EM / Berufsunfähigkeitsrente Ablehnung

von
Andy

Hallo,

vielleicht kann mir ja hier jemand weiterhelfen?

Ich bin 59 Jahre alt (in Juli werde ich 60) und seit 2006 erhalte ich eine befristete volle EM-Rente. Zuerst bis 2009 befristet und dann wurde die Rente um weitere 3 Jahre verlängert, also bis 02/2013.

Mein zweiter Antrag auf Weiterzahlung wurde leider abgelehnt mit der Begründung, dass ich leichte Arbeiten mindestens 6 St. täglich ausüben kann. Was überhaupt nicht stimmt, da ich Schwerbehindert (50 GdB) und immer noch krank bin.

Da ich vor 1961 geboren wurde, wurde gleichzeitig geprüft ob ich eventuell Anspruch auf eine Berufsunfähigkeitsrente habe. Die Rente wurde auch abgelehnt mit der Begründung, dass ich zwar mein Beruf als Schweißer nicht mehr mindestens 6 Stunden täglich ausüben kann, laut DRV jedoch noch mindestens 6 Stunden täglich als Löter arbeiten kann, also habe ich kein Anspruch auf eine Rente wg. teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit.

Es wurde auch nicht geprüft ob ich tatsächlich einen Arbeitsplatz als Löter haben oder finden kann. Ich werde Widerspruch einlegen, aber es wird bestimmt lange dauern.

Vor der Rente war ich fast 76 Wochen krank geschrieben und ALG1 habe ich auch zum größten Teil (aber nicht voll) ausgeschöpft.

Meine Fragen sind:

1. Soll ich mich als Arbeitssuchend (ohne Anspruch auf ALG1) beim Arbeitsamt melden oder habe ich nach 6 Jahren Rente Anspruch auf ALG1? Rest von damals oder neue Anspruch?

2. Wie sieht es mit meiner Krankenversicherung aus? Werde ich als Arbeitssuchender oder Rentner weiter krankenversichert sein oder werde ich ausgesteuert?

3. Habe ich überhaupt noch Anspruch auf Krankengeld, Blockfrist ist doch 3 Jahre, oder?

4. Wie kann es eigentlich sein, dass die DRV sagen kann, dass ich als Schweißer nicht mindestens 6 St. arbeiten kann, aber als Löter schon? Dabei bin ich vom Beruf kein Löter, sondern Schweißer und ich kenne mich mit dem Löten gar nicht aus – abgesehen davon, dass es heutzutage keine reinen Löter mehr gibt, da Löten heutzutage eine Nebentätigkeit ist die in anderen Berufen, wie Elektroniker, Feinmechaniker, TV Reparatur Dienst, benötigt wird.

5. Ich könnte eventuell ab 03/2014 eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen beantragen aber ich weiß nicht, ob ich die Mindestversicherungszeit (Wartezeit) von 35 Jahren erfülle. Wird die Zeit in dem ich die EM-Rente erhalten habe (6 Jahre) auch zu diesen 35 Jahren Wartezeit dazu gezählt?

Vielen Dank im Voraus!

von
Amos Glad

" Was überhaupt nicht stimmt, da ich Schwerbehindert (50 GdB) und immer noch krank bin."

Ihre Schwerbnehinderung ahat uf die EM-Rente und deren Verlängerung keinen Einfluss . Da sind Sie aber völlig falsch gewickelt.

von
Herrenwitz

Gehen Sie zu einem Anwalt ( haben Sie ja vielleicht sogar schon wegen dem Widerspruch ? ) und lassen sich beraten. Ihr Fall ist viel zu kompliziert um dazu hier vernünftig Auskunft geben zu können.

von
Pitzelplatz

zu 1 :
" Die Zeit des Bezugs einer Rente wegen voller Erwerbsminderung gilt nach § 26 Abs. 2 Nr. 3 des dritten Sozialgesetzbuchs als versicherungspflichtig in der Arbeitslosenversicherung. Dazu werden von der RV während der Zeit der Berentung pauschalierte Beiträge abgeführt. Das trifft allerdings nur dann zu, wenn die Betroffenen unmittelbar vor dem Bezug der Rente als Arbeitnehmer versicherungspflichtig beschäftigt waren oder Arbeitslosengeld I bzw. Krankengeld erhalten hatten."

