Erwerbsgemindertenrente

von
HaraldM

Ich beziehe seit 2006 Erwerbsgemindertenrente.
Nun bekam ich von der Rentenstelle Post das ich die Hinzuverdienstgrenze unzulässig überschritten habe. Meine Frage:
Mein Arbeitgeber hat mir für gute leistungen eine Freiwillige Zahlung geleistet. (Leistungsprämie) Ist diese Freiwillige Zahlung Rentenschädlich? Nun soll ich weil ich 300€ prämie bekommen habe 1000€ Rente zurückzahlen? Kann ich dagegen etwas unternehmen oder bin ich jetzt der Depp weil ich einfach meine Arbeit trotz behinderung gut gemacht habe?

von
Klar

Dumm gelaufen,letzteres trifft zu.

von
Katzenjammer

Hallo Harald,

vorweg gesagt, ich kenne ihre persönliche Situation nicht, beobachte aber in regelmässigen Abständen folgende Verhaltensweisen:

Nach Zuerkennung einer Rente wird eine Beschäftigung aufgenommen; aus welchen Gründen auch immer.

Es gibt klare Hinzuverdienstgrenzen, die im Rentenbescheid aufgeführt sind. Wenn diese nicht eingehalten werden führt dies früher oder später zu Problemen. Dies kann unter Umständen bis zum Entzug einer Rente führen.

Sie haben die Hinzuverdienstgrenzen nicht eingehalten. Deshalb die Nachforderung der DRV. Zu Recht.

von
Realist

Vielleicht sollte man sich besser VORHER informieren?

Hoffentlich haben Sie mit Ihrem Arbeitseifer nicht auch noch den sozialmedizinischen Dienst der DRV auf den Plan gerufen, der Ihr Restleistungsvermögen nun komplett neu bewerten könnte.

Es ist ohnehin erstaunlich, wie leistungsfähig viele Erwerbsgeminderte in Wirklichkeit noch sind!

Zitat: "......oder bin ich jetzt der Depp weil ich einfach meine Arbeit trotz behinderung gut gemacht habe?"

Dieser Satz spricht Bände!

von
Corletto

An die Hinzuverdienstgrenzen hat man sich als EM-Rentner gefälligst zu halten.

Wer dies nicht tut, muss halt mit entsprechenden Konsequenzen rechnen.

von
Kai

Ich finde eher, dass Ihr Beitrag Bände spricht und Sie Ihrem Namen "Realist" so gar keine Ehre machen.

Wem der Unterschied zwischen den Anforderungen und Belastungen einer beruflichen Vollzeitbeschäftigung, die den Lebensunterhalt sichert und einer Nebenbeschäftigung mit wenigen Stunden Arbeitszeit, bei der man eben aufgrund der Rente auch nicht gleich Existenzangst haben muss, wenn es einem doch zuviel wird, - also wem dieser Unterschied nicht deutlich ist, der ist doch nicht so ganz realistisch wie er angibt.

Kai (Nicht-Rentner)

von
WiSo

Wenn Sie nur einmal die Hinzuverdienstgrenze um die 300,00 € überschritten haben, kann die DRV ihnen nicht die Rente kürzen. Denn die Hinzuverdienstgrenze darf 2 x im Jahr überschritten werden.

Beitragsschreiber die realistische Beiträge schreiben, hätten Sie bestimmt auf diese Ausnahmeregelung seriös hingewiesen.

von
Realist

Zitat: "Nun bekam ich von der Rentenstelle Post das ich die Hinzuverdienstgrenze unzulässig überschritten habe."

Grundlos werden keine Rückforderungsbescheide erlassen. (Von seltenen Irrtümern einmal abgesehen!)
Im Übrigen sind die individuellen Hinzuverdienstgrenzen in JEDEM Rentenbescheid auf den Cent genau aufgeführt, sodass es ein Leichtes ist, die Korrektheit des Rückforderungsbescheides zu überprüfen.

