EM - Rente und Schwerbehinderung

von
neptun

Hallo Bernie,

bei der DRV geht es einzig um Ihre verbliebene Erwerbsfähigkeit, wodurch immer (außer Unfall) sie eingeschränkt ist.
Und gibt es nach ärztlicher Ansicht die Chance auf Besserung, wird die Rente befristet, andernfalls auf unbestimmte Zeit bewilligt.
Beim GdB geht es um die Einschränkungen in allen Lebensbereichen im Vergleich zu einem Gleichaltrigen. Die Einschränkung muß mindestens ein halbes Jahr gegeben sein, eigentlich schon ein halbes Jahr existieren. Es wird festgestellt zum Zeitpunkt der Beantragung. Aber es wird auch eine ärztliche Prognose abgegeben über die zukünftige Entwicklung. Daraus resultieren unterschiedliche Befristungen. Nun wird aber häufig der GdB allein vom Amt festgestellt. Da diejenigen aber nicht mit allen Behinderungen/Krankheiten vertraut sind und sein können, sind weder der GdB noch die Befristung objektiv und nachvollziehbar. Es hängt ganz einfach am jeweiligen Sachbearbeiter. Erst bei Einschaltung eines Gutachters kann es anders werden.
Bei der Rente sind die Befristungen leider mittlerweile, politisch wirtschaftlich gewollt, vom früher üblichen 3-Jahreszeitraum auf kürzere Fristfestsetzungen verändert worden.
Und es gibt häufiger die Verweisung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt mit einem Leistungsvermögen zwischen 3 und 6 Stunden. Diese Rentner bekommen zwar ebenfalls eine volle EM-Rente, aber die ist arbeitsmarktabhängig. Da kann eine Befristung nämlich unbegrenzt häufig ausgesprochen werden. So werden allein medizinisch begründete Renten auf volle EM-Rente gerne so deklariert und wenn der Betreffende nicht weiter geht im Verfahren und sich so abspeisen läßt, so hat die DRV sich teuer verkauft.

Ich kenne die von Dirk angesprochenen Leitlinien der DRV zur Begutachtung und kann sagen, die über chronisch entzündliche Darmerkrankungen ist in keiner Weise geeignet, eine Erwebsminderung objektiv und nachvollziehbar anhand von klar umrissenen Kriterien festzustellen. Sie ist ein Armutszeugnis und wird wohl auch nicht herangezogen. Aber sie sollte als Alibimäntelchen dienen.

Es gibt keine Anleitung zur Verwendung und keine Beispiele. Sie dient nur der Verwirrung, insbesondere durch die Verwendung von Begriffen, die immer wieder variiert werden, nicht ineinander überführt werden können.
Und ich weiß, wovon ich rede. Habe das Teil mal auseinander genommen.

Schade hat in Beispielen gut verdeutlicht, wie es mit GdB und Rente bestellt ist.

LG Neptun

von
dirk

Ich habe diese Hinweise natürlich nur für meine Sache(n) durchgesehen. Diese Dinger, die wie Sie sagen auch noch "nicht gut" sind, werden ja nicht einmal eingehalten.

Man sollte dem ganzen Vorgang nicht unkritisch gegenüberstehen.

von
Nachtrag

Guten Tag,
habe selbst einen GdB von 100 mit Merkzeichen aG,G,RF und B,was eine ständige begleitung erforderlich macht,sowie die Pflegestufe 2 und bekomme "nur" eine sog. Arbeitsmarktrente.
Lt. DRV ist man der Meinung,dass ich noch 3-6 Stunden am Tag arbeiten Könnte.

von
Frührentner

Na und ? Seien Sie doch froh, wenn Sie noch arbeiten können !

von
merker

Du nix Frührentner
Du Zyniker und Schönredner

von
Nachtrag

@Frührentner,
wohl nichts kapiert?

Es geht nichts mit arbeiten,brauch sogar Hilfe,um auf die Toilette zu gehen,beim anziehen usw.,bin also vollständig auf fremde Hilfe angewiesen und das rund um die Uhr.
Wie kommen die von der DRV,ohne ein Gutachten zu machen zu diesem Ergebnis???
Das ist schon seltsam,oder?
mit meinem Beitrag wollte ich die Widersinnigkeit bei der Rentegewährung deutlich machen.

von
Tipp

Wenn Sie sich ungerecht beurteilt FÜHLEN, können Sie Widerspruch einlegen und ggf. sogar Klagen.
Und wenn Sie wirklich so stark eingeschränkt sein sollten, wird man Ihrem Widerspruch bestimmt sofort stattgeben.

von
Nachtrag

Danke Tipp,

meine Zeitrente läuft noch bis Ende nächsten Jahres.
Sollte ich nach meinem Antrag auf Weitergewährung der EMR einen negativen Bescheid bekommen,werde ich das auch tun.
Meine Erkrankung ist eine schwere Lungenerkrankung mit einer Restfunktion von 15%,mit ständiger schwerster Atemnot,schon in Ruhe.Wie ich da arbeiten soll,wenn schon das Luftholen eine riesige Anstrengung ist....,ganz zuschweigen vom täglichen Überleben.
Aber halt,vielleicht ist das Nichtüberleben ja gewollt von der DRV????

von
Antonius

Hallo "Nachtrag" !

Das kann nur ein Versehen seitens der DRV gewesen sein. Niemand dort hat ein PERSÖNLICHES Interesse daran, Ihnen Ihre rechtmässig zustehende (Dauer)-Rente zu verweigern.
Vielleicht sollten Sie sich mal mit einem Sozialverband wie z.B. dem SoVD oder dem VDK in Verbindung setzen.

(www.sovd.de bzw. www.vdk.de)

Alles Gute !

von
RE: RE: RE

http://www.elo-forum.org/eu-rentenantrag-begutachtung-ein-schlechter-witz-t6609.html

von
Nachtrag

@Antonius und @ RE RE RE

danke für die hilfreichen und aufbauenden Worte,
werde mir auch gleich die Verlinkung ansehen

VG Nachtrag