EM- Rente: Zahlung ab Antragstellung?

von
ju

Hallo,
Ich hoffe ihr könnt mir helfen.
Ich habe Ende März meinen Bescheid bekommen, dass mein Antrag von September letztenten Jahres durchgekommen ist. DIe Rente ist von 1.4. Diesen Jahres für 22 Monate genehmigt.
Ist es nicht so, dass eigentlich ab Antrag stellung gezahlt wird? Bei einem Gutachtern bei RV direkt wurde mir gesagt, dass es sogar möglich wäre, dass der Rentenbeginn noch vor Antragstellung liegen kann, da in meinem Fall ich wg der selben Erkrankung seit 2005 Grundsicherung wg Erwerbsminderung ( davor Krnakengeld) bezogen habe, wg der ich jetzt auch die volle Rente erhalte.
Ebenso ist mir aufgefallen, dass hätte ich die Rente anderthalb Jahre eher beantragt, wäre sie 100 € im Monat höher gewesen. Gibt es die Möglichkeit da privat nachzuzahlen?

von
Amadé

In Ihren Ausführungen ist einiges leider nicht schlüssig.

Grundsicherung für voll Erwerbsgeminderte nach dem Vierten Kapites des SGB XII können Sie nicht bezogen haben, weil seinerzeit keine Erwerbsminderung auf DAUER vorgelegen hat. Übrigens prüft diesen Umstand der Rentenversicherungsträger im Auftrag des Grundsicherungsträgers. Bei Vorliegen von Erwerbsminderung auf DAUER hätten Sie schon seinerzeit also eine EM-Rente plus ergänzende Grundsicherung bekommen.

Haben Sie Grundsicherung für Arbeitssuchende bezogen (ALG II - auch Hartz IV genannt)?

Oder haben Sie die klassische Sozialhilfe (Hilfe zum Lebensunterhalt) nach dem Dritten Kapitel des SGB XII bezogen?

von
Amadé

... beachten Sie daher den "verspäteten" Beginn der Rente!

http://www.info-versicherungsvergleiche.de/informationen-bu/beginn-zeitrente.html

von
Ju

Erstmal danke für die Antwort.
Ich bin Ende 2005 von Sozialamt zum Gesundhietsamt geschickt worden, um meine Arbeitsfähigkeit festzustellen. Danach wurde ich in die Grundsicherung SGB XII umgeschlüsselt. Bis dahin habe ich Krankengeld mit ergänzendem SGB II bezogen.
Meinen Rentenantrag habe ich im September letzten Jahres gestellt. Das SozialAmt fragt nun was mit der Nachzahlung ist. Die ja eigentlich erfolgen musste, oder?1

Experten-Antwort

Die Feststellung des Rentenbeginns erfolgt bei befristeten Renten unter Anwendung von § 99 Abs. 1 SGB 6. Liegt der ermittelte Leistungsbeginn vor dem Beginn des siebten Kalendermonats nach Eintritt der Erwerbsminderung, beginnt die Rente mit dem Ersten des siebten Kalendermonats.
Der med. Dienst des RV-Trägers legt den Leistungsfall fest unabhängig was vorher war.
Die unterschiedlichen Rentenhöhen resultieren daraus, dass der Durchschnitt der letzten 5 Jahre vor der Berechnung zu Grunde gelegt wird.

von
Ju

...der Gutachter der Rentenversicherung sagte mir, dass er dern Rentenbeginn ab 2005 empfehlen wird (ab Sommer 2004 krank).
Spätestens ab dem Monat der Antragstellung muss aber doch gezahlt werden, oder? Wenn dem so ist, ich muss dann schnell einen Widerspruch schrieben, weil mir sonst das SOzialamt aufs Dach steigt, weil die gerne ab September letzten Jahres Gelsd von mir zurück haben wollen

Experten-Antwort

Die Empfehlung des Gutachters ist zwar schön und gut, aber die Entscheidung fällt der med. Dienst des RV-Trägers. Und zur Wiederholung: Der Rentenbeginn bei Zeitrenten ist der erste des siebten Monats nach Feststellung der Erwerbsminderung. Vorher wird nichts gezahlt.

von
Ju

Danke nochmal für die Antwort. Also ist es egal was der medizinische Gutachter der Rentenversicherung (im Hause der Rentenversicherung) sagt, weil es der medizinische Dienst der Rentenversicherung entscheidet. naja es waren ja auch 3 Jahre empfolen und nicht 22 Moante.
Okay, soweit habe ich es jetzt auf dem Schirm. Dann brauch ich mich nnur noch zu Ärgern, dass ich von seiten des Amtes 2006 eine Fehlberatung bekommen habe und ich deswegen damls keinen Antrag gestellt habe und daher meine FinanzEinbußen habe.

von
Amadé

Wenn Sie seit 2004 DURCHGEHEND arbeitsunfähig waren, empfiehlt es sich, Widerspruch einzulegen.

