EM-Rente und Greencard USA

von
Mr.America

Hi,
habe die Greencard für die USA erhalten und kann dort ab 2017 arbeiten und leben.
Bin 48 Jahre und erhalte die unbefristete EM-Rente seit 3 Jahren (1.408,32 Euro Netto).
Hatte zuvor 21 Jahre als Ingenieur gearbeitet und bin dann mit Burn Out in der Rente gelandet.
Würde jetzt gerne in Amerika nochmal durchstarten.
Was passiert mit der EM-Rente?
Melde ich mich da ab? Und dann?
Klingt sicher etwas ungewöhnlich diese Story, stimmt aber.

von
W*lfgang

Hallo Mr. America,

zunächst bedeutet eine neue Beschäftigung nicht, dass Sie aus Sicht der DRV die volle Erwerbsminderung wieder erlangt haben - der Rentenanspruch kann durchaus auch neben der Beschäftigung weiter bestehen.

Vorgehensweise: Schildern Sie der DRV Ihre künftige Beschäftigung, kleine Tätigkeitsbeschreibung, tgl./wöchtl. Arbeitszeit und das erwartet Monatseinkommen und hinterfragen Sie damit die Auswirkungen auf Ihre unbefristet EM-Rente - insbesondere auch bei Verzug ins Ausland/USA.

Möglicherweise könnte der EM-Status erhalten bleiben (nach 6 Monaten volle Pulle wieder zusammengeklappt, Rente läuft wieder an) und zunächst wegen des Überschreitens der Hinzuverdienstgrenze auf NULL gesetzt werden - Spekulation eben, aber Gewissheit erfahren Sie nur von Ihrem DRV-Sachbearbeiter.

> Klingt sicher etwas ungewöhnlich diese Story, stimmt aber.

Das Leben ist nicht ungewöhnlich, hält immer Überraschungen/Möglichkeiten bereit. Versuchen Sie es einfach/durchstarten und halten Sie durch ...good luck für Sie.

Gruß
w.

von
W*lfgang

Zitiert von: W*lfgang
die volle Erwerbsminderung wieder erlangt haben
...kleiner sprachlicher Verlapsus ...soll natürlich heißen "die volle Erwerbsfähigkeit wieder erlangt haben"

Gruß
w.

von
Mr.America

Vielen Dank, W*lfgang!
Ich habe ja vom 17. bis zum 45. Lebensjahr durchgehend in die Rentenkasse eingezahlt und möchte diese Ansprüche nicht komplett verlieren. Gerade in den USA mit der privaten Krankenversicherung etc. möchte ich nicht in 5 Jahren 'auf der Strasse sitzen' und in Deutschland hätte ich eine lebenslange Rente verloren.
Daher würde mich sehr interessieren welche Optionen es gibt.
Als EM-Rentner darf ich ja immerhin bis 3 Stunden täglich arbeiten bis 450,00 Euro.
Dürfte ich das auch in den USA? Die Arbeitsverträge sind dort mit nur wenigen Wochen Kündigungsfrist versehen. Was passiert wenn ich nach 3 Monaten den (Mini-)Job verliere?
Ist überhaupt schon einmal ein EM-Rentner ins Ausland gegangen?

von
****

Zitiert von: Mr.America

Vielen Dank, W*lfgang!
Ich habe ja vom 17. bis zum 45. Lebensjahr durchgehend in die Rentenkasse eingezahlt und möchte diese Ansprüche nicht komplett verlieren. Gerade in den USA mit der privaten Krankenversicherung etc. möchte ich nicht in 5 Jahren 'auf der Strasse sitzen' und in Deutschland hätte ich eine lebenslange Rente verloren.
Daher würde mich sehr interessieren welche Optionen es gibt.
Als EM-Rentner darf ich ja immerhin bis 3 Stunden täglich arbeiten bis 450,00 Euro.
Dürfte ich das auch in den USA? Die Arbeitsverträge sind dort mit nur wenigen Wochen Kündigungsfrist versehen. Was passiert wenn ich nach 3 Monaten den (Mini-)Job verliere?
Ist überhaupt schon einmal ein EM-Rentner ins Ausland gegangen?


