EM Rente und selbstständiger Nebenerwerb

von
Walli

Hallo,
ich bekomme eine volle EM-Rente.
Wenn ich mich im Nebenerwerb selbstständig mache, wie wird dann mein monatliches Nebeneinkommen ermittelt? Summe laut Steuerbescheid geteilt durch 12, oder muss man das Nebeneinkommen für jeden Monat getrennt ermitteln?
Wenn ich z. B. am 24.09.14 mit meiner Tätigkeit beginne, darf ich dann 3 oder 4 mal
für das Jahr 2014 die 450,00 Euro verdienen?
Vielen Dank für die Antworten!

von
Kai-Uwe

Hallo Walli,

das Einkommen wird grundsätzlich aus dem letzten Steuerbescheid ermittelt, indem der dort ausgegebene Betrag aus Selbständigkeit durch 12 geteilt wird, genau!

Wenn Sie z.B. am 24.09. die Tätigkeit aufnehmen, wird das im Zeitraum bis zum 30.09. erzielte Entgelt hochgerechnet.
(Bsp. 150 EUR für 10 Tage = 450 EUR für 30 Tage).
Die Monate Oktober bis Dezember wären dann 3 volle Monate a 450 EUR.

Bedenken Sie, dass Sie auch 2 x im Kalenderjahr (Jan.-Dez.) die Hinzuverdienstgrenze bis zum Doppelten überschreiten dürfen (z.B. wären dann 900 EUR möglich).

MfG

von
W*lfgang

Zitiert von: Kai-Uwe
Bedenken Sie, dass Sie auch 2 x im Kalenderjahr (Jan.-Dez.) die Hinzuverdienstgrenze bis zum Doppelten überschreiten dürfen (z.B. wären dann 900 EUR möglich).
Walli,

grundsätzlich NICHT bei Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit, dann müssten Sie einen mtl. Einkommensnachweis führen. Wäre wohl sehr hinderlich, denn dann können Sie 3 Monate Leerlauf nicht mit 3 Monaten á 900 EUR kompensieren, was als Jahreseinkommen ./. 12 kein Problem wäre.

Gruß
w.
PS: Warum beginnen Sie die Nebentätigkeit nicht am 01.09./Gewerbeanmeldung, dann stehen Ihnen die 450 EUR für den ganzen September zur Verfügung?!

Experten-Antwort

Hallo Walli!

Das monatliche Arbeitseinkommen aus selbstständiger Tätigkeit ist grundsätzlich pauschalierend zu ermitteln. Für die Ermittlung des Hinzuverdienstes aus selbstständiger Tätigkeit ist daher analog § 165 SGB 6 ein Zwölftel des Jahreseinkommens gemäß dem entsprechenden Steuerbescheid bzw. bei Erstfestsetzung der Rente ein Zwölftel des vom Steuerberater geschätzten Jahreseinkommens in Ansatz zu bringen.
Eine Ausnahme von der kalenderjährlichen Betrachtungsweise gilt, wenn die Tätigkeit nicht während des gesamten Kalenderjahres (z. B. wegen Aufnahme eines selbstständigen Gewerbebetriebes oder Wechsel von einer abhängigen Beschäftigung in eine selbstständige Tätigkeit) ausgeübt wird. In diesen Fällen ist das im Einkommensteuerbescheid für ein Kalenderjahr ausgewiesene Arbeitseinkommen gleichmäßig auf die Monate zu verteilen, in denen die Tätigkeit bestanden hat. Dies gilt auch dann, wenn die selbstständige Tätigkeit während eines Kalenderjahres nicht nur in vollen Kalendermonaten, sondern auch in Teilmonaten vorlag.

Mit freundlichen Grüßen

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