Entgeltpunkte für Mütter

von
Almut Franke

Ich beschäftige mcih gerademit der ungleichen Behandlung von Müttern, die vor oder nach 1992 ihre Kinder bekommen haben. Ab 1992 gibt es 3 statt 1 Entgeltpunkt pro Kind, das entspricht bei einem Kind ca 50 € mehr Monatsrente als für Frauen mit vor 1992 geborenen Kindern. Lässt es sich ausrechnen, was es den Staat kosten würde, die Entgeltpunkte für Mütter vor 1992 auch auf 3 anzuheben?
Vielen Dank!

von
Oha...

Liebe Almut,
ich glaube das geht nicht so einfach.
Es müssten ja alle Erziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder statistisch ermittelt werden.
Vielleicht kann sowas das Statistische Bundesamt machen?
Aber was soll das bringen außer (wiedermal) Unmut?
Ändern wird das eh nix.

Viel Erfolg beim "Knobeln"

von
nochmal Oha

also die Erziehungzeiten werden so bewertet, als hätte die Mama ein, bzw. drei Jahre den Durchschnittsverdienst gehabt. Gehen wir mal davon aus, dass ausschließlich Kindererziehung vorliegt und ekine Beschäftigung.
Das würde bedeuten, wir rechnen mal mit einem Entgelt von ca. 30.000 € (heute) die damaligen Werte kenne ich nicht.
Der Rentenversicherungsbeitrag beträgt derzeit 19,9 %
19.9 % von 30.000 € sind 5.970.- € für ein Jahr Kindererziehung.
das wieder mal 2 = 11.940.-€

Also wenn wir diese Summe jetzt mal für 100.000 (Mütter)Kindererziehungszeiten ansetzen, ergibt das eine Summe von 1.194.000000 "Fantastillionen" Euro ;-)))

LG
Oha

von
Heinerich

Die Rentenversicherungsträger führen Statistiken über viele Sachverhalten.

Ob es eine Statistik hinsichtlich der KEZ gibt und wie Umfangreich diese ist ist mir nicht bekannt.

Wenden Sie sich direkt an einen Rentenversicherungsträger und fragen Sie dort in der Verwaltungsabteilung nach, ob es eine Statisik hinsichtlich der KEZ unter der Berücksichtigung des Stichtages gibt. Evtl. haben Sie ja Glück in Ihrer Suche.

MfG

von
uwe

Nun, ich kann Ihre Rechnung irgendwie nicht nachvollziehen.
Auch halte ich die 1194 Millionen als " Erziehungsleistungen" für nicht unangebracht.

Machen wir mal folgende Überschlagsrechnung:
Ein Kind bringt ca,50,- Euro an Rente.
Alle etwa 80 Millionen Deutsche waren mal Kinder mit zwei Eltern.
Ein Elternteil erhält die Kindererziehung angerechnet, macht 80 Millionen "Kindererziehungsrentenanteile"
80 Millionen mal 50 Euro macht 4000 Millionen monatlich für die Erziehung aller Staatsbürger.
Von den 80 Millionen Staatsbürgern nehmen wir an bezögen ein Drittel Rente.
Macht eine monatliche Belastung von ca. 660 Millionen.
Und dieses hat aus Steuermitteln in die Rentenkasse zu fließen, weil der Gesetzgeber einer großen Anzahl "Besserverdienender" die Möglichkeit eingeräumt hat, sich aus der Verantwortung gegenüber der Generation seiner Eltern und Großeltern hinwegzustehlen.

War nur mal so ne Idee wegen der vorangegangen Zahlen...

von
Schiko.

Weiß nicht für was dies wichtig sein soll.

Im leben ist es doch öfters eine frage der frühen geburt.

Auch meine frau hält es nicht für gerecht, dass sie für
5 geburten a/ 27,27 / 23,09 ost nur 131, 35 statt
394,05 bekommt.
Dies beruhigt aber mich, dafür zahlen noch vier kinder
meine monatliche rente.

Ich vermute ja stark, sie wollten nur wissen
um wieviel der haushalt bei nachträglicher gleichschaltung
belastet würde.

Bringen tut dies aber überhaupt nichts, gesetz ist gesetz.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Mary

Schön, dass das Kind mal beim Namen genannt wird. Meine Kinder, da alle vor 1992 geboren, sind auch weniger wert als die der Nachbarin.

Jetzt sagte mir jemand, dass alle Frauen, die nach 1992 gleichzeitig 2 Kinder unter 10 Jahren erzogen haben, zusätzliche Rentenpunkte erhalten.

