Erstattung der bisher eingezahlten Beiträge möglich?

von
Unwissender

Hallo,
wie im Betreff schon beschrieben, möchte ich gerne meine bisher eingezahlten RV-Beiträge auszahlen lassen und würde somit auf einen Rentenanspruch verzichten.

Zu meiner Situation:
In meiner Zeitsoldaten-Zeit(12 Jahre) wurden von 1982 bis 1994 Plichtbeiträge in die RV eingezahlt. Dies sind auch die bescheinigten Zeiten im zugesandten Versicherungsverlauf.
Seit 1994 bin ich selbständig und zahle lediglich den Mindestbeitrag ein, dieser ist deshalb im Versicherungsverlauf nicht mehr bescheinigt.

Nun habe ich von einem Bekannten gehört, dass es u.U. möglich wäre, diese eingezahlten Beiträge ausgezahlt zu bekommen, wenn ich meine Selbständigkeit zukünftig als GmbH-Geschäftsführer ausüben würde (also nicht versicherungspflichtig).

Da ich dies auch gerne möchte, wäre es nett wenn mir hier jemand weitere Informationen bzw. einen Rat geben könnte.

Vielen Dank im voraus

von
Rosanna

Nein, eine Beitragserstattung nach § 210 SGB VI ist in Ihrem Fall nicht möglich.

Grund:
Zu dem in Abs. 1 Ziffer 1 dieser Vorschrift genannten Personenkreis gehören Sie nicht, da Sie DAS RECHT ZUR FREIWILLIGEN VERSICHERUNG weiterhin haben. Außerdem erfüllen Sie die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren für die Regelaltersrente.

Nur die kraft Gesetzes versicherungsfreien Beamten, die diese allgemeine Wartezeit NICHT erfüllt haben, können sich die Beiträge erstatten lassen, da sie kein Recht für eine freiwillige Versicherung haben. Haben sie die WZ erfüllt, gibt´s auch hier keine Erstattung, sondern die Regelaltersrente bei Erreichen der Regelaltersgrenze.

MfG Rosanna.

von
Oh no!

Nein.

von
Rosanna

Nachtrag zu Ihrem Beitrag:
>>Seit 1994 bin ich selbständig und zahle lediglich den Mindestbeitrag ein, dieser ist deshalb im Versicherungsverlauf nicht mehr bescheinigt.<<

Das kann so aber nicht sein! Wenn Sie seit 1994 freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen, müssen diese auch im Versicherungsverlauf aufgeführt sein!

von
Unwissender

Erstmal vielen Dank für die prompte Antwort.

Und dieses "Recht zur freiwilligen Versicherung" kann ich auch zukünftig nicht durch irgendeine Konstruktion umgehen ?
(z.B. GmbH-GF oder auch gerne etwas anderes)

PS: das mit der freiwilligen Weiterversicherung bitte vergessen, dies ist nebensächlich

Vielen Dank für weitere Antworten und Ratschläge

von
Unwissender

Erstmal vielen Dank für die prompte Antwort.

Und dieses "Recht zur freiwilligen Versicherung" kann ich auch zukünftig nicht durch irgendeine Konstruktion umgehen ?
(z.B. GmbH-GF oder auch gerne etwas anderes)

PS: das mit der freiwilligen Weiterversicherung bitte vergessen, dies ist nebensächlich

Vielen Dank für weitere Antworten und Ratschläge

von
Rosanna

Nein, dieses Recht können Sie mit keiner Konstellation umgehen. Doch, nur wenn Sie Beamter würden. :-))

Aber auch dann bekämen Sie keine Beitragserstattung, weil Sie die allgemeine Wartezeit erfüllt und das Recht auf die Regelaltersrente haben.

MfG Rosanna.

von
Unwissender

Ok, vielen Dank.

Dann muss ich dies leider so hinnehmen und die eingezahlten Beiträge bis zum Rentenalter liegen lassen, um davon dann etwas zu haben.

