Entgeltpunkte für Kindererziehung

von
Monika Dörband

Mein Sohn wurde im Juli 1982 geboren. Ich war bis zur Vollendung des 1. Lebensjahres, also bis zum 15.07.1983 im DDR-Babyjahr. Im Rentenverlauf wird diese Zeit Januar bis Juli 1983
als Pflichtbeitragszeit für Kindererziehung ausgewiesen und als Ausfallzeit an das Jahresende
gelegt. Den Verdienst, den ich ab 16.07.1983 hatte, wurde in die Zeit Januar 1983 bis Mai 1983 ausgewiesen und kürzt somit meine Entgeltpunkte monatlich 0,0833 für Kinder-erziehung bis zur Bemessungsgrenze.
Ist diese Berechnung so korrekt? Kann das sein, dass aus dem Geburtstermin eines Kindes Nachteile für die Berechnung der Entgeltpunkte für Kindererziehung, wie in meinem Fall entstehen? Wäre das Kind im Dezember geboren, dann wäre die Freistellung vom Januar bis Dezember und man würde 12 Monate x 0,0833 = 0,9996 erhalten, weil in diesem Jahr kein Verdienst erzielt wurde.

von
Jonny

Wenn der Sohn im Juli 1982 geboren wurde dürfte die Kindererziehungszeit vom AUG 1982 bis JUL 1983 eingetragen sein.
Der Verdienst vom 16.7.1983 bis Ende 1983 ist auch für diese Zeit einzutragen. Gegebenenfalls sind aber eingetragene Arbeitsausfalltage für die Zeit vom 31.12.1983 rückwärts noch einzutragen; der Verdienst wird dann auf die Zeit vom 16.7.1983 bis zum Tag vor den Arbeitsausfalltagen konzentriert.

Sollten Sie allerdings während der Kindererziehungszeit vom AUG 1982-JUL 1983 noch gearbeitet haben, werden die Entgeltpunkte aus Kindererziehung und Arbeit auf die höchstmöglichen Entgeltpunkte (bis zur Beitragsbemessungsgrenze WEST) begrenzt. Die Kindererziehungszeit ist keine Babyprämie sondern soll "entgangenen" Verdienst ausgleichen!
Sollte das in Ihrem Versicherungsverlauf anders aussehen, empfiehlt sich eine Rücksprache bei der Beratungsstelle der DRV
meint jedenfalls
Jonny

Experten-Antwort

Guten Morgen Monika Dörband,

Entgeltzeiten werden vom Rentenversicherungsträger nur für die Zeiträume gespeichert, für die Sie auch im SVA oder sonstigen Unterlagen bescheinigt werden. Die im SVA enthaltenen Arbeitsausfalltage werden dabei an das Ende des Entgeltzeitraumes gelegt.

Bitte überprüfen Sie die Angaben im SVA, sofern dieser Ihnen vorliegt! Ansonsten empfehlen wir Ihnen eine Rückfrage beim zuständigen Rentenversicherungsträger!

von
LS

Wenn, wie Sie angeben, das Babyjahr in Anspruch genommen wurde, kann eigentlich für die Zeit ab Folgemonat der Geburt (August 1982 bis Juli 1983) kein Verdienst erzielt worden sein, wird
nur die Kindererziehungszeit wirksam (12*0,0833 Entgeltpunkte).
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Auch wenn 1983 im SV-Buch Ausfalltage eingetragen sind, die Kindererziehungszeit Januar bis Juli 1983 wird dadurch nicht an das Ende des Jahres verschoben sondern bleibt wie zeitlich angefallen.
Im Normalfall gelten die 7 Monate Kindererziehung (KEZ) von Jan. bis Juli 1983 als vollwertige Pflichtbeitragszeit.
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Je nach Höhe der 1983 eingetragenen Ausfalltage kann aber durch die Rückrechnung auf den letzten Arbeitstag im Jahr 1983 der Sachverhalt eintreten, dass der letzte Arbeitstag im Zeitraum der zu berücksichtigenden (KEZ) Monate liegt.
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Wenn die Zahl Ausfalltage im SV-Buch >109 ATA ist, beispielsweise 155, würde sich als letzter Arbeitstag im Jahr 1983 das Kalenderdatum 28.05.1983 ergeben.
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In diesem Fall gelten die Monate Mai bis Juli durch die Überlagerung mit Ausfallzeit als „beitragsgemindert“.
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Das Problem liegt wo anders.
Wenn ab 16.07.83 bis Jahresende Verdienste erzielt wurden und gleichzeitig eine Summe ATA
> 109 im SV-Buch steht, was bei Ihnen ja der Fall ist, ist die Eintragung der ATA durch die Lohnbuchhaltung fehlerhaft vorgenommen worden, weil auch zu DDR Zeiten sich dann rein rechnerisch kein Arbeitstag mehr ergibt, an dem Verdienste erzielt werden konnten.
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Die DRV berücksichtigt das, was geschrieben steht. Sie, die DRV unterstellt, dass tatsächlich Verdienste erzielt wurden, die aber nun nur dem Zeitraum 01.01.1983 bis zum letzten Arbeitstag nach Rückrechnung zugeordnet werden können.
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Je nach Höhe des Verdienstes kann sich daraus ergeben, dass die Höhe der zu berücksichtigenden Entgeltpunkte für die (KEZ) wegen Überschreitung der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) < 0,0833 je Monat ausfällt.
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Wenn Sie freundlicherweise hier die Zahl ATA nennen und den erzielten Verdienst, kann ich Ihnen die korrekte rechnerische Berücksichtigung darlegen, wie es auch im Bescheid steht, stehen müsste.

von
Monika Dörband

Hallo LS,
danke für die Antwort, anbei sende ich mal meine Daten aus dem Jahre 1983. Ich habe aber noch eine Frage, zählen Zeiten des DDR-Babyjahres (bezahlt 75% Netto) als Ausfallzeiten? Ja oder Nein und wo kann man das nachlesen?

