EM-R. unbefr. zurück in Arbeitsmarkt

von
Klara

Hallo, bin 49 und das 2te Mal im Leben in EM-Rente, diesmal unbefristet. Gibt es Erfahrungswerte über Chancen bei Versuch/Aufnahme von Arbeit auf dem allgem. Arbeitsmarkt mit Beschäftigungszeiten ab 30Stunden/Woche? Reine Arbeitsjahre bisher ca.: 15.

von
AfA

Was wollen Sie uns damt sagen? Was meinen Sie mit das zweite mal EMR? Bekommen Sie jetzt die volle oder die teilweise EMR? Und wie die Chancen stehen erfahren Sie bei ihrer zuständigen Arbeitsagentur für Arbeit. Suche Sie sich doch eine adäquate Arbeitsstelle und dann ist alles.

von
KSC

Zunächst ist wichtig ob es eine volle oder eine teilweise Erwerbsminderung ist.

Und ob Sie Chancen haben weiß keiner im Forum. Testen Sie es, dann wissen Sie es genau.

Bei teilweiser EM können Sie sich auch vom Arbeitsamt helfen lassen.

von
Klara

Ok, an den der schreibt es könne niemand einschätzen. Dies bedeutet dann wohl, dass dazu auch keine Statistiken existieren. Hätte ja sein können.

1. Berentung im Leben war eine befristete volle Erwerbsunfähigkeitsrente, 3 Jahre
2. Berentung im Leben ist eine unbefristete volle Erwerbsminderungsrente, seit 6 Jahren

Zwischen den Renten lagen 3 Jahre Arbeitslosigkeit + ca. 10 Jahre Beschäftigungszeit.

Und an AfA: Wenn das so einfach wäre mit adäquater Stelle + dann ist alles.. (gut?)... würde ich nicht nach Erfahrungswerten fragen.

von
AfA

Okay, Sie sind 49 Jahre jung und sind unbefristet voll erwerbsgemindert. D.h. Ihre Leistungsfähigkeit luegt unter 3 Stunden. Dann frage ich mich warum Sie 6 Stunden pro Tag noch arbeiten können?
Naja, schauen wir mal was die Anderen dazu sagen.

von
Klara

An AfA:
Wie Sie errechnen können, hab ich bei der letzten Runde ca 6 Jahre gebraucht bis 30 Stunden wieder möglich waren, 40 waren nicht zu schaffen in der Branche in der ich war. Damals war ich eine Ecke jünger. Der Arbeitsmarkt ist härter geworden. Jetzt bin ich zwar wieder in EMRente, diesmal unbefristet. Und, ich rede nicht von nächster Woche arbeitsfähig zu sein mit 30 Stunden bei einem AG. Meine Renteninfo ist nicht sehr hoch, meine EMRente liegt noch unter der Grundsicherung. Nach 2maliger Berentung wird ein möglicher Arbeitgeber heutzutage den Lohn versuchen geringer oder höchstens gleich zu halten im Vergleich zum letzten, daher die 30 Stunden. Ich hab auch mal gerne gearbeitet. Es gäbe noch die Variante bis zur Altersrente in einer Werkstatt für Behinderte EPs zu sammeln für die Altersrente, ohne Alternativen auszuloten. Würde Ihnen das besser gefallen?
Mir ist bewußt, sollte nochmaliges Arbeiten zwischen "Halb"- und "Vollzeit" mißglücken, würde die nächste Berentung "wahrscheinlich" niedriger ausfallen.

Genug an Auskunft?

von
W*lfgang

Zitiert von: Klara
Mir ist bewußt, sollte nochmaliges Arbeiten zwischen "Halb"- und "Vollzeit" mißglücken, würde die nächste Berentung "wahrscheinlich" niedriger ausfallen.
Klara,

in Ihrer Konstellation: eher nein. Die Dauer-EM-Rente wird ggf. ruhen (wg. des zu hohen Hinzuverdienstes) und nach Crash/nun geht doch wieder nicht mehr, mit den alten/dynamisierten Werten weiter gezahlt werden.

Gruß
w.

von
KSC

Was nützen Statistiken?

Es wird nicht viele Menschen in D geben die seit 6 Jahren voll erwerbsgemindert sind und (plötzlich?) wieder 30 Wochenstunden arbeiten können.

Wenn Sie arbeiten können dürfen Sie das versuchen - ob dann die Rente wegfällt (oder gekürzt wird) entscheidet die DRV.

von
Klara

Von plötzlich war nicht die Rede, sollte das so rübergekommen sein.
Damals war ich 3 Jahre in EURente, 4 Wochen zu ner Weiterbildung vor Ort, 2 Jahre in der Abendschule während Arbeitslosigkeit (auch zum Durchhaltetrainig, den Wert des Abschlusses dort hatte ich schon durch frühere Ausbildung), immer mal zu nem vhs-Kurs, halbes Jahr als ABM + dann im IT-Support mit 30 Stunden/Woche. Die ersten beiden Jahre waren sehr anstrengend + dabei wurden auch die 30 Stunden immer mal überschritten.

von
Herz1952

Hallo Klara,

Sie sind nicht umsonst "auf unbestimmte Dauer" (befristet gibt es nicht) in voller EM-Rente. Diese wurde ja bereits auf 60 Jahre hochgerechnet. In dieser Beziehung können Sie nichts mehr tun, um diese noch zu erhöhen (es sei denn Sie arbeiten noch wesentlich mehr Stunden und haben womöglich noch einen viel höheren Grundlohn. Die Rente wäre natürlich erst mal weg.

Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind gleich "0". Auch das Arbeitsamt wird Ihnen bei der Vermittlung nicht helfen können (wollen/dürfen). Da hat genügend damit zu tun, arbeitsfähige überhaupt zu vermitteln.

Wenn Sie noch ein paar Euro hinzuverdienen wollen, ist das bei Grundsicherung (gibt es bei voller EM-Rente auf unbestimmte Dauer) allerdings alles andere als "rentable". Sie dürfen z.B. bei einem Minijob auch nicht gerade rentabel, aber möglich. Sie dürfen nämlich, nicht wie ein Hartz-4 Empfänger 100 Euro behalten sondern nur 30 % vom Hinzuverdienst. Bei einem "vollen Minijob" wären das 135 Euro. Bei 100 Euro natürlich nur 30 Euro, die Ihnen verblieben.

Aber, wenn Ihnen zu Hause "die Decke" auf den Kopf fällt, können Sie das natürlich tun. Ich kenne auch H4-Empfänger, die mit einem vollen Minijob arbeiten gehen, weil es Ihnen die Arbeit gefällt und Sie immerhin etwas über 100 Euro zusätzlich haben.

Ich kenne leider die Situation EM-Rente plus Grundsicherung sehr genau. Erfolgt die Rentenerhöhung, wird die Grundsicherung gekürzt. Falls Sie krank sind und nicht arbeiten können, bekommen Sie nicht einmal die nicht verschreibungsfähigen Medikamente bezahlt. Wenn Ihnen in der Mietwohnung etwas kaputt geht, wie z.B. Spüle oder erneuert werden muss bekommen Sie kaum einen Zuschuss, bzw. müssen sich mit dem Grundsicherungsamt "herumreisen". Dies wird oft unterschiedlich gehandhabt. Es gibt Urteile, dass dies unter Umständen bezahlt wird.

Einfacher haben Sie es, wenn Sie noch jemand unterstützen kann. Derjenige darf Ihnen solche Sachen bezahlen, ohne dass es auf die Grundsicherung angerechnet wird. Das nennt sich dann: "Erstattung zweckgebundener Aufwendungen".

Alles Gute für Ihre Gesundheit.

von
Herz1952

Sorry Klara,

es sollte heißen "unbefristet" gibt es nicht. Aber die Rente "auf unbestimmte Dauer" wird im Volksmund oft so benannt.

von
Klara

Vielen Dank Herz1952 für die Details. Meine Grundsicherung ist nicht sehr hoch. Bin in einer Werkstatt für seelisch Behinderte derzeit, noch in den beiden ersten Jahren, das ist die Zeit vor dem eigentlichen Arbeitsbereich. Dass ich bis hierher komme hätte man vor Jahren bei mir noch nicht gedacht. Langsam mache ich mir halt auch wieder Gedanken über die Zeit der nächsten Jahr, nicht nur dieses.
Schöne Grüße.
Klara

von
KSC

Wer mit 49 schon seit 6 Jahren voll Erwerbsgemindert ist und in einer WfbM eingegliedert ist, sollte sich auch mit dem Gedanken anfreunden, dass sich das wohl kaum wesentlich ändern wird.

Hoffen können Sie auf vieles, die Erfahrung spricht aber eine andere Sprache: es wäre nahezu eine Riesenüberraschung wenn es mit einer Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt klappen würde.

Da spricht jede Statistik dagegen.

von
Klara

OK KSC. Das war doch eine Einschätzung + anscheinend gibt es doch Statistiken oder Erfahrungen in der Richtung :)
Derzeit verwende ich knapp 10 Stunden täglich für An+Abreise+Aufenthalt in der WfBM, da macht man sich auch Gedanken über andere Formen der Arbeit. Zudem muß ich alleine für meinen Lebensunterhalt aufkommen.
Bei der ersten Berentung vor 23 Jahren dachte ich auch schon, es würde mich nie wieder jemand einstellen.

Experten-Antwort

Hallo Klara,

leider stehen mir keine Statistiken oder konkrete Erfahrungswerte zu „Chancen bei Versuch/Aufnahme von Arbeit auf dem allgem. Arbeitsmarkt mit Beschäftigungszeiten ab 30Stunden/Woche“ zur Verfügung. Vom Grundsatz her würde ich den Beträgen von „W*lfgang“ und „KSC“ zustimmen. Für konkretere Informationen sollten Sie sich ggf. direkt mit Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit in Verbindung setzen.