Erwerbserminderungsrente Kindererziehung

von
Marie

Guten Tag,

ich bin seit Februar 2016 schwerbehindert und habe vor Kurzem einen Antrag auf Erwerbserminderungsrente gestellt.
Ich war selber im Leben nicht erwerbstätig, sondern habe mich zu hause um die Kindererziehung gekümmert (5 Kinder erzogen).
Mein letztes Kind ist im April 2004 geboren.
Nun kam der Bescheid von der DRV, dass man meinen Antrag abgelehnt hat, da ich keine 36 Monate Pflichtzeiten in den letzten 5 Jahren hatte.
Müsste dies aber in meinem Fall nicht hinkommen, da man die Kinderbercksichtigungszeiten noch bercksichtigen müsste, wenn wir von einer Erwerbserminderungszeitpunkt von Februar 2016 ausgehen? Von 2004-2007 müsste ich dann Kindererziehungszeiten angerechnet bekommen und bis April 2014 hätte ich meine Kinderbercksichtigungszeiten.

Ich danke Ihnen und wünsche noch einen schönen Tag.

Viele Grüße

von
Ach

Zitiert von: Marie
und habe vor Kurzem einen Antrag auf Erwerbserminderungsrente gestellt.

...wenn wir von einer Erwerbserminderungszeitpunkt von Februar 2016 ausgehen?

Wieso sollte die DRV von Feb. 2016 ausgehen, wenn Sie jetzt erst den Antrag stellen?

Experten-Antwort

Hallo Marie,

Sie müssen grundsätzlich in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge an die Rentenversicherung gezahlt haben.

Beitragszeiten beziehungsweise Pflichtbeitragszeiten sind zum Beispiel Kindererziehungszeiten für die ersten 3 Lebensjahre des Kindes. Die sogenannte Kinderberücksichtigungszeit, die bis zum 10. Lebensjahres des jüngsten Kindes läuft, findet hier keine Berücksichtigung.

von
Marie

Danke für die ausführliche Antwort.
Dies bedeutet also, ich bräuchte innerhalb des Zeitraums 2011-2016 drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt haben.
Bei mir war dies also das letzte Mal von 2004-2007 der Fall.
Ist die Kinderberücksichtigungszeit aber nicht dafür gedacht, dass keine Lücken im Versicherungsverlauf entstehen?
"Die Kinderberücksichtigungszeit verhindert, dass Lücken im Versicherungsverlauf des Berechtigten entstehen." (Von der DRV Homepage)
Meine Kinderbercksichtigungszeit endete ja 2014. Würde die Lücke von 2007-2014 nicht von der Kinderberücksichtigungszeit abgefangen?

Viele Grüße
Marie

Experten-Antwort

Grundsätzlich haben Sie Recht, jedoch ist die Kinderberücksichtigungszeit keine Beitragszeit im eigentlichen Sinn.

Beitragszeiten sind die Monate, für die Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung gezahlt sind beziehungsweise als gezahlt gelten. Dazu zählen zum Beispiel auch Kindererziehungszeiten, nicht aber Kinderberücksichtigungszeiten.

Die Kinderberücksichtigungszeit kann bei der Höhe Ihrer Altersrente eine Rolle spielen und sie zählt für die Wartezeit von 35/45 Jahren, jedoch beispielsweise nicht für die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren (die sie aber durch Ihre Kinder schon erfüllt haben).

Leider zählt sie eben auch nicht zu den Pflichtbeiträgen, die Sie für den Anspruch einer Erwerbsminderung gebraucht hätten.

von
Zumba

Zitiert von: Marie
Danke für die ausführliche Antwort.
Dies bedeutet also, ich bräuchte innerhalb des Zeitraums 2011-2016 drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt haben.
Bei mir war dies also das letzte Mal von 2004-2007 der Fall.
Ist die Kinderberücksichtigungszeit aber nicht dafür gedacht, dass keine Lücken im Versicherungsverlauf entstehen?
"Die Kinderberücksichtigungszeit verhindert, dass Lücken im Versicherungsverlauf des Berechtigten entstehen." (Von der DRV Homepage)
Meine Kinderbercksichtigungszeit endete ja 2014. Würde die Lücke von 2007-2014 nicht von der Kinderberücksichtigungszeit abgefangen?

