigen.
Umgegehrt gibt es Mini-Zinseinnahmen (unter 801/1602 pro Jahr), aber hohe Renten. Die Summe machts, nicht die Quelle. Denken Sie auch an Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Forst- und Landwirtschaft.

Nich veranlag wird also nur, wer unterghalb der Sreuer"freigrenzen" zu erklären hat und dies aucgh belegt.

von
BULLY

Wenn Sie einige Jahre einen Steuerausgleich als Rentnerin erbracht haben. können Sie sich befreien lassen - wenn Sie keine Steuern nachzahlen müssen. Auf Antrag bei Ihrem Finanzamt. Auserdem können Sie sich eine Nichtveranlagungsbescheinigung Anfertigen lassen das Sie keine Abzüge bei den Ertragsteuern haben.

von
BULLY

Nichtveranlagungsbescheinigung für 3 Jahre.
Steuerbefreiung ohne begr. - wenn keine großen Mehreinkünfte zu erwarten sind.

Experten-Antwort

Hallo Monika,

sorry, aber im Rahmen dieses Forums zur Rentenversicherung und Alterssicherung können und dürfen wir leider keine Fragen zum Steuerrecht beantworten. Mir bleibt daher nur, Sie an Ihr zuständiges Finanzamt zu verweisen.

von
Schiko.

Danke für Ihre besonderen Hinweise, war mir nicht ganz unbekannt.

Da rennen Sie bei mir offene Türen ein. Habe hier schon oft berichtet,
gerade Rentner mit geringer Rente aber höheren Zinsen als 801/1602
können noch bis 2004 zurück die von der Bank abgeführte Steuer plus
0,5 % je Monat zurückholen.

Veranlagt werden kann nur der, der eine Steuererklärung abgibt oder
vom Finanzamt zur Abgabe aufgefordert wird.
Liegt jemand unterhalb der Grenzen nach Grund-und Splittingtabelle
hat er dies nicht zu belegen
Die Antwort für Monika sollte nur ein Hinweis sein, dass die Steuerer-
klärung auch bei geringer Rente lohnend ist, wenn die Bank 30% Steuer
abführen musste.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Schiko.

Verzeihung, wenn ich dies doch ein bischen anders sehe.
"Wenn Sie keine Stauerausgleich erbracht haben" Sie meinten doch sicher ,
wenn die Einkommensteuererklärung weder Nachzahlung noch Rück-
zahlung erbrachte.
Bezüglich der Ertragssteuern- Sie meinten wohl Zinsen, Dividenden neuer-
dings Kursgewinne aber auch Miete.
Das Finanzamt stellt gar keine NV-Bescheinigung aus, wenn die Freibeträge
801 / 1602 led.vh. nicht überschritten werden. Dies wäre auch wirkungslos,
da ja die Bank keine Steuer abführen musste.

Sinn ist es ja gerade, die NV. zu beantragen wenn diese Freibeträge überschritten werden und die Bank bis zu 28% von den übersteigenden Beträgen Steuer abführen muss.

Wird das Existenzminimum des steuerpflichtigen Einkommen von jährlich
8.004/ 16.008 ( Neu) nicht erreicht, ist also noch Platz für mehr Zinsen .

Liegt der Bank die NV. vor ist dies praktisch ein Freibrief, Steuerabführung
anonym an das Finanzamt entfällt.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Monika

Vielen lieben Dank an alle, die mir geantwortet haben. Bin seit heute befreit von der Abgabe der Einkommenssteuererklärung.

von
BULLY

Ich stimme Ihnen voll zu was Sie schreiben.
Ich meine zu Wissen das man bis zu 8000€ an Dividenden ( mit NV Bescheinigung ) als Rentner einstreichen kann.

von
Schiko.

So ganz stimmt dies leider nicht, deshalb ein Rechenbeispiel.

Nehme mal an, die Jahresrente wird seit 2005 in Höhe von
6000 Brutto gewährt, somit 50 % Steueranteil. Hinzu kommen
noch 8430 Jahreszinsen:

3.000 50% von 6.000 Rente
8.430 Zinsen

11.430 Bruttoeinnahmen davon abgezogen
00.609 10,15 % für Kranken/Pfegeversicherung
00.802 Freibetrag für Zinsen
01.900 Altersentlastungsbetrag ( 8430./. 802) für Zinsen. Höchstmöglicher Betrag-wird auch abgespeckt.
00.102 Pauschbetrag Rente
00.36 Pauschbetrag Sonderausgaben.
07.981 tatsächlich zu versteuerndes Einkommen. Für 2008 gelten noch
7.664 als Steuer unbelastet.

Dies Ausrechnung hat nichts mit Steuerberatung zu tun, dies wurde mir
auch persönlich ( Neujahrsempfang) durch den neuen FM. Fahrenschon
bestätigt.

Mit freundlichen Grüßen.