Entgeltumwandlung ist aus mehreren Gründen kontraproduktiv- auch in Sachen Elterngeld!

von
Amadé

Inzwischen sollte hinlänglich bekannt sein, dass durch Entgeltumwandlung zwar in der Ansparphase Sozialversicherungsfreiheit und Steuerfreiheit besteht, man aber unbedingt wissen sollte, dass bei der Renditeberechnung folgende Kröten zu beachten sind, die es zu schlucken bzw. gegenzurechnen gilt:

1.

Ersatzloser Verzicht auf die Arbeitgeberanteile zu allen Zweigen der Sozialversicherung. Das bedeutet im Klartext. Durch Entgeltumwandlung weniger Gesetzliche Rente, im Krankheitsfalle weniger Krankengeld oder Übergangsgeld, im Falle der Arbeitslosigkeit weniger Arbeitslosengeld

2.

Im Leistungsfall werden die auszuzahlenden Renten aus der Entgeltumwandlung freundlicherweise mit dem VOLLEN Beitragssatz zur Krankenversicherung und dem VOLLEN Beitragssatz zur Pflegeversicherung und dem netten Sonderbeitrag in Höhe von zur Zeit 0,9 vom Hundert belegt. Am Beispiel der BEK sieht das zur Zeit so aus. 14,4 % KV + 1,7 bis 1,95 % PV + 0,9 % Sonderbeitrag. Eine Beitragserhöhung in der Pflegeversicherung steht an! Die Vollverbeitragung schlägt auch dann unbarmherzig zu, wenn man die Vorsorgeprämien allein - also ohne Beteiligung seines Arbeitgebers - aufgebracht hat.

3.

Volle Besteuerung der Betriebsrente ab Leistungsfall. Ob die Steuersätze - wie von den Regierenden versprochen und auch hier propagiert - künftig im Alter wirklich niedriger sind, ist leider in Anbetracht der demographischen Entwicklung mehr als zweifelhaft. Wenn es immer weniger Arbeitnehmer und immer mehr Rentner gibt, werden die Rentner in Sachen Steuersätze wohl kaum ungeschoren davon kommen?

4.

Senkung des Rentenniveaus auch für diejenigen, die sich an diesem ökonomischen Wahnsinn überhaupt nicht beteiligen.

Bisher völlig unbeachtet ist bisher der Aspekt geblieben, dass die Entgeltumwandlung auch den ggf. bestehenden Anspruch auf Elterngeld senkt!

Wo bleibt da der Gedanke und die Fürsorge des Gesetzgebers (Artikel 6 Grundgesetz)?

Die mehrfach belasteten Eltern gilt es doch zu fördern und nicht noch mehr zu bestrafen (siehe familienfeindliche Mehrwertsteuer, Wegfall - zumindest Minderung - eines Verdienstes in der Familie, dafür ein Mehr an Verbrauchsausgaben, Mehrfachbelastung durch Öko-Steuer, Bestrafung im Alter durch niedrigere Rentenansprüche usw.) ?

In Anbetracht dieser gewaltigen Nachteile kann man beim besten willen mit dieser Art von "Vorsorge" auf keinen grünen Zweig kommen, da die oben genannten Missstände durch ein geringeres Elterngeld noch zusätzlich verschärft werden.

Wann wird denn mal an dieser Stelle wirklich umfassend in Sachen Vorsorge informiert, statt nur Nebelkerzen zu zünden und auf vage und unerfüllbare Hoffnung zu setzen?

von
BAV-Opfer

In Sachen Betriebliche Altersversorgung etwas zum Nachdenken und Nachrechnen.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=2542#more-2542

Auch ich bin dafür, Vorgelegtes nicht einfach unkritisch zu übernehmen.

Vorschlag: Die Redaktion setzt sich mit dem Artikel auseinander.

Experten-Antwort

In der Sache ein durchaus lesenswerter Beitrag. Ob das alles aber "politisch korrekt"ist, möchte ich nicht unterschreiben.....zumal hier im Forum Sachfragen zu beantworten sind.

MfG

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