EM-Rente nach SMT läuft im Fühjahr aus ... was nun?

von
Susi Schulz

Meine Mutter ist jetzt 59 und hatte vor fast 3 Jahren eine Stammzellentransplannation aufgrund Ihrer Leukämierkrankung erhalten. Danach wurde sie in "Gesundheitsrente" geschickt, die im Frühjahr 2013 ausläft, bzw neu bewertet wird. da sie letztes Jahr von Ihrem behinderunggrad runtergestuft worden ist, befürchtet meine mutter wieder als erwerbsfähig eingestuft zu werden. Vor ihrer erkrankung hat sie Teilzeit seit 25 Jahren in einem metallverarbeiteten Betrieb an der Maschinen gearbeitet. Kisten schleppen, Teile rumwuchten inklusive. Sie hat seit 15 Jahren Diabetis und nimmt wegen der SMT noch weiter Medikamente (die jedoch langsam weniger werden) zu sich. Körperlich scheint sie auf den ersten blick fit zu sein, jedoch nervlich ist sie gelinde gesagt ein wrack. kleinste Dinge (enkel ist krank) bringen sie aus der fassung. Das alles hat sie auch dem behandelden Arzt in der Klinik beim letzten Gespräch mitgeteilt. Só, nun meine Frage ... welche möglichkeiten hat Sie, wenn sie wieder arbeitsfähig geschrieben wird (sie geht davon aus)? Kündigen, andere Arbeit im Betrieb verlangen, auf EM Rente pochen (notfalls vor dem Sozialgericht)? Weitere Ärzte konsultieren?

von
Anfänger

Auf jeden Fall alle behandelnden Ärzte wieder mal aufsuchen, damit die den aktuellen Stand wissen, falls eine Anfrage der DRV kommt.
Hat sie jetzt gar keinen SB-Ausweis mehr oder was heißt "runtergestuft"?
Übrigens werden die meisten EM-Renten schon verlängert, wenn die Patienten noch nicht wieder fit sind.

von
Jockel

Hellsehen kann ich nicht, aber so wie sie den Fall schildern, scheint es eher wahrtscheinlich, dass die Rente weiterbewilligt wird (allein auch schon aufgrund des Alters Ihrer Mutter).
Sollte ein Ablehnungsbescheid kommen, müssen Sie zunächst Widerspruch einlegen (das Sozialgericht wäre danach erst zuständig).
Vielleicht wäre auch eine betriebliche Umsetzung möglich, aber das sind hier m.E. zu viele "vielleicht"....Ihre Mutter soll den Weitergewährungsantrag stellen und möglichst viele (aktuelle!) Arztberichte beilegen. Dann warten Sie erst einmal ab.
Viel Glück !

von
Susi Schulz

Also beim behandelten Arzt war sie diese Woche und hat ihm alles geschieldet. die Anfrage vom DRV wird im Februar erwartet (so wie die letzten male auch). Mit runtergestuft meine ich (ich mußte noch mal genau nachfragen) das sie eine behinderung/erwerbsunfähigkeit von 80 oder 90% hatte, seit Frühjahr 2012 auf 70 % herruntergesetzt wurde. Es gibt in ihrem kleinen Unternehmen eventuell noch Montageplätze, da wird jedoch genauso druck aufgebaut wie in der fertigung. Nur das die körperliche Anstrengung weg fällt. Da sie keine kaufm. Ausbildung hät, wäre ein ruhiger Bürojob auch nicht drin. Es ist allg. bekannt, das Stress ein Auslöse für eine erneute akute Leukämie ist, eine weitere SMT wäre anhand ihres zunehmenden Alters sehr kritisch. Zudem sie ja immer noch an den Medikamenten hängt und auch ihre "Nervenpillen" (beruhigungstabletten) benötigt, wenn sie nervlich in ausnahmesituationen überfordert ist.

von
Susi Schulz

Also beim behandelten Arzt war sie diese Woche und hat ihm alles geschieldet. die Anfrage vom DRV wird im Februar erwartet (so wie die letzten male auch). Mit runtergestuft meine ich (ich mußte noch mal genau nachfragen) das sie eine behinderung/erwerbsunfähigkeit von 80 oder 90% hatte, seit Frühjahr 2012 auf 70 % herruntergesetzt wurde. Es gibt in ihrem kleinen Unternehmen eventuell noch Montageplätze, da wird jedoch genauso druck aufgebaut wie in der fertigung. Nur das die körperliche Anstrengung weg fällt. Da sie keine kaufm. Ausbildung hät, wäre ein ruhiger Bürojob auch nicht drin. Es ist allg. bekannt, das Stress ein Auslöse für eine erneute akute Leukämie ist, eine weitere SMT wäre anhand ihres zunehmenden Alters sehr kritisch. Zudem sie ja immer noch an den Medikamenten hängt und auch ihre "Nervenpillen" (beruhigungstabletten) benötigt, wenn sie nervlich in ausnahmesituationen überfordert ist.

