Erst Arbeiter, dann Beamter, danach Angestellter

von
Waldi2007

Hallo,
mal eine Frage. Ich habe erst als Arbeiter 13 Jahre Pflichtbeiträge eingezahlt als Arbeiter (daher kann ich diese auch nicht auszahlen lassen). Danach war ich 7 Jahre verbeamtet, wenn ich nun wieder in das Angestelltenverhältnis überwechseln würde, müsste ja mein AG die hälftigen RV-Beiträge Rückwirkend einzahlen. Würde sich dies rentieren, wenn ich die restlichen 30 Jahre als Angestellter arbeiten würde, oder ist durch die Beamtenzeit der Verlust so hoch, dass die Einschnitte in der Rentenzahlung nicht verhältnismäßig wären und es sinnvoller wäre weiterhin als Beamter bis zum Pensionsbeginn mit 67 weiterzuarbeiten und dann eine kleine Rente mit der Pension verrechnen zu lassen?

Mfg Waldi

von
RFn

Meines Wissens haben Sie keine Wahlmöglichkeit.
Wenn Sie ohne Anspruch auf eine spätere beamtenrechtliche Versorgung ausscheiden und eine abhängige Tätigkeit aufnehmen, erfolgt eine Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung. Dazu zahlt Ihr ehemaliger Dienstherr für die Beamtenzeit Beiträge nach, die im Versicherungsverlauf wie normale Entgelte erscheinen.
Wenn Sie beim Ausscheiden aus der Beamtenlaufbahn aber bereits einen Anspruch auf eine spätere Beamtenversorgung haben, bleibt diese auch erhalten. Im Versicherungsverlauf bleibt die Beamtenzeit als geklärte Lücke.

Wenn Sie sich aussuchen können ob Sie als Beamter oder Angestellter weitermachen wollen, würde Ihnen wohl jeder raten : Bleiben Sie Beamter.

Experten-Antwort

Hallo „Waldi“,

wann und wie eine Nachversicherung durchgeführt wird, ist hier im Lexikon http://www.ihre-vorsorge.de/lexikon/single/glossary-detail/nachversicherung.html?type=0&cHash=1911ebf3c6 beschrieben.

Zu einer Anrechnung von gesetzlichen Renten auf Ihre Pension kann Sie nur Ihr Versorgungsträger beraten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Deutsche Rentenversicherung

von
W*lfgang

Hallo Waldi2007,

"gefühlt" und spontan würde ich auch sagen, bleiben Sie Beamter, das hängt natürlich von der erwarteten Pension ab. Lassen Sie sich dazu von Ihrer Dienststelle eine Hochrechnung erstellen - bis 67 (wenn das Anhebungsalter Ihrem Jahrgang entspricht) und auch vergleichsweise mit 63/Abschläge. Vielleicht etwas problematisch hier über einen so langen Zeitraum Besoldungsstufen zu kalkulieren.

Gleiches zur Rente lassen Sie von der nächsten Beratungsstelle der DRV/Rathaus durchrechnen, was Sie an Rentenansprüchen nach vermutetem Entgelt erwarten können - die 7 Jahre Beamter/Nachversicherung lassen sich da einfach mit einrechnen.

Dabei sollten Sie am Rande auch die Kosten für Krankenversicherung (PKV oder GKV) berücksichtigen und natürlich - als Beamter sind Sie quasi unkündbar. Es kann sich meines Erachtens nur rechnen ins Angestelltenverhältnis zu wechseln, wenn damit 'deutliche' Einkommenssteigerungen verbunden sind und auch ggf. eine Betriebsrente (VBL ?) nebenbei noch aufgebaut wird (auch hier hochrechnen lassen!)

Gruß
w.