EM-Rente und doch arbeiten?

von
Doe

Einmal abgesehen von der Tatsache, daß die Rente in vielen Fällen nicht wirklich zum Leben ausreicht...

Wie kann eine Person, die eine Rente wegen hundertprozentiger Erwerbsminderung bezieht, noch in einer Vollzeitbeschäftigung arbeiten? Stimmt da etwas mit der Beurteilung der Erwerbsminderung nicht?

von
Schade

eine Möglichkeit wäre, dass die ärztliche Beurteilung falsch war- auch das soll mal vorkommen.

Es gibt aber auch Menschen, die sind voll erwerbsgemindert und arbeiten weiter (oft gegen jeden medizinischen Rat), wenn die sich dann vollends kaputtmachen, ist das deren eigenens Problem (und wenn die Verdienstgrenzen eingehalten werden, dürfen die das).

von Experte/in Experten-Antwort

Neben einer vollen Erwerbsminderungrente ist ein Nebenverdienst von 350 € zulässig. Dieser Betrag darf zweimal im Jahr um das Doppelte überschritten werden.

von
Malocher

Gute Frage, Doe. Mal abgesehen davon, dass es wirklich bedauernswerte Menschen gibt, die sich etwas zu Ihrer mickrigen rente hinzuverdienen müssen, weil sie sonst nicht über die Runden kommen, gibt es auch die Sorte Rentner, die im Antragsverfahren furchtbar herumstöhnen, Widerspruch und Klage einreichen bis dann endlich die heiß ersehnte Frührente bewilligt wird. Und dann, kaum liegt der Bewilligungsbescheid auf dem Tisch, wird kräftig in die Hände gespuckt und malocht was das Zeug hält. Ein Bekannter von mir konnte seinen Beruf als Landschaftsgärtner zwar wegen Krankheit (?) nicht mehr ausüben. Aber seitdem er Erwerbsunfähigkeitsrente bezieht, kommt er vor lauter Schwarzarbeit gar nicht mehr zur Ruhe. Und das ist bestimmt kein Einzelfall !
Wenn jemand eine teilweise Erwerbsminderungsrente erhält und trotzdem noch arbeitet, ist dagegen absolut nichts zu sagen. Aber Erwerbsunfähigkeit und Berufstätigkeit passen absolut nicht zusammen. Das ist nämlich ein Widerspruch in sich !

von
Schiko.

Es mag ja ausnahmen geben, meine aber, solche
tatbestände gehören zum märchenbereich.
Erlebe es hier immer wieder, dass solche behauptungen
aufgestellt werden.

Oft ist es vom erwerbsminderungsrentner stolz, um seine vermögenslage po-
sitiv darzustellen , und andere damit zu ärgern.
Wir hier wissen doch alle, wie schwer es ist überhaupt ist, die
erwerbsminderungsrente zu erhalten .

Es werden wohl leicht über hundert fälle sein,die ich nach-
recherchiert habe, davon waren 99 % falschangaben.

Wie bei rezeptpflichtigen arzneien, einfach die unterlagen
zur einsicht verlangen, dann kommt wahrheit und dichtung
zum vorschein.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Doe

Nun, in diesem Fall ist es nix mit Märchen, ich sitze im Lohnbüro und habe die Unterlagen. Die Person bezieht eine Rente wegen 100 Prozent Erwerbsminderung und arbeitet 35 Std./Woche.

von
Schiko.

So schnell gebe ich nicht auf.
Mir geht es wirklich nicht darum ob ich
recht behalte oder nicht.

Solche bemerkungen können zu noch mehr
staatsschelte führen und der normalbürger
spricht von geldverschwendung.

Normalerweise bekommen sie keine abschrift
vom rentenbescheid. Auf das bankkonto des be-
schäftigten habe sie doch auch keinen zutritt
um den rentenbetrag zu ersehen.

Nachdem es ja auch eine teilerwerbsminde-
rungsrente gibt meinen sie wohl die volle er-
werbsminderungsrente.

Ungewöhnlich dies mit 100% erwerbsminderung
zu bezeichnen.
Der zuverdienst darf ja höchstens 350, zweimal
im jahr sogar 700 monatlich sein.

Da bezahlt ja ihre firma einen XXXXL hartz iV
lohn von einen euro.

Kann es nicht doch so sein, der beschäftigte hat
einen behindertenausweis mit 100% als vom
versorgungsamt anerkannt.

Dies ist noch kein grund für die volle erwerbs-
minderungsrente.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Antonius

Mein (Ex)-Arbeitgeber besitzt ebenfalls eine Kopie meines BU-Rentenbescheides. (Als Nachweis für meinen Betriebsrentenanspruch !)

