< content="">

Entlassungsarztbrief

von
Gudrun

Liebe Elisabeth,

für die Ärzte sind die Ärztekammern zuständig und da hat man mir gesagt, dass die Ärzte in Reha-Kliniken auch gegenüber dem Kostenträger DRV die ärztliche Schweigepflicht zu beachten haben und ohne meine Unterschrift nichts herausgeben dürfen.

Von den Datenschutzbeauftragten halte ich jedenfalls nicht viel, denn im UKE in Hamburg kamen Mitarbeiter der Klinik an die Daten einer Sportreporterin der ARD heran und haben die an die Presse weitergegeben. Das UKE wurde verurteilt, hat aber nicht herausfinden können, wer das Leck war.

Der Datenschutzbeauftragte hat das UKE schon seit Jahren im Visier, aber geändert hat sich nichts. Der kann zwar meckern, aber mehr nicht.

von
Gudrun

Sie sind ein schlechter Ratgeber, denn Vertrauen ist gut, Kontrolle besser.

von
Elisabeth

Hallo Gudrun!

Ganz so harmlos ist ein Verstoß gegen den Datenschutz nicht. Er ist eine Straftat nach § 33 DSG NW und eine OWi nach § 34 DSG NW. Dann gibt es noch die allgemeine Vorschrift nach § 203 StGB. Ich habe solche Verfahren angestrengt und der Bundesdatenschutzbeauftragte hat sich bedankt, dass ich ihm die Unterlagen zur Verfügung gestellt habe.

von
Horst W.

@Elisabeth4

Und danach hat er sich über Sie tod gelacht.

ganz sicher...

von
Elisabeth

Hallo Horst!
Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Auch ein Zwischenbericht eines Datenschutzbeauftragten ist sehr ausführlich. Hast du dich schon einmal an einen Datenschutzbeauftragten gewendet?

von
Gudrun

Liebe Elisabeth,

es scheint hier Leute zu geben, die den leichtfertigen Umgang mit empfindlichen medizinischen Daten befürworten und eine Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht als Bagatelle ansehen.

Ob am Montag wohl noch ein Experte der DRV antworten wird? Die desjenigen, der gestern geantwortet hat, war ja keine Antwort.

Wieso ich als Patientin nichts dagegen unternehmen (können) soll, dass ohne meine Kenntnis und Billigung Ärzte an Dritte sogar Gutachten über mich erstatten, ist unverständlich. Das Gutachten nennt sich "sozialmedizinische Beurteilung". Nur wozu die gut sein soll, sagt keiner.

von
Elisabeth

Hallo Gudrun!

Du scheinst wirklich einen dicken fetten Ärger am Hals zu haben. In deinem Fall solltest du dringend eine Beratungsstelle eines Sozialverbandes (VDK, SoVD) aufsuchen. Als ich die Eu-Rente beantragt habe, bin ich direkt Mitglied beim Vdk geworden, weil ich Ärger befürchtet habe. Der VdK berät auch Nichtmitglieder. Ob das der andere Verband tut, nehme ich an, weiß es aber nicht.
Wenn du in der Klinik, in der du dich bisher aufhältst so viel Ärger anstiftest, kann es die gehen wie mir: Ich war in einer Klinik wegen eines gynäkologischem Problems. Die Gynäkologen kamen sehr wenig zu meinem Problem gesagt, dafür haben sie mir eine Paranoia bescheinigt. Lass dich von einer vertrauensvollen Stelle beraten!

von
Ernsthaft

Finde ich echt Klasse, dass mal endlich Jemand die unseligen &#34;Praktiken&#34; von Reha-Ärzten anprangert.

Bei mir war auch über dem 1. Blatt des Entlassungsberichtes in ROT und ganz dick unterstrichen zu lesen, dass der E.-Bericht NICHT an den Patienten auszuhändigen sei.

Als der VdK mir dann eine Kopie überreichte (Danke an die Anwältin), wusste ich sehr schnell, warum das so war.
Der Inhalt ließ mich erschaudern; es war absolut nur Negatives über meine Person zu lesen. Dazu gab es etliche Unwahrheiten, die ich mit Beweisen (Kopie des Reha-Behandlungsplanes, wie gut, dass ich ihn kopiert hatte) widerlegen konnte.