Hallo Mr. America,
ja es sind schon viele EM-Rentner ins Ausland gegangen, nur nicht unbedingt um dort zu Arbeiten.
Sehen sie ihr ganzes Vorhaben nicht zu sehr durch eine Rosa Brille?
Eine Private KV in den USA wird den größten Teil ihrer EM Rente kosten, sofern sie überhaupt einen Vertrag bekommen bei der Vorgeschichte(Burn Out) und wenn sie nicht noch ein fettes Finanzpolster in der Hinterhand haben wird der Rest kaum zum leben reichen.
Auch der Arbeitsmarkt und die Arbeitsbedingungen in den USA sind doch etwas härter als in D. Wenn sie unter den vergleichsweise humanen Bedingungen in D schon einen BO bekommen haben, wie wollen Sie dann in den USA klarkommen?

Experten-Antwort

Hallo Mr. America,

grundsätzlich können sie Ihrer Beschäftigung auch im Ausland nachgehen. Und sofern es sich lediglich um einen Minijob mit Beschäftigung bis 3 Stunden täglich handelt, sollten Sie wegen der EM-Rente normalerweise auch keine Probleme bekommen. Ausnahme wäre hier nur bei einer eventuellen Arbeitsmarktrente, von der hier wahrscheinlich nicht auszugehen ist. Auf jeden Fall sollten Sie aber Ihre Absicht schon vorher Ihrem Rentenversicherungsträger mitteilen, insbesondere, wenn möglicherweise schon klar sein sollte, wann und mit welcher Beschäftigung sie beginnen werden.
Wegen der Frage, ob und wie Sie sich ggfs. krankenversichern müssten, empfehlen wir Ihnen sich unbedingt mit Ihrer derzeitigen Krankenversicherung in Verbindung zu setzen.

von
=//=

Wenn Sie bisher in einer gesetzlichen KK als Rentner versichert waren, ist evtl. weiterhin die deutsche KV zuständig. Erkundigen Sie sich auf jeden Fall bei Ihrer gesetzlichen KK.
Für Privatversicherte:
https://www.americandream.de/auswandern-usa/partnerangebote/versicherung-usa/

von
W*lfgang

Zitiert von: =//=
(...)
änzend: oder auch da mal reinschauen:

https://wirelesslife.de/gesetzliche-krankenversicherung-auslandsaufenthalt/

liest sich gut, Anwartschaftsversicherung erklärt, und Fragen möglich - Kommentare folgen.

Gruß
w.
PS: Erster Ansprechpartner ist natürlich die eigene GKV. Über die Anwartschaftsversicherung kann man sich aber grundsätzlich auf jeder GKV-Web-Seite informieren.

Auch interessant:

http://www.bmg.bund.de/themen/krankenversicherung/versicherte/nach-auslandsrueckkehr.html

von
Mr.America

Nochmals Danke an W*lfgang und Co.
Ich habe meine Krankenversicherung (DAK) angerufen und sollte mein Anliegen schriftlich einbringen was ich bereits vor drei Tagen online getan habe.
Bisher keine Antwort. Scheint kompliziert zu werden.

von
Max1964

Zitiert von: Mr.America

Hi,
habe die Greencard für die USA erhalten und kann dort ab 2017 arbeiten und leben.
Bin 48 Jahre und erhalte die unbefristete EM-Rente seit 3 Jahren (1.408,32 Euro Netto).
Hatte zuvor 21 Jahre als Ingenieur gearbeitet und bin dann mit Burn Out in der Rente gelandet.
Würde jetzt gerne in Amerika nochmal durchstarten.
Was passiert mit der EM-Rente?
Melde ich mich da ab? Und dann?
Klingt sicher etwas ungewöhnlich diese Story, stimmt aber.

dann kanns mit dem Burn-Out ja nicht mehr so schlimm sein.

Im Interesse der tatsächlich Erkrankten, die teils jahrelang um ihre Rente streiten müssen oder gar gänzlich abgelehnt werden, sollte man hier schon freiwililig auf Weiterzahlung o.ä. verzichten.

eigentlich schon nicht zu fassen, dass die DRV wegen Burn-Out (!) unbefristete Rente gewährte. mag man kaum glauben.