Jan.1983 21 Tage Freistellung Babyjahr
Febr.1983 20 Tage Freistellung Babyjahr
März 1983 23 Tage Freistellung Babyjahr
April 1983 22 Tage Freistellung Babyjahr
Mai 1983 23 Tage Freistellung Babyjahr
Juni 1983 20 Tage Freistellung Babyjahr
Juli 1983 454,76
12Tage Freistellung Babyjahr
Aug.1983 744,84
5 Tage Kind krank
Sept.1983 563,09
9 Tage krank
Okt.1983 594,71 4 Tage krank 4 Tage Kind krank
Nov.1983 563,58
9 Tage Kind krank
Dez.1983 439,06
12 Tage Kind krank

Brutto Gesamt 3360,04
13 Tage krank und 30 Tage Kind krank

Jahresendprämie 1260,00

Gesamtverdienst 4620,00 43 Tage Ausfalltage

Ich hoffe, du kannst mit den Zahlen was anfangen, Tabelle ging leider nicht, trotzdem nochmals Danke für die Hilfe!!!!

von
LS

Hallo Monika,
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Aus der Auflistung der Sachverhalte im jetzigen Beitrag und der Darstellung im Beitrag 18.03.2014 17:22 ergeben sich keine Übereinstimmungen hinsichtlich Ausfallzeitenberücksichtigung.
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Die Klärung der Details ist vielleicht hier auch nicht unbedingt sinnvoll.
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Ruf mich bitte an, kann auch noch heute sein, wir klären es am Telefon.
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0451-5028508

von
LS

Hallo Monika,
Mit den Zahlen kann ich was anfangen.
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Vorab zur Frage Babyjahr, Ausfallzeiten, 75% Netto und Jahresendprämie.
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Nach Gesetzeslage, dargestellt im Gesetzbuch der Arbeit (GBA) der DDR wird im § 131 Abs. 4 ausgesagt:
Müttern ist auf Verlangen im Anschluss an den Wochenurlaub
"unbezahlte Freizeit"
längstens bis zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes zu gewähren. Die Betriebszugehörigkeit wird dadurch nicht unterbrochen.
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Wenn, wie Du schreibst, 75% Netto gezahlt wurde, kann es sich nur um eine innerbetriebliche Regelung handeln, die Zahlungen in dieser Höhe vorsah.
Es ist aber davon auszugehen, dass dafür keine Beiträge an die Sozialversicherung gezahlt wurde und nicht zum Einkommen zählen. Es hätte ja sonst auch im SV-Buch stehen müssen.
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Die gleichzeitige Berücksichtigung als Ausfallzeit beruht ausschließlich auf fehlerhafter Handhabung durch die Lohnbuchhaltung, die Dir eher zum Vorteil gereicht, weil volle Monate ATA als beitragsfreie Zeit im Rentenbescheid mit dem Gesamtleistungswert in voller Höhe in Anlage 4 außerdem bewertet werden, neben der Berücksichtigung von Verdiensten, die bis 31.12.erzielt wurden.
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Aus den 43 angegebenen ATA 1983 ergeben sich 2 volle Monate Ausfallzeit, (der Nov. und Dez.) und nach Rückrechnung als letzter Arbeitstag der 31.10.1983..
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Der Verdienst von 3360,04 kann danach nur dem Zeitraum ab 13.07. bis 31.10.1983 zugeordnet werden.
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Für den Monat Juli, der noch als Kindererziehungszeit gilt, ergeben sich keine Nachteile, komme auf einen Gesamtwert von 0,1382, davon für KEZ 0,0833 und für den Verdienst 0,0549 Entgeltpunkte (EGPT).
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Für den Zeitraum 08-10/1983 sind 2800,03 M zugeordnet worden.
BÜZ und Verdienst überschreiten hier die BBG, der Verdienst wird in voller Höhe bewertet = 0,2744 EGPT, als BÜZ ergeben sich anstelle von 0,2499 EGPT nur 0,1762.
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Dafür werden aber jetzt die berücksichtigten 2 Monate ATA wirksam, die die Differenz mehrfach kompensieren.
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Eigene Krankheit oder die der Kinder und Ausfalltage innerhalb einzelner Monate wird nicht berücksichtigt, sie sind ja Bestandteil der eingetragenen Summe ATA (43) insgesamt geworden.
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Jahresendprämie ist kein Lohnbestandteil und wird nicht mit in die Berechnung und Bewertung einbezogen.
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Ausnahme nur dann, wenn man zu einem der 26 Versorgungssysteme oder den 3 Sonderversorgungssystemen der ehemaligen DDR angehörte und vom Versorgungsträger im Bereich der DRV dazu einen Überführungs- oder Feststellungsbescheid erhalten hat.
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Sollte die Zugehörig vorliegen, hier noch mal die Werte mit der JEP, woraus sich folgende Bewertung ergibt.
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Juli 1983 = 0,0747 KEZ
Juli 1983 = 0,0549 für Verdienst SVA
Juli 1983 = 0,0206 für JEP
für 08-10.1983
BÜZ . . . = 0,0733
Verd. SVA 0,2744
JEP . . . . .0,1029