Entnahme Riester Kapital zur Einbindung in Finanzierung

von
Mr.Brightside

Hallo Forumsuser,

ich habe einen Riester Banksparplan und ein paar Fragen dazu:

Man kann sich laut Gesetz bis zu 100% des angesparten Kapitals (Einzahlungen & Zulagen) auszahlen lassen um es als Eigenkapital mit in die Finanzierung einer Immobilie zu stecken.
Dieses Kapital wird dann mit aktuell 2% auf einem Wohnförderkonto verzinst und unterliegt der nachgelagerten Besteuerung in der Rentenphase.

Im Grunde kommt das ja dann einem Darlehen gleich, welches ich mir selber gebe - zu Konditionen von 2% bzw. von 1% wohl hoffentlich in Zukunft.

Den Riester Banksparplan würde ich wie gehabt weiter besparen wollen, um die staatlichen Zulagen und die Steuervorteile ausnutzen zu können.

(Alternativ könnte man auch statt der Weiternutzung des Banksparplans ein Riester Darlehen aufnehmen und die Einzahlungen & Zulagen für die Tilgung einsetzen.)

Das Wohnförderkonto steigt demnach "nur" um die 2% Zinsen jährlich und nicht noch zusätzlich um die Zulagen etc, da ich ja parallel weiterhin den Banksparplan bespare und dort die Zulagen erhalte.

Um der nachgelagerten Besteuerung des Wohnförderkontos zu umgehen müsste ich das zuvor entnomme Kapital nebst Zinsen bis zum Renteneintritt (ab 60. bis 68) wieder einzahlen bzw. das Wohnförderkonto damit ausgleichen.

An wen muss ich das Kapaital denn dann wieder überweisen, damit das Wohnförderkonto wieder ausgeglichen werden kann? Geht das dann als eine Art Sonderzahlung an den Anbieter des Banksparplans?

Muss der Anbieter die Weiternutzung des Banksparplans dulden oder kann er bei einer Entnahme von 100% des Kapitals den Vertrag auch kündigen? Alternativ muss man ja in nicht das komplette Kapital entnehmen!

Besten Dank!

Experten-Antwort

Hallo Forumuser,

grundsätzlich enden die Geschäftsbeziehungen im Hinblick auf den jeweiligen Altersvorsorgevertrag zwischen dem Zulageberechtigten und Ihrem Anbieter, weil das angesparte Kapital vollständig aus dem Altersvorsorgevertrag entnommen wurde. Soweit vertraglich nichts anderes vereinbart ist, besteht daher Ihr Riesterbanksparplan nicht mehr fort. Ihr Wohnförderkonto wird dann bei Ihrem Anbieter geschlossen und von der ZfA weitergeführt.
Für den Fall, dass Sie nur einen Teil als Altersvorsorge-Eigenheimbeitrag aus Ihrem Vertrag, bis zu 75 Prozent, entnehmen, besteht Ihr Vertrag auf jeden Fall fort. Das Wohnförderkonto verbleibt bei Ihrem Anbieter. Zahlungen, die Sie , soweit vertraglich möglich, auf diesen oder auch einen anderen auf Ihren Namen lautenden Altersvorsorgevertrag „zurückzahlen“, stellen selbst keine Altersvorsorgebeiträge dar, so dass insoweit auch keine erneute Förderung mehr beansprucht werden kann. Sie wirken sich allerdings bei den in das Wohnförderkonto eingestellten Beträgen mindernd aus. Dies führt zu eine Reduzierung oder zu einem Wegfall der späteren Steuerlast.

von
Mr. Brightside

Zitiert von: Techniker

Hallo Forumuser,

grundsätzlich enden die Geschäftsbeziehungen im Hinblick auf den jeweiligen Altersvorsorgevertrag zwischen dem Zulageberechtigten und Ihrem Anbieter, weil das angesparte Kapital vollständig aus dem Altersvorsorgevertrag entnommen wurde. Soweit vertraglich nichts anderes vereinbart ist, besteht daher Ihr Riesterbanksparplan nicht mehr fort. Ihr Wohnförderkonto wird dann bei Ihrem Anbieter geschlossen und von der ZfA weitergeführt.
Für den Fall, dass Sie nur einen Teil als Altersvorsorge-Eigenheimbeitrag aus Ihrem Vertrag, bis zu 75 Prozent, entnehmen, besteht Ihr Vertrag auf jeden Fall fort. Das Wohnförderkonto verbleibt bei Ihrem Anbieter. Zahlungen, die Sie , soweit vertraglich möglich, auf diesen oder auch einen anderen auf Ihren Namen lautenden Altersvorsorgevertrag „zurückzahlen“, stellen selbst keine Altersvorsorgebeiträge dar, so dass insoweit auch keine erneute Förderung mehr beansprucht werden kann. Sie wirken sich allerdings bei den in das Wohnförderkonto eingestellten Beträgen mindernd aus. Dies führt zu eine Reduzierung oder zu einem Wegfall der späteren Steuerlast.

Hallo Experte/in,

vielen Dank für die Antwort!

Gesetz dem Fall ich entnehme 75% des Kapitals und unter der Annahme das wären 20000€.:

Heißt das dann ganz konkret das ich zunächst einmal das Wohnförderkonto wieder ausgleichen muss (Einzahlung von 20000€ plus Zinsen) um wieder staatliche Zulagen und auch einen Steuervorteil zu erhalten?

Wenn dem so ist, bin ich dann jährlich an einen Maximalbetrag gebunden den ich "nur" zurückzahlen kann, wie z.B. die 2100€ oder darf der Bertrag auch höher sein um das Wohnförderkonto auszugleichen?

Vielen Dank!

Experten-Antwort

Hallo Mr. Brightside,

Die Antwort auf Ihre erste Frage lautet ganz klar, Nein!

Ihre normalen Zahlungen in Ihren Riestervertrag erhalten weiterhin die staatlichen Zulagen. Die, wie von Forumuser so bezeichneten, „Sonderzahlungen“ in Ihren Riestervertrag gleichen das Wohnförderkonto aus, die nachgelagerte Besteuerungslast zwischen Ihrem 60. bis 68. bzw. zwischen 67. und 85. Lebensjahr wird hierdurch gemindert oder ganz zurückgefahren. Gleichzeitig stellt die „Sonderzahlung“, eben keinen Altersvorsorgebeitrag dar. Es handelt sich lediglich um die Rückzahlung Ihres entnommenen Kapitals in Ihren Altersvorsorgevertrag. Hierdurch erhöhen sie dann natürlich Ihre monatlichen Zahlungen im Alter, die allerdings, da ja komplett steuerlich bzw. zulagengefördert, dann der nachgelagerten Besteuerung unterliegen. Das ganze hat somit den einzigen Zweck, trotz Entnahme und späterer Rückzahlungen, die Riesterförderung als solche zu erhalten. Lediglich weitere Zahlungen über die 2100.- Euro hinaus stellen dann ungeförderte Einzahlungen dar.

Ihre zweite Frage sollte somit ebenfalls beantwortet sein. Die „Sonderzahlungen“ um das Wohnförderkonto auszugleichen haben mit den 2100,- Euro nichts zu tun und schränken die Förderung insoweit auch nicht ein.