EM Versorgungsausgleich Zurechnungszeit

von
Elmar

Hallo,
Ich versuche die Frage in Kurzform zu stellen:
Trennung nach über 20 Ehejahren; bisher kein Ehevertrag. Beide 50+
Beide angestellt; derzeit Vollzeit
Ich bin Schwerbehinderter und habe Anspruch auf Erwerbsminderungsrente; derzeit teilweise und befristet.
Zeitpunkt der Scheidung noch offen.
Ich habe aktuell Gut 20 Rentenpunkte mehr als meine Frau, die wohl auf den Versorgungsausgleich bestehen wird, trotz Angebot einer großzügigen vertraglichen Regelung mit Immobilien Eigentum. Ca. 2 Rentenpunkte jährlich bei mir, ca. 1 bei Frau. Wie wird bei und nach Versorgungsausgleich die Zurechnungszeit ermittelt? Aus tatsächlichen oder geteilten Punkten?

von
Jonny

Bei der Berechnung des Versorgungsausgleichs wird die in die Ehezeit fallende Zurechnungszeit als Anrechnungszeit wegen Rentenbezug bzw. vorher ab Eintritt der Erwerbsminderung zugrunde gelegt. Zusätzlich noch die Beiträge aus der eventuell parallel liegenden Beitragszahlung neben der teilweisen Erwerbsminderungsrente; letztlich wie bei einer späteren Altersrente.

Von allen in der Ehezeit erworbenen Entgeltpunkten, auch solchen vor Beginn der teilweisen Erwerbsminderungsrente, wird die Hälfte zu Ihren Lasten zugunsten auf das Rentenkonto der Frau übertragen. Im Gegenzug erhalten Sie die Hälfte der Entgeltpunkte Ihrer Frau in der Ehezeit auf Ihrem Konto gutgeschrieben. Ihre Lastschrift und die Gutschrift wirken nach Rechtskraft der Entscheidung auch auf die teilweise EM-Rente, allerdings nur teilweise.

von
W°lfgang

Hallo Elmar,

die Antwort in Kurzform: Lassen Sie doch einfach die DRV erst mal rechnen - bei gegenseitigem Einverständnis erhalten Sie das auch/beide vorher/auf gegenseitigen Antrag /ohne schon im Scheidungsverfahren angekommen zu sein. Dann können Sie immer noch die Kapitalwerte 'vergleichen' und andere Dispositionen gegenseitig aushandeln. Und im Detail können Sie sogar die Bewertung aller Zeiten für den VA in beiden Rentenauskünften nachlesen :-)

Gilt hier natürlich nur für die Kapitalwerte der DRV - andere/weitere Altersversorgungen müssten Sie separat versuchen klären zu lassen.

Gruß
w.

von
Elmar

Herzlichen Dank für die Antworten; konkret nochmal die Frage: welcher Wert wird für die Berechnung der Entgeltpunkte aus der Übergangszeit als Faktor verwendet: der ursprüngliche, höhere oder der Neue, niedrigere?

von
Jonny

Zitiert von: Elmar
Herzlichen Dank für die Antworten; konkret nochmal die Frage: welcher Wert wird für die Berechnung der Entgeltpunkte aus der Übergangszeit als Faktor verwendet: der ursprüngliche, höhere oder der Neue, niedrigere?

Was für eine Übergangszeit und was für ein Faktor?

von
Elmar

Aks Übergangszeit wird In meinem Rentenbescheid die Zeit jetzt bis Eintritt Regelaltersrente bezeichnet.
Dafür gibt es wohl in der Berechnung den Ansatz diese Zeit mit dem Durchschnitt der bisherigen Rentenpunkte pro Jahr zu multiplizierten. Meine Frage ist ob hier der persönlich zunächst erarbeitete Wert verwendet wird, oder der nach dem Versorgungsausgleich errechnete?

von
Irrtum

Zitiert von: Elmar
Aks Übergangszeit wird In meinem Rentenbescheid die Zeit jetzt bis Eintritt Regelaltersrente bezeichnet.
Dafür gibt es wohl in der Berechnung den Ansatz diese Zeit mit dem Durchschnitt der bisherigen Rentenpunkte pro Jahr zu multiplizierten. Meine Frage ist ob hier der persönlich zunächst erarbeitete Wert verwendet wird, oder der nach dem Versorgungsausgleich errechnete?

Das ist eine Zurechnungszeit und keine Übergangszeit. Bei einer Umwandlung in eine Altersrente wird daraus eine Anrechnungszeit.

von
Elmar

Sie haben Recht,!wie in der Themenüberschrift Zurechnungszeit!;
Muss die automatische Korrektur gewesen sein; aber wie ist bitte die Berechnung?

