erneuter Krankengeldanspruch nach Ende der Blockfrist

von
Ilona Welk-Schroeder

Müssen für einen erneuten Krankengeldanspruch nach dem Ende einer Blockfrist die 6 Monate Arbeitsfähigkeit (bei ununterbrochener sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung) nach dem Ende der Blockfrist liegen oder können diese auch noch innerhalb der alten Blockfrist, also zwischen Aussteuerung und Ende der Blockfrist liegen.
Konkreter Fall: AU am 16.01.2008, Aussteuerung am 18.09.2009, arbeitsfähig vom 19.09.2009 bis zum 21.04.2010, vom 22.04-03.05.2010 AU wegen derselben Erkrankung, sodann alle drei Monate jeweils 5 Tage AU wegen derselben Erkrankung(stationäre Chemo) bis Ende 2010. Seit Ende 2010 keine AU, durchgehend sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Bestünde ein neuer Krankengeldanspruch bei AU im November 2011 wegen einer OP (Knieendoprothese)?
Die zuständige Krankenkasse beantwortet diese FRage leider nikcht sondern verweist jeweils auf LSG Urteile, die sich über das Hinzutreten einer weiteren Erkrnakung innerhalb einer Blockfrist verhalten.
Ich wäre für eine Antwort sehr dankbar, da davon maßgeblich die berufliche und persönliche Zukunft abhängt.

von
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Bitte wenden Sie sich an Ihre zuständige Krankenkasse.

von
Klemens

Da es sich aber bei ihrer Frage um einen wirklich sehr speziellen und nicht häufig vorkommenen Einzelfall handelt, sollten Sie diese Frage besser einmal auch hier stellen :

http://www.krankenkassenforum.de

Da sind Spezialisten die teilweise sogar bei Krankenkassen arbeiten und diese wohl beantworten sollten.

Blockfrist bei Hinzutreten einer Erkrankung :

Für jede Krankheit, die Arbeitsunfähigkeit auslöst, wird ein eigenständiger Dreijahreszeitraum gebildet. Die Beschränkung der Leistungsdauer auf längstens 78 Wochen gilt jedoch, wenn während der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit an mindestens einem Tag eine oder weitere Krankheiten hinzutreten.
Das gleichzeitige Bestehen zweier Erkrankungen ändert somit an dem Höchstanspruch auf Krankengeld nichts !!

Eine andere Betrachtungsweise folgt auch nicht, wenn die während der ersten Arbeitsunfähigkeit hinzugetretenen Krankheiten jeweils eigenständig die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten bedingen würden. Die hinzutretende Erkrankung wird somit derselben Erkrankung gleichgestellt.

Erst von dem Zeitpunkt an, von dem die hinzugetretene Krankheit alleine Arbeitsunfähigkeit verursacht, ist eine Prüfung in Form eines sogenannten Günstigkeitsvergleich vorzunehmen. Entweder wird vom Zeitpunkt des alleinigen Bestehens der hinzugetretenen Krankheit noch für so viele Tage Krankengeld gezahlt, für die zusammenhängend unter Berücksichtigung der Arbeitsunfähigkeit wegen der zuerst eingetretenen Krankheit während des laufenden Leistungsfalls noch Anspruch besteht. Eine andere Alternative ist die Prüfung, ob anrechenbare Vorerkrankungstage wegen der hinzugetretenen Krankheit bestanden haben.

Eine Krankheit gilt als hinzugetreten, wenn

■der Versicherte aufgrund einer Erkrankung erstmalig oder erneut arbeitsunfähig ist
■während dieser Erkrankung eine oder mehrere weitere Erkrankungen auftreten
■diese Erkrankung(en) jeweils für sich betrachtet ebenfalls die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten begründen würde(n).

Wenn die neue Erkrankung nach Beendigung der Arbeitsunfähigkeit der Ersterkrankung eintritt, liegt keine hinzugetretene Erkrankung vor. In diesem Fall beginnt ein eigenständiger Dreijahreszeitraum.

http://www.vdk.de/cgi-bin/cms.cgi?ID=rp24100