Über die genaue Länge dieser durch die Zeit der EM-Rente neu erworbene ALG I Anspruchsdauer kann ihnen aber nur ihre Agentur für Arbeit genaue Auskunft geben.

http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/03/index.php?norm_ID=0302600

Haben Sie noch eine Restanspruchsdauer ALG I von vor Rentenbeginn, behalten Sie diesen, da der Rentenbezug die Frist für den Bemessungszeitraum für das ALG I verlängert . Normalerweise erlischt zwar ein ALG I Anspruch 4 Jahre nach seiner Entstehung. In dem Fall einer EM-Rente aber wird diese Frist entsprechend verlängert. Sie behalten also die Restanspruchsdauer über die 4 Jahre hinaus ( also solange wie ihre Rente gelaufen ist ) und haben zusätzlich noch durch die Rente einen neuen ALG I Anspruch erworben über deren genaue Länge ihnen ihre AfA dann genau Bescheid geben kann/wird., wenn Sie das ALG I beantragen.

http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/Merkblatt-Sammlung/MB-f-Arbeitslose.pdf

zu 2 :
Wenn Sie ALG I bekommen sind Sie natürlich daddurch dann auch weiterhin krankenversichert.

zu 3 :
Krankengeld erlischt nach Ablauf der starren 3 jährigen Blockfrist. Trotztdem sollten Sie bei ihrer Kasse anfragen ob noch der Restanspruch geltend gemacht werden kann. Dies ist nämlich rechtlich nicht klar geregelt und im Einzelfall dann zu entscheiden. Einen neuen Anspruch auf Krankengeld erwerben Sieaber durch die Zeit der EM-Rente leider nicht. Hierfür müssten Sie mind. wieder 6 Monate versicherungspflichtig arbeiten.

zu 4 :
Das ist die Entscheidung der DRV. Dagegen können Sie nur rechtlich vorgehen wenn Sie damit nicht einverstanden sind. Es heisst eben : " Der Versicherte durfte demnach nicht mehr im Stande sein, die erlernte oder die zuletzt nicht nur vorübergehend ausgeübte Berufstätigkeit ODER aber eine zumutbare Verweisungstätigkeit auszuüben."
Die Bennenung einer sog. Verweisungstätigkeit was bei ihenn der Fall ist, ist also rechtlich ivöllig n Ordnung.

zu 5 :

Ja. Die Zeit der EM-Rente zählt natürlich zur 35 jährigen Wartezeit für die Rente für Schwerbehinderte Menschen dazu.

von
Pitzelplatz

Hier noch genau Infos zum Thema Verweisgungstätigkeit :

Bei Feststellung der Berufsunfähigkeit wird nach folgendem Schema vorgegangen :

■Feststellung des bisherigen Berufs; so genannter "Hauptberuf",
■Prüfung, welche Arbeiten der Versicherte nach seinem Leistungsvermögen noch verrichten kann
■Prüfung der sozialen Zumutbarkeit,
■Ermittlung des täglichen Leistungsvermögens des Versicherten.

Die Feststellung, ob die Erwerbsfähigkeit eines Versicherten im Vergleich zur Erwerbsfähigkeit von körperlich und geistig gesunden Versicherten mit ähnlicher Ausbildung und gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten auf weniger als sechs Stunden täglich gesunken ist, setzt die Ermittlung des "bisherigen Berufs", das ist der so genannte "Hauptberuf", voraus.