Sollte das so stimmen, was ich nicht wirklich weiß, bin ich auch hier wieder gekniffen, da nur noch der Jüngste unter 10 war. Die zweitjüngste wurde im Jahr 1991 10 Jahre alt.

Wäre schön, wenn hierzu mal jemand etwas sagen könnte.

von
Schiko..

Der komplex bezog sich nur auf zusätzliche renten-
beträge für geburten.

Für geburten bis zum 31.12.1991 je kind ein entgelt-
punkt.
Bei geburten ab 1.1. 1992 drei entgeltpunkte je kind.
Derzeit geltend euro 26,27 rentenwert.

Somit je kind statt 26,27 das dreifache =78,81, bei
zehn geburten ab 1.1.1992 788,10 rentengutschrift.

Dieser rentenwert steigert sich naturgemäß, wenn es
wieder mal jährlich rentenerhöhungen gibt.

Dies hat aber mit den anrechnungszeiten mehrerer kinder-
gleich ob geburten vor -oder nach 1991 nichts zu tun.

Dies gilt sinngemäß auch für die neuen bundesländer bei
derzeit 23,09 RW. je EP.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Mary

Das war mir alles so weit klar, Schiko. Ungerecht bleibt es trotzdem.
Nun aber zu meiner Frage:

Gibt es für Mütter, die nach 1991 zwei oder mehr Kinder, die unter 10 Jahre alt waren, gleichzeitig erzogen haben, für diese Zeit nochmal einen Ausgleich?

Hiermit ist nicht das eine bzw. die drei Jahre gemeint.

Mir erzählte vor einigen Tagen jemand, dessen Kinder 1988 und 1991 geboren sind, dass es außer den 2 Jahren (für jedes Kind ein Jahr, da vor 1992 geboren) einen Zuschlag für die Jahre 1992-1998 gäbe, da beide Kinder in dem genannten Zeitraum unter 10 Jahre alt waren.

Ich bedanke mich im Voraus für die Antwort.

Natürlich freue ich mich auch über Antworten von anderen Wissenden.

Freundliche Grüße

von
Wolfgang

Mal realistisch gesehen ....wann wirken sich denn die Geburten/KEZ ab 1992 aus ? Dafür wird die RV für Altersrenten erst bei vielleicht/selten 40 jährigen Müttern erst ab 67 Renten zahlen müssen, ab 2019 ff. - das trägt demnach die nächste steuerzahlende Generation. Öko-Steuer II eben ;-)
Die Zahlen stehen im Bundeshaushalt, was dafür in die RV verschoben wird.

Gruß
w.
(Dass das BVerfG daran 'schuld' ist, steht auf einem anderen Blatt ;-)

von
Rentenüberprüfer

Aus §70 SGB VI

(3a) Sind mindestens 25 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten vorhanden, werden für nach dem Jahr 1991 liegende Kalendermonate mit Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung oder mit Zeiten der nicht erwerbsmäßigen Pflege eines pflegebedürftigen Kindes bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Entgeltpunkte zusätzlich ermittelt oder gutgeschrieben. Diese betragen für jeden Kalendermonat

a)
mit Pflichtbeiträgen die Hälfte der hierfür ermittelten Entgeltpunkte, höchstens 0,0278 an zusätzlichen Entgeltpunkten,

b)
in dem für den Versicherten Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung oder Zeiten der Pflege eines pflegebedürftigen Kindes für ein Kind mit entsprechenden Zeiten für ein anderes Kind zusammentreffen, 0,0278 an gutgeschriebenen Entgeltpunkten, abzüglich des Wertes der zusätzlichen Entgeltpunkte nach Buchstabe a.

Die Summe der zusätzlich ermittelten und gutgeschriebenen Entgeltpunkte ist zusammen mit den für Beitragszeiten und Kindererziehungszeiten ermittelten Entgeltpunkten auf einen Wert von höchstens 0,0833 Entgeltpunkte begrenzt.

Userin Mary, gehe davon aus, dass B) wohl die Antwort auf Ihre Frage ist.

von
Mary

Zuerst einmal danke für Ihre Antwort.

Zitat:
b)
in dem für den Versicherten Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung oder Zeiten der Pflege eines pflegebedürftigen Kindes für ein Kind mit entsprechenden Zeiten für ein anderes Kind zusammentreffen, 0,0278 an gutgeschriebenen Entgeltpunkten, abzüglich des Wertes der zusätzlichen Entgeltpunkte nach Buchstabe a.
Zitat Ende

Das heißt auf gut deutsch aber doch nichts anderes, dass die Mütter, die nach 1991 gleichzeitig mehrere Kinder erzogen haben profitieren.