von
Jockel

Der Grad der Behinderung ist grundsätzlich nicht ausschlaggebend für die Rentenversicherung.
Nach wie vor gehe ich aber nach Ihren Schilderungen davon aus, dass die Weiterbewilligung eher unproblematisch sein wird.

von
Susi Schulz

Ok, herzlichen Dank. Sie ist gerade ertwas unsicher in der Sache und es beschäftigt sie sehr. Ich sag ihr zwar auch immer, das ich nicht glauben kann das man sie in die Arbeit schickt, ist sie doch grad erst dem Tod von der Schippe gesprugen (und das zu verarbeiten ist nicht ganz einfach). Ihr Enkel gibt ihr Kraft (sie nahm die ersten Ultraschall-Bilder mit in Ihre "Isolationzelle" nach der Transplantaion). Aber ich kann mir beim besten will nicht vorstellen, sie an einer Maschine oder an einer Montage schufften zu sehen ohne das sie zusammenbricht. Ich bin froh, das Sie noch lebt.

von
Klaus-Peter

Sehe es auch wie @Jockel. Ihre Mutter sollte rechtzeitg den Verlängerungsantrag stellen und dann - falls nötig - in den Wdierspruch und dann womöglich noch vors Sozialgericht gehen.

Gaaanz wichtig ist auch, das die jetzt u.a. durch die Krebserkrankung entstandenen psychischen Einschränkungen von einem Facharzt für Psychiatrie eindeutig diagnostiziert werden. Diese müssen dann von ihnen/ihrer Mutter per ärztlichem Bericht/Attest im Rahmen des Verlängerungsantrages ins Verfahren gleich mit eingebracht werden und könnten damit erheblich dazu beitragen , das die Rente ihrer Mutter schnell und problemlos verlängert wird.

Die Runterstufung des GdB ist übrigens völlig normal und gängige Praxis. Der GdB wird bei einer Krebserkrankung am Anfang immer höher angesetzt. Aber nur befristet für die Zeit der sog. Heilungsbewährung. Ist dieser Zeitraum ( meist ca. 3-5 Jahre ) dann abgelaufen und kein Rezidiv der Krebserkrankung aufgetreten entfällt dieser - höhere - GdB wieder und der GdB wird gekürzt. Es gibt dann ja keinen Grund mehr welchen den höheren GdB rechtfertigt. Also ein ganz normales Verfahren wenn amn so will. In Fall ihrer Mutter ist es ja auch eine ganz minimale Kürzung und nicht der rede der Wert. Auf die anstehende Verlängerung der EM-Rrente hat diese Kürzung des GdB keinerlei Einfluss, da es sich zum einen um 2 verschiedene Behörden handelt und um 2 völlig verschiedene Verfahren zur Ermittlung der jeweiligen Sachverhaltes ! Da kann ihre Mutter also ganz beruhigt sein.

Experten-Antwort

Sehr geehrte Frau Schulz ,

ein genaues Datum über den Wegfall der befristeten Erwerbsminderungsrente Ihrer Mutter haben Sie leider nicht genannt(Frühjahr 2013). Es wird daher empfohlen, rechtzeitig ca. 3 Monate vor Wegfall der Zeitrente einen verkürzten Antrag auf Weitergewährung der Erwerbsminderungsrente in einem Service-Zentrum der Deutschen Rentenversicherung zu stellen.
Eine Zeitrente, die vorrangig aus medizinischen Gründen gewährt wurde, kann seit dem erstmaligen Beginn der Rente mehrfach maximal bis zu 9 Jahren verlängert werden. Die Entscheidung über die Verlängerung der Zeitrente, Umwandlung der Rente in eine Dauerrente oder die Einstellung der Zeitrente trifft vorrangig der medizinische Gutachter der Rentenversicherung in Absprache mit einem Juristen.
Sollte tatsächlich eine Einstellung der Rentenzahlung erfolgen, hat Ihre Mutter das Recht schriftlich Widerspruch gegen diesen negativen Bescheid einzulegen. Erst nach Abschluss dieses Verfahrens steht der Klageweg vor einem Sozialgericht offen.
Die Entscheidung, ob es sinnvoll ist, Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben anzuregen, kann ein Reha-Fachberater somit erst nach einer Entscheidung über den Weitergewährungsantrag treffen.