Erwerbsminderung und 58-er Regelug

von
gitta12

Hallo, meine nächsteFrage. Mein Mann wird im Juli 62, ist seit dem 1.1.2004 arbeitslos und hat die 58-er-Regelung unterschrieben.
Die Auskunft ist verwirrend. Dem Job-Center wurde mitgeteilt, dass er ab dem 1.8.2010 ohne Abzug in Rente gehen könnte.
Jetzt bei einer neuen Rentenauskunft ist unter Erwerbsminderungsrente erwähnt, dass er ab dem 1.10.2009 , mit Abzug von 3 % Rente beantragen könne.

Ist die 58-er-Regelung mit der Erwerbsminderungsrente gleichzusetzen?
Um von HartzIV weg zu kommen, würden wir die 3 % in Kauf nehmen., aber wissen nicht, ob die Erwerbsminderungsrente mit der 58-er-Regelung in Zusammenhang steht. Lt. Auskunft sind die Wartezeiten erfüllt.
Wäre es nicht eher die Rente wegen Arbeitslosigkeit, auch hier ist die Wartezeit erfüllt.

Komme mit der Auskunft einfach nicht klar, Rentenbeginn für die Regelaltersrente wäre der 1.9.2012.

Vielleicht kann uns jemand dieses Wirrwarr entwirren.

Danke und Grüße
Brigitte Hartwig

von
Tante

Die Erwerbsminderungsrente und die 58 er Regelung ist etwas ganz anderes.
Wenn der Mann jetzt 62 wird und mindestens 35 Jahre mit Beitragszeiten, Anrechnungszeiten usw. hat und dazu auch noch einen Schwerbehindertenausweis besitzt, kann er die Altersrente wegen Schwerbehinderung mit 63 jahren abschlagsfrei erhalten.
Er kann jederzeit auch einen Antrag auf Erwerbsminderung stellen ( bei gesundheitlichen Einschränkungen). Dann kann es sein, dass er diese Rente erhält. Beginnt diese Rente vor dem 63. Lebensjahr, dann hat sie ggf. die gerade in ihrer Rentenauskunft ausgewiesenen Abschläge von 3% enthalten, beginnt sie nach dem 63. lebenjahr, wäre sie abschlagsfrei.

von
gitta12

Nein, mein Mann hat keinen Schwerbehindertenausweis, also trifft es auf ihn nicht zu.
Käme dann die Rente wegen Arbeitslosigkeit im Zusammenhang mit der 58-er-Regelung in Betracht? Arbeitslos seit dem 1.1.2004.

Wollen unbedingt von HartzIV weg und darum die Suche nach evtl. Möglichkeiten.
Warum wurde dem Job-Center damals mitgeteilt, dss mein Mann ab dem 1.8.2010, nachdem er die 58-er-Regelung unterschrieben hat, ohne Abzug in Rente gehen kann? Die jetzige Rentenauskunft sagt davon gar nichts.

Vielleicht kann uns jemand helfen, damit wir endlich aus den Klauen von HartzIV befreit werden.

Danke und Grüße
BrigitteHartwig

von
Keith Moon

Liebe gitta12,

wenn ihr Mann weder schwerbehindert noch berufsnunfähig (BU) oder erwerbsunfähig (EU) und lediglich arbeitslos ist (und bleibt...), dann kann eine abschlagsfreie Rente erst mit Beginn des Monats nach der Vollendung des 65. Lebensjahres gezahlt werden. Etwas anderes kann die Rentenversicherung niemals personenbezogen bestätigt haben, denn dann wäre er ja schwerbehindert, BU oder EU.

Ich vermute, sie haben dieses Datum einer Rentenauskunft entnommen, und hier gilt das "Was wäre, wenn"-prinzip, d.h. nur wenn ihr Mann schwerbehindert, BU oder EU wäre, dann würde dieses datum gelten.

Genauso verhält es sich mit den (angeblichen) 3 % Rentenabschlag im Falle einer Erwerbsminderungsrente. Auch diese würde nur zum Tragen kommen, wenn ihr Mann

a. tatsächlich nach amtsärztlicher Feststellung erwerbsgemindert wäre und

b. bei Beginn dieser Rente 62 Jahre und 2 Monate alt sein würde

von
Keith Moon (Ergänzung)

Wie bereits dargestellt, kann die angebliche Mitteilung der Rentenversicherung von wegen abschlagsfreie Rente ab 01.08.2010 nicht stimmen, wenn ihr Mann weder schwerbehindert noch BU oder EU ist.

Mein Tipp: Lassen Sie sich doch beim nächsten Besuch bei der Agentur für Arbeit diese angebliche Bestätigung noch einmal zeigen und kopieren und gehen sie damit zur nächsten Beratungsstelle der Rentenversicherung, dann wird sich die Sache schnell aufklären.

Man muß dazu noch wissen, das der Vordruck zur 58er Regelung ("Erklärung nach § 428 SGB III") ausschliesslich vom Betroffenen selbst ausgefüllt und unterschrieben wird. Das würde bedeuten, nicht die Rentenversicherung oder gar das Job-Center selbst, sondern ausschliesslich ihr Mann wäre für den falschen Eintrag verantwortlich.

von
Tante

Keith Moon hat ganz Recht.
Gehen sie in eine Beratungsstelle der Rentenversicherung. Nehmen sie ggf. eine Vollmacht mit, falls der Mann nicht selber mit hin will. Lassen sie sich dort mal vorrechnen, wie hoch eine derzeitige Altersrente wegen Arbeitslosigkeit wäre.
Hinweis, diese Renten würde dann als Einkommen in ihrer Bedarfsgemeinschaft angerechnet. Der Rentenantrag macht meist nur dann Sinn, wenn Sie alle kein ALG II mehr brauchen würden.

Experten-Antwort

Hallo gitta12,

aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben, kann Ihr Mann u.E. jederzeit in die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit gehen. Allerdings hat diese Rente Abschläge zur Folge. Sollte Ihr Mann beispielsweise mit 62 Jahren in diese Altersrentenart gehen, hätte er einen Rentenabschlag von 10,8 %.
Da er unter die Regelung des § 428 SGB III (58er Regelung) fällt, kann ihn die Arbeitsagentur nicht zur Rentenantragstellung mit Abzügen auffordern. Die 58 er Regelung hat im übrigen nichts mit einer Erwerbsminderungsrente zu tun.
Zum 01.08.2010 könnte er auch nur dann abschlagsfrei in Rente gehen, wenn er mindestens 50 % schwerbehindert wäre.
Wir empfehlen Ihnen bzw. Ihrem Mann eine persönliche Beratung beim Rentenversicherungsträger.