Wer lesen kann, braucht also gar keine "seriösen Hinweise auf entsprechende Ausnahmeregelungen von realistischen Beitragsschreibern". Ein Blick in den Rentenbescheid genügt nämlich im Regelfall!

Aber wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.......

von
Realist

Ihren kritischen Hinweis nehme ich dankend zur Kenntnis!

Ich äußere hier nur meine persönlichen Meinungen. Die Bewertungen überlasse ich jedem Leser selbst.

MfG
@Realist (Frührentner, der über seine relativ hohen Hinzuverdienstgrenzen angenehm überrascht ist!)

von
-_-

Aus Ihrer Frage geht weder der Zeitraum noch der Betrag der erzielten Entgelte genau hervor. An den 300,- € kann es jedenfalls nicht gelegen haben, da Sie die Entgeltgrenze (seit 01.01.2008 = 400,-€) zweimal jährlich überschreiten dürfen (bis zum Doppelten, also bis 800,- €).

Wenn Ihre Frage aus der Anhörung oder dem Bescheid selbst nicht eindeutig beantwortet wird, sollten Sie sich mit der Sachbearbeitung in Verbindung setzen. Wegen Ihrer dürftigen Angaben ist eine genaue Beurteilung hier im Forum nicht möglich.

von
HaraldM

Folgendes möchte ich anmerken!
Ich wünschte so manch einem Antwortenden meiner Frage das er mal in meinen Schuhen durchs Leben gehen müsste. Sehen wie toll es ist mit einer Behinderung seinen Mann stehen und eine Existenz sichern zu müssen!! Vielleicht seid Ihr ja auch nur ein "bisschen Behindert" und bekommt trotzdem eine Rente! Bei mir und vielen anderen ist das jedenfalls anders!
Auch bei mir gilt "Wer lesen kann ist klar im Vorteil".
Sehr wohl sind mir die Hinzuverdienst grenzen bekannt! Ich bat nicht um diese freiwillige Zahlung die mich nun in diese heikle Situation gebracht hat. So ein Fall steht auch nicht erklärt im Rentenbescheid, mag sein das ich da etwas übersehen habe! In meinem Bescheid steht das für die Rentenleistungen das monatliche Arbeitsentgeld oder Arbeitseinkommen maßgebend ist. Eine freiwillige sowie für mich nicht absehbare bzw. nicht einzuplanende Zahlung gehört meines Erachtens nicht zum Monatlichen Arbeitsentgeld bzw. Arbeitseinkommen.
Ich dachte es gäbe hier den ein oder anderen der eine solche Erfahrung bereits gemacht hat. Die Fragen ob diese Zahlung tatsächlich Rentenschädlich sein kann sowie ob man dagegen vor gehen kann blieben gänzlich unbeantwortet. Gehen wir also mal davon aus dass der Fragesteller kein Hypochonder sowie kein Rechtsanwalt ist, der sich in dieser Materie auskennt. Ebenfalls nicht auch nur ansatzweise geahnt hat, nachdem er sich ja sonst auch an die Vorgaben der Legislative gehalten hat, einfach nur überrascht ist über diesen Bescheid. Hier versucht hilfreiche Tipps zu erlangen um gegeben falls eine Abwendung der drohenden Vollstreckungsmaßnahme zu erreichen. Hier wurde um Hilfestellung bei einem individuellen Problem gebeten stattdessen konnte man hier nur vorwurfsvoll und fragwürdige Meinungen und Ermahnungen finden auf die jeder Fragesteller gern verzichtet. Vielleicht bekommt der eine oder andere jetzt mal den Anstoß einfach nicht mehr auf Beiträge zu Antworten zu denen er in keiner Weise eine Bereicherung darstellt. Frei nach dem Motto "weniger ist mehr"! Sinnvolle Antworten sowie lieber gar keine Antworten sind sehr willkommen. MFG HaraldM

von
Katzenjammer

Hallo Harald,

glauben Sie mir, hier im Forum sind viele schwerkranke und oft verweifelte Menschen unterwegs, mit denen so mancher nicht tauschen möchte. Viele Beiträge sprechen Bände !

