EM-Rente

von
Jacqueline

Guten Tag,

folgende Situation:

Person,28 Jahre alt, ungelernt, arbeitet Teilzeit in einem Unternehmen seit 2006. Es handelt sich um ein unbefristetes Arbeitsverhältnis).

Da die Person immer mal wieder mehrere Monate fehlt wg. Arbeitsunfähigkeit, Krankenhausaufenthalte und Reha, raten die Ärzte zur Beantragung einer EM-Rente.

Wie verhält es sich mit dem bestehenden Arbeitsverhältnis im Falle einer Bewilligung der EM-Rente?

Kündigt der Arbeitgeber dann oder muss man selbst kündigen?

Da die Person ein privates Insolvenzverfahren durchläuft, darf die Person nicht selbst kündigen, da sie ansonsten Gefahr läuft, dass ihr die Restschuldbefreiung versagt wird.

Wie lange dauert es, bis ein Antrag auf EM-Rente bearbeitet ist?

Die Person hat noch nie eine Renteninformation erhalt, obwohl sie bereits mehr als 5 Jahre Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leistet und älter als 27 ist.

Danke.

Jacqueline

von
zelda

Hallo Jacqueline,

zunächst vorausgeschickt:

Auch wenn die Ärzte raten, einen Rentenantrag zu stellen, heißt es nicht, dass dieser Antra auch bewilligt wird. Da können der Versicherte / die Ärzte auf der einen Seite und die Rentenversicherung auf der anderen Seite sehr unterschiedlicher Meinung sein, ob aufgrund der Gesundheitseinschränkungen tatsächlich zumindest eine teilweise Erwerbsminderung vorliegt.

Eine zumindest teilweise Erwerbsminderung liegt nur dann vor, wenn überhaupt keine Tätigkeit "auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt" mehr ausgeübt werden kann. außerdem gibt es noch einige versicherungsrechtliche Bedingungen...

Nun zu Ihren Fragen:

1. Kündigung bei Bewilligung der Rente durch AG oder AN ?

Das ist eine arbeitsrechtliche Frage und kann nur durch einen Blick in den Tarifvertrag und / oder Arbeitsvertrag beantwortet werden. Ich kenne da aus dem öffentlichen Dienst sehr "nette" Regelungen- da endet das Arbeitsverhältnis automatisch bei Bewilligung einer Rente auf Dauer:

Ob der AG außerhalb der bereits bestehenden Regelungen kündigt , bleibt ihm überlassen.

Also ggf. mal den Betriebsrat / die Gewerkschaft fragen.

2. Dauer bis zur Rentenbewilligung

Die Glaskugel ist kaputt. Aber einige Erfahrungen: Das kann sehr schnell gehen, wenn
- schnell feststeht, dass eine Erwerbsminderung vorliegt,
- das Versicherungskonto geklärt ist
- der Versicherte und andere Stellen ( Krankenkasse etc.) schnell antworten.

Es kann aber auch Monate bis Jahre dauern, wenn
- umfangreiche Untersuchungen zur Feststellung der Erwerbsmnderung nötig sind bzw. diese streitig ist
- das Versicherungskonto erst lange geklärt werden muss (insbesondere bei länger zurückliegenden Zeiten).

Meine Erfahrung : Unter 3 - 4 Monaten bis zum Rentenbescheid eher selten.

2. Warum keine Renteninfo ?

Erste Idee: Ist der Rentenversicherung die aktuelle Adresse bekannt ?

Ein Anruf bei der Sachbearbeitung könnte zumindest diese Frage schnell klären

MfG

zelda

von
zelda

Zusatz:

Da ist mir ein böser Fehler unterlaufen bei der Beschreibung der tw. Erwerbsminderung :

Natürlich muss es heißen:

Eine zumindest teilweise Erwerbsminderung liegt nur dann vor, wenn überhaupt keine Tätigkeit "auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt"

- mindestens sechs Stunden am Tag -

mehr ausgeübt werden kann.

Das andere wäre eher die Beschreibung für eine volle Erwerbsminderung (unter 3 Stunden / Tag).

Sorry

zelda

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Jacqueline,

die Dauer des Rentenverfahrens ist davon abhängig, inwieweit die medizinischen Voraussetzungen geklärt sind, und das Versicherungskonto keine klärungsbedürftigen Lücken aufweist. Auszugehen ist von einer Bearbeitungsdauer von 1-3 Monaten.
Die Auswirkungen auf das Beschäftigungsverhältnis entnehmen Sie bitte dem Arbeits-/ Tarifvertrag.

von
Jacqueline

Zitiert von:

Hallo Jacqueline,

die Dauer des Rentenverfahrens ist davon abhängig, inwieweit die medizinischen Voraussetzungen geklärt sind, und das Versicherungskonto keine klärungsbedürftigen Lücken aufweist. Auszugehen ist von einer Bearbeitungsdauer von 1-3 Monaten.
Die Auswirkungen auf das Beschäftigungsverhältnis entnehmen Sie bitte dem Arbeits-/ Tarifvertrag.

Wie verhalte ich mich während der Bearbeitungszeit des Antrags?

Muss ich den Arbeitgeber informieren?

Werde Mitte September nach 3-monatigem Krankenhausaufenthalt wieder arbeiten (müssen).

@Zelda: Ich sehe mich in der Lage (weiterhin) Teilzeit zu arbeiten und meine Ärzte teilen diese Meinung. Eine teilweise EM-Rente ist also mein Ziel, damit der Lebensunterhalt bestritten werden kann.

LG. Jacqueline