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EMR, Leistungsfall, Rentenbeginn

von
matoro

Guten Tag,
Das Datum für die Berechnung der rente ist sehr wichtig für die Höhe der rente.
Für welches Datum wird die Rente Berechnet?

- Begin der AU
- Antrag auf Leistungen für Rehabilitation oder
- Antrag auf Rente
dazu ist zu sagen dass es keine Zeitlücke zwischen dieser Zeiten gibt, also durchgehen AU.
Danke

von
Brille

Hallo matoro!

Die Feststellung der AU setzt i.d.R. Entgeltfortzahlung und ggf. Krankengeld in Gang. Der Beginn einer AU kann auch Leistungsfall für eine EM-Rente sein (muss aber nicht!). Wird ein Reha-Antrag gestellt, so ist dieser zu prüfen; Ergebnis: 1. Durchführung einer Maßnahme oder 2. Ablehnung wegen fehlender Aussicht auf rasche Besserung oder 3. Ablehnung weil AU bald auskuriert sein wird.

Bei 1. kann im Ergebnis herauskommen, dass die Reha erfolgreich war und Sie sofort arbeitsfähig sind oder dass Sie noch weiter AU aber nicht EM sind oder dass der Verdacht auf EM besteht - dann wird die sog. Umdeutung angeboten (Reha-Antrag würde dann als EM-Antrag behandelt, insb. Datum des Antrags).

Bei 2. kann es sofort zur Umdeutung (s.o.) kommen.

Steht der Leistungsfall fest und kommt es zur Rente, dann zählen die Beiträge bis zu Leistungsfall für die Berechnung der Rente, weitere Beiträge werden ausgeklammert und durch die sog. Zurechnungszeit bis max. 60.Lj. ersetzt (kann gut oder schlecht sein - je nach Fall und Rentenkonto!). Eine Dauerrente wegen EM kann im Monat nach dem Leistungsfall beginnen, wenn innerhalb von 3 Monaten nach Eintritt des LF Antrag (z.B. auch Reha) gestellt wurde. Späterer Antrag - späterer Beginn. Befristete EM-Renten beginnen i.d.R. mit dem 7. Monat nach LF, wieder in Abhängigkeit vom datum des Antrags.

Die rechtliche Betrachtung der Wertigkeit einer Rente hängt i.d.R. am Rentenbeginn!

Experten-Antwort

Bei einer Erwerbsminderungsrente sind das Datum des Leistungsfalles und der Rentenantrag ent-scheidend für die Rentenhöhe. Je nach Fallgestaltung kann der Rehaantrag als Rentenantrag gelten.

Der Leistungsfall beschreibt dabei den Eintritt der Erwerbsminderung. Je nach Verwaltungspraxis beim Rententräger und den vorliegenden medizinischen Unterlagen wird dies dann der Beginn der AU, der Rehaantrag oder der Rentenantrag sein.
Grundsätzlich werden alle bis zum Monat des Leistungsfalles zurückgelegten rentenrechtlichen Zeiten berücksichtigt. Ausgehend vom Leistungsfall bis zum 60. Lebensjahr wird eine Zurechnungszeit be-rücksichtigt, die mit dem Gesamtleistungswert (&#34;Durchschnitt&#34; aus der individuellen Beitragsleistung) bewertet wird und damit die Rente erhöht.

Aus dem Rentenantrag im Zusammenwirken mit dem Leistungsfall ergibt sich dann der Rentenbeginn. Aus dem Rentenbeginn ergibt sich die Rechtsanwendung (neues oder noch altes Recht für die Bewer-tung der rentenrechtlichen Zeiten).

von
matoro

Ja das ist die Frage welches datum wird für die berechnung (als Leistungsfall) genommen?

AU : seit 2002
Reah: 2003
Antrag 2006
Entscheidung steht vor.

von
Schade

wer hier soll wissen, für welchen Termin die Ärzte des Ärztlichen Dienstes plädieren?
In erster Linie wird dort entschieden, ab wann der Patient erwerbsgemindert ist.