Experten-Antwort

Zitiert von: Jonny
Bei der Berechnung des Versorgungsausgleichs wird die in die Ehezeit fallende Zurechnungszeit als Anrechnungszeit wegen Rentenbezug bzw. vorher ab Eintritt der Erwerbsminderung zugrunde gelegt. Zusätzlich noch die Beiträge aus der eventuell parallel liegenden Beitragszahlung neben der teilweisen Erwerbsminderungsrente; letztlich wie bei einer späteren Altersrente.

Von allen in der Ehezeit erworbenen Entgeltpunkten, auch solchen vor Beginn der teilweisen Erwerbsminderungsrente, wird die Hälfte zu Ihren Lasten zugunsten auf das Rentenkonto der Frau übertragen. Im Gegenzug erhalten Sie die Hälfte der Entgeltpunkte Ihrer Frau in der Ehezeit auf Ihrem Konto gutgeschrieben. Ihre Lastschrift und die Gutschrift wirken nach Rechtskraft der Entscheidung auch auf die teilweise EM-Rente, allerdings nur teilweise.

Das ist genau die richtige Antwort.

In den Versorgungsausgleich werden alle Anwartschaften IN DER EHEZEIT berücksichtigt. Den Wert für die Ehezeit können Sie dem Rentenbescheid entnehmen; zusammen mit den anderen Entgeltpunkten geht die Hälfte dieses Werts an Ihre Frau.
Im Gegenzug erhalten Sie die entsprechende Hälfte, die Ihre Frau in der Ehezeit erworben hat.
Die Differenz der beiden Ausgleichswerte ist eigentliche Versorgungsausgleich.

von
Fragender

Diese Frage wurde jedoch noch nicht beantwortet?
Wie wird bei und nach Versorgungsausgleich die Zurechnungszeit ermittelt? Aus tatsächlichen oder geteilten Punkten?

Entgeltpunkte wurde erklärt, aber

Wie wird die Gesamtleistung in der Zurechnungszeit bewertet?

von
Elmar

Zitiert von: Fragender
Diese Frage wurde jedoch noch nicht beantwortet?
Wie wird bei und nach Versorgungsausgleich die Zurechnungszeit ermittelt? Aus tatsächlichen oder geteilten Punkten?

Entgeltpunkte wurde erklärt, aber

Wie wird die Gesamtleistung in der Zurechnungszeit bewertet?

Herzlichen Dank Fragender
Offenbar geht es nicht nur mir so,
Bisher keine Antwort auf die für mich sehr entscheidende Frage zu erkennen,
Die Sie nochmal formuliert haben!

von
Jonny

Mit „Gesamtleistung“ meinen Sie vermutlich den sog. Gesamtleistungswert. Das ist ein Durchschnittswert, der für die Bewertung beitragsfreier und beitragsgeminderter Zeiten von Bedeutung ist. Zu diesen beitragsfreien Zeiten gehört auch die Zurechnungszeit, also die Zeit, die bei vorzeitiger Erwerbsminderung den tatsächlich zurückgelegten insbesondere Beitragszeiten hinzugerechnet wird. Sobald eine Zurechnungszeit schon zurückgelegt ist, nennt man sie Anrechnungszeit wegen Rentenbezug. Für die Bewertung dieser „Zurechnungszeiten“ aber auch andere beitragsfreie Zeiten ist der Gesamtleistungswert wichtig.

Der Gesamtleistungswert ist aber ohne Werte aus dem Versorgungsausgleich zu ermitteln! Ansonsten würden ja zusätzlich zum Plus oder Minus aus dem Ausgleich der Versorgungsanwartschaften in der Ehezeit noch weitere Auswirkungen auf die beitragsfreien Zeiten ergeben. Dann hätte z.B. der Begünstigte nicht nur das Plus aus dem Versorgungsausgleich sondern vielleicht – je nach der Dauer seiner beitragsfreien Zeiten – auch noch ein mehr oder weniger hohes Plus für diese Zeiten; beim Belasteten wäre es umgekehrt.

Fazit der Versorgungsausgleich wirkt nur in seiner direkt ermittelten Höhe und nicht mehrfach.

von
Fragender

Danke Jonny,

Jetzt kann ich es nachvollziehen und finde es auch gerecht

von
Elmar

Zitiert von: Fragender
Danke Jonny,

Jetzt kann ich es nachvollziehen und finde es auch gerecht

Ich schließe mich dem Dank an und bin beruhigt; bei mir geht es um 24 Rentenpunkte aus der (künftigen) Zurechnungszeit.

Klingt fundiert und stimmt hoffentlich; auf sodann ...