Schade, aber ok, in vielen Fällen ist es ja auch sinnvoll so.....

von
Michael1971

Hallo,

eine wenn auch eher theoretische Möglichkeit gäbe es.

Bei Wohnsitz im Nichtvertragsausland und mit der dortigen Staatsangehörigkeit hätten Sie nicht mehr das Recht zur freiwilligen Versicherung und könnten sich die Beiträge erstatten lassen.

von Experte/in Experten-Antwort

Rentenversicherungsbeiträge können auf Antrag erstattet werden, wenn Sie nicht versicherungspflichtig sind und nicht das Recht zur freiwilligen Versicherung haben. Da Sie aber als deutscher Staatsangehöriger berechtigt sind, freiwillige Beiträge zu zahlen, kommt für Sie eine Beitragserstattung nicht in Betracht, wie Rosanna bereits ausgeführt hat.
Der spätere Status eines geschäftsführenden Gesellschafters einer GmbH spielt für die bereits entrichteten Beiträge in der Vergangenheit keine Rolle.

von
Wolfgang Amadeus

Da hat Dir Dein Bekannter wohl absoluten Quatsch erzählt.

Aber auch die anderen hier, die Dir geantwortet haben, einschließlich dem Experten, haben wohl das Hauptproblem nicht erkannt und sind am wesentlichen vorbeigegangen.

Bei einer Beitragserstattung, selbst wenn die möglich wäre, kann man nämlich nur die Beiträge zurückbekommen, die man selbst gezahlt hat. Für Deine 12 Jahre Soldatenzeit hast Du jedoch selbst keine Beiträge gezahlt, sondern die hat im Rahmen der Nachversicherung der Staat übernommen. Das heißt, selbst wenn Du zur Beitragserstattung berechtigt wärest, würdest Du für diese Zeit nichts bekommen. Du würdest nur Deine mikrigen freiwilligen Beiträge zurückbekommen, und auch die übrigens nur zur Hälfte (ja sicher, das steht so im § 210 Abs. 3 SGB VI) und Deine Soldatenzeit würde untergehen. Statt diese Zeit zu verschenken, ist es da doch besser zu warten, bis man daraus später einmal eine Altersrente bekommt.

von
Rosanna

Ja, Herr Wolfgang Amadeus, habe ich tatsächlich vergessen zu erwähnen. :-))

von Experte/in Experten-Antwort

Wolfgang Amadeus hat Recht, dass für Zeiten der Nachversicherung keine Beitragserstattung erfolgen kann, weil der Versicherte die Beiträge nicht selber getragen und gezahlt hat. Allerdings wurde von uns bewußt auf diese Problematik nicht eingegangen, weil es überhaupt erst gar nicht zu einem Anspruch auf Beitragserstattung kommen kann. Vorrangig ist zu prüfen, ob ein Anspruch besteht, erst danach wird entschieden, in welcher Höhe eine Erstattung der Beiträge möglich ist.
In Fällen, in denen ein Anspruch auf Beitragserstattung besteht, ohne dass es zu einem auszahlbaren Betrag kommt (z.B. weil der Versicherte als Geringverdiener die Beiträge nicht mitgetragen hat) , ergeht ein entsprechendes Aufklärungsschreiben von Seiten der Deutschen Rentenversicherung, damit die Möglichkeit besteht, den Antrag auf Beitragserstattung zurückzuziehen.

von
Wolfgang Amadeus

"Allerdings wurde von uns bewußt auf diese Problematik nicht eingegangen, weil es überhaupt erst gar nicht zu einem Anspruch auf Beitragserstattung kommen kann. Vorrangig ist zu prüfen, ob ein Anspruch besteht, erst danach wird entschieden, in welcher Höhe eine Erstattung der Beiträge möglich ist."

@Experte: Unter umfassender Beratung verstehe ich etwas anderes. Wenn ich weiß, dass ohnehin nichts lukratives dabei herauskommt, brauche ich mich auch nicht grämen, dass ich zur Beitragserstattung gar nicht berechtigt bin.