Viele Grüße
Marie

Im Gegensatz zu den Antworten des Experten findet sich auf diversen Seiten der DRV der Hinweis, dass die KBZ den Erwerbsminderungsschutz aufrecht erhalten. In der Regel, ausser im Auftrage anderer Behörden, prüft die RV nicht weiter, wenn die versicherungstechnischen Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Eine Frage ist auch immer, auf welchen Zeitpunkt der Eintritt der Erwerbsminderung datiert ist. Kann ab Antragstellung der Fall sein, aber auch in der Vergangenheit liegen.

von
Schade

Im Endeffekt besteht der Versicherungsschutz bis zu dem Monat indem das jüngste Kind 12 Jahre alt wird - dass wäre konkret bis irgendwann im Jahre 2016.

Da aber Schwerbehinderung nicht gleichbedeutend mit Erwerbsminderung ist, nützt das der Fragestellerin nur bedingt etwas.

Klar sie ist seit 2016 schwerbehindert - seit wann aber (und ob überhaupt) Erwerbsminderung besteht ist aus dem Beitrag nicht zu entnehmen.

Auch die Frage warum der Antrag nicht schon 2016 gestellt wurde, sondern erst 2020 - also 4 Jahre später - ist bislang nicht schlüssig beantwortet.

Experten-Antwort

Die benötigte 3/5-Belegung ist gegeben, wenn in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der teilweisen beziehungsweise vollen Erwerbsminderung mindestens 3 Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit belegt sind.

Die Berechnung des Zeitraums von 5 Jahren beginnt an dem Tag vor fünf Jahren, der nach seiner Benennung dem Tag des Eintritts der teilweisen beziehungsweise vollen Erwerbsminderung entspricht, und endet am Tag vor Eintritt Erwerbsminderung.

Berücksichtigungszeiten können den Fünfjahreszeitraum unter Umständen verlängern, zählen aber nicht als Pflichtbeitragszeit.

Die Kollegen werden das sicherlich überprüft haben, jedoch macht es sicherlich Sinn dort einmal nachzufragen.

von
W°lfgang

Zitiert von: Marie
Nun kam der Bescheid von der DRV, dass man meinen Antrag abgelehnt hat, da ich keine 36 Monate Pflichtzeiten in den letzten 5 Jahren hatte.

Hallo Marie,

in dem Ablehnungsbescheid steht sicher auch drin, von welchem möglichen Versicherungsfall/Eintritt der EM die DRV ausgegangen worden ist - in solchen Fällen oft/schlicht das Antragsdatum gewählt wurde (keine 36 in 60 vorhanden /Antrag abgelehnt und vom Tisch): das passt natürlich nicht mit 'Ihrem empfunden' Rentenfall in schon 2016 zusammen.

Daher sollten Sie im Rahmen eines Widerspruchs das dann hinterfragen und noch mal konkret auf das aus Ihrer Sicht bestehende Datum/Eintritt EM-Versicherungsfall hinweisen, damit die DRV konkret sowohl in die Prüfung des zurückliegenden 5-Jahres-Zeitraum (subjektiv gesehen passt der, mit den Erziehungszeiten der Kinder und daraus resultieren Pflichtbeiträgen aus der 'weiten' Vergangenheit) einsteigt, wie auch eine etwaige EM zu dieser Zeit prüft.

Sie können das alleine machen oder sich vielleicht auch 'semi-professionell' der Hilfe der Sozialverbände SoVD + VdK für wenig Geld bedienen, oder kostenfrei über DRV + örtliches Versicherungsamt bedienen ...den med. Teil des EM-Antrags/Widerspruchsbegründung, klammer ich für mich mal aus - da ist 'fremde' Unterstützung besser geeignet, zumal es hier auch in eine Klageverfahren führen kann.

Gruß
w.

von
Tommi

Ein Widerspruch wird keinen Sinn machen. Sie müsste ab etwa 2012 die EM Rente erhalten, um die Kindererziehungszeiten als Pflichtversicherungszeiten anerkannt zu bekommen. Und was hat der GdB mit der EM zu tun?

von
W°lfgang

Zitiert von: Tommi
Ein Widerspruch wird keinen Sinn machen. Sie müsste ab etwa 2012 die EM Rente erhalten, um die Kindererziehungszeiten als Pflichtversicherungszeiten anerkannt zu bekommen.

Ohh, ein wahrer 'Auskenner' ;-)

...würden Sie noch mal genauer erklären - in Anbetracht der doch rechtlich richtigen Vorbeiträge, was sowohl KEZ/BÜZ und 'nachlaufenden' Streckungs-/Versicherungszeiten für die 36/60 und den spätestmöglichen Rentenfall EM bedeutet - so rein zeitlich gesehen/wann der fix eingetreten sein müsste?

