Entscheidung zur Vorsorge

von
Tom

Ich habe noch 10 Jahre und 5 Monate bis zum 67 Lebensjahr. Seit dem 01.01. bin ich nicht mehr sozialversicherungspflichtig. Mein AG zahlt mir aber der AG-Anteil der SV nun als Gehaltsbestandteil aus.

Ich könnte nun den Höchstbetrag von 1.321 € freilwillig weiter in die GRV einzahlen. Die Renteninformation per 31.12.20 weist in der Prognose aus, dass bei Fortzahlung der Beträge dann mit 748 € mehr Rente gerechnet werden kann.

Parallel habe ich ein Angebot zu einer Unterstütuungskasse. Dort ergibt der gleiche Beitrag eine garantierte Rente in Höhe von 516 € (wahlweise eine Kapitalauszahlung in Höhe von 171 TE).

Die U-Kasse wäre eine Gehaltsumwandlung und entsprechend der Beitrag unversteuert. Bei den freiwilligen GRV wären die Beiträge im Rahmen der Steuererkläung als Vorsorgeaufwendungen ansetzbar.

Die Steuersimulation der beiden Varianten ergbt, dass bei der Gehaltsumwandlung das Jahresnetteinkommen rd. 900 EUR höher ist. Der Vorteil sinkt jedoch durch den steigenden prozentualen Anrechnungssatz. Im Mittel über die nächsten 10 Jahre sind es 412 € p.a. Die unterjährige Liquidität ist nicht relevant.

Auf den ersten Blick scheint die GRV das besser Ergebnis zu liefern. Bei der Renteninformation fällt aber auf, dass der Rentenfaktor für die bis 31.12.20 gezahlten Beiträge bei 61 €, per 2031 bei 56 € aber für das Delta von heuten bis 2031 45 € beträgt. Auch in den zurückliegenen Renteninformationen ist eine stetige Senkung zu sehen.

Welche Variante ist tatsächlich sinnvoller bzw. gibt es fundierte Prognosen zur Entwicklung des Rentenfaktors in der GRV?

Experten-Antwort

Hallo Tom,
Prognosen zur Entwicklung in der gesetzlichen Rentenversicherung können dem aktuellsten Rentenversicherungsbericht 2020 entnommen werden. Dieser war am 14.01.2021 Beratungsgegenstand im Deutschen Bundestag (https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2021/kw02-de-rentenversicherungsbericht-2020-814230).

Kurzauszug daraus (Seite 8)
Bis zum Jahr 2034 steigen die Renten um insgesamt rund 32 %. Dies entspricht einer durchschnittlichen
Steigerungsrate von 2 % pro Jahr. Das Sicherungsniveau vor Steuern, das die Relation von Renten zu
Löhnen zum Ausdruck bringt, beträgt derzeit 48,2 %. Längerfristig sinkt das Sicherungsniveau über
47,6 % im Jahr 2030 bis auf 46,0 % zum Ende des Vorausberechnungszeitraums im Jahr 2034. Die bis
zum Jahr 2025 geltende Haltelinie beim Sicherungsniveau greift nicht.

Ob und wie sich diese prognostizierten Zahlen durch evtl. künftige rechtliche Änderungen verändern, ist ungewiss. Aber auch ihre Alternative einer Unterstützungskasse (oder sonstigen Altersvorsorge) unterliegt rechtlichen Veränderungen.
Was tats. die "sinnvollere" Variante ist, wird diese Forum nicht beantworten können.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 28.05.2021, 13:06 Uhr]

Interessante Themen

Rente 

Grundrente: die häufigsten Fragen und Antworten

Voraussetzungen, Höhe, Entgeltpunkte, Einkommensprüfung, Freibetrag – ein FAQ zur neuen Grundrente.

Altersvorsorge 

Zukunft der Altersvorsorge: Staatsfonds statt Riester-Rente?

Die Vorsorgefonds in Schweden und Norwegen haben geringe Kosten und gute Renditen. Was sich Reformer in Deutschland davon abschauen und was...

Altersvorsorge 

Altersvorsorge mit Immobilien: Die (versteckten) Kosten

Mit dem Kaufpreis ist es längst nicht getan. Als Eigentümer muss man sich auf weitere Kosten einstellen – und auch spätere Schwierigkeiten einplanen.

Altersvorsorge 

Riester-Rente: wie auszahlen lassen?

Lebenslange Rente, Teilauszahlung oder gar alles auf einen Schlag: Läuft der Riester-Vertrag aus, gibt es mehrere Optionen zur Auszahlung.

Altersvorsorge 

Sonderausgaben: An welchen Ausgaben sich das Finanzamt beteiligt

Spenden, Riester-Beiträge und noch einiges mehr: Wer Sonderausgaben gegenüber dem Finanzamt geltend macht, senkt seine Steuerlast.