Grundsätzlich ist bei der Prüfung der Verweisbarkeit der Beruf maßgebend, den der Versicherte zuletzt dauerhaft ausgeübt hat . Hat der Versicherte in der Vergangenheit einen höher qualifizierten Beruf ausgeübt, kommt dieser nur dann als Vergleichsmaßstab in Frage, wenn der Versicherte den früheren (höher qualifizierten Beruf )aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben hat - was nachzuweisen ist.

Als Hauptberuf (Vergleichsmaßstab) kommt nur eine solche Tätigkeit in Betracht, die nachweislich vollwertig verrichtet worden ist. Dies ist der Fall, wenn ein Versicherter die für die jeweilige Berufstätigkeit vorgeschriebene Ausbildung erfolgreich durchlaufen hat und nach Beendigung der Ausbildung auch tatsächlich in seinem erlernten Beruf tätig war. Die Dauer der Ausübung der als Hauptberuf in Betracht kommenden Tätigkeit ist jedoch dann von Bedeutung, wenn ein Versicherter die für diesen Beruf erforderliche Ausbildung nicht durchlaufen hat, sondern sich die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten lediglich über eine sonstige Berufsentwicklung angeeignet hat. Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts muss z.B. ein Versicherter, der eine gelernte Tätigkeit mit einer Regelausbildung von mehr als zwei Jahren tatsächlich ausgeübt hat, ohne die hierfür erforderliche Berufsausbildung durchlaufen zu haben, diese etwa zwei bis drei Jahre hindurch verrichtet haben und entsprechend entlohnt worden sein.

Bei Prüfung, ob eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit eines Versicherten zuerkannt werden kann, ist festzustellen, welche Arbeiten der Versicherte nach seinem Leistungsvermögen noch verrichten kann. Das Leistungsvermögen des Versicherten wird durch eine sozialmedizinische Begutachtung festgestellt. Hierbei hat der zuständige Sozialmedizinische Dienst bzw. der Fachgutachter sowohl das negative als auch das positive Leistungsvermögen des Versicherten festzustellen. Er hat also in der medizinischen Begutachtung genau aufzuführen, welchen beruflichen Anforderungen der Versicherte nicht mehr gewachsen ist. Außerdem hat er anzugeben, welche Arbeiten der Versicherte nach seinem Gesundheitszustand noch verrichten kann, wobei die körperliche Belastbarkeit, die geistige Beanspruchung, die tägliche Arbeitszeit und die zusätzlichen Leistungseinschränkungen beim Versicherten eine entscheidende Rolle spielen und deshalb im Gutachten ausdrücklich zu würdigen sind.

Ist ein Versicherter aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr imstande, seinen Hauptberuf auszuüben, so ist zu prüfen, welche Tätigkeiten er noch sozial zumutbar verrichten kann (Verweisungstätigkeiten). Die Verweisungstätigkeiten müssen sowohl objektiv als auch subjektiv zumutbar sein, weil eine Verweisung ansonsten unzulässig ist. Die tatsächliche Ausübung einer sozial nicht zumutbaren Beschäftigung steht einem Anspruch auf Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit selbst dann nicht entgegen, wenn sie vollschichtig ausgeübt wird.

Bei Prüfung der objektiven Zumutbarkeit sind zunächst die beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten festzustellen, die sich der Versicherte im Laufe seines Berufslebens angeeignet hat. Als Verweisungstätigkeiten kommen nämlich nur solche in Betracht, deren Anforderungen den Kenntnissen und Fertigkeiten des Versicherten entsprechen und ihn weder körperlich noch geistig überfordern.