Das ist weder eine Lotterie noch ein Wunschkonzert.

von
matoro

Nachdem was ma hier liest und hört:
es ist doch ehe eine Lotterie!

von
-_-

Das ganze Leben ist eine Lotterie. Manche gewinnen nicht, weil Sie die Spielregeln nicht kennen oder nicht akzeptieren wollen. Das sind die, die sich dann beklagen, dass ihr Los ungültig ist.

Mal ehrlich, was soll man auf Ihre Frage antworten? Wir sind weder medizinische Sachverständige, noch kennen wir Ihre Befunde. Die Festlegung des Leistungsfalles setzt diese Kenntnis aber voraus. Die arbeitsunfähige Erkrankung im Sinne der Krankenversicherung bezieht sich auf Ihre konkret ausgeübte letzte Beschäftigung, während sich die Erwerbsminderung im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung auf den gesamten Arbeitsmarkt bezieht. Wann nun die Erwerbsfähigkeit soweit herabgesetzt war, dass der Leistungsfall in der gesetzlichen Rentenversicherung eingetreten ist, richtet sich nach den individuellen Verhältnissen des Einzelfalls.

Wenn Sie im eigenen (Einzel-)Fall mehr wissen wollen, können Sie Akteneinsicht nehmen. Wenn es gegen die Festlegung des Leistungsfalls dann Einwände geben sollte, können Sie Widerspruch erheben.

von
matoro

Danke alle für die Antworte.
Es ist wirklich sehr kompliziert zu verstehen. Man ist unsicher, neugerig... und versucht sich schlau zu machen.
Es ist auch Sinn dieses Forums!
Danke nochmal.

Experten-Antwort

Sicher gibt es Renten, die man planen kann. Dies sind in erster Linie die Altersrenten. Bei einer Er-werbsminderungsrente hängt vieles vom Schicksal ab: eine Erkrankung tritt ein und lässt sich auch nach längerer Zeit nicht einfach beseitigen. Schließlich muss man die Rente beantragen. Da ist alles im Fluss.

Wenn Sie bereits seit 2002 arbeitsunfähig sind und jetzt erst in 2006 den Antrag stellen, waren sehr wahrscheinlich andere Sozialleistungen (Kranken- und Arbeitslosengeld) höher als die Rente.
Das ist ausdrücklich kein Vorwurf. Die lange Dauer der Arbeitsunfähigkeit beschreibt einfach das Di-lemma der Rentenversicherung: zu welchem Termin innerhalb dieses Zeitraums ist denn jetzt die Erwerbsminderung (nicht Arbeitsunfähigkeit) eingetreten?

Es wäre durchaus denkbar, dass der Rententräger davon ausgeht, erst mit Rentenantragstellung wur-de der Leidensdruck so groß, dass die Erwerbsminderung erst in 2006 eingetreten ist.

Es wäre aber auch denkbar, dass bei einer Arbeitsunfähigkeit, die sich seit Beginn nicht verbessert hat, auch der Beginn der Arbeitsunfähigkeit der Leistungsfall ist.

Welche Denkweise Ihr Rententräger vertritt, werden Sie erst mit dem Rentenbescheid erkennen. Da der Antrag in 2006 gestellt wurde, müsste Ihnen doch bereits ein Ergebnis vorliegen?

von
matoro

Danke für die Antwort

genau es ist passiert, habe heute den Bescheid erhalten (volle Ermind. auf Zeit). Für den Leistungsfall wurde den April 2008 angenommen und Beginn November (4+7).
Wie der Rententräger auf April gekomme ist ist mir Rätselhaft.

Natürlich ist die rentenhöhe niedriger (etwa 50 Euro) weil die Zurechnungszeiten minder bewertet sein (fast 5 Jahre Sozialeistungen)!

Vielen danke für das Forum, es hilft schon anonym, weil die direkte Konfrontatiom mit der Bürokratie manchmal u. für manche von uns unbehagen ist.