EM-Rente und Arbeitsvertrag???

von
Nadine S.

Hallo zusammen,
ich habe ein kleines Problemchen, was mich kaum noch schlafen lässt.
Ich bekomme schon seit vielen Jahren eine volle Erwerbsminderungsrente und verdiene mir monatlich was dazu (natürlich 400€ max.)
Seit 2007 bin ich in einer größeren Firma als geringfügig beschäftigte Aushilfe auf Brutto/Nettobasis angestellt. Nun wurden alle Verträge der *Aushilfen* aufgelöst und durch einen festen Arbeitsvertrag ersetzt (erhöhter Stundenlohn). Da ich ja die 400€ mtl. nicht überschreiten darf, wurde mir die Kündigung nahe gelegt, da durch die neue Regelung eine mtl. Arbeitszeit von nur noch 39h (9h/Woche) anstehen würde. Nun bin ich am Überlegen, ob ich eine 25%ige Rentenkürzung in Kauf nehme und mich auf meine Stunden wieder hochstufen lasse, wobei das meinem Arbeitgeber sehr recht wäre. Ich habe aber Angst, das ich dadurch meinen Rentenanspruch komplett verliere!!!

Was soll ich machen??? Die Arbeit brauche ich schon wegen der Beschäftigung und natürlich auch wegen dem Geld, aber ist es das Risiko wert?! Als ich 2007 angefangen hatte, hatte ich die selben mtl. Stunden, nur mit einem sehr viel geringerem Stundenlohn, also körperlich schaffe ich die Arbeit

Bitte helft meinem Gewissen und Verstand auf die Sprünge, ich stecke nämlich grad gedanklich in einer Sachgasse...vielen Dank...

von
Schade

Die einfachste Lösung wäre nur so viele Stunden zu arbeiten, dass es mit den 400 € passt - kann man das innerbetrieblich nicht so organisieren?

Wenn Sie über 400 € brutto verdienen, haben Sie nach Abzug von Steuern und SV Beiträgen möglicherweise auch nicht viel mehr als 400 € Nettolohn und daneben nur noch eine Teilrente?
Das dürfte sich kaum lohnen, zumal das Restrisiko besteht, dass man Ihren Gesundheitszustand prüfen könnte, weil Sie möglicherweise nicht mehr voll erwerbsgemindert sind.

Ich würde diese "schlafenden Hunde nicht wecken".

von
Nadine S.

So einfach ist die Lösung dann aber doch nicht, da ich dann nur noch 39h im Monat gehen dürfte um bei max 400€ zu bleiben. Damit bin ich nicht mehr wirklich von Nutzen für meinen AG. Meine Stundenanzahl würde bei einer Hochstufung 77 im Monat betragen und rechnerisch würde ich ein paar Euro mehr verdienen. Aber es wären vielleicht nur 40 oder 50€ mtl. bei doppelter Arbeit.

von
Simone52

Hallo Nadine!

Ist 40-50 Euro wert seine Rente auf den Prüfstand zu stellen?

Wohl kaum!

von
Schade

Die Risiken können nur Sie selbst abwägen - Sie entscheiden und Sie tragen die Folgen Ihrer Entscheidung.

Es könnte eine 3/4 Rente herauskommen, wenn man sagt, dass Sie auf Kosten Ihrer Restgesundheit die Zeit- und Verdienstgrenzen überschreiten.

Bei 77 Arbeitsstunden arbeiten Sie aber arbeitstäglich mehr als 3 Stunden und damit könnte am Ende auch herauskommen, dass Sie wieder so gesund sind, dass Sie 3 - 6 Stunden arbeiten können und nur noch den halben Rentenanspruch haben.

Das kann Ihnen keiner voraussagen.

von
Krämers

Liebe Nadine S,

ob und wie Sie mit ihrem Arbeitgeber hinsichtlich einer im Rahmen ihrer EM-Rente möglichen - neuen - Arbeitszeitregelung dann klarkommen interessieert letzlich niemanden - schon gar nicht die RV. Wenn ihr AG ihnen keinen geeigneten Arbeitsplatz in der Stundenanzahl zur Verfrügung stellen kann oder will haben Sie leider eben Pech gehabt. Sie müssten/könnten sich dann ja einen anderen AG suchen der ihnen Wünsch entspricht.

Letztlich haben Sie - und jeder andere EM-Rentner auch - sich eben an die " Spielregeln " zu halten. Dies gilt für den möglichen Hinzuverdienst u n d auch für die täglich geleisteten Arbeitsstunden.

Tun Sie dies nicht, haben Sie die daraus entstehenden Konsequenzen ( Kürzung / Aberkennung fder Rente ) selbst zu tragen.

Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

Experten-Antwort

Hallo Nadine S.,
leider kann ich Ihnen die Angst nicht ganz nehmen. Liegt Ihr Verdienst über 400 €, erhalten Sie die Rente wegen voller Erwerbsminderung nur mehr in anteiliger Höhe. Allerdings kann ein höherer Verdienst auch ein Hinweis darauf sein, dass sich die Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verändert hat. Eine Überprüfung des Gesundheitszustandes kann durchaus die Folge sein.

von
Nadine S.

Vielen Dank für all die Antworten.

@Simone52: Das frag ich mich ja auch die ganze Zeit, ob's das wirklich wert ist. Rein rechnerisch natürlich nicht.

@Experte: Mein Gesundheitszustand hat sich seit der Diagnosestellung in keinster Weise verändert, einmal MS immer MS. Nur welcher AG stellt einen mit so einer Grunderkrankung (die nicht die einzigste ist) auf dem heutigen Arbeitsmarkt noch ein?!

Ich glaube, ich komme um ein Gespräch mit meinem AG nicht drum herum, um ihn zu bitten mich im max. Zuverdienstbereich zu lassen. Auch wenn's mir schwer fällt, da mir die Arbeit Spaß macht und mich ablenkt.