Bei Prüfung der subjektiven Zumutbarkeit sind die Dauer und der Umfang und damit der qualitative Wert der beruflichen Ausbildung für die Ausübung der Hauptberufstätigkeit einerseits und der Verweisungstätigkeit andererseits zu ermitteln. Die Verweisung auf eine Tätigkeit, die den Kenntnissen und Fähigkeiten des Versicherten entspricht und die er nach seinem Gesundheitszustand noch verrichten kann, ist nämlich nur dann zulässig, wenn sie im Verhältnis zum ermittelten Hauptberuf keinen zu großen sozialen Abstieg für den Versicherten beinhaltet. Je höher der qualitative Wert der Hauptberufstätigkeit ist, desto kleiner ist der Kreis der subjektiv zumutbaren Tätigkeiten. Zumutbar ist jedoch nach Abs. 2 Satz 3 der Vorschrift stets eine Tätigkeit, für die der Versicherte durch Leistungen zur beruflichen Rehabilitation mit Erfolg ausgebildet oder umgeschult worden ist.

Für die Beurteilung der qualitativen Bewertung des bisherigen Berufs eines Versicherten (so genannter Hauptberuf) hat das Bundessozialgericht ein Mehrstufenschema entwickelt.

Mehrstufenschema für Arbeiter
■1. Stufe: Vorarbeiter mit Vorgesetztenfunktion bzw. besonders hoch qualifizierter Facharbeiter (z.B. Meister, Hilfsmeister, Hilfspolier mit Weisungsbefugnis auch gegenüber anderen Facharbeitern);

■2. Stufe: Facharbeiter, die einen anerkannten Ausbildungsberuf mit einer Ausbildungsdauer von mehr als zwei Jahren ausüben

■3. Stufe: Angelernte Arbeiter, die einen sonstigen Ausbildungsberuf mit einer Regelausbildung von mindestens drei Monaten bis zu zwei Jahren ausüben und nicht aufgrund ihrer tarifvertraglichen Einstufung zu den Facharbeitern zählen

■4. Stufe: Ungelernte Arbeiter, die einen Beruf ausüben, für den keine Regelausbildung vorgesehen ist. Zu unterscheiden ist jedoch zwischen.

■4.1 ungelernten Arbeitern, die Tätigkeiten verrichten, an die besondere Anforderungen geknüpft sind (z.B. Revisions- und Überwachungsarbeiten, Anlagenkontrolle) und

■4.2 ungelernten Arbeitern, die einfache Arbeiten verrichten.

Um einen Versicherten in die 2. Stufe oder die 3. Stufe einordnen zu können, ist es nicht erforderlich, dass dieser die für den Lehr- oder Anlernberuf vorgesehene Regelausbildung tatsächlich erfolgreich durchlaufen hat. Ein Versicherter ist vielmehr auch dann in eine dieser Stufen einzuordnen, wenn er sich die beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten über eine sonstige Berufsentwicklung angeeignet hat und die als Hauptberuf in Betracht kommende Tätigkeit tatsächlich vollwertig ausgeübt hat.

Eine zumutbare Verweisung im Mehrstufenschema für Arbeiter ist grundsätzlich nur auf Tätigkeiten derselben oder der nächst niedrigeren Gruppe möglich. Außerdem muss der Versicherte imstande sein, die Verweisungstätigkeit nach einer Einarbeitungszeit von längstens drei Monaten auszuüben; hierbei sind seine bisher erworbenen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu berücksichtigen.

von
Andy

Hallo Pitzelplatz,

vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort, da haben Sie mich ein wenig beruhigt.
Es gibt noch ein paar Unklarheiten:

Zu 1:
Ich war unmittelbar vor dem Bezug der Rente als Arbeitnehmer versicherungspflichtig beschäftigt und dann Insolvenz, ALG1- und Krankengeldempfänger.
Ich werde demnächst ALG1 beantragen, nur mein Bedenken ist, dass ich immer noch krank bin und für den Bezug von ALG1 muss ich doch arbeitsfähig sein oder gibt es hier auch irgendwelche Ausnahmen? Muss / soll ich beim Arbeitsamt sagen dass ich wg. der Rentenablehnung ein Widerruf einlegen werde?

