EM-Rente

von
helfer21

Mein Onkel ist seit Mai 2009 nach medzinischen Gesichtspunkten erwerbsgemindert(bereits von der DRV festgestellt!). Problem ist jetzt nur, dass er die 36 Monate Pflichtbeiträge in 60 Monaten noch nicht hatte. Die restlichen Monate der Pflichtbeiträge bekommt er an sich durch die derzeitige Arbeitsunfähigkeit (Krankengeld wird von der KK noch gezahlt!)bis Jan. 2010 zusammen. Aber: Kann er dann einfach so einen EM-Rentenantrag stellen und davon ausgehen, dass bei gleichbleibenden Gesundheitszustand, jetzt auch die versicherungsrechtl. Voraussetzungen erfüllt sind u. die Rente geleistet werden kann?
Oder hat er ein Problem, wenn er seit der medizinisch festgestellten EMR durchgängig Arbeitsunfähig war? Sollte er also versuchen, noch einmal zu arbeiten und wenn ja, für welchen Zeitraum mindestens?

von
36 aus 60

Entscheidend ist das Datum des Eintritts der Erwerbsminderung. Bezogen hierauf müssen innerhalb der letzten 5 Jahre 36 Monate mit Pflichtbeiträgen liegen. Ist das nicht der Fall, kann auch keine Rente wegen EM gewährt werden.

von
Wolfgang

Hallo helfer21,

> Mai 2009/EM festgestellt

das ist das Datum, bis zu dem die 36 Monate Pflichtbeiträge in den letzten 5 Jahren vorliegen müssen (die 5 Jahre erweitern sich ggf. in die Vergangenheit um so genannte Streckungszeiten).

Wenn Ihr Onkel nicht spontan wieder erwerbsfähig wird, so dass die folgenden Pflichtbeiträge aus einem neuen/späteren 5-Jahres-Zeitraum mitzählen würden, kommt er von dem Mai-Datum nicht mehr runter, die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen wird er für die EM-Rente zeitlebens nicht mehr erfüllen können - es sei denn, Onkel ist noch jung und schafft nach EM-Fall noch 240 Monate, vor der frühesten Altersrente. Andere Wartezeitfiktionen (Arbeitsunfall, kürzlich eine Ausbildung beendet) dürften auch nicht infrage kommen.

Den EM-Antrag kann er sich damit schenken. Wenn eine andere Behörde (ARGE/Sozialamt/Grundsicherung) zwingend eine Bescheinigung über die Zwecklosigkeit des EM-Antrages benötigt, dann von der nächsten Beratungsstelle oder auch Rathaus eine entsprechende Negativbescheinigung holen.

Er sollte wirklich wieder versuchen, über Arbeit die zz. festgestellte EM zu widerlegen - evtl. hat er dann in 1-2-3 Jahren eine neue Chance.

Gruß
w.

von
KSC

Nach Ihrer Schilderung räume ich Ihrem Onkel keine Chance ein. Wenn er erwerbsgemindert ist und damals (Mai 09) die erforderlichen Versicherungszeiten nicht hatte, hat er keinen Anspruch, zumal er ja weiterhin durchgehend arbeitsunfähig war.

Um eine Chance zu haben, müsste er erst wieder erwerbsfähig werden, arbeiten und Pflichtbeiträge zahlen und zu einem späteren Zeitpunkt erneut erwerbsunfähig werden.

Das kann man aber so nicht planen, also noch so viele Monate arbeiten wie Pflichtbeiträge fehlen und heute schon wissen, dass ich dann, wenn es versicherungsrechtlich reicht, wieder erwerbsgemindert bin: vergessen Sie es! so blöd ist die Verwaltung der DRV nun auch wieder nicht......

Und ob er wirklich noch Krankengeldansprüche hat, wenn er heute schon (voll?) erwerbsgemindert ist? Weiß die Kasse davon?

von
helfer21

Entschuldigung ich möchte niemanden "Blödheit" unterstellen. Fakt ist aber, dass er im Mai 2009 medizinisch gesehen erwerbsgemindert war (und ist) und zu diesem Zeitpunkt leider erst 28 Mte Pfl.Beiträge erreicht hatte.Wenn es nötig wäre würde er halt irgendwie die Zähne zusammenbeißen und noch ein paar Monate arbeiten u. später den Antrag stellen. Aber gibt es möglicherw. Rechtssprechung wie lange er da mind. arbeiten muss, um sich eine neue Ausgangsposition zu verschaffen? danke

von
KSC

Wenn die Ärzte dabei bleiben, dass die Erwerbsminderung seit Mai 2009 durchgehend besteht und sich nichts verbessert hat, nützt weder Zähne zusammen Beißen noch irgendwelche Rechtssprechung.

von
Wolfgang

Hallo helfer21,

lesen Sie bitte alle Beiträge nochmal genau nach, sie sagen alle das Gleiche.

