Erwerbsminderungsrente

von
Naja

Sehr geehrtes Expertenforum,
durch einen unverschuldeten Verkehrsunfall vor knapp drei Jahren (Gerichtsverfahren läuft) wurde ich (53, in unkündbarer Vollzeit tätig) durchgehend Arbeitsunfähig geschrieben. Die Krankenkasse hat schon frühzeitig meine Rückführung ins Arbeitsleben als sehr zweifelhaft dokumentiert. Nach dem Krankengeld wurde mir von der Agentur für Arbeit Arbeitslosengeld nach §145 SGB III genehmigt. Zwischenzeitlich habe ich einen Antrag auf Rehabilitation bei der Deutschen Rentenversicherung gestellt. Dieser wurde genehmigt, doch meinem Wunsch auf einer speziellen modularen Schmerztherapie nicht berücksichtigt. Stattdessen wurde mir eine Klinik verordnet, die mir unmittelbar nach dieser Entscheidung schriftlich mitteilte, dass sie mir bei meiner Problematik nicht helfen kann und riet mir, eine spezielle Klinik für Schmerzdiagnostik zu nutzen. Mit dieser Begründung leitete ich einen Widerspruch gegen die Unterbringung in eine Klinik, die mich eindeutig nicht wollte, ein. Nach fünf Monaten wurde mein Widerspruch abgelehnt und die vorher angeordnete Klinik weiterhin favorisiert. Zwei Wochen nach dieser Ablehnung stellte ich einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente. Dieser wurde, laut Deutsche Rentenversicherung wegen fehlender medizinischer Voraussetzungen nach weiteren 5 Monaten abgelehnt. Ein Anwalt für Sozialrecht wurde engagiert und ließ sich das Protokoll der Untersuchung des ärztlichen Gutachters der Deutschen Rentenversicherung zukommen. Darin wurde verschriftlicht, dass ich auf Grund meiner gesundheitlichen Problematik schon die täglichen Dinge im Alltag nicht mehr bewältigen kann. Ein neuer Widerspruch wurde gestellt. Derzeit warte ich seit mehr als drei Monaten auf die Entscheidung.
Nach dem Ablauf des Arbeitslosengeldes nach §145 SGB III (in zwei Monaten) kann ich auf keine weitere finanzielle Hilfe hoffen, da ich von der Agentur für Arbeit die mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigungen nicht unter den Bedingungen ausüben kann, die auf dem für sie in Betracht kommenden Arbeitsmarkt ohne Berücksichtigung der Minderung der Leistungsfähigkeit üblich sind.
Ich frage mich nun, warum besteht die Deutsche Rentenversicherung auf eine Reha Klinik, deren Leistungsspektrum nachweislich meine notwendigen Therapien nicht erfüllt und mir daher nicht helfen kann?
Warum weicht die Deutsche Rentenversicherung von der Diagnose ihrer eigenen Gutachter ab?
Wovon soll ich in zwei Monaten leben?
Als Alleinerziehende (Single mit studierendem Kind) leide ich enorm unter Existenzangst und diesem kräftezehrenden behördlichen Kampf, was meinen schlechten Gesundheitszustand zusätzlich belastet.

von
Anne

Und warum haben sie nicht vor Jahren den Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt? Wenns ins Krankengeld geht, weiss man doch, man hat nicht ewig Zeit. Und wenn es dann 3 vor 12 ist, schon nach dem Krankengeldende, muss man auch nicht eine Reha ablehnen, nur weil die nicht die spezielle Therapie anbietet. Es geht in solchen Rehas darum, festzustellen, ob erwerbsfähig oder nicht. Sie haben aber auch Nerven...
Leben, ja da bleibt dann nur noch ALG 2, bzw. Sozialhilfe bzw. Rücklagen. Da sind nach wieviel Jahren nicht Ämter schuld, weil sie gebummelt hätten.

von
Berater

Was soll Ihnen den jemand hier im Forum antworten, der keinen Einblick in Ihren laufenden Vorgang hat?
Sie sollten Ihren Anwalt bitten, für Sie den aktuellen Sachstand des Verfahrens zu ermitteln.
Konkrete Hilfe in Ihrem Fall, können Sie von einem Forum nicht erwarten.

von
Bahnhof

Zitiert von: Naja
Dieser wurde genehmigt, doch meinem Wunsch auf einer speziellen modularen Schmerztherapie nicht berücksichtigt. Stattdessen wurde mir eine Klinik verordnet, die mir unmittelbar nach dieser Entscheidung schriftlich mitteilte, dass sie mir bei meiner Problematik nicht helfen kann und riet mir, eine spezielle Klinik für Schmerzdiagnostik zu nutzen.

