EM-Rente beantragt, Anforderung eines Befundberichts

von
Charlie

Hallo,

ich habe Anfang September einen Antrag auf EM-Rente gestellt und bekam diesbezüglich letzten Freitag eine "Anforderung eines Befundberichts" mit der bitte diesen möglichst binnen 5 Werktagen von meinem Arzt abzuholen und wieder der RV zuzusenden.

Mein Problem ist, dass mein Hausarzt sich weigert das Befundberichtsformular auszufüllen, da ich bereits sehr lange nicht mehr bei ihm war. Der Grund dafür ist, dass es für meine Krankheit (Gliedergürtelmuskeldystrophie) keine wirkliche Behandlungsmöglichkeit gibt. Und wegen einer Grippe war ich noch nie bei einem Arzt. Aus diesem Grund fehlen leider aktuelle Befunde. Mein Hausarzt hat mir nun einen Termin für den 22.10.2014 gegeben um einen kompletten Checkup durchzuführen um dieses Formular ausfüllen zu können.

Jetzt weiß ich leider nicht wie ich weiter verfahren soll. Sollte ich der RV Bescheid geben das sich das ganze verzögert und diesen Termin wahrnehmen? Oder sollte ich mit der RV reden und das über den Gutachter der RV machen lassen (sofern möglich)? Ich bin etwas Ratlos.

Vielen Dank schon mal für die Antworten.

Viele Grüße
Charlie

von
Obergutachter Müller-Asbach

Zitiert von: Charlie

da ich bereits sehr lange nicht mehr bei ihm war.

Und sie glauben ernsthaft ohne eine lange und ausführliche Krankenakte-Geschichte eine Rente bewilligt zu bekommen ?

Optimist !

von
der Frosch

Hallo Charlie,

es wird ja einen Arzt geben, der Sie wegen Ihrer Krankheit betreut und der sollte in dem Fall auch dieses Formular ausfüllen.

Wenn Sie dazu keine Arztbesuche hatten, dann sieht es natürlich so aus, als ob immer alles Top war mit Ihrer Gesundheit, trotz Krankheit.

VG
der Frosch

von
Cassandra

Hallo,

sofern Sie tatsächlich bei keinem Arzt aktuell und laufend in Behandlung sind, teilen Sie das bitte der DRV mit und bitten zeitgleich darum begutachtet zu werden.
Das halte ich für das Sinnvollste.

von
Charlie

Hallo der Frosch,

vielen Dank für die Antwort. Gesundheitstechnisch geht es mir ja auch soweit ganz gut. Im sterben liege ich derzeit also nicht. Mein Problem ist ja "nur" der, dass ich mich aufgrund der MD kaum mehr bewegen kann. Laufen geht seit über 10 Jahren gar nicht mehr, Arme heben, geschweige denn auf einer Tastatur länger Tippen ohne Muskelkrämpfe zu bekommen, Körperpflege, Essen muss klein geschnitten werden.. Pflegestufe 3 eben.

Ganz ohne Befunde habe ich meinen Rentenantrag natürlich nicht gestellt, allerdings sind die, die ich eingereicht habe sehr Alt (1990 - 2006).

@Cassandra

vielen Dank, das hört sich schon mal sehr sinnvoll an.

von
Cassandra

...bei Pflegestufe 3 verweisen Sie auf das Pflegegutachten, das wird ja relativ aktuell sein.
Das soll sich die DRV anfordern.

von
Kranker

Wenn Sie schon so lange krank sind, haben Sie sicher auch schon längere Zeit nicht gearbeitet. Da ist es fraglich ob Sie überhaupt einen Anspruch auf EM-Rente haben

von
Matze72

Zitiert von: Kranker

Wenn Sie schon so lange krank sind, haben Sie sicher auch schon längere Zeit nicht gearbeitet. Da ist es fraglich ob Sie überhaupt einen Anspruch auf EM-Rente haben

Die Wartezeitprüfung bemisst sich natürlich nach dem Leistungsfall - das muss ja nicht zwangsläufig der Tag der Antragsstellung sein.

Neben dem Pflegegutachten würde ich auch eine Aufstellung Ihrer Arbeitsunfähigkeitsdiagnosen, die bei der Krankenkasse gespeichert sind, einholen.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Charlie,

den Beiträgen von „Cassandra“ und „Matze72“ kann ich zustimmen.

von
Charlie

Zitiert von: Cassandra

...bei Pflegestufe 3 verweisen Sie auf das Pflegegutachten, das wird ja relativ aktuell sein.
Das soll sich die DRV anfordern.

Ich habe bereits das Gutachten von der Pflegekasse angefordert. Das wird die nächsten 1-2 Tage hier eintreffen.

Zitiert von: Kranker

Wenn Sie schon so lange krank sind, haben Sie sicher auch schon längere Zeit nicht gearbeitet. Da ist es fraglich ob Sie überhaupt einen Anspruch auf EM-Rente haben

Doch doch, das habe ich natürlich abgeklärt. :)

Zitiert von: Matze72

Neben dem Pflegegutachten würde ich auch eine Aufstellung Ihrer Arbeitsunfähigkeitsdiagnosen, die bei der Krankenkasse gespeichert sind, einholen.

Ebenfalls passiert! :)

Zitiert von: Matze72

Hallo Charlie,

den Beiträgen von „Cassandra“ und „Matze72“ kann ich zustimmen.

Danke Ihnen allen :)