Tipp: 2012 scheidet aus, sofern BÜZ nicht vor 10 Lbj. beendet worden ist - es sei denn, Sie sind involviert und haben andere/individuelle Erkenntnisse - das letzte Kind der Fragestellerin ab 2010 selbst/allein erzogen ...@Tommi, keine Schande, sich deswegen hier zu outen, weil Sie die letzten 2 BÜZ-Jahre für Ihr Rentenkonto brauchen *g

Gruß
w.

von
Marie

Die gesundheitlichen Bedingungen sind bei mir zu 100% gegeben für eine Erwerbserminderung, da hatte ich schon mit Beratern der DRV besprochen. Der Grund warum ich erst 4 Jahre später den Antrag gestellt habe ist, dass ich erstmal von der Möglichkeit der Erwerbserminderungsrente nicht wusste und keine Zeit hatte mich zu dem Thema groß zu informieren und beraten zu lassen, da ich hauptsächlich die letzten 4 Jahre im Krankenhaus verbracht habe oder zu Hause mit meinen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. In den letzten beiden Jahren hatte ich mehr als ein Dutzend Operationen und hatte einfach keinen Kopf für diese Themen. Erst vor kurzem hatte ich einen Beratungsgespräch bei der DRV um mir meine Kindererziehungszeiten anzurechnen und mich über meine Rente zu informieren.
Der Vorschlag der Erwerbserminderungsrente kam dann von der Beraterin des DRV.

Im Bescheid selber haben sie als Eintrittsdatum der Erwerbserminderung das Jahr 2020 gewählt, obwohl es 2016 ist.
Ich habe meine Ansprechpartnerin beim DRV dann telefonisch kontaktiert und ihr mitgeteilt, dass die Erwerbserminderung 2016 eingetreten ist. Laut ihr soll das aber keinen Unterschied machen, da ich keine Zahlungen der Pflichtbeiträge in den 5 Jahren davor hatte (2016-2011) und die KBZ nicht mitgezählt werden.
Dies habe ich dann telefonisch hingenommen aber nach einer Recherche im Internet bin ich mir nicht sicher, ob diese Begründung stimmt.
Zumindest verstehe ich es so nach meiner Recherche, dass die KBZ die Lücken in meinem Versicherungsverlauf stopfen sollen. Von April 2004 bis April 2007 hatte ich meine Kindererziehungszeiten für mein jüngstes Kind. In meinem Falle wäre der Zeitraum der KBZ von April 2007 bis April 2014. Mein jüngstes Kind ist im April 2014 zwölf Jahre alt geworden.
Die Erwerbserminderung ist dann 22 Monate später eingetreten (Februar 2016).

Dies war der Grund warum ich hier im Forum nach weiteren Meinungen gefragt habe, ob ich eventuell mit meiner Annahme vollkommen falsch liege und etwas wichtiges nicht betrachtet habe.
Wie ich es raus lese, wäre es klug einen Widerspruch zu schreiben, damit das ganze nochmal geprüft wird mit dem richtigen Zeitpunkt der Erwerbserminderung.

Viele Grüße
Marie

von
EM

Wie so häufig hier, geben die Hobbyexperten bezüglich Erwerbsminderungsrente hier Ihre Ratschläge, Tipps und Meinungen ab.
Da diese aber nicht konkret Ihren Versicherungsverlauf einsehen können und schon gar keine medizinischen Vorhersagen treffen können, bleibt Ihnen nur der Weg des Widerspruchs um eine rechtssichere Antwort bekommen zu können.
Wenn Sie mit dem Zeitpunkt des Eintritts Ihrer Erwerbsminderung nicht einverstanden sind, dann belegen Sie den Ihrer Meinung nach richtigen Zeitpunkt durch medizinische Unterlagen.
Im Übrigen kann kein Berater sagen, ob und seit wann Sie erwerbsgemindert sind.

von
Marie

Guten Tag,
Problem bei mir ist nicht ob ich erwerbsermindert bin sondern die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen der Pflichtbeiträge.
Die Erwerbserminderung wurde bis jetzt auch nicht geprüft, da ich an der Voraussetzung der Pflichtbeiträge durchfalle.

Viele Grüße

von
Marie

Guten Tag,
Problem bei mir ist nicht ob ich erwerbsermindert bin sondern die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen der Pflichtbeiträge.
Die Erwerbserminderung wurde bis jetzt auch nicht geprüft, da ich an der Voraussetzung der Pflichtbeiträge durchfalle.

Viele Grüße

von
EM

Zitiert von: Marie
Guten Tag,
Problem bei mir ist nicht ob ich erwerbsermindert bin sondern die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen der Pflichtbeiträge.
Die Erwerbserminderung wurde bis jetzt auch nicht geprüft, da ich an der Voraussetzung der Pflichtbeiträge durchfalle.