Hier hilft nur der Gang in eine Schmerzklink. Eine Reha ist dafür der falsche Ort und können diese von Ihnen gewünschte Behandlung und Beurteilung nicht leisten. Ist auch nicht deren Aufgabe.

Den Abschlussbericht der Klink dann bei der DRV zum EMR-Antrag/-Verfahren ein-(nach)reichen.

von
Naja

Zitiert von: Anne
Und warum haben sie nicht vor Jahren den Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt? Wenns ins Krankengeld geht, weiss man doch, man hat nicht ewig Zeit. Und wenn es dann 3 vor 12 ist, schon nach dem Krankengeldende, muss man auch nicht eine Reha ablehnen, nur weil die nicht die spezielle Therapie anbietet. Es geht in solchen Rehas darum, festzustellen, ob erwerbsfähig oder nicht. Sie haben aber auch Nerven...
Leben, ja da bleibt dann nur noch ALG 2, bzw. Sozialhilfe bzw. Rücklagen. Da sind nach wieviel Jahren nicht Ämter schuld, weil sie gebummelt hätten.

Vielen Dank für Ihre Mitteilung.
Ich möchte zur Klärung folgendes hinzufügen. Während des Krankengeldes wurde ich zwei Mal stationär in speziellen Schmerzkliniken behandelt. Von der Krankenkasse kam nie die Aufforderung zur Reha. Vielmehr äußerte man sich dort positiv zu meinem Engagement. Bezüglich der Ablehnung der Rehaklinik möchte ich mitteilen, dass nicht ICH diese Klinik nicht wollte...vielmehr teilte mir die Rehaklinik mit, dass sie mir nicht helfen kann und mir eine andere Klinik empfiehlt.

von
Anne

Aber es ändert ja nichts daran, dass sie persönlich in Widerspruch gegangen sind gegen die Reha, zu einem Zeitpunkt, wo es genau genommen schon 5 nach 12 war. Die Klinik hätte sie schon aufgenommen. ALG 1 nach § 145, aber da weiss man doch, jetzt muss ganz schnell eine Entscheidung fallen, ob Rentenantrag oder Arbeiten. Ihre Schmerztherapie, die sollte im Alltag regelmäßig laufen, bei der Reha gehts um berufliche Perspektiven.

Sie können jetzt nur hoffen, dass die Dinge zügig vorangehen. Und gegebenenfalls ALG 2 oder Sozialhilfeantrag, für das Kind BAFÖG. Und wenn dann am Ende gegen Rente entschieden würde, müssten sie sowieso alles neu sortieren. Dafür hat man eigentlich die Rehas...

von
Jonas

Zitiert von: Anne
Und warum haben sie nicht vor Jahren den Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt? Wenns ins Krankengeld geht, weiss man doch, man hat nicht ewig Zeit. Und wenn es dann 3 vor 12 ist, schon nach dem Krankengeldende, muss man auch nicht eine Reha ablehnen, nur weil die nicht die spezielle Therapie anbietet. Es geht in solchen Rehas darum, festzustellen, ob erwerbsfähig oder nicht. Sie haben aber auch Nerven...
Leben, ja da bleibt dann nur noch ALG 2, bzw. Sozialhilfe bzw. Rücklagen. Da sind nach wieviel Jahren nicht Ämter schuld, weil sie gebummelt hätten.
Das ist zwar alles korrekt, aber... Wie soll eine Reha-Klinik die Erwerbsfähigkeit beurteilen, wenn sie das Krankheitsbild gar nicht abdeckt, womöglich über keine passenden Fachärzte verfügt? Ich saß bei meiner Reha auch bei der Sozialtante, die eröffnete, dass da ja nicht viel sein kann, da die Ärztin kaum etwas geschrieben hätte. Dummerweise falsches Fachgebiet, denn 16 OP's einer anderen Fachrichtung sind nicht nichts. Aber eh man es sich versieht, wird man falsch beurteilt. Der Gutachter der RV sah es dann zum Glück anders. Und wenn hier schon die Klinik sich selbst als nicht optimal zuständig bezeichnet, wird das nichts, auch nicht mit der Entscheidung EM oder nicht. Besser wäre hier wirklich die schon empfohlene Schmerzklinik.