Der Widerspruch wäre so zu begründen, dass der Eintritt des Leistungsfalls mit Beginn der Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist. Gelingt Ihnen dieses, kann die Rente schon ab 1. des Monats der Antragstellung beginnen - auch bei Zeitrente!

Beantragen Sie - am Besten durch einen Kundigen - Akteneinsicht!

Schauen Sie nochmals im Rentenbescheid nach, auf welches Datum die Rentenversicherung den Eintritt des Leistungsfalls gelegt hat. Oft ist das - um Geld zu sparen - das Datum der Antragstellung.

Sollte letzteres der Fall sein haken Sie im Widerspruchsverfahren nach, mit welcher Begründung am derzeitigen Leistungsfall festgehalten würde, wenn Ihr Antrag 1,2,3 usw. Monate vor der tatsächlichen Antragstellung erfolgt wäre.

von
WiSo

Bei mir ist es fast ähnlich so.
In einem jetzt anhängigen SG-
Verfahren nach abschlägigem
Überprüfungsverfahrens nach
§ 44 SGB X, will sich die DRV
mit einem Teilanerkenntnis ver-
gleichen, (d.h. volle EM) aber
erst ab Antragstellung des Über-
prüfungsverfahrens zunächst
bis 2009.

Der Gerichtsgutachter als auch
die Vorgutachter stellten über-
einstimmend fest, dass bei mir
die Voraussetzungen der vollen
EM-Rente schon ab Antragstel-
lung im Feststellungsverfahren
vorgelegen haben.

Die Gegenseite erklärt, dass Sie
unter Berücksichtigung des Ge-
richtsgutachten bereit ist, eine
volle EM-Rente aufgrund des
festgestellten Leistungsvermö-
gens, ab 31.08.2006 (Leistungs-
fall) anzuerkennen. Danach be-
steht der Anspruch ab 01.03.07.

Wieso erst ab 01.03.2007, das
Feststellungsverfahren fand
schon im Jahr 2001 statt.

MfG
WiSo

von
Wolfgang Amadeus

Hallo ju,

unter Hinweis auf den Beitrag von "Fragende", 07.04.2008, 19:33 Uhr, würde mich doch zu sehr genauer interessieren, wie Du überhaupt zu der Einschätzung kommst, dass Deine Rente um 100 Euro höher gewesen wäre, wenn Du sie anderthalb Jahre früher beantragt hättest.

Die Antwort des Experten dazu überzeugt mich ehrlich gesagt nicht so recht (vergleiche Beitrag "Fragende").

Es wäre sehr nett, wenn Du Dich dazu noch einmal konkreter äußern könntest.

von
Ju

bei den jährlichen "kontoauszugen" der Rentenversicherung gibt es einen Absatz "wären Sie heute wg gesundheitlicher Einschränkungen voll erwerbsgemindert, bekämen Sie von uns eine monatliche Rente von:...€" Deieser Betrag lag ende 2005 um 100 und und ende 2006 um 80 € höher. Und entscheidet somit jetzt darüber weiter ergänzend Grundsicherung statt Wohngeld zu erhalten.
Ich hatte ANfang 2005 schonmal einen Termin beim Amt, um zu klären ob ich einen Rentenanspruch habe. Da ich bei meiner letzten Stelle 2 jahre und 11, 5 Monate gearbeitet habe, hieß es dass ich die notwendigen 3 Jahre innerhalb der letzten 5 Jahre nicht erfülle. Mein Job davor war ein Arbeit statt Sozialhilfe Job. Der würde nicht zählen. Erst später stellte ein Bekannnter fest, dass während meineS Krankengeldbezuges weiter Rentenbeiträge gezahlt wurden und bei meiner meiner Stelle satt Sozialhilfe auch.

von
Wolfgang Amadeus

Hallo Ju,

die abweichenden Rentenbeträge stammen also aus der Berechnung der Erwerbsminderungsrente innerhalb der Renteninformationen.