Habe dann eine Gegendarstellung an die RV geschickt mit den Beweisstücken... mit dem Ergebnis, dass man Rücksprache mit der Klinik halten wolle.
Danach kam nichts mehr...

Es wird allerhöchste Zeit, dass in ganz Deutschland qualitätssichernde Maßnahmen für Gutachter aller Art, vor allem aber für diejenigen, die für die RV arbeiten, eingeführt werden.

Fazit: Gudrun hat das Problem ganz richtig erkannt!

von
Gudrun

Hallo Elisabeth,

bisher gibt es hier keinen Ärger mit dem Arzt. Er hat zwar etwas verschnupft reagiert, als ich ihm sagte, dass ich den Fragebogen nicht ausfüllen würde. Er meinte dann, dass man - also die DRV - mir dann die Reha verweigern könnte. Den Hinweis auf seine Schweigepflicht und die von ihm eingeräumte Tatsache, dass die Antworten zur Behandlung ja nicht nötig seien beendeten die Fragebogengeschichte. Glücklich sah der Arzt jedenfalls nicht aus.

Danke für den Rat mit den Sozialverbänden. Wenn es Probleme geben sollte, kann ich die ja aufsuchen, falls meine Rechtsschutzversicherung nicht zahlt.

von
Gudrun

Hallo Ernsthaft,

ich möchte hier niemanden anprangern, sondern nur wissen, warum man vor der OP ein riesen Brimborium mit Aufklärung und diversen fast unverständlichen Formularen gemacht hat. Allein die Narkoseaufkärung umfasste drei engbeschriebene Seiten. Alles, so sagte man mir, damit ich mein Selbstbestimmungsrecht ausüben konnte. Dass zur Vollnarkose nach Unverträglichkeiten (Allergien etc., auch Alkoholkonsum und Tabletten) gefragt wird, ist verständlich. Aufgeregt hat sich die Narkoseärztin nur darüber, dass ich Ihre Antworten auf meine Fragen gleich mit einer Hand in meinen Schleppi getippt hab.

Zum AHB-Antrag mußte ich ausdrücklich die Ärzte für den Befundbericht von der Schweigepflicht entbinden.

Kaum ist man in der Reha, geht das gleich mit unnötigen Fragen los. Und dann soll man was für die Zukunft unterschreiben. Man erfährt so nebenbei, dass die DRV wohl ohne Einwilligung sogar "Gutachten" bekommt, ohne dass man die Möglichkeit hat Ja oder Nein zu sagen, weil einem explizit nicht gesagt wird, was abläuft. Alles reine Routine. Bisher gabs keine Probleme.

Nun möchte ich natürlich wissen, warum das so ist. Bin ja Soziologin. Bereits Max Weber hat die Frage nach dem Handeln von Institutionen gestellt.

Deshalb ist Ihre Antwort echt interessant. Die von Elisabeth auch. Jedenfalls scheint was dran zu sein, was ich bis jetzt in meiner knappen Freizeit hier so über Schwierigkeiten mit Reha-Ärzten und Psychologen im Internet lesen konnte. Geht hier sogar am Samstag noch zur Sache.

von
Stefan

Es gibt Qualitätssicherungsmaßnahmen innerhalb der Rentenversicherung .

Im übrigen werden viele Gutachter sowohl von den Sozialgerichten als auch von der DRV beauftragt.

von
Gudrun

Hallo Stefan,

als Soziologin weiß ich, dass solche "Qualitätssicherungsmaßnahmen" nicht funktionieren können. Die Einzige, die mich betreffend die Qualität einer Behandlung und des Inhaltes eines Arztberichtes beurteilen kann, bin ich zusammen mit einem externen Arzt, der die nötige Fachkunde hat und den Status vor und nach einer Behandlung feststellt. Alles andere ist Augenwischerei.

Erstaunlich und erschreckend für mich ist die Bereitschaft bestimmter variabler Forumsteilnehmer das Hinterfragen von möglicherweise rechtswidrigen Praktiken der DRV durch Verunglimpfung der Kontrahenden zu unterbinden. Soziologisch sehr interessant, was diese "Mobber" antreibt.

Aber erst mal geht es um das bevorstehende Ende meiner Reha nächsten Mittwoch und die Fragen, die bisher seitens der DRV-Experten nicht beantwortet wurden. Nach den heutigen Therapien werd ich mich mal dranmachen und die nochmals stellen.