von
Naja

Zitat: Das ist zwar alles korrekt, aber... Wie soll eine Reha-Klinik die Erwerbsfähigkeit beurteilen, wenn sie das Krankheitsbild gar nicht abdeckt, womöglich über keine passenden Fachärzte verfügt? Ich saß bei meiner Reha auch bei der Sozialtante, die eröffnete, dass da ja nicht viel sein kann, da die Ärztin kaum etwas geschrieben hätte. Dummerweise falsches Fachgebiet, denn 16 OP's einer anderen Fachrichtung sind nicht nichts. Aber eh man es sich versieht, wird man falsch beurteilt. Der Gutachter der RV sah es dann zum Glück anders. Und wenn hier schon die Klinik sich selbst als nicht optimal zuständig bezeichnet, wird das nichts, auch nicht mit der Entscheidung EM oder nicht. Besser wäre hier wirklich die schon empfohlene Schmerzklinik.
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Vielen Dank! Ich habe mich mit meinem Widerspruch gegen die Rehaklinik auch an deren Ratschlag orientiert. Was nutzt mir eine Klinik, die mir vorher schon mitteilt, mir nicht helfen zu können. Auch die Wirtschaftlichkeit sollte von der RV nicht außer Acht gelassen werden. Zumal ich später auch von einem Gutachter der RV untersucht wurde und man sich dort ein Bild machen konnte.

von
Anne

Naja, sie wissen alles am besten, meinen, sie haben alles richtig gemacht. Ich dagegen begreife noch nicht mal, seit wann Rehakliniken sich vor Antritt selber beim Patienten melden. Und die Reha möchte ich sehen, die aufs Geld verzichtet, nur weil sie meint, nicht die perfekte Schmerztherapie parat zu haben. In einer Reha nach Unfall geht es darum, welche Hilfsmittel das Weiterarbeiten ermöglichen, Weiterbildung usw. Eineinhalb Jahre nach Unfall und kurz vor einem Verlust der Existenz sollte doch längst jede medizinische Therapie laufen.

Mir sieht es aus, als hätten sie einfach eine falsche Erwartungshaltung an eine Reha gehabt. Wer aber so cool ist, kurz vor Ende jeglicher Zahlungen die Reha zu verweigern, muss eben warten jetzt. Wie soll ein Gutachter wissen, was möglich ist, wenn sie jegliche praktische Erprobung verweigern?

von
Paul

Bei der Wahl der Rehaklinik haben sie ein Wunsch und Wahlrecht. Einfach die gewünschte Rehaklinik den DRV mitteilen und dann dürften sie nicht ablehnen.
Aber, die Rehas der DRV sind selten Schmerzkliniken, sondern zb orthopädische Rehas.
Schmerzkliniken werden in den meisten aller Fälle als akut Krankenhaus der Krankenkasse geführt.
Aber ein paar gibt es schon auch als Reha, zb Schmerzkliniken Bad Mergentheim, die sind sehr gut dort.
Teils decken aber auch psychosomatische Kliniken den Bereich Schmerz gut mit ab, von der DRV fallen mir da zb die Dr Becker und die Schönkliniken, die in ganz Deutschland verteilt sind, ein.
Das sie in zwei Monaten kein Geld mehr haben ist allerdings ihr selbstgemachte Problem.
Sie haben viel Zeit untätig und ungenutzt verstreichen lassen.
Die Reha hätten sie schon längst machen sollen.
Auf der Reha wird ihre Leistungsfähigkeit geprüft, ohne das in der Regel keine Erwerbsminderungsrente

von
Reha

Zitiert von: Paul
Bei der Wahl der Rehaklinik haben sie ein Wunsch und Wahlrecht. Einfach die gewünschte Rehaklinik den DRV mitteilen und dann dürften sie nicht ablehnen.

Diese Aussage ist so natürlich völliger Unsinn.
@ Paul: Sie sollten sich vor derartigen Behauptungen zunächst mal vernünftig informieren.

https://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/rvRecht/01_GRA_SGB/09_SGB_IX/pp_0001_25/gra_sgb009_p_0008.html

Experten-Antwort

Hallo Naja,

eine Einschätzung Ihres persönlichen Einzelfalles ist uns bei Ihren laufenden Widerspruchsverfahren zur Ablehnung Ihrer Rehabiltationsmaßnahme und Ihrem Antrag auf Erwerbsminderungsrente nicht möglich.
Wir können die Details der getroffenen Entscheidungen in diesem Forum nicht einsehen und damit leider keine weitere Bewertung vornehmen.