Wenn ich es richtig verstehe bekommen sie für diese Zeiten (pro Monat 0,0278 x 12 Monate = 0,33) ein Drittel des durchschnittlichen Rentenwertes für ein Kalenderjahr gutgeschrieben.

Es ist nicht so, dass ich es diesen Müttern nicht gönne, fühle mich aber auf der ganzen Linie ungerecht behandelt.

Da meine Kinder zu früh geboren wurden bekomme ich pro Kind schon mal ca. 50,00 Euro weniger Rente als die Mütter der jüngeren Kinder.

Das ist ungerecht!

Da ich nach 1991 nur noch ein Kind unter 10 Jahren erzogen habe, steht mir für diese Zeit auch nichts zu.

Das ist ebenfalls ungerecht!

Ich verstehe nicht, dass alle Betroffenen das einfach so hinnehmen.

Es gibt ein Antidiskriminierungsgesetz - hier werden ganz klar die Mütter mit älteren Kindern diskriminiert.

Freundliche Grüße

von
no name

Soweit kommts noch, dass man das Kinder-kriegen so plant, dass man aus der RV möglichst viel Geld bekommt -.-

von
uwe

In dem Zusammenhang hätte ich noch ein Anliegen:
Kindererziehungszeiten werden automatisch der Mutter gutgeschrieben (?)
Wie kann man das Ändern, wenn wie in meinem Falle die Mutter keinerlei Kontakt zu ihrem Sohn hat, keinerlei Unterhalt zahlt?

von
EMB

Kindererziehungszeiten werden nicht "automatisch" der Mutter gutgeschrieben.

Es wird geprüft, wer das Kind erzogen hat.
In Ihrem Fall hat die Mutter keinerlei Kontakt zum Kind und somit kann sie das Kind nicht erzogen haben. Die Kindererziehungszeit wäre dann dem Vater zuzuordnen, da dieser das Kind erzogen hat.

Experten-Antwort

Kindererziehungszeiten wurden im Jahre 1986 erstmals in die damals noch geltende Reichsversicherungsordnung aufgenommen. In der Folge erhielten Mütter für die Erziehung Ihrer Kinder jeweils ein Jahr Kindererziehungszeit berücksichtigt. Anfänglich war der Wert dieser Zeit niedriger.

Im Jahre 1992 wurde die Reichsversicherungsordnung durch das Sozialgesetzbuch VI abgelöst. Bei dieser Gelegenheit wurde die Kindererziehungszeit von einem Jahr auf drei Jahre erweitert. Allerdings nur für Kinder die ab dem Jahr 1992 geboren wurden.

Diese entscheidende Veränderung wurde in der damaligen Gesetzesbegründung damit begründet, dass die soziale Absicherung der Erziehenden in einer Lebensphase erreicht werde, in der eine Betreuung des Kindes in vorschulischen Einrichtungen im allgemeinen noch nicht in Betracht käme.

Die Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten und Kinderberücksichtigungszeiten ist in der Zeit danach weiter ausgebaut worden. So werden zum Beispiel seit Juli 1998 Kindererziehungszeiten zusätzlich zu zeitgleichen Beitragszeiten aus eigener Erwerbstätigkeit bis zur Beitragsbemessungsgrenze auf die Rente angerechnet.

Wie in vielen anderen Fallgestaltungen auch, gelten häufig Stichtagsregelungen im Gesetz, die dem einen Vorteile und dem anderen vermeintliche Nachteile bescheren. Beispielsweise könnte die Einführung des Elterngeldes ab 01.01.2007 oder die Erhöhung der Kinderzulage bei der Riester-Sparförderung von 185,- Euro auf 300,- Euro für ab diesem Jahr geborene Kinder aufgezählt werden. Die Liste ließe sich beliebig lang fort führen. An ihrer individuellen Situation ändert sich dadurch aber nichts.

von
jens

was ist schon gerecht? ohne stichtage geht es nun mal nicht, man kann nícht bei jeder gesetzesänderung alle renten neu berechnen,

sehen sie es doch mal umgekehrt: wenn sie unter die stichtagsregelung fallen würden, dass sie mit 67 ud nciht mit 68 in rente gehen können, würden sie dann auch sagen das ist ungerecht gegenüber den jüngeren und den stichtag nicht einführen wollen???
kann sich nciht nur die rosinen rauspicken.... altersmäßig gehe ich mal davon aus, dass ihre großmutter gar keine erziehungszeiten gutgeschrieben bekommen hat, was sollen die frauen dieser generation sagen??

also, seien sie froh dass sie kinder haben