Ohne genauere Kenntnis Deiner Versicherungszeiten kann man hinsichtlich der Gründe für die gravierenden Abweichungen nur mutmaßen, jedoch ist klar, dass die Stellungnahme des Experten dazu unrichtig ist, da bei der Berechnung der Erwerbsminderungsrente innerhalb der Renteninformation die durchschnittlichen Entgeltpunkte in den letzten 5 Kalenderjahren keine Rolle spielen.

Möglicherweise ist die Verringerung darauf zurückzuführen, dass der Gesamtleistungswert für die Zurechnungszeit sich verringert hat, weil Du in den letzten Jahren geringere Beiträge gezahlt hast. Außerdem hat sich naturgemäß der vom Eintritt des Leistungsfalles abhängige Umfang der Zurechnungszeit verringert, ohne dass dem wahrscheinlich adäquate neue Beitragszeiten gegenüberstehen, möglicherweise hast Du auch in Deinem Versicherungsverlauf Schul- oder Hochschulzeiten, deren Bewertung im Zeitraum von 2005 bis 2008 abgeschmolzen werden. Bei der Renteninformation hatte sich die Rentenversicherung entschlossen, bereits ab 2007 mit dem Wert null für Schul- oder Hochschulzeiten zu rechnen, was eventuell den größeren Abwärtssprung von 2006 auf 2007 erklären würde.

Was Deinen Rentenbeginn betrifft, würde ich mich der Empfehlung von Amadé anschließen.

Da Du nach Deinen Schilderungen bereits Anfang 2005 zur Beratung warst und man Dir unter Hinweis auf die fehlenden versicherungsrechtlichen Voraussetzungen von einem Rentenantrag abgeraten hat, könntest Du eventuell auch einen sogenannten sozialrechtlichen Herstellungsanspruch geltendmachen. Bei diesem wird man so gestellt, wie man richtig beraten worden wäre, das würde bedeuten, dass der Beratungstag als Antragsdatum für die Erwerbsminderungsrente gelten würde und sich dementsprechend ein wesentlich früherer Rentenbeginn ergeben würde.

Den sozialrechtlichen Herstellungsanspruch kann man auch im Widerspruchs- oder Klageverfahren geltendmachen.

Experten-Antwort

Lieber "Wolfgang Amadeus"! Es ist richtig, dass der Durchschnitt der letzten 5 Jahre bei der Hochrechnug der EM-RT keine Rolle spielt. Ich wollte lediglich vereinfacht ausdrücken, dass der unterschiedliche Verdienst der letzten Jahre bei der Grundbewertung und Vergleichbewertung eine Rolle spielt, die als Grundlage der Berechnung der Zurechnungszeit genommen wird, ohne gross auf die komplizierte Rentenberechnung einzugehen.

Experten-Antwort

Eine Zeitrente beginnt immer am 1. des 7. Kalendermonats nach dem Leistungsfall. Der Leistungsfall wurde im Vergleich auf den 31.08.2006 gelegt, ero Rentenbeginn 01.03.2007. Sollten Sie mit diesem Vergleich nicht einverstanden sein, müssen Sie ihn nicht annehmen und evtl. Veto über Ihren Rechtsanwalt einlegen.

von
JU

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Die Verrringerung der Rentenhöhe ist wahrschienlich davon zu erklären, dasss seitdem ich Gerundsicherung bei Ermerbsminderung bezeihe keiene Rentenbeiträge mehr bezahlt worden sind.

An wen wende ich mich nun am besten um meinen Widerspruch in gute Worte gepackt geltend
zu machen?

von
Ju

Danke für deine Antwort. Ich bin von Mitte 2004 bis Anfang 2006 durchgängig krankgeschreiben gewesen und habe dementsprechend Krnakengeld bezogen. Bin Ende 2005 ins SGBXII umgeschlüsselt worden ( zunächst ergänzend, nach wegfalll des Krankengeldes komplett). Da ja von seiten des Amtes festegestellt worden war, dass ich bis auf weiteres nicht arbeitsfähig bin.

Experten-Antwort

Entweder selbst formulieren oder einen Rechtsanwalt beauftragen oder einen Verband (SoVD/VdK) einschalten.