Viele Grüße

Das ändert nichts an der Kernaussage, dass SIE durch medizinische Nachweise belegen müssen, seit wann Sie tatsächlich erwerbsgemindert sind. Erst wenn Ihnen das gelingt, wird geprüft werden, ob Sie dann zu diesem Zeitpunkt die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt haben. Falls ja, werden dann auch die medizinischen Voraussetzungen geprüft.

von
Marie

Zitiert von: EM
Zitiert von: Marie
Guten Tag,
Problem bei mir ist nicht ob ich erwerbsermindert bin sondern die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen der Pflichtbeiträge.
Die Erwerbserminderung wurde bis jetzt auch nicht geprüft, da ich an der Voraussetzung der Pflichtbeiträge durchfalle.

Viele Grüße

Das ändert nichts an der Kernaussage, dass SIE durch medizinische Nachweise belegen müssen, seit wann Sie tatsächlich erwerbsgemindert sind. Erst wenn Ihnen das gelingt, wird geprüft werden, ob Sie dann zu diesem Zeitpunkt die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt haben. Falls ja, werden dann auch die medizinischen Voraussetzungen geprüft.

Ja, das ist in meinem Falle kein Problem, da es sehr einfach nachzuweisen ist, da die medizinischen Unterlagen vorhanden sind.
Werde also Widerspruch einlegen, mich auf das korrekte Datum beziehen und auf die medizinischen Unterlagen, wo es nachgewiesen ist und hoffe, dass die KBZ als Lückenstopfer genutzt werden können, damit ich die Voraussetzung der Pflichtbeiträge erfülle.

VG
Marie

von
EM

Zitiert von: Marie
Zitiert von: EM
Zitiert von: Marie
Guten Tag,
Problem bei mir ist nicht ob ich erwerbsermindert bin sondern die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen der Pflichtbeiträge.
Die Erwerbserminderung wurde bis jetzt auch nicht geprüft, da ich an der Voraussetzung der Pflichtbeiträge durchfalle.

Viele Grüße

Das ändert nichts an der Kernaussage, dass SIE durch medizinische Nachweise belegen müssen, seit wann Sie tatsächlich erwerbsgemindert sind. Erst wenn Ihnen das gelingt, wird geprüft werden, ob Sie dann zu diesem Zeitpunkt die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt haben. Falls ja, werden dann auch die medizinischen Voraussetzungen geprüft.

Ja, das ist in meinem Falle kein Problem, da es sehr einfach nachzuweisen ist, da die medizinischen Unterlagen vorhanden sind.
Werde also Widerspruch einlegen, mich auf das korrekte Datum beziehen und auf die medizinischen Unterlagen, wo es nachgewiesen ist und hoffe, dass die KBZ als Lückenstopfer genutzt werden können, damit ich die Voraussetzung der Pflichtbeiträge erfülle.

VG
Marie

Kein Problem? Wenn Sie sich da mal nicht irren.
Viel Erfolg!

von
Peter T.

Ich habe bedenken, daß Sie für so eine lange Zeit im Nachhinein eine EM-Rente zugesprochen bekommen. Auch zu berücksichtigen, die EM Rente beginnt erst nach mind. 6 abgeschlossenen Monaten. Und falls Sie auf die Schwerbehinderung verweisen, die hat rein gar nichts mit einer EM-Rente gemein. Man kann einen GdB von 100 mit Merkzeichen haben aber ist trotzdem nicht Erwerbsgemindert. Darf man fragen, wie hoch ihr GdB ist und welche Merkzeichen vorliegen?

von
Mami

Hallo Marie,
Ich kann nichts beitragen, aber da ich auch Mami bin, von 6 Kindern, würde ich es gern besser verstehen. Ich habe vorher allerdings 1 Jahr gearbeitet als Lehrling mit wenig Gehalt, nur das würde bei mir wohl auch nicht so wichtig sein. Meine Kleinste ist erst 2 Monate, ich habe mir vorgenommen, wieder anzufangen, wenn sie 3 ist. Aber man weiss ja nie, ob das alles so klappt später.
Was ich mich frage ist: Wie hoch würde denn eine Rente sein, wenn sie ohne Rentenversicherungsbeiträge berechnet wird? Das wird normal doch vom Gehalt her hochgerechnet,oder? Klar ist Haushalt auch Arbeit, aber wie bemisst man das? Also lohnt sich das denn überhaupt, falls sie echt einen Anspruch haben wegen der Kids?