Er braucht bis Mai 2009 die 36 Beiträge, hat er nicht. Ob er sie später hat/erarbeitet, ist nicht von Bedeutung - die EM verschiebt sich dadurch nicht. Beiträge NACH Mai 2009 kommen niemals in die Zeitrechnung VOR Mai 2009 rein.

Das ist eben das Kreuz mit den Leiden, werden Sie festgestellt, haben Sie ein Datum ...so gesehen hat Ihr Onkel 'blöderweise' den EM-Antrag zu früh gestellt. Hier wäre es besser gewesen, den Antrag um ein Jahr aufzuschieben und dann EM prüfen zu lassen - es sei denn, im Mai 2009 führte ein besonderes Ereignis (Unfall/Schlaganfall/Krebs) zur EM. Dann ist das auch ein Jahr(Hundert ;) später noch relevant.

Gruß
w.

von
Wolfgang

> Aber gibt es möglicherw. Rechtssprechung (...)

Die brauchen Sie in diesem Fall nicht (§§ können manchmal so einfach sein). Sammeln Sie 5 Personen Ihres Vertrauens ein - 10 Hände = 60 Finger. Achten Sie darauf, dass wenigstens eine männliche Person dabei ist - 5 Jahre bei EM-Vorversicherungszeit sind zeitlich gesehen immer 61 Monate ...sie brauchen einen 'Finger' mehr ;-)

Der letzten Vertrauensperson (Onkel!) kleben Sie einen Zettel an die Stirn "Mai 2009", der ersten "Mai 2004". Nun schnippeln Sie aus dem aktuellen Versicherungsverlauf alle Monate mit Pflichtbeiträgen raus und kleben auf jeden Finger einen Monat. Ergebnis = 28 klebrige Finger. Neben Onkel mit ZettelaufStirn "Mai 2009" können Sie keinen weiteren stellen, weil die folgenden klebrigen Finger nicht mitzählen. Juni 2009 ff. Beiträge können Sie nicht in die geschlossen Gruppe reinkleben - und Onkel darf die Reihe nicht erweitern, ist eben Fakt (EM/Mai2009!).

Dazu ist keine Rechtsprechung erforderlich, sondern nur niedere Rechenkünste, auch ohne 'Blödheit' ;-)

Wenn Sie wirklich ein Verständnisproblem haben, fragen Sie gern nochmal nach - manchmal brauchts etwas, um 'Klick' zu machen.

Gruß
w.

Experten-Antwort

Zu den Beiträgen von "Wolfgang" und "KSC" ist nichts hinzuzufügen.

von
Tschacka

guten morgen der Herr!
ich bin begeistert über Ihren Beitrag :)

Das ist ein Beispiel, welches nun jeder/jede versteht!

Können Sie das bitte auch mal "Bildlich" darstellen?
Herrlich, einfach süß!

LG
Tschacka

p.s. @helfer 21
ich kann Ihnen leider auch keine andere Hilfe geben, als von meinen Vorrednern schon versucht. Wünsche Ihrem Onkel alles Gute!
Er soll einfach versuchen noch ein paar Monate zu arbeiten und dann einen neuen Antrag stellen und da muss dann aber drinstehen, dass er ab jetzt (also neuem Antragsdatum) echt nicht mehr kann! Versuchen sollte er es.

MfG
Tschacka

von
Sehr gut

Ich fand die Verdeutlichung auch richtig gut.helfer 21 schien es ja auch nach zig Erklärungen nicht zu verstehen.Aber ich denke, das hat selbst er verstanden :-))

Bringen sie öfter solche Beispiele,ich denke manche müssen es so erklärt bekommen,damit sie es verstehn.

von
Wolfgang

N'abend Tschaka,

mit Begeisterung erklären Sie mir auch, wie 5 Personen 60 Finger haben können ...Mutanten ;-)

Gruß
w.
...peinlich, mein Brain-Abakus hatte wohl leere Akkus.

von
Tschacka

ups, das habe ich glatt übersehen :)

naja, trotzdem finde ich Ihr Beispiel supi.

Grüßle
Tschacka

von
haesvau

Hallo helfer21,
falls ihr Onkel noch jüngeren Jahrgangs ist (warum nur so wenige Beiträge?), besteht eventuell noch die Möglichkeit der Wartezeitfiktion. Dazu müsste die volle EM innerhalb von sechs Jahren nach Ausbildungsende (z. B. Schule, Studium, Berufsausbildung, Umschulung) eingetreten sein und von Mai 2007 bis zum Eintritt der EM müssten zwölf Pflichtbeiträge liegen.