Es ist immer sehr schwierig eine persönliche Situation zu beurteilen, wenn man nicht a l l e Details kennt.

Eines ist aber klar: Jeder Rentenbezieher sollte sich v o r einer Arbeitsaufnahme darüber informieren, in welcher Weise die geleisteten Arbeitsstunden und die Verdienste rentenschädlich sein können und auf die Einhaltung solcher Grenzen strikt achten ! Es hilft wenig im nachhinein über Versäumnisse zu jammern.

Leider ist das, was Ihnen jetzt widerfahren ist kein Einzelfall.

Um dies für die Zunkunft auszuschließen kann ich Ihnen den Rat geben, sich v o r einer Arbeitsaufnahme bei einer Beratungsstelle der DRV über die möglichen Auswirkungen und Konsequenzen beraten zu lassen und die Ihnen dargelegten Fakten dann auch einzuhalten.

Dann dürften Sie in eine solch unangenehme Situation nicht mehr hineingeraten.

Experten-Antwort

Hallo Harald,

für eine Rente wegen Erwerbsminderung gilt die Hinzuverdienstgrenze von 400 EUR monatlich. Allerdings ist es zulässig, diese Grenze zweimal innerhalb eines Kalenderjahres bis zum Doppelten zu überschreiten. Eine 3. Überschreitung innerhalb eines Kalenderjahres führt allerdings zur Teilrentengewährung und unter Umständen zur vollständigen Einstellung der Rentenzahlung.

von
-_-

2. Versuch:

Aus Ihrer Frage geht weder der Zeitraum noch der Betrag der erzielten Entgelte genau hervor. An den 300,- € kann es jedenfalls nicht gelegen haben, da Sie die Entgeltgrenze (seit 01.01.2008 = 400,-€) zweimal jährlich überschreiten dürfen (Entgelt bis zum Doppelten, also bis insgesamt 800,- €).

Wenn Ihre Frage aus der Anhörung oder dem Bescheid selbst nicht eindeutig beantwortet wird, sollten Sie sich mit der Sachbearbeitung in Verbindung setzen. Wegen Ihrer dürftigen Angaben ist eine genaue Beurteilung hier im Forum nicht möglich.

Siehe auch Antwort der Expertin!

von
Kai

vielen Dank für die Klarstellung!

Bei mir ist es so, dass ich "noch nicht"-Rentner bin, jedoch aufgrund chronischer Erkrankungen in meinem bisherigen Beruf absolut nicht mehr im normalen Rahmen arbeitsfähig bin. Allerdings mache ich einmal wöchentlich für 5 Stunden eine sog. "ehrenamtliche" Tätigkeit. Und wenn dann Leute kommen und meinen, wenn ich "das" kann, dann kann ich doch auch 5x die Woche mind. 6 Stunden normal arbeiten, dann könnte ich an die Decke gehen, weil das ist nun wirklich nicht vergleichbar, weil diesen "Job" könnte ich ohne jegliche Konsequenzen von einer Sekunde auf die andere quittieren, endgültig, oder auch nur für den jeweiligen Tag sagen "Ich kann nicht mehr, komme nächste Woche wieder" oder "ich muss mich mal eine halbe Stunde hinlegen, mache dann weiter", was in einem normalen Job nicht möglich wäre. Das ist einfach ein gigantischer Unterschied.

Soviel zum gegenseitigen Verständnis. Auch ich kann Sie nun besser verstehen und finde es gut, dass Sie positive Sachstände zu schätzen wissen und auch aussprechen.

Bei mir ist es momentan eher das JobCenter, welches ich als positiv empfinde, während ich die Rentenversicherung nach einer extrem schlechten Reha-Klinik als sehr negativ empfinde. Aber das kann sich ja schnell wieder ändern, weil zuvor war ich von der guten Organisation und menschlichen Kompetenz der Rentenversicherung eigentlich auch positiv überrascht (nur halt leider das Thema Rehakliniken behandeln die meinem Eindruck nach viel zu oberflächlich und stiefmütterlich; wer sich da sein Qualitätszertifikat "erschlichen" hat, kann sich anscheinend ALLES erlauben).