Zu 3:
Zitat:"Einen neuen Anspruch auf Krankengeld erwerben Sie aber durch die Zeit der EM-Rente leider nicht. Hierfür müssten Sie mind. wieder 6 Monate versicherungspflichtig arbeiten"
Zählt zu diesen 6 Monaten auch der Bezug von ALG1?

Zu 4:
Ist das korrekt, dass ich lt. DRV in meinem Beruf (als Schweißer über 25 Jahre Berufserfahrung) nicht mindestens 6 St. täglich arbeiten kann, aber als Verweisungstätigkeit (Löter) darf ich länger als 6 St. täglich arbeiten? Ist das zumutbar?

Nicht nur das ich bald 60 Jahre alt werde und es schon wg. meines Alters schwer sein wird einen neue Arbeitsstelle zu bekommen, so wird es mir noch schwerer fallen, wenn ich als sogenannter Löter arbeiten soll. Denn dass ist eine Tätigkeit die ein sehr gutes Fingerspitzengefühl verlangt, welches ich nicht habe.

Kann ich somit dann eine Altersrente wegen Arbeitslosigkeit/geschlossene Arbeitsmarkt beantragen? - Oder sich einfach arbeitslos melden und ab 03/2014 eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen beantragen und kein Widerspruch, keine Klagen, kein Stress usw. einfach Ruhe haben?

Vielen Dank im Voraus.

von
Michl

Hallo Andy,

es bestünde doch noch die Möglichkeit ab 01.08.2013 in die Schwerbehindertenrente mit 10,8 % Abzug (35 Jahre) zu gehen.

Nach so langer Zeit Rentenbezug und in diesem Alter keine Weiterbewilligung der Rente und bei unserem heutigen Arbeitsmarkt, finde ich persönlich bedauerlich und würde auf jeden Fall einen Fachanwalt einschalten.

von
Michl

Zitiert von: Michl

Hallo Andy,

es bestünde doch noch die Möglichkeit ab 01.08.2013 in die Schwerbehindertenrente mit 10,8 % Abzug (35 Jahre) zu gehen.

Nach so langer Zeit Rentenbezug und in diesem Alter keine Weiterbewilligung der Rente und bei unserem heutigen Arbeitsmarkt, finde ich persönlich bedauerlich und würde auf jeden Fall einen Fachanwalt einschalten.

hier findet man den Rentenbeginnrechner:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/sid_4FD06D8B760734D053D3159F2E7618E1.cae02/Allgemein/de/Navigation/5_Services/02_online_dienste/03_online_rechner_nutzen/rentenbeginn_hoehenrechner/Rentenbeginnrechner_node.html

von
B´son

Zitiert von: Michl

Zitiert von: Michl

Hallo Andy,

es bestünde doch noch die Möglichkeit ab 01.08.2013 in die Schwerbehindertenrente mit 10,8 % Abzug (35 Jahre) zu gehen.

Nach so langer Zeit Rentenbezug und in diesem Alter keine Weiterbewilligung der Rente und bei unserem heutigen Arbeitsmarkt, finde ich persönlich bedauerlich und würde auf jeden Fall einen Fachanwalt einschalten.

hier findet man den Rentenbeginnrechner:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/sid_4FD06D8B760734D053D3159F2E7618E1.cae02/Allgemein/de/Navigation/5_Services/02_online_dienste/03_online_rechner_nutzen/rentenbeginn_hoehenrechner/Rentenbeginnrechner_node.html

Diese Auskunft ist leider falsch.
Ein Rentenbeginn 01.08.2013 wäre nur mit Vertrauensschutz (ATZ Vereinbarung vor 12/06) möglich.

von
Michl

Dann hat mein Freund bei der Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung eine falsche Auskunft dort erhalten, da er ebenfalls Baujahr 1953 ist und man ihm sagte, dass es möglich ist in diesem Jahr die Rente zu beantragen. Er arbeitet im Moment noch, hat keine Altersteilzeit sondern nur Schwerbehinderung.

von
B´son

Zitiert von: Michl

Dann hat mein Freund bei der Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung eine falsche Auskunft dort erhalten, da er ebenfalls Baujahr 1953 ist und man ihm sagte, dass es möglich ist in diesem Jahr die Rente zu beantragen. Er arbeitet im Moment noch, hat keine Altersteilzeit sondern nur Schwerbehinderung.