MfG

von
B12Kult

...muss mal meinen Senf dazu geben.
Es scheint wohl oft "vorzukommen"
dass falsch entschieden wird. Hängt wohl oft von der Laune der Leute ab die was zu entscheiden haben, aber es wird wohl generell erst mal abgelehnt, nach dem Motto : Vielleicht hat der VN ja keine Traute sich zu wehren.
Jedenfalls aber kann es nicht angehen wenn "Leute" die zu 100% gemindert sind noch voll Arbeiten gehen !! Da stimmt wohl was nicht, was Begutachtung(en) und Entscheidung angeht !!

von
Malocher

............ganz meine Meinung, "B12Kult" !

von
Schiko.,

Aber antonius, es geht doch gar nicht um die kopie
des rentenbescheides, dies sind doch nebengeleise.
Bei ihrer fallschilderung ist doch der rentenbescheid
unabdingbar.

Beim geschilderten fall besteht doch gar nicht die
notwendigkeit zur vorlage dieses bescheides.

Es geht doch um was ganz anderes. Ich vermute
ganz stark, es geht doch hier um eine begriffsver-
wechslung.
Nochmals, bei dieser rentenart gibt es überhaupt den
begriff 40, 50, 70 oder gar 100 % nicht.

Dagegen trifft dies bei der anerkennung von behinderten
prozenten mit 40, 50, 70 oder 100 % zu. Bei 100%
ist zB. im steuerbereich der steuermindernde betrag
3,700 im jahr. Dies hat aber mit der erwerbsminderungs-
rente nichts zu tun.
Bei den angenommen 35 stunden wochenjob spielt dieser
betrag von 3.700 keine rolle, steuer fällt nicht an, es kann
also auch steuerlich nichts geltend gemacht werden.

Nochmals, mir kommt es doch überhaupt nicht darauf an
ob behauptungen zutreffen.Ich weiß aus erfahrung, das viel
gesagtes und erzähltes, einfach nicht zutrifft

Ich will doch auch den interpreten nicht weh tun, sondern
fehldeutungen erläutern und aufklären.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Schiko.

@Doe.Verehrter Doe,

könnten sie mir und uns bestätigen, dass sie
mit 100 % tatsächlich die volle erwerbsmin-
derungsrente meinten und nicht 100% im
behindertenausweis.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Schiko.,

Das war aber kein süsser senf.

Vermute also, auch sie sind der meinung, wenn jemand
schon mit 100% anerkennung
körperlich gestraft ist, darf,
soll er auch nicht mehr arbeiten dürfen.

Oder täusche ich mich hier??

(Richtet sich an Kult)

von
B12Kult

@ Schiko,
ich meinte wenn jemand voll Erwerbsgemindert ist kann es nicht angehen das dieser jemand noch einen Vollzeitjob ausüben kann. Das widerspricht sich ja und dann kann etwas bei der Beurteilung nicht stimmen.
Emr und Behindertenausweiß sind 2 verschiedene Paar Schuhe.

von
Schiko.Original

Sie sind gut, gerade ich bin es doch der aufzeigt, dass
es zwei verschiedene paar schuhe sind:

Tatsache, bescheinigung" Amt für Versorgung und
Familienförderung-Versorgungsamt"
Laut feststellungsbescheid nach § 4 abs 1 schwerbe-
hindertengesetz (SchwbG) beträgt der grad der be-
hinderung ( GdB) 100 %.

Gleichzeitig liegt ständige hilflosigkeit i.S., des § 33 b
abs. 3 einkommensteuergesetz ( EStG) vor.

Der betreffende hat als polizeibeamter im einsatz beim
autorennen beide beine verloren.

Nicht mehr als beamter, aber als angestellter weiterhin bei
der polizei als angestellter beschäftigt.

Will gar nicht untersuchen ob volle erwerbsminderungsrente
auch möglich gewesen wäre.

Nur bei EMR. spricht man eben nicht von prozenten- die
durchaus auch aussagekräftig sein können-, sondern von ver-
schiedenen stufen und voller EMR.
Es kann doch auch sein, bei nur 50% behinderung wird die
volle EMR. gewährt, da nur mehr täglich unter drei stunden
arbeit aus gesundheitlichen gründen zumutbar ist.

Natürlich weiß ich auch, dass hier auch fehler passieren, auch
ein hervorragender arztbericht kann die EMR. beschleunigen,
dies ist aber die ausnahme.

Hoffe, sie sind fair genug dieses thema, nicht wegen uns zwei
oder drei aus diskutieren zu können. Dies ist für betroffene und
andere staatsbürger sehr wichtig,
Natütlich wäre es erfreulich, wenn der urheber unseres
meinungsaustausches nochmals stellung nehmen würde.

Mit freundlichen Grüßen.