Epilepsie und Non Hodgkin Lymphom - EM Rente?

von
Nicole W.

Hallo,
mein Mann ist 43. Er hat seit einer Tumoroperation als Kind eine Epilepsie, die bisher medikamentös nicht in den Griff zu kriegen ist. Er hatte allerdings früher immer nur fokale bis komplex fokale Anfälle und diese vorwiegend nachts. Er hat deshalb immer Vollzeit gearbeitet.

Im Oktober 2007 wurde bei ihm ein hochmalignes Non-Hodgkin Lymphom festgestellt und mit Chemo und Bestrahlungen behandelt. Unter der Chemo veränderte sich die Epilepsie und er hatte an den Chemotagen Grand Mal Anfälle, die aber ursächlich auf die Chemo geschoben wurden.

Seit 5 Tagen ist er in Wiedereingliederung, aber jetzt hatte er gestern Abend gleich drei Krampfanfälle hintereinander und in einer Schwere, die sich mit Nichts vergleichen lässt, was er bisher an Anfällen hatte. Er war fast eine halbe Stunde nicht ansprechbar.

Ich sehe momentan schwarz, wie er jemals wieder Vollzeit arbeiten soll! Seine Schwerbehinderung wurde aufgrund der Krebserkrankung auf 100% hochgesetzt.

Hat mein Mann mit dieser Krankheitsgeschichte eine Chance auf Erwerbsminderungsrente? Und wie beantragt man diese, d.h. an wen wendet man sich zuerst? An die Ärzte?

Vielen Dank im Voraus
Nicole

von
Maxi

Hallo Nicole,

Prognosen wird hier niemand abgeben, auch wenn die Krankengeschichte dramatisch klingt. Ich würde auf jeden Fall erst mal mit Hausarzt und Neurologen sprechen und fragen, wie die das sehen.

Experten-Antwort

Hallo Nicole,

da Ihr Mann immer gearbeitet hat, dürfte versicherungsrechtlich die Voraussetzung einer Erwerbsminderungsrente gegeben sein, ob med. tatsächlich die Voraussetzungen für eine Erwerbminderungsrente gegeben sind, wird daher auf jeden Fall geprüft, sobald ein Rentenantrag gestellt wird. Wie von Maxi vorgeschlagen wäre es nicht falsch sich zuerst einmal die Meinung der behandelnden Ärzte anzuhören, ob auch die der Meinung sind, ob das Leistungsvermögen Ihres Ehemannes derart eingeschränkt ist, dass keine nennenswerte Beschäftigung mehr verrichtet werden kann. Die endgültige Entscheidung darüber trifft aber der jeweilige Rentenversicherungsträger.

Zur individuellen Abklärung der Situation Ihres Ehemannes sollten Sie vorsorglich einen Termin bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle vereinbaren. Die Ihrem Wohnort am nächsten gelegene Auskunfts- und Beratungsstelle können Sie unter dem Link "Service/Beratungsstellen" ermitteln.

von
Nicole W.

Ich hätte noch eine Frage: Ich denke, dass mein Mann auf jeden Fall (sofern es irgendwie geht) noch arbeiten möchte. Was ich selbst bezweifle ist, ob es Vollzeit möglich ist.

Wir haben auch schon durchgerechnet, ob es für uns finanziell möglich wäre, wenn er ganz regulär mit Verringerung des Einkommens auf Teilzeit geht, aber er ist unser Haupternährer und wir haben zwei Kinder, d.h. ein reiner Halbtagsjob ist einfach zu wenig. Er müsste immer noch ca 32 Stunden arbeiten, damit es langt und ich bin mir nicht sicher, ob das möglich ist.

Gibt es die Möglichkeit Teilzeit zu arbeiten und eine Rente zusätzlich zu bekommen?

Experten-Antwort

Ja, diese Möglichkeit gibt es. Ihr Mann beantragt, wie bereits erläutert seine EM-Rente. Ob diese als volle EM-Rente oder nur als halbe EM-Rente gewährt wird, hängt vom Restleistungsvermögen Ihres Mannes ab. In beiden Fällen wäre dann aber ein eventueller Hinzuverdienst nur bis zu den jeweiligen Hinzuverdienstgrenzen möglich. Sobald diese überschritten werden, wird die Rente auf die nächst niedrigere Teilrente gekürzt. Wird auch hier die Hinzuverdienstgrenze überschritten erfolgt eine nochmalige Kürzung auf die nächst niedrigere Teilrente, u.s.w. bis es eventuell zu einem vollständigen Ruhen der Zahlungen kommt.
Weitere Informationen erhalten Sie auch unter der Rubrik Themen/Gesetzliche Rente/Hinterbliebenenrente.
Zur individuellen Abklärung Ihrer Situation sollten Sie vorsorglich einen Termin bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle vereinbaren. Die Ihrem Wohnort am nächsten gelegene Auskunfts- und Beratungsstelle können Sie unter dem Link "Service/Beratungsstellen" ermitteln.