Ansonsten glaube ich wirklich, dass es die Menschen, von denen Sie reden, die sich ungerechtfertigt eine Rente "erschleichen", bestimmt gibt, aber sie in einer nicht-beachtenswerten Minderheit sind.

Besten Gruß
Kai

von
Schade

vielleicht wurde die Grenze ja zehnmal um je 30 € überschritten - dann hätten die insgesamt 300 € fatale Auswirkungen......aber was solls: alles reine Spekulation....

von
darumgehts

"Vielleicht seid Ihr ja auch nur ein "bisschen Behindert" und bekommt trotzdem eine Rente! Bei mir und vielen anderen ist das jedenfalls anders!"
Gerade nicht - ich wäre froh, wenn ich überhaupt bis zu der Grenze hinzuverdienen könnte. Für mich nicht zu schaffen, und das ist vermutlich bei anderen hier auch der Fall!

von
Katja

Hallo
ich habe dazu auch eine Frage.
Ich erwarte zu einem späteren Zeitpunkt noch eine vertraglich geregelte ausstehende Zahlung von meinem ehemaligen Arbeitgeber (z. Bsp. Urlaubsabgeltung). Diese beträgt wesentlich mehr als die 400 Euro Hinzuverdienstgrenze. Sollte ich besser au die Zahlung verzichten, weil realistisch die Gefahr besteht, dass ich meine EW-Rente für immer verliere?

von
HaraldM

Wie Sie gesehen habe bin ich wohl informiert über Meine Rechte und Pflichten was die Einhaltung von Hinzuverdienst grenzen angeht. Jedoch gibt es im Leben unerwartete Dinge die passieren. So wie in meinem Fall eine überraschende Prämienzahlung mit der ich nicht gerechnet habe und auch nicht rechnen konnte.

Solche Informationen findet man nirgends, geschweige denn man denkt daran das so etwas auftreten könnte.
Wie soll man sich auf so etwas v o r h e r vorbreiten? Ich hab keine Hellseherische Fähigkeiten denn sonst hätte ich mich bestimmt strikt , wie auch von Ihnen vorgeschlagen, an die Grenzen gehalten. Im Übrigen sagt mir das auch mein normaler Menschenverstand das ich mich besser an solche Reglungen zu halten habe um gerade eben solche Konsequenzen zu vermeiden. Herjehh nun ist es aber nun mal so geschehen und "jammern" ist begründet und wohl für jeden nachvollziehbar ausgenommen natürlich Hellsehern und Millionären!

Da es ja kein Einzelfall ist würde mich ja auch interessieren wie und ob jemand schon einmal ein solche Situation erlebt hat. Gerade eben aus diesem Grund habe ich auch hier im Forum eine Nachricht verfasst.
Schließlich leben wir ja auch in einer Demokratie in der ich eine andere Meinung habe darf als die gesetzgebende Gewalt. Meiner Meinung nach ist diese Rückforderung unbegründet und deshalb werde ich mich auch gern Streiten. Ihrem Rat kann man daher nur bedingt folgen den letztlich kann man sich niemals im v o r h i n e i n über alles was eventuell auftreten könnte Beraten lassen!

Experten-Antwort

Hallo Katja ,

Rechtsgrundlage zur Prüfung der Hinzuverdienstgrenze für vorgezogene Altersruhegelder und Renten wg. Erwerbsminderung ist
der § 34 Sozialgesetzbuch Sechstes Buch. Nicht zum Arbeitsentgelt, und somit rentenunschädlich sind u.a. einmalig gezahltes Entgelt , das vor Rentenbeginn erarbeitet wurde, jedoch erst danach gezahlt wird. Weiterhin Abfindungen,Übergangs- bzw. Überbrückungsgelder, Urlaubsabgeltungen die wegen Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses nach Rentenbeginn gezahlt werden, jedoch vorher erarbeitet wurden. Insofern wäre ein Verzicht nicht notwendig.