Sagen Sie mir sein Geburtsdatum, dann sage ich Ihnen, wann er in Rente gehen kann ;-)

von
Michl

Geburtstag 19.08.1953

Ich muss ihn heute Abend gleich anrufen, denn er hat sich voll auf die Auskunft der Beratungsstelle verlassen.

von
B´son

Zitiert von: Michl

Geburtstag 19.08.1953

Ich muss ihn heute Abend gleich anrufen, denn er hat sich voll auf die Auskunft der Beratungsstelle verlassen.

Ihr Freund kann (bei Erfüllung der Voraussetzungen : 35 jahre mit Zeiten, mind. 50 % Schwerbehinderung) am 01.04.2014 mit 10,8 % Abschlag in Rente gehen.

Experten-Antwort

Hallo Andy,

bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ich mich als Vertreter der Deutschen Rentenversicherung zu den Fragen eins bis drei nicht positionieren kann. Pitzelplatz dürfte Ihnen allerdings hilfreiche Ausführungen gegeben haben.
Zur Frage 4 können wir ebenfalls keine abschließenden Bemerkungen machen, da wie immer bei Fragen, die einen ermessens- oder Beurteilungsspielraum haben, es letztlich eine ggfs. vor Gericht zu klärende Frage sein wird, ob Sie auf den Beruf des Löters verwiesen werden können. In aller Regel greifen die Entscheider allerdings auf Verweisungsberufe zurück, bei denen Gerichte diesen Verweisungsberuf bereits anerkannt haben. Ob konkret die Entscheidung in Ihrem Fall dennoch „richtig“ erfolgte, kann hier in diesem Forum nicht beantwortet werden.
Zu Frage 5 kann nur zugestimmt werden. Bis zum 60. Lebensjahr zählt ggfs. der Bezug der Erwerbsminderungsrente als Anrechnungszeit wegen Rentenbezugs zu den 35 Versicherungsjahren hinzu.

Zum Beitrag von Michl und B´son sind auch wir der Meinung, dass grdsl als frühestmöglicher Rentenbeginn für die Altersrente der 01.4.2014 gilt. Sofern auf einer Auskunfts- und Beratungsstelle ein anderer Rentenbeginn genannt worden ist, undbedingt dort nochmals nachfragen. Eine Ausnahme könnte z.B. auch für Bezieher von Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus gelten.

von
Andy

Hallo,
vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antworten.
Leider kann ich erst ab 03/2014 eine Altersrente für schwerbehinderte
Menschen mit 10,8 % Abschlag beantragen, früher geht es nicht, weil
ich kein Vertrauensschutz (ATZ Vereinbarung vor 12/06) habe, also
bleiben mir noch volle 12 Monate zu überbrücken.

Ich kann Widerspruch wg. der Ablehnung einreichen und weiter mit DRV
kämpfen oder einfach Aufgeben und mich Arbeitslos melden.

Nach meinen Berechnungen habe ich noch ca. 4 Monate Restanspruch für
ALG1 vor dem Rentenbeginn behalten (+ 24 Monate für neue Anspruch),
also ca. 28 Monate gesamt.

Ich kann theoretisch zuerst das ALG1 nutzen und erst danach die
Altersrente für schwerbehinderte Menschen beantragen.

Wie hoch wird dann der Abschlag, 10,8 % oder weniger?

Kann mir das jemand bitte beantworten?

Vielen Dank im Voraus.

von
Pitzelplatz

Zitiert von: Andy

Hallo Pitzelplatz,

vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort, da haben Sie mich ein wenig beruhigt.
Es gibt noch ein paar Unklarheiten:

Zu 1:
Ich war unmittelbar vor dem Bezug der Rente als Arbeitnehmer versicherungspflichtig beschäftigt und dann Insolvenz, ALG1- und Krankengeldempfänger.
Ich werde demnächst ALG1 beantragen, nur mein Bedenken ist, dass ich immer noch krank bin und für den Bezug von ALG1 muss ich doch arbeitsfähig sein oder gibt es hier auch irgendwelche Ausnahmen? Muss / soll ich beim Arbeitsamt sagen dass ich wg. der Rentenablehnung ein Widerruf einlegen werde?

Zu 3:
Zitat:"Einen neuen Anspruch auf Krankengeld erwerben Sie aber durch die Zeit der EM-Rente leider nicht. Hierfür müssten Sie mind. wieder 6 Monate versicherungspflichtig arbeiten"
Zählt zu diesen 6 Monaten auch der Bezug von ALG1?

Zu 4:
Ist das korrekt, dass ich lt. DRV in meinem Beruf (als Schweißer über 25 Jahre Berufserfahrung) nicht mindestens 6 St. täglich arbeiten kann, aber als Verweisungstätigkeit (Löter) darf ich länger als 6 St. täglich arbeiten? Ist das zumutbar?

Nicht nur das ich bald 60 Jahre alt werde und es schon wg. meines Alters schwer sein wird einen neue Arbeitsstelle zu bekommen, so wird es mir noch schwerer fallen, wenn ich als sogenannter Löter arbeiten soll. Denn dass ist eine Tätigkeit die ein sehr gutes Fingerspitzengefühl verlangt, welches ich nicht habe.

Kann ich somit dann eine Altersrente wegen Arbeitslosigkeit/geschlossene Arbeitsmarkt beantragen? - Oder sich einfach arbeitslos melden und ab 03/2014 eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen beantragen und kein Widerspruch, keine Klagen, kein Stress usw. einfach Ruhe haben?

Vielen Dank im Voraus.

zu 2 :
Um ALG I beziehen zu können müessen Sie natürlich Arbeitsfähig sein und der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stehen. Die Vorgabe sind da aber nur mind. 3 Stunden pro Tag / 15 Stunden pro Woche. Das müessen Sie erfüllen sonst gibts kein ALG I ! Dies wird bei ihnen unter Umständen durch Einschaltung des med. Dienst der Agentur aber dann geprüft und festgestellt werden. Sie selbst sollten sich aber beim ALG I Antrag bereits auf jeden Fall als Arbeitsfähig erklären, sonst " serviert " man Sie da gleich ab und verweist Sie an die Krankenkasse. Von der Sie aber wohl auch nichts mehr an Krankengeld zu erwarten haben bzw. nur den wenigen Restansporuch ....
Krankengeld ist übriigens vorrangig vor dem ALG I zu zahlen, sodass die Agentur für Arbeit mit ihrer Kasse in Kontakt treten wird um abzuklären in wieweit Sie noch (Rest)Anspruch auf Krankengeld haben. Dieser - falls vorhanden - müsste dann erstmal " genommen " werden, bevor ALG I überhaupt einsetzt. Das ihr Arzt Sie natürlich dann weiter AU schreiben muss um ihr (Rest) Krankengeld beziehen zu können ist ja klar.
Ab Zeitpunkt ALG I Antrag dann auf keinen Fall mehr AU schrieben lassen !!

zu 3 :
Leider nicht. Man muss erst wieder mind. 6 Monate versicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein. Das ist man ja während des ALG I Bezug nun nicht..

zu 4 :
Ja.

zu 5 :

Experten-Antwort

Hallo Andy,

für jeden Monat wo Sie nach dem frühestmöglichen Rentenbeginn in Rente gehen, verringert sich der Abschlag um 0,3 Prozent, also bei vier Monaten um 1,2 Prozent, würde also einen Abschlag